Verliebt in „B.C.“

British Columbia Verliebt in „B.C.“

Ganz unbescheiden bezeichnet sich British Columbia (meist B.C. abgekürzt) als schönste Provinz Kanadas. Die westlichste Region des Landes ist tatsächlich absolut sehenswert. Neben der quirligen Metropole Vancouver locken hier 1001 Angebote den Aktiv-Urlauber, von Kanufahren über Rafting bis Bergwandern und Wintersport. Zehn bekannte und weniger bekannte Highlights stellt Marco Polo auf der folgenden Seite vor

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Okanagan Valley

Dieses Tal mit seinen schönen Seen, im Süden von B.C. gelegen, hat sich aufgrund eines guten Klimas im Lauf der Zeit zum Obstgarten, Weinanbaugebiet und beliebten Ferienzentrum entwickelt. Das Südende des Okanagan Valley ist extrem regenarm, dort wachsen sogar Kakteen. Besonders im Frühjahr, wenn die Apfel-, Kirsch- und Pfirsichbäume auf den Plantagen blühen, strahlen die Hänge um die Seen in voller Pracht. Im Sommer und Herbst kann man dann an Straßenständen Honig, Marmelade, Cidre und natürlich frisches Obst jeder Art kaufen. Ebenfalls einen Stopp lohnen die über das ganze Tal verstreuten Weinkellereien, die ausgezeichnete Tropfen produzieren. Hauptort am Ostufer des rund 150 Kilometer langen Okanagan Lake ist Kelowna (117.000 Ew.), wo bei milden Temperaturen viele Rentner ihre Tage mit Golf und Tennis verbringen. www.hellobc.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Whistler

Der gepflegte Wintersportort (10.000 Ew.), etwa zwei Fahrstunden nördlich von Vancouver gelegen, war schon Austragungsort für die alpinen Wettbewerbe Olympischer Winterspiele. Kaum zu glauben, dass das inzwischen weltberühmte Städtchen in den schneereichen Coast Mountains erst vor rund 50 Jahren angelegt wurde. Mit den beiden Bergen Whistler und Blackcomb Mountain und fast 40 Liftanlagen besitzt es ein Skigebiet der Superlative. Einige der Lifte sind auch im Sommer in Betrieb, sodass man mühelos zum Wandern oder Biken – oder zum Sommerskifahren auf einem Gletscher – in die Gipfelregionen entschweben kann. Unten im Tal spielt sich das Leben rund um die Fußgängerzone von Whistler Village ab: Läden, Restaurants und Cafés reihen sich dicht an dicht. www.whistler.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Revelstoke

Von Juli bis Anfang September blühen die Bergwiesen am Mount Revelstoke hoch über dem Bahnstädtchen (8500 Einwohner). Über 100 Wildblumenarten wachsen hier rund um den Gipfel, der zudem tolle Ausblicke bietet. Im Ort finden sich Restaurants, Hotels und etliche Campingplätze. Der Zugang zum gleichnamigen Nationalpark ist einfach: Eine Schotterstraße führt auf den 1938 Meter hohen Berg (im Hochsommer Shuttlebus), oben gibt es herrliche Kurzwanderwege. Unten im Tal lohnt sich ein Spaziergang auf dem Giant Cedars Trail, der durch dichten Urwald aus jahrhundertealten Zedern und Douglasien führt. www.seerevelstoke.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Queen Charlotte Islands

„Haida Gwaii“, so der alte Name, ist ein oft sturmumtoster, regenreicher Archipel (6000 Einwohner) vor der Küste von British Columbia. Einst lag hier das Reich der kriegerischen Haida-First-Nations, heute ist der Archipel ein „Galapagos des Nordens“ mit dichten Regenwäldern, Seelöwen, Weißkopfseeadlern und einer unglaublichen Vielfalt an Meerestieren. Die Nordinsel Graham Island ist durch Straßen erschlossen (Fähre von Prince Rupert). Ein großer Teil der fast unbewohnten Südinsel Moresby Island und ihr einzigartiges Ökosystem wurden zum Gwaii Haanas National Park ernannt. Interessant ist das neue Haida Heritage Centre, in dem die Haida heute wieder Totempfähle und Kanus schnitzen. www.pc.gc.ca

