Kreuzfahrt ABCKreuzfahrer-Knigge

Kreuzfahrt ABC

Dress-Code, Smalltalk und Cocktails - Als Kreuzfahrer-Neuling bekommen Sie hier einen Überlick über die wichtigsten Begriffe und Gepflogenheiten rund ums Thema Kreuzfahrt.

Achtern

... heißt hinten. Es bezeichnet das, was auf dem Schiff hinten ist.

Ausbooten:

Wenn das Schiff auf Reede liegt, also nicht direkt im Hafen – dann werden die Passagiere ausgebootet – also mit kleinen Tenderbooten zum Landgang gebracht.

Backbord:

... ist links und durch eine rote Positionslampe kenntlich gemacht.

Begrüßungscocktail:

Gibt's am ersten Abend nach dem Einschiffen und kostet nichts – meist allerdings der einzige Gratis-Cocktail der Seereise. Einen Handschlag und ein Lächeln des Kapitäns bekommt man gratis dazu.

Bordsprache:

Sie wird im Reedereiprospekt vorab verraten und ist auf den meisten Schiffen Englisch.

Die Brücke

... ist nicht zwangsläufig auf dem obersten Deck, aber weit oben und mit freiem Blick nach vorne. Von hier aus wird das Schiff gesteuert. Kapitäne kleinerer Schiffe und da vor allem der Expeditionskreuzer dulden Passagiere in ihrem Reich. Bei den großen ist der Kommandostand tabu. Manche Reedereien haben ein Deck darunter eine „Show-Brücke“ installieren lassen, die Passagieren offen steht.

BRZ

... ist die Abkürzung für das hässliche Wort „Bruttoraumzahl“ und als Hohlraum-Größenmaß die Nachfolge-Einheit für die zuvor verwendete Bruttoregistertonne (BRT).

Das Casino:

Der Lieblingssaal gerade amerikanischer und asiatischer Reeder, weil sie mit ihren schwimmenden Spielbanken die größten Gewinne einfahren. Wer klein anfangen will: Mindesteinsatz auf den meisten Schiffen 10 US-Cent am Einarmigen Banditen.

Der Cruise Director:

Der Mann mit der von Berufs wegen besten Laune an Bord, manchmal eine ultra-heitere Nervensäge. Der Kreuzfahrtdirektor ist für das gesamte Unterhaltungsprogramm verantwortlich und oft nebenbei auch Moderator der Abendshows.

Der Dress Code

... ist die täglich wechselnde Bekleidungsvorschrift und reicht von casual (Freizeit) über smart casual (bisschen eleganter) und informal (elegant) bis formal (Abendgarderobe, möglichst Smoking beim Herrn, Kleid bei der Lady).

Kabine:

Das private Reich an Bord, verfügt inzwischen über eigene Dusche und Toilette, ist auf den meisten (neueren) Schiffen mindestens 15 Quadratmeter groß und hat gegen Aufpreis sogar einen Balkon.

Kapitäns-Tisch:

Kennen wir alle noch aus dem Traumschiff, oder? Hier speist der Kapitän und lädt abendweise wechselnde Ehrengäste zu sich ein. Viele Kapitäne laufen lieber auf Grund als dort über eine zu lange Mahlzeit hinweg Smalltalk mit Wildfremden zu betreiben und schicken ersatzweise ihre Offiziere als Gastgeber vor.

Kombüse:

Das war mal der Begriff für die Schiffsküche und wäre heute maßlose Untertreibung. Küchen und Lagerräume der heutigen Ozeanriesen sind viele hundert Quadratmeter große Fluchten voller hochglanzpolierter Edelstahl-Arbeitsflächen und Kochplatten, wo Dutzende von Köchen und Hilfskräften wirbeln.

Knoten

... ist das, was sich der Kapitän am liebsten in die Zunge machen würde, wenn er wieder Passagieren voreilig und im Plauderton von der gewaltigen heraufziehenden Gewitterfront eines Sturmtiefs erzählt hat und die vorsorglich seekrank wurden. Und es ist die Geschwindigkeitseinheit für Hochseeschiffe. Die sind meist zwischen 18 und 25 Knoten schnell – das entspricht 33 bis 46 Stundenkilometern (1 Kn = 1852m/Stunde).

Liegestühle:

Sie stehen an Deck und dürfen grundsätzlich nicht mit privatem Klimperkram und Stapeln von getragenen Klamotten bei Einbruch der Morgendämmerung vorreserviert werden. Nette Geste der Reedereien: Noch keiner hat eine Extra-Gebühr für die Benutzung eines Decksliegestuhls erfunden.

Das Mitternachtsbuffet

... ist für alle gedacht, die vom siebengängigen Abendessen dreieinhalb Stunden zuvor noch immer nicht satt geworden sind oder allein deshalb schon wieder kräftig zugreifen, weil sie schließlich dafür bezahlt haben.

Die Rettungsübung

... ist Pflicht, dauert keine zwanzig Minuten und findet immer kurz nach dem ersten Auslaufen statt. Dabei wird jedem Passagier eine Rettungsstation zugewiesen, die er im Notfall umgehend aufsuchen muss.

Seetag:

Er gehört zum Schönsten auf einer Kreuzfahrt, weil man endlich mal nicht das schlechte Gewissen haben muss, einen spannenden Landausflug zu verpassen. Statt im Rundfahrtsbus durch irgendwelche Inselhauptstädte zu schaukeln, kann man in Ruhe ausschlafen, das eigene Schiff entdecken, die Sonne im Whirlpool genießen – oder im Bordkino James Bond beim Weltretten zuschauen.

Shuffle Board:

Ein auf die Decksplanken gepinseltes Spiel mit weißen Feldern, auf denen man irgendwelche Pucks hin- und herschiebt und das kaum je einer spielt.

Der Smutje

... war früher die Seemannsbezeichung für den Koch. Heute ist der oberste Koch an Bord eher ein Großküchenmanager – auf vielen Schiffen kocht er ambitioniert und manchmal sogar sterneverdächtig.

Stabilisator:

Für die meisten Passagiere eine wichtige und tolle Erfindung, die entscheidend zum Wohlbefinden beiträgt. Er hält das Schiff auch bei Seegang einigermaßen im Gleichgewicht.

Staff Captain:

Der zweite Mann an Bord, der sich um alles Nautische und um die Managementaufgaben kümmert, wenn der Kapitän wieder mal in Gala-Uniform Hände schütteln und dem Bordfotografen 800 Mal in 40 Minuten in immer gleicher Euphorie entgegengrinsen muss.

Steuerbord

... ist rechts und durch eine grüne Positionslampe kenntlich gemacht.

Titanic:

Ein ziemlich großes Schiff, von dem nach Möglichkeit kein Angestellter einer Kreuzfahrtreederei im Dienst spricht, weil das nicht gut für die Stimmung an Bord ist. Ein australischer Milliardär plant derzeit den originaltreuen Nachbau des Schiffes – das allerdings deutlich mehr Rettungsboote haben soll.

Trinkgeld:

Fast alle erwarten es am Ende einer Reise. Gerade auf US-Schiffen wird Trinkgeld als Gehaltsbestandteil fest kalkuliert. Am letzten Abend werden dafür diskret Umschläge bereit gelegt. Nicht mindestens der Höhe der Trinkgeldempfehlung der Reederei zu folgen, gilt als Affront.

Zahlmeister:

... ist der Mensch an Bord, der das Geld verwaltet, die Extra-Ausgaben an Bord am Ende der Kreditkarte belastet und oft auch die Landausflüge organisiert – wofür er natürlich auch kassiert.

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