Wege zum Genuss

GentWege zum Genuss

Die Märkte, die Festivals, die Gastronomie: Gent ist berühmt für ein ganz besonderes Lebensgefühl, das sich auch bei Urlaubern sehr schnell einstellt. Bummel durch eine Stadt, die den schönen Dingen des Lebens aus vollem Herzen zugetan ist

Es ist immer ein ganz besonders aufregender Moment für Guy Mortier, auch wenn er ihn schon unzählige Male erlebt hat. Zunächst geleitet der Genter Stadtführer seine Gäste durch einige kleine, eher unscheinbar wirkende Straßen des historischen Zentrums. Biegt um ein paar Ecken, mal rechts, mal links herum.

Bis sie plötzlich und unerwartet
– als hätte ein Theatervorhang nun den Blick auf ein spektakuläres Bühnenbild freigegeben – am Ufer der Leie inmitten der Altstadt stehen. Was für ein Anblick!

Gent wurde auch das "Manhattan des Mittelalters" genannt

Hier wird klar, was Gent eigentlich so ausmacht. In Reih und Glied stehen dort perfekt restaurierte, historische Gebäude, eins schöner als das andere. Und im Hintergrund prunkt die Skyline mit den Türmen, die Gent einst den Namen „Manhattan des Mittelalters“ einbrachte. Außerdem platzt die größte Studentenstadt Belgiens hier schier vor Leben – besonders an den ersten Sonnentagen des jungen Frühlings.

Als zweiten Akt nach dieser perfekten Einstimmung
auf die 250.000-Einwohner-Stadt könnte man sich dann zum Beispiel eine geruhsame Bootstour gönnen, oder eine Fahrt mit der Kutsche, um die Atmosphäre aus anderer Warte zu genießen.

Die Stadt übt den Spagat zwischen Tradition und Moderne
Pralinen und Schokolade gibt es in allen erdenklichen Formen© Foto: Carolin ThierschSüße Leckereien:Pralinen und Schokolade gibt es in allen erdenklichen Formen

Dabei wird schnell klar, dass sich Gent keinesfalls auf seinem großen historischen Erbe ausruht. Mindestens genauso spannend ist das, was sich hinter den traditionellen Fassaden befindet und für eine gehörige Portion Modernität sorgt. Das fängt bei den coolen Restaurants an, die nicht nur im Interieur den Bogen zwischen Alt und Neu spannen. Auch kulinarisch gelingt der Spagat, indem die gute flämische Küche zeitgemäß interpretiert wird.

Überhaupt ist Gent sehr aufgeschlossen gegenüber vielen neuen Ernährungskonzepten und hat sich so den Ruf als Veggie-Hauptstadt der gesamten Region erarbeitet. In den Restaurants ist die Auswahl an vegetarischen Gerichten meist sehr groß, einige Lokale sind gar vollkommen auf vegetarische Kost spezialisiert.

© Foto: Carolin Thiersch
Gentse waterzooi ist eine Art Suppe, die schon im Mittelalter bekannt war. Ganz unten ein schöner bunter Geschenke-Shop© Foto: Carolin ThierschDas gute Leben:Gentse waterzooi ist eine Art Suppe, die schon im Mittelalter bekannt war. Ganz unten ein schöner bunter Geschenke-Shop
Das gute Leben: Gentse waterzooi ist eine Art Suppe, die schon im Mittelalter bekannt war. Ganz unten ein schöner bunter Geschenke-Shop
Einmal pro Woche findet ein "Veggie Day" statt

Jeden Donnerstag ist in Gent außerdem der „Veggie Day“: An Schulen, in öffentlichen Einrichtungen und in vielen Firmenkantinen widmet man sich dann dem gesunden Essen. Trotzdem lohnt es natürlich, während eines Besuchs mal ganz ungeniert der Lust auf ein paar typisch belgische Pommes mit Fleischsoße nachzugeben. Oder sich die aus Himbeergelee gemachten „Gentse Neuzen“ (Genter Nasen) auf der Zunge zergehen zu lassen.

Lohnenswert ist auch ein Spaziergang durch die„Graffitistraatje“ (Graffitistraße). Man könnte sie als Freilichtmuseum mit ständig wechselnden Ausstellungen bezeichnen – hier dürfen die Sprayer nach Lust und Laune stets neue Kunstwerke erschaffen. Auch Guy, der fast täglich durch die Gasse läuft, entdeckt zu seiner Freude immer wieder etwas Neues. Wer noch tiefer in die Genter Graffiti-Szene einsteigen möchte, kann sich der „Concrete Canvas City Tour“ von Gent-Tourismus anschließen.

Überhaupt hat sich die hippe, junge Szene
in Gent ihre Räume geschaffen. Moderne Shop-Konzepte wie Concept- und Pop-up-Stores entstehen an vielen Ecken der Stadt. Als einer der Hotspots der Kreativen gilt beispielsweise das „Heads or Tails“ – eine Mischung aus Bar, Shop und Musikstudio, in dem auch Workshops angeboten werden. Das Studio kann zudem auch für die Produktion eigener Musik angemietet werden. Ähnlich kreativ und angesagt ist der Laden “helen b.“ Hier gibt es Illustrationen, Porzellan, Kleidung, Accessoires, Karten, Poster, Schmuck und Möbel – alles aus der Herstellung von Helen und ihren Freunden. Wer selbst kreativ werden möchte, kann außerdem an einem der Porzellan- und Illustrationsworkshops teilnehmen.

Wenn am Abend die Sonne untergegangen ist und die blaue Stunde die Stadt in dieses ganz besondere Licht hüllt, erstrahlen die wichtigsten Genter Monumente, Gebäude, Parks und Straßen dank eines ausgetüftelten Lichtkonzepts zusätzlich in einem ganz besonderen Glanz. Im „t Dreupelkot“, einer urigen Geneverkneipe mit Tradition, in der rund 215 Geneversorten die Auswahl zur Herausforderung werden lassen, wird dann schon fleißig angestoßen. Auch hier zeigt sich auf kleinstem Raum, was das Lebensgefühl von Gent ausmacht: Alteingesessen trifft auf neu, jung auf alt, hip auf konservativ und traditionell auf modern.

Nach Art des Hauses:

Das Café Mokabon ist ein Genter Traditions-Café mit Rösterei
Das Café Mokabon ist ein Genter Traditions-Café mit Rösterei© Foto: Carolin ThierschNach Art des Hauses:Das Café Mokabon ist ein Genter Traditions-Café mit Rösterei
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