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Cariboo Region

Das steppenhafte Hochplateau am Oberlauf des Fraser River im südlichen Teil von B.C. gilt als Wilder Westen Kanadas: Hier gibt es viel hügeliges Ranchland mit großen Rinderherden und Goldgräberorten. Um die Bergleute beim großen Goldrausch von 1860 zu versorgen, wurde die Cariboo Waggon Road gebaut, die erste Straße in dieser Region. Der Hwy. 97 folgt der alten Route von Süden her. Bis heute sind viele der kleinen Ranchorte, die zumeist aus den Postkutschen-Stationen entstanden sind, nach der Entfernung vom ursprünglichen Anfang der Straße in Lillooet benannt: 70 Mile House, 100 Mile House etc. Hauptort und Ausgangspunkt für Touren etwa nach Barkerville, Likely oder Horsefly ist der Ort Williams Lake (rund 11.000 Einwohner), der an jedem 1. Juli ein berühmtes Rodeo ausrichtet. www.cariboord.bc.ca

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Barkerville

Während der Goldrauschtage um 1860 war Barkerville die größte Stadt nördlich von San Francisco. Geblieben ist ein herrlich nostalgisches Museumsdorf mit Westernfassaden, Holzgehsteigen und Schauspielern, die die Menschen aus alten Pionierzeiten mimen. Das Visitor Centre mit Museum ist täglich von 8.30–18 Uhr geöffnet und lohnt unbedingt einen Besuch. www.barkerville.ca

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Yellowhead Region

Der 1970 eröffnete Yellowhead Highway 16 ist neben dem weiter südlich verlaufenden Trans Canada Highway die zweite große Ost-West-Fernstraße im Westen des Landes. Aus den Prärien führt sie über Edmonton und Jasper durch den einsamen Norden zur Pazifikküste. Der Highway folgt den alten Packrouten der Trapper und erschließt (auch durch Nebenstraßen à la Cassiar Highway) den hohen Norden von British Columbia – eine tolle Tour. Benannt ist die Straße nach einem blonden Trapper, sein „gelber Kopf“ ist noch heute auf den Straßenschildern zu sehen. www.yellowheadcounty.ab.ca

© Foto: flickr/Marty Bernard

Fort St. James

Dieser 1806 von Simon Fraser gegründete Pelzhandelsposten im Zentrum der Provinz wurde zu einem hervorragenden Museumsdorf restauriert. Wer die Zeit der Trapper wirklich hautnah erleben möchte, kann im Sommer sogar die Nacht im historischen Offiziershaus verbringen – eine außergewöhnliche und stimmungsvolle Erfahrung. www.pc.gc.ca

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Lytton

Der winzige Ort (400 Einwohner), an der Mündung des Thompson in den Fraser River gelegen, ist ein beliebter Ausgangspunkt für Schlauchboot-Wildwasserfahrten. Südlich der Ortschaft beginnt die beeindruckende Schlucht des Fraser River, in der sich der Strom auf gut 100 Kilometer Länge seinen Weg durch die Coast Mountains bahnt. Bei Hell’s Gate, der engsten Stelle etwa 50 Kilometer südlich von Lytton, führt eine Gondelbahn hinab zum Flussufer, wo man im Sommer Lachse beobachten kann, die sich durch die Strudel stromaufwärts kämpfen. Es werden Schlauchbootfahrten auf dem Thompson und Fraser River angeboten (www.kumsheen.com). Eine gute Adresse zum stilvollen Ausspannen für einige Tage ist die etwas nördlich gelegene Echo Valley Ranch, die auch über ein großes Thai-Spa verfügt. www.evranch.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rolf Hicker

Shuswap Lakes

Die große Seenplatte eine Autostunde östlich von Kamloops ist ein tolles Revier für Wassersportler. Allein der Shuswap Lake besitzt eine mehr als 1000 Killometer lange, einsame und dicht bewaldete Uferlinie. In kleinen Orten wie Salmon Arm oder Sicamous kann man Hausboote mieten und das Labyrinth von Seitenarmen und Buchten in aller Ruhe erkunden – ein wahres Paradies für Naturfreunde. www.twinanchors.com

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