Traumzeit erleben

Aborigines Traumzeit erleben

Reisen im Zeichen der Songlines sind äußerst beliebt – immer mehr Menschen kommen nach Australien, um die große Kultur der Aborigines zu entdecken. Die wird oft in sogenannten Traumzeit-Erzählungen bewahrt, die sich in Felsenmalereien, Corroborees (geheimen Ritualen) und Totems ausdrücken. An vielen Orten in Northern Territory, Queensland und anderswo können Reisende teilhaben – Beispiele nennt die folgende Seite

© Foto: Thomas Zwicker

Die The Rocks Dreaming Aboriginal Heritage Tour

in Sydney führt durch das alte Herz der Stadt am Hafen, gibt Einblicke in die wechselhafte Geschichte der Aborigines vor Ort und deren Bedeutung bis in die heutige Zeit. Die eineinhalbstündige Tour wird täglich durchgeführt, Chefin der von Aborigines betriebenen Agentur Dreamtime Southern X ist Margret Campbell, die in ihrer Gemeinde ein sehr hohes Ansehen genießt. www.dreamtimesouthernx.com.au

Die Burrup-Halbinsel

an der Nordwestküste Australiens ist ein einzigartiger spiritueller Ort mit den größten und ältesten Felsskulpturen der Welt: Der Dampier Rock Art Bezirk verfügt über eine der weltgrößten und einflussreichsten Sammlungen an Petroglyphen, in Stein gearbeitete bildliche Darstellungen. Ihr Entstehungszeitraum wird auf die letzte Eiszeit geschätzt. Die Ansammlung könnte die größte der Welt sein und sogar einflussreicher als das berühmte Stonehenge. parks.dpaw.wa.gov.au, www.burrup.org.au

Im Mungo Nationalpark in New South Wales

findet sich eine der wichtigsten anthropologischen Sammlungen der Welt. Die Skelette von Mungo Mann und Mungo Frau sind 40.000 Jahre alt und gelten als die ältesten menschlichen Überreste, die je in Australien gefunden wurden. In einer von Aborigines geführten Tour erfahren Teilnehmer alles über die Bedeutung der einzelnen Stätten. www.visitmungo.com.au

Auf den Inseln Basthorst Island und Melville Island im Northern Territory

lohnt sich besonders ein Besuch bei den Tiwi-Aborigines. Hier zeigen die Einheimischen beeindruckende Handwerksarbeiten und Kunstwerke. www.australien-info.de, www.australia.com

Im Daintree-Regenwald

kann man mit einem Aborigine-Guide wandern und dort in einem Dot-Painting-Workshop das Erlebte festhalten. In dem Spa der Daintree Eco Lodge werden zur Entspannung Massagen am Wasserfall nach Aborigine-Tradition angeboten. www.daintreerainforest.net.au, www.australia.com

Im Blue Mountains Nationalpark

erkunden Besucher bei einem Rundgang antike Artefakte und zeremonielle Stätten. Außerdem erfahren sie Wissenswertes über die traditionellen Körperbemalungen mit Farben aus ockerfarbener Baumrinde. www.australia.com, www.nationalparks.nsw.gov.au

In der Kimberley-Region

in Western Australia finden sich viele bekannte Felskunst-Galerien, darunter auch die Wandjina Malereien, die von Traumzeitwesen stammen sollen. Diese bereisten das Land, verschwanden in den Felswänden und hinterließen dabei ihre Bilder. Charakteristisch für die Bilder sind die menschenförmigen Schatten, die teilweise bis zu sieben Meter hoch sind. Die mysteriösen „Bradshaw“-Zeichnungen versetzen Kunstkenner ins Staunen, man vergleicht sie mit Figuren aus ägyptischen Tempeln. www.australia.com, www.kimberleyaustralia.com

Auf der Dampier-Halbinsel

in der Nähe von Broome lernen Besucher die Gegend bei Aborigine-Touren mit Informationen aus erster Hand kennen. Bei einer Aborigine-Kulturtour oder einem Aborigine-Tourismuscamp wie dem Kooljaman am Cape Leveque in West-Kimberley nördlich von Broome erfahren Teilnehmer mehr über die ersten Menschen vor Ort. www.australien-information.com, www.australiasnorthwest.com

Im Purnululu-Nationalpark

verzaubert die Pracht der Bungle Bungle-Bergkette Besucher. Der Park ist Teil des Weltnaturerbes. In dieser abgelegenen Wildnis kann man unter den Sternen schlafen, einen Rundflug machen, mit Allradfahrzeugen durch die zerklüftete Landschaft fahren und durch Jahrmillionen alte Schluchten wandern. www.australia.com, www.environment.gov.au

In der Region Olary in South Australia

kann das älteste Zeugnis der Aborigine-Kunst, ein in Stein gemeißeltes Tier, besichtigt werden. Es ist 43.000 Jahre alt. www.about-australia.com

Highlights in den Städten:

In Melbourne lockt ein Heritage Walk durch den Royal Botanical Garden, bei dem ein Aborigine-Guide die Bedeutung des Landes für seine Kultur erklärt. Interessant sind außerdem das Bunjilaka Aboriginal Center am Melbourne Museum und das Kulturzentrum Koorie Heritage Trust. Faszinierendes über das Leben der Aborigines in Sydney lernen Besucher bei der The Rocks Dreaming Aboriginal Heritage Tour (siehe ganz oben) oder auf einer Hafentour mit der Tribal Warrior. Wer mehr über die Kunst der Aborigines erfahren will, sollte der Yiribana Gallery, der Kunstgalerie von New South Wales, einen Besuch abstatten. Werke berühmter Aborigine-Künstler bietet die Gavala Aboriginal Art Gallery in Sydneys Darling Harbour zum Kauf an. Das Bangarra-Tanztheater, Australiens innovativste Dance Company in Sydney, ist ein Muss für Tanz- und Kulturfans. Tandanya in Adelaide ist ein nationales Kunstinstitut, das sich im Besitz von Aborigines befindet. Darwin und Alice Springs verfügen über zahlreiche Galerien, die Kunstwerke von Aborigines ausstellen: Unter anderem lohnt ein Besuch des Museum and Art Gallery of the Northern Territory (MAGNT).

© Foto: Tourism Australia/Valarc Films/Richard Gray

Festivals:

Jedes Jahr im August findet im Northern Territory das Garma Festival statt. Das Ethno-Spektakel in Gulkula im Nordosten des Arnhem Lands gilt als Wiege der Kultur der Aborigines. The Dreaming Festival geht jedes Jahr in Woodford in Queensland über die Bühne. Über mehrere Tage dreht sich alles um die Tänze, Kunst und das Handwerk der Aborigines. Beim Desert Mob Festival in Alice Springs, das jährlich im August oder September steigt, verkaufen Aborigines handgefertigte Stücke. Der einzigartigen Lebensstil und die Kultur von Ost-Kimberley erschließt sich am besten bei einem Besuch des Argyle Diamonds Ord Valley Muster, einem zweiwöchigen Festival zur Feier Kimberleys, das alljährlich im Mai in Kununurra stattfindet.

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