Top-Ten-Highlights Namibia

NamibiaTop-Ten-Highlights Namibia

Das Land im Südwesten Afrikas ist von bestechender Schönheit: hohe Berge, endlose Dünen, einsame Sandstrände, weite Savannen, alles ist da, was Outdoor-Fans glücklich macht. Die Zeitumstellung hält sich in Grenzen, und besonders im Frühjahr und He

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Bwabwata National Park

In Namibias wildestem Nationalpark haben die Zeltcamps keine Zäune und die Routen der Elefanten keine Grenzen. Abenteuer wie in einer verloren geglaubten Welt! Dieser dünne, 180?Kilometer lange und größtenteils bewaldete Streifen zwischen den Flüssen Okavango und Kwando verkörpert die Hoffnung der gesamten Region, die noch vor wenigen Jahren von Gefechten erschüttert wurde. Wo früher Militärbasen standen, streifen heute Löwenrudel und große Elefantenherden durch das Gehölz. Der ursprünglichste Nationalpark Namibias ist Teil des riesigen Friedensparks KaZa, der sich von Botsuana über Simbabwe, Sambia und Namibia bis nach Angola erstreckt. Der Friedenspark soll das einzigartige Ökosystem rund um den Caprivizipfel länderübergreifend schützen und den Tourismus in dieser vielfach noch immer unberührten Wildnis ankurbeln. Die Tiere orientieren sich ohnehin nur an ihren natürlichen Migrationsrouten. Am besten lassen sie sich am Westufer des Kwandos beobachten: Elefanten bekommen Sie hier fast mit Sicherheit zu sehen; die Chance, Löwen zu sichten, ist hoch, und selbst Leoparden sind nicht selten. Den Erlaubnisschein für den Bwabwata National Park gibt es von Sonnenaufgang bis -untergang am Zeltcamp Bum Hill. Hier zelten Sie mangels Zäunen besser auf den vier?Meter hohen Holzplattformen, während im Busch die Elefanten unter lautem Knacken Bäume umstoßen und auf den Wiesen am Fluss die Nilpferde grasen. Das Camp ist einfach eingerichtet, aber auch einfach atemberaubend. Achtung bei Safaris auf eigene Faust: Die tiefen Sandpisten sind nur mit Allradfahrzeugen zu bewältigen. Luxuriöse Alternative zum Camp ist die Susuwe Island Lodge, die auch geführte Safaris anbietet.

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Etosha National Park

In einer meterhohen Staubwolke tobt eine Herde Gnus durch die trockene Etoshapfanne. Ein paar Springböcke stieben mit ihren typischen Hüpfern davon, nur knapp 500?Meter weiter liegt ein Rudel Löwen im hohen Gras, das gigantischen Zebraherden als Weide dient. In der anschließenden Dornstrauchsavanne ragen Dutzende Giraffenhälse in den Himmel – das ist Wildnis wie aus dem Bilderbuch. Der Nationalpark, der bereits 1907 gegründet wurde, ist Namibias berühmtester und mit 22.912?Quadratkilometern einer der größten in Afrika. Wer kann, genießt die Ruhe in der Nebensaison. Von Juli bis November geht es in Etosha relativ geschäftig zu. Dann weichen Sie in den Nordosten nahe dem King-Nehale-Tor aus. Dort sind auch die Chancen am größten, Elefanten zu sichten. Unterwegs sind Sie am besten mit dem eigenen Mietwagen, Park-Karten können Sie an den Rezeptionen in den Camps kaufen. www.etoshanationalpark.org

© Foto: Clemens Emmler/DUMONT Bildarchiv

Epupa Falls

Auf insgesamt 700?Meter Breite stürzt der Kunene inmitten ansonsten karger Strauchlandschaft rauschend und schäumend 35?Meter in die Tiefe. Nördlich des Flusses liegt Angola, südlich das namibische Kaokoveld. Am Abgrund der Fälle klammern sich Affenbrotbäume an die Felsen, die kleinen Inseln und Ufer des Stroms sind gesäumt von Makalanipalmen, aus deren Samen die Einheimischen Souvenirs schnitzen. Im Mai, nach der Regenzeit, ist das Schauspiel der Wasserfälle am eindrucksvollsten, der Anblick zum Sonnenuntergang majestätisch. www.epupafalls.com

