Stadt zum Verlieben

SydneyStadt zum Verlieben

Haben Sie gleich am ersten Tag die berühmte Oper besichtigt und eine Tour über die Harbour Bridge gemacht? Keine Angst, Sydney wird Sie auch weiterhin mit Highlights verwöhnen. Diese Stadt bietet ihren Besuchern 1001 Genüsse, von kultigen Bars über jede Art von Kultur bis zum coolen Beachlife – Streifzug durch eine spannende Metropole mit vielen Tipps und Infos von Marco Polo

Sydney im Video:Impressionen aus einer wunderschönen Stadt

Das weiße Muscheldach der Oper gleißt in der strahlenden Sonne vor den Palmen des botanischen Gartens. Segelboote und Fähren durchschneiden das blaue Wasser des Hafens mit dem stählernen Bogen der Harbour Bridge. Hier schlägt das Herz der Viereinhalb-Millionen-Metropole Sydney, dieser pulsierenden, multikulturellen City, Hauptstadt von New South Wales (ältester Staat des Kontinents) und wohl für die meisten Besucher erster Anlaufpunkt bei einer Australien-Reise. Wobei es wohl kaum jemanden gibt, der dem Zauber dieser prickelnden Weltmetropole nicht ein für allemal erliegt.

Die meisten Australien-Besucher landen zunächst in Sydney – und haben hier eine großartige Zeit

Sydney ist eine riesige Flächenstadt: Sie zieht sich über 100?Kilometer an der Küste entlang und breitet sich fast 70?Kilometer in Richtung Inland aus. Was kaum jemand weiß: Australien ist ein Kontinent mit einer der höchsten Urbanisierungsraten der Welt – die meisten der über 23?Millionen „Aussies“ leben in Städten, allen voran Sydney (dicht gefolgt von Melbourne).

Dazu gehört das Bürovolk, das morgens mit wehender Krawatte durch die Straßenschluchten stiebt und sich abends schnell auf ein kühles Bierchen im Pub trifft, ebenso dazu wie die Heerscharen der Youngster, die sich am Wochenende ins reiche Nachtleben stürzen. Oder die Kulturbeflissenen, die keine Theatervorstellung auslassen, und die Segler und Surfer, die die dottergelben Stadtstrände wie Bondi oder Manly bevölkern.

Höflichkeit im Alltag wird stets ganz groß geschrieben
Im Video-Interview:The Bucket List ist das coolste Restaurant an Sydneys schönem Bondi Beach – Chef und Starkoch Tom Walton erzählt von sich und der Location

Dabei sind britische Höflichkeit und Diplomatie in dieser Stadt an der Tagesordnung. Sorry, so entschuldigen sich viele Menschen in Sydney im täglichen Umgang eher einmal zuviel als einmal zu wenig – zum Beispiel schon, wenn sie aus Versehen mal vor das Objektiv der Videokamera eines Urlaubers geraten, sich am Tisch räuspern oder in einer Warteschlange laut niesen müssen.

Auf Arroganz und Anmaßung dagegen reagiert man hier sehr empfindlich. Tall poppy syndrome nennen sie es, wenn Prominente zu viel Wirbel um die eigene Person machen, sei es durch eine aufgeregte Schar von Leibwächtern, sei es etwa in der Politik durch zu große Distanz zum Volk. Abgehobene Großkopferte, also tall poppies, muss man nach Meinung der Bürger einfach wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen.

© Foto: Thomas Zwicker
Gemütlich speisen oder zur coolen Bootstour starten, das geht beides am Circular Quay© Foto: Thomas ZwickerKontrast-Programm:Gemütlich speisen oder zur coolen Bootstour starten, das geht beides am Circular Quay
Kontrast-Programm: Gemütlich speisen oder zur coolen Bootstour starten, das geht beides am Circular Quay
Im Quartier The Rocks begann die Geschichte der Siedler aus Übersee

Dabei hätte man in Sydney allen Grund, ein wenig abgehoben zu sein. Schon wegen des weltbekannten Operngebäudes. Das schimmernde Muscheldach der Sydney Opera direkt am Hafen ist das Wahrzeichen der Stadt. Mit dem revolutionären Design hatte der dänische Architekt Jörn Utzon einen Designpreis gewonnen – und den Auftrag, die Oper zu bauen. Nach sieben Jahren Ärger mit Bürokraten, denen das Projekt zu teuer wurde, gab Utzon auf. Sein Werk wurde erst nach 14 Jahren Bauzeit anno 1973 von australischen Kollegen vollendet, mithilfe einer Lotterie, die das notwendige Geld einbrachte. Die Anlage beherbergt heute die große Opernbühne, Konzertsaal, Theater und mehr – und wurde 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Unweit des Opernhauses
liegt die breite Hafenpromenade Circular Quay, ein Verkehrsknoten- und Brennpunkt der Stadt. Hier legen die meisten Fähren an – mit schneller Verbindung zur Bahn und zum zentralen Busbahnhof. Ein einmaliges Erlebnis, das ganz neue Ausblicke auf das Stadtpanorama beschert, ist eine Hafenrundfahrt oder eine Fahrt mit dem Linienboot etwa zum Beach-Vorort Manly.

Der Stadtteil The Rocks am westlichen Ende des Circular Quay ist das älteste Quartier von Sydney. 1788 errichteten Sträflinge auf dem felsigen Untergrund die ersten richtigen Bauten der Stadt. Die Sandsteingebäude, die heute den Kai und die engen Pflastersteinstraßen säumen, stammen von Anfang oder Mitte des 19. Jahrhunderts. In den 1970er-Jahren sollten die historischen Gebäude Wolkenkratzern weichen, die Gewerkschaft der Bauarbeiter weigerte sich jedoch, die Häuser abzureißen. Damals schickte der Staat die Polizei – heute stehen die Rocks unter Denkmalschutz. Die unmittelbare Nähe zum Circular Quay und die vielen Kneipen und Restaurants haben daraus auch ein touristisches Viertel gemacht, besonders beliebt ist am Wochenende der Freiluftmarkt.

In The Rocks befindet sich auch das südliche Ende der 1932 eröffneten Sydney Harbour Bridge, die wie die Oper zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Seit 1998 kann man dem mutigen Bauwerk sozusagen aufs Dach steigen. Über Stahlleitern, stählerne Brücken und Treppen klettert man bis zum höchsten Punkt des Brückenbogens (134 Meter), die Tour von dreieinhalb Stunden gilt mittlerweile als eine der Hauptattraktionen in Sydney und ist oft Tage im Voraus ausgebucht, Kameras dürfen nicht mitgenommen werden. Die Brücke lässt sich aber auch ganz zivil auf dem Fußgängerweg (und natürlich per Auto, mautpflