Südtirol Gipfel-Genuss

SüdtirolSüdtirol Gipfel-Genuss

Hier kommt so einiges zusammen. Die Berge: ein Traum. Das Essen: ein Genuss. Und auch den Rest sollten Sie erleben – eine entspannte Reise nach Alta Badia im schönen Su?dirol Text: Michael Adler, Fotos: Joachim Negwer

Hallo, ich bin Markus Valentini:Der Wirt der Bioch-Hütte in Alta Badia erzählt im Video von der Schönheit seiner Heimat

Hier oben ist die Welt in Ordnung und ganz großartig: Die schönsten Berge der Alpen liegen vor uns. Der mit dem Schnee, das ist die Marmolada, mit 3342 Metern die erhabene Königin der Dolomiten und gleichzeitig ihr höchster Gipfel.

Daneben die beru?hmte Sellagruppe, aus der sich markant der Piz Boè erhebt und ganz nah der Sassongher – auf der anderen Seite „Sieben Spitzen“, Lagazuoi und Heiligkreuz-Kofel, weiter hinten Civetta, Monte Pelmo und die Tofane. Wow, das ist wahrlich ein Weltklasse-Ausblick.

Die Marmolada ist mit 3342 Meter Höhe die Königin der Dolomiten

Einen Logenplatz haben wir uns eingerichtet, nur ein paar Meter vom Rifugio Bioch entfernt. In der Hu?tte gibt es beste Su?dtiroler Ku?che und, wenn man will, auch einen Picknickkorb, der vom Sternekoch Norbert Niederkofler aus St. Kassian zusammengestellt wurde. Den sollte man sich gönnen, dazu eine schöne, kalte Flasche Su?dtiroler Weißburgunder – das ist der wu?rdige Rahmen fu?r diese Kulisse.

Man könnte stundenlang hier sitzen und nur schauen. Der Weg zu diesem Aussichtspunkt ist ganz einfach: Von St. Kassian aus fährt die Seilbahn in drei Minuten zum Piz Sorega auf gut 2000 Meter Höhe. Oben breiten sich eine weite Hochebene und ein wunderschönes Wandergebiet aus. Eine halbe Stunde, und schon zeigen sich die gelben Sonnenschirme der Bioch- Hu?tte.

Hier gibt es genug Wander-Routen für viele Wochen
Der Blick nahe der Bioch-Hütte haut den stärksten Biker vom Rad© Foto: Joachim NegwerBerg-Panorama:Der Blick nahe der Bioch-Hütte haut den stärksten Biker vom Rad

Die Auswahl an Wanderwegen ist schlicht u?berwältigend – vom einfachen Spaziergang bis zur tollen Klettertour. Wo fangen wir an? Zum Beispiel mit einer Tour auf der Route 23, die zur Pralongià-Hu?tte fu?hrt. Hier gibt es genu?gend Wandermöglichkeiten fu?r mehrere Urlaubswochen.

Manchmal wird man andächtig in diesen Bergen. Schmale Felspassagen wechseln sich ab mit weiten Wegen, Pfade fu?hren durch verwunschene Wäldchen oder u?ber gru?ne Weiden. Sechs Stunden gehen wir am nächsten Tag, die Route fu?hrt an den Cinque Torri vorbei zum Falzarego- Pass. Von dort wollen wir auf den Lagazuoi – einen der markantesten Felsen, an dem der Film „Cliffhanger“ gedreht wurde. Es ist kaum vorstellbar, dass sich hier, in dieser friedlichen Bergwelt, vor ziemlich genau 100 Jahren Italiener und Österreicher aufs Blut bekämpft haben. Der Lagazuoi, dieser gewaltige Klotz aus Dolomit, war einer der am heftigsten umkämpften Frontabschnitte. Tausende von Soldaten starben auf beiden Seiten.

© Foto: Joachim Negwer
Wie wär's mit einer © Foto: Joachim NegwerPause am LagazuoiWie wär's mit einer "Kaspressknödel-Suppe" nach der Wanderung?
Pause am Lagazuoi Wie wär's mit einer "Kaspressknödel-Suppe" nach der Wanderung?
In Alta Badia kann man vielerlei Arten von Sport machen

Heute noch sind die Stollen und Gänge im Berg erhalten, insgesamt mehr als 1100 Meter lang. Sie wurden in den letzten Jahren zum Museum ausgebaut, das den Wahnsinn des Kriegs greifbar macht.

Das Rifugio Lagazuoi liegt ganz oben auf dem Lagazuoi Piccolo, der so klein gar nicht ist: 2762 Meter u?ber Normalnull. Die Hu?tte ist modern und fast luxuriös. Hier gibt es 70 Betten fu?r Wanderer in Familienzimmern oder im Matratzenlager, außerdem Duschen und Waschräume. Und: Sie ist auch gleich ein modernes Restaurant mit feiner Regionalku?che, in dem die Kellnerin die Bestellungen per Funk direkt in die Ku?che schickt. Was nehmen wir nur? Casunziei mit Spinat oder mit roten Ru?ben? Tris di Gnocchi oder Panzerotti mit Nu?ssen? Schön, wenn man solche Entscheidungen treffen darf.

Alta Badia ist der ladinische Name
fu?r das Hochabteital. Es liegt grob zwischen Bruneck und Cortina d’Ampezzo. Die Ortsschilder sind dreisprachig. Skifahrer wissen, dass hier die schönsten Skigebiete der Welt liegen, nirgendwo sonst in den Italienischen Alpen findet man eine solche Dichte von Spitzenrestaurants wie in Alta Badia. Aber auch im Herbst und im Sommer ist viel los in Corvara, St. Kassian, La Villa und in Badia.

Biken, Wandern, Klettern, Gleitschirmfliegen –
und immer mit Aussicht. Auf den Campingplätzen der Region geht es meist am fru?hen Morgen schon rund, wenn die Wanderer ihre Stiefel packen und die Biker ihre Räder satteln. Das Publikum ist sportlich und versteht es auch zu genießen – auch in den einfachen Restaurants und auf den Berghu?tten bekommt man Kaspressknödel, Schlutzkrapfen und Kaiserschmarren in bester Qualität.

Wie war das noch mal an unserem ersten Tag? Markus Valentini ist der Hu?ttenwirt im Rifugio Bioch. Als er den Picknickkorb vorbereitet hat, haben wir uns eine Weile mit ihm unterhalten. „Ich geh’ jeden Morgen hier raus“, sagte er, „und schau mir die Berge an – und meistens mach ich ein Bild mit dem Handy und poste es gleich bei Facebook.“ Es ist aber auch so schön hier. Ich bin inzwischen mit Markus auf Facebook befreundet und schaue jeden Morgen nach.

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am Gipfelkreuz des Lagazuoi
am Gipfelkreuz  des Lagazuoi© Foto: Joachim NegwerGanz hoch oben:am Gipfelkreuz des Lagazuoi
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