Ausgabe 6, April 2013

travel magazine

Editorial


Liebe Leserin, lieber Leser,

Bjorn Troch ist ein cooler Typ. Der junge Belgier reist seit drei Jahren um die Welt – und er nutzt Facebook, Twitter und andere soziale Medien, um seiner Reise einen besonderen Sinn zu geben. „Be social“ heißt sein Projekt. Er lässt sich von seinen Followern auf den verschiedenen Kanälen Aufgaben geben und er berichtet von unterwegs über seine Erlebnisse mit Fotos und Videos. Ja, die Menschen, die ihn im Internet verfolgen, bestimmen seine Reise und sie finanzieren sie auch.
So hat Bjorn von seinen Facebook-Freunden den Auftrag bekommen, mit dem Tandem von Kuala Lumpur nach Hongkong zu radeln. Das sind rund 5000 Kilometer – durch Malaysia, Thailand, Kambodscha, Vietnam und China. Unterwegs haben ihn viele Menschen ein Stück weit auf dem zweiten Sattel des Tandems begleitet. Und er hat über seine Mitfahrer und die Erlebnisse mit ihnen im Internet berichtet.

Wir haben Bjorn getroffen. Er ist ein netter, sympathischer und fast bescheidener Typ. „Ich bin halt so sozial wie möglich“, sagt er im Video-Interview. Er spendet 20 Prozent seiner Einkünfte, die er von seinen Internet-Freunden bekommt, für soziale Zwecke und unterstützt in jedem Land, in dem er unterwegs ist, mindestens ein entsprechendes Projekt.

Ein solcher Round-the-world-Trip wäre vor ein paar Jahren nicht möglich gewesen. Und heute? Ist er der beste Beweis dafür, dass das Internet mehr zur Kommunikation in der Welt beiträgt als jedes andere Medium – wenn man es nur richtig nutzt.

In dieser Ausgabe des Marco Polo travelmagazine stellen wir Ihnen Bjorn und seine Idee vor. Außerdem haben wir beschlossen, ihn für seine weitere Tour zu unterstützen und immer wieder über ihn zu berichten.

Bjorns nächste Aufgabe haben ihm seine Facebook-Freunde schon gegeben: Er soll Gitarre spielen lernen und sich in Vancouver einen alten VW-Bus kaufen. Dann wird er von Kanada nach Panama reisen – und das Spritgeld muss er sich mit Gitarrenspiel verdienen. Freuen Sie sich auf Bjorns Abenteuer – er will noch ein paar Jahre unterwegs sein. Und wir halten Sie auf dem Laufenden.

Aber natürlich haben wir noch viele andere Reportagen und Tipps in dieser Ausgabe. Der Autor Bernd Schiller berichtet über Sri Lanka, die Trauminsel im Indischen Ozean, auf der die letzten Jahre durch Bürgerkrieg und Tsunami zum Alptraum geworden sind. Jetzt ist wieder Friede eingekehrt – und auch die Traumstrände an Sri Lankas Ostküste, die lange Zeit nicht zugänglich waren, sind wieder auf der touristischen Landkarte zurück.

Stefan Nink, unser Chefreporter, war dieses Mal im Südwesten Irlands unterwegs. Er berichtet von der Kunst der Iren, tolle Geschichten zu erzählen. Und kann ganz gut mithalten: „Die Küste sieht aus, als habe sich die Eiszeit vor Arbeitsbeginn ein paar doppelte Whiskey genehmigt und im angetrunkenen Übermut anschließend wahllos Einschnitte, Halbinseln und andere geologische Kabinettstückchen gebastelt“, schreibt er in seiner Reportage.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen, Videos schauen, Surfen und Hören.

Herzlichst Ihr

Joachim Negwer



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