Von der Sonne geküsst

DalmatienVon der Sonne geküsst

Atemberaubende Felsbuchten, schöne Städte mit gewaltigen Festungsmauern und Meerblick zum Tintenfisch-Risotto – eine Tour entlang der Südküste Kroatiens verspricht dem Reisenden jede Menge Genussmomente Text und Fotos: Joachim Negwer

Der malerische Hafen  liegt sehr geschützt auf der Rückseite einer Halbinsel© Foto: Joachim NegwerMakarska:Der malerische Hafen liegt sehr geschützt auf der Rückseite einer Halbinsel

Also, seit wir diesen Schrittzähler haben, macht ja alles noch viel mehr Spaß. Die Stadtmauer von Dubrovnik zum Beispiel: Sie ist etwas mehr als zwei Kilometer lang und führt komplett um die Altstadt. Das ist großartig, denn man geht über dieses schöne Bauwerk und hat immer wieder die tollsten Ausblicke: aufs Meer, auf den Hafen, auf die Gassen und auf die grandiose Dachlandschaft der alten Stadt. Also stehen bleiben, ein Foto von den Dächern machen und noch ein Foto vom Hafen und noch eins von der netten Japanerin, die mit dem Selfie-Stick sich, den Wachturm und das Häusermeer aufnimmt und sofort auf Facebook postet.

Die Altstadt von Dubrovnik ist das unbestrittene Highlight dieser Autotour
unterwegs zwischen Dubrovnik und der schönen Halbinsel Peljesac© Foto: Joachim NegwerDas Meer immer im Blick:unterwegs zwischen Dubrovnik und der schönen Halbinsel Peljesac

Einmal rum in zwei Stunden – und zack: 3452 Schritte mehr auf dem Zähler. Die Altstadt von Dubrovnik ist das unbestrittene und alles überragende Highlight dieser Tour durch das südliche Dalmatien. Sie zählt seit 1979 zum Unesco-Welterbe und ist, wenn wir das mal so anmerken dürfen, sicher eine der schönsten Städte der Welt.

Dubrovnik hatte es nicht leicht in der Vergangenheit, der Ort weckte allerlei Begehrlichkeiten. Doch nur während der Jugoslawien-Kriege Anfang der 90er-Jahre wurde die Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen, am Ende waren viele Häuser der Altstadt zerstört.

Die Fahrt nach Brela ist herrlich, stets direkt an der Küste entlang
© Foto: Joachim Negwer
© Foto: Joachim Negwer
Romantisch: Abendessen direkt am Wasser – nur einer der vielen Vorzüge von Makarska

Unvorstellbar, dass in dieser wunderbaren Gegend vor Kurzem noch ein schrecklicher Krieg herrschte. Heute sieht man kaum noch Spuren davon, allenfalls die vielen neuen Dächer in der Altstadt erinnern daran – und jetzt ist es eine große Freude, auf der Stadtmauer, die zur Landseite hin drei bis sechs Meter breit ist, zu gehen und zu staunen.

Ein Bummel durchs alte Zentrum steht nun auf dem Programm. Bei Sonnenuntergang gibt es mehrere Rituale, die man feiern könnte – einen Sundowner draußen am Hafen nehmen zum Beispiel, in der Vorsaison weht dort ein kühles Lüftchen, ein Gitarrenspieler sorgt für den richtigen Sound. In den schmalen Gassen der Altstadt trifft man immer wieder auf Reisegruppen von den Kreuzfahrtschiffen, die vor Anker liegen. Die Gruppen sind meist durchnummeriert, immer eine Busladung voll trottet brav hinter dem Guide her.

Abends herrscht in Dubrovnik eine ganz besondere Stimmung. Auf den Terrassen vor den Restaurants hat man die freie Auswahl: Es gibt zum Dinner entweder ein Klavierkonzert, oder klassische Gitarre, oder Rock der 70er-Jahre. Oder, und das ist vielleicht der Geheimtipp: Es gibt auch lauschige Ecken und Plätze, auf denen man ganz ohne Musik den gegrillten Fisch genießen kann.

Begonnen hatten wir diese Reise in Split, etwa 230 Kilometer weiter im Norden. Von dort aus nach Dubrovnik fährt man meist auf der Uferstraße direkt über dem Meer mit tollen Ausblicken. Die Makarska-Riviera ist ohnehin einer der schönsten Küsten-Abschnitte in Kroatien. Es gibt hier Felsbuchten und helle Kies-Strände. Brela gilt als schönster Ort der Region.