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Sossusvlei

Die Schönheit des bis zu 300?m hohen Dünensystems am Sossusvlei ist einmalig. Den Namen hat der Vlei, der eigentlich Teil eines unterirdisch verlaufenden Flusses ist, aus der Sprache der Nama. Wegen seines scheinbar ziellosen Verlaufs in der Wüste nennen sie ihn den „blinden Fluss“. Der „Blinde“ schafft allerdings vorzügliche optische Reize: Besonders wenn in regenreichen Jahren Wasser im Vlei steht, bieten sich Postkartenmotive. Ihre rote Farbe haben die Dünen am Vlei übrigens von einer rostigen Eisenhülle um die Sandkörner – im Gegensatz zu den Dünen am Atlantik, wo sich diese Schicht durch die Wellen abgerieben hat. Um den Sonnenaufgang oder -untergang vor dieser Kulisse zu genießen, müssen Sie im Park übernachten, weil das Haupteingangstor 60?Kilometer östlich erst exakt mit Sonnenaufgang öffnet und bereits mit Einbruch der Dunkelheit schließt. Der Sossusvlei gehört zwar zum Namib-Naukluft National Park, Sie erreichen ihn aber nur über eine Stichstraße von außerhalb des Geländes und müssen separat Eintritt zahlen. Die letzten 5?Kilometer zum Vlei sind nur mit einem Allradfahrzeug passierbar, es steht jedoch ein kostenpflichtiger Shuttleservice bereit. sossusvlei.com

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Namib Rand Nature Reserve

Mitten im Grasland, 70?Kilometer südöstlich des Sossusvlei, liegen mysteriöse vegetationslose Feenkreise, die Wissenschaftlern noch immer Rätsel aufgeben. Strauße tanzen seltsame Pirouetten, um von ihren Jungen abzulenken, während Oryx-Antilopen gelassen ihres Wegs trotten und Erdwölfe schüchtern, aber neugierig durch das Gras linsen. Vor dem Hintergrund der stahlblauen Berge der Umgebung erscheint das riesige Privat-Reservat wie ein Kunstwerk, eine stille Galerie der Natur. So ruhig ist es, dass die Geräusche eines Kugelschreibers störend laut wirken. Hier geht es nicht um möglichst viel Großwild, sondern um ein einzigartiges Ökosystem. Hohe Preise schließen Massentourismus aus, Tagesgäste sind gar nicht zugelassen. Die Wolwedans Lodges (vier weit verstreute Luxuscamps mit insgesamt 40 Zimmern, www.wolwedans.com) im Park werden mit Rücksicht auf die Umwelt betrieben. Der Strom kommt aus Fotovoltaikanlagen. Die Gebäude haben Wände aus Zeltplanen, die Sie für einen traumhaften Panoramablick hochrollen können. www.namibrand.com

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Spitzkoppe

Uralte Felsenkunst und steinerne Torbögen schmücken das Matterhorn Afrikas – 152?Kilometer nordöstlich von Swakopmund erhebt sich der markante Berg knapp 700?Meter aus der Ebene der Namib und 1728?Meter über den Meeresspiegel. Wenn Sie bis auf den Gipfel kraxeln wollen, brauchen Sie einen Tag Zeit, keine Kletterausrüstung, aber Fitness und einen lokalen Guide. Einen Führer benötigen Sie wegen der Zerstörungswut vorheriger Besucher inzwischen auch für die Felsmalereien am Massiv. Die Granitklippen, die durch ihren hohen Eisenanteil rötlich-orange gefärbt sind, wirken übrigens selbst wie gemalt. Zwischen den bizarren Felsformationen aus Bögen, Kugeln und Überhängen, die vor allem zur Abenddämmerung traumhafte Fotomotive liefern, finden sich 13 weit verstreute Zeltplätze und vier Bungalows. Für die spärlichen Sanitäranlagen brauchen Sie zwar einige Toleranz, die atemberaubende Kulisse entschädigt jedoch dafür. www.spitzkoppe.com

© Foto: Clemens Emmler/DUMONT Bildarchiv

Waterberg

Namibias Tafelberg ist atemberaubendes Naturwunder und historischer Ort zugleich – wie ein Tisch erhebt sich das Waterbergplateau mehr als 200?Meter hoch über die flache Savanne der Kalahari 100?Kilometer östlich von Otjiwarongo. An seinem Fuß sprudeln Quellen und sorgen für grüne Hänge. Hochebene und Umland sind als Nationalpark geschützt. Die Verwaltung bietet Safaritouren an, Fahrten im eigenen Wagen sind nicht gestattet. Tagesgäste können jedoch den steilen Weg durch den Urwald zum Plateau hinaufkraxeln, während in den Bäumen Paviane wilde Feigen fressen. Die ursprüngliche Natur und der weite Ausblick von oben rechtfertigen die anstrengende, aber nicht sehr schwierige Wanderung von rund anderthalb Stunden allemal. Wer Zeit hat, tiefer in den Park einzudringen, sollte eine viertägige, geführte Wanderung über das Plateau buchen. Hier gibt es in der Einsamkeit der Natur beste Möglichkeiten, Breitmaulnashörner und seltene Kapgeier zu beobachten. Für die Übernachtung stehen rustikale Hütten fernab jeglicher Zivilisation zur Verfügung. www.waterberg-wilderness.com

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Fish River Canyon

550?Meter tief schneidet sich der Fish River in die ansonsten flache Steppe Südnamibias ein. Mit etwa 160?Kilometer Länge und 27?Kilometer Breite ist der Canyon der größte Afrikas und gilt vielen nach dem Grand Canyon in den USA als zweitgrößte Schlucht der Welt. Entstanden ist er jedoch nicht durch den Flusslauf, sondern durch das Auseinanderdriften der Kongo- und der Kalahariplatte. So bildete sich vor 350?Mio. Jahren ein erster Graben. Erst später vertieften Gletscher und Erosion das Flusstal – ein Prozess, der bis heute anhält, auch wenn der Fluss außerhalb der Regenzeit nur noch eine Kette lehmiger Tümpel darstellt. An den oft senkrechten Wänden der Schlucht liegt die geologische Geschichte offen wie ein Buch vor dem Betrachter. Den besten Ausblick haben Sie hier von einer Besucherplattform oberhalb der sogenannten Höllenkurve. Sie liegt rund fünf?Kilometer hinter dem Haupteingang des Parks bei Hobas, zu erreichen über die C37. In die Schlucht hinabsteigen dürfen Tagesgäste aber nicht. Doch auch von den Aussichtspunkten bieten die steilen, zerklüfteten Hänge, vom Sonnenlicht unterteilt in gleißend helle Flächen und tiefschwarze, schattige Spalten, einen einmaligen Anblick. Der Teufel selbst hätte nicht authentischer tapezieren können. Alle Aussichtspunkte erreichen Sie mit dem Auto. www.peaceparks.org

© Foto: Clemens Emmler/DUMONT Bildarchiv

Kolmanskop

Vor langer Zeit für den Abbau von Diamanten gebaut, trotzt die Geisterstadt noch immer dem Sand: Riesige Wanderdünen schieben sich langsam in die Häuser von Kolmanskop, von denen einige erstaunlich gut erhalten sind. Die Geisterstadt (zehn Kilometer östlich der Hafenstaddt Lüderitz) liegt noch immer im Diamantensperrgebiet, darf aber mit Auflagen besucht werden: Wer sich bückt, ist verdächtig, aufheben dürfen Sie nichts. Auf einem geführten Rundgang zwischen Kegelbahn und alter Eisfabrik wird die Geschichte des zu Beginn des Diamantenbooms 1908 gegründeten Orts wieder lebendig. www.kolmanskop.de

© Foto: Tom Schulze/DUMONT Bildarchiv

Dünenski

Adrenalin schießt in den Kopf, Sand in die Kleidung – die Abfahrt von den Dünen ist ein Riesenspaß. Hin und wieder schneit es sogar in Namibia, doch zum Skifahren reicht die weiße Pracht nicht. Der gebürtige Thüringer Henrik May von Ski Namibia ist daher einfach auf Sand umgestiegen. Seit 2010 hält er den Guinnessbuch-Rekord für die schnellste Skiabfahrt auf Sand. Auf den Kämmen der Dünen läuft man, ohne dabei tief einzusinken. Dafür wird die schweißtreibende Arbeit durch rasante Abfahrten belohnt. Auch Anfänger brauchen hier keine Angst zu haben, denn jeder Sturz endet im weichen Sand. Auch Sandboarding kann man in Namibia machen. www.ski-namibia.com

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