Ein Vorteil der Nebensaison: Das Meer ist warm genug zum Baden, und es gibt wieder genügend Parkplätze direkt am Strand. Also Fahrrad runter und los. Die Tour nach Brela ist herrlich, direkt an der Uferpromenade, hin zu schönen hellen Stränden mit glasklarem Wasser, das in karibischem Türkis leuchtet. Makarska selbst, der Ort, nach dem dieser Küstenabschnitt benannt ist, ist ein quirliges Städtchen mit schönem Hafen und mit einem großen Park oberhalb der Steilküste, wo man gut ausruhen oder joggen kann.

Das beste an Makarska aber sind die vielen Restaurants, von denen einige Stühle und Tische direkt am Strand oder auf einem Bootssteg aufstellen. Wenn Sie also schon immer mal ein ganz besonders Abendessen nach dem Motto „näher dran wär’ drin“ haben wollen: Makarska ist der richtige Ort dazu. Unser Schrittzähler läuft derweil auf Hochtouren bei dieser Kroatien-Reise. Egal ob an Stadt- oder Strandtagen: Wir haben am Abend immer mehr als 15 000 Schritte auf der Uhr. Fast unbemerkt, denn es gibt einfach so viel zu entdecken.

Drei besondere Tipps für die dalmatinische Küste

Mit der Fähre von Insel zu Insel hüpfen, mediterrane Spezialitäten kosten und die Makarska-Riviera genießen – drei Highlights der kroatischen Südküste.

Die Makarska-Riviera

© Foto: Joachim Negwer

Weiße Sandstrände, versteckte Buchten, massige Felsformationen, Weingärten und Olivenhaine im Hinterland: Die Makarska-Riviera, der etwa 60 Kilometer lange Küstenabschnitt zwischen Brela im Norden und Gradac im Süden, zählt zu den schönsten Regionen an der dalmatinischen Küste. Speziell der Kontrast zwischen den Stränden und den hoch aufragenden Hängen des Biokovo-Massivs macht den besonderen Reiz dieser Gegend aus. Zudem locken natürlich die lebendigen Küstenorte. Dort herrscht eine lässige Urlaubs-Atmosphäre, es gibt Restaurants direkt am Wasser und jede Menge Sportmöglichkeiten. Einige der Orte haben höher gelegene Stadtteile direkt unterhalb der Felswände. Dort kann man heute noch die Zufluchtsstätten besichtigen, an denen die Küstenbewohner über Jahrhunderte Schutz vor Angriffen von Piraten fanden. Während der Fahrt auf der Küstenstraße hat man eigentlich immer eine der drei Inseln Brac, Hvar oder Korcula im Blick. www.makarskainfo.com

Mediterran & Lecker

© Foto: Joachim Negwer

Hauchzarte Scheiben dalmatinischen Schinkens, schwarze Oliven, selbstgebackenes Weißbrot und ausgezeichnete Rotweine von der Halbinsel Peljesac – die dalmatinische Küche bietet viel Genuss. Olivenöl, Knoblauch, Kräuter und Gewürze kommen oft und reichlich zum Einsatz. Viele Gerichte werden gedünstet oder gegrillt. Eine besondere Spezialität der Region sind die zahlreichen Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten.

Besonders empfehlenswert ist Brudet, ein Eintopf aus verschiedenen in Olivenöl, Wein, Zwiebeln und Knoblauch gesottenen Fischsorten. Unverwechselbar in Farbe und Geschmack ist das schwarze Risotto, bei dessen Zubereitung die Tinte von Tintenfischen für das gewisse Extra sorgt. Als Beilage werden Polenta aus Maisgrieß oder mit viel Knoblauch gewürzter Mangold gereicht.

Mit der Fähre von Insel zu Insel

© Foto: Joachim Negwer

Die Rückreise der Autotour Richtung Norden kann sehr gut per Fähre über die Inseln führen. Von Orebic aus geht das Schiff in einer knappen halben Stunde rüber nach Korcula. Ein tolles Eiland, prima zum Wandern, gut zum Fahrradfahren und gesegnet mit einigen wirklich schönen Stränden. Die Hauptstadt, die der Insel den Namen gibt, hat ein schönes, altes Zentrum. Von Vela Luka, auf der Westseite von Korcula gelegen, führt eine weitere schöne Schifffahrt vorbei an anderen Inseln nach Split. Von Split aus gibt es wiederum genug alternative Möglichkeiten, auch schnelle Fähren nach Hvrar und nach Brac, wo der berühmte Beach von Bol wartet, einer der absoluten Traumstrände an der Adria.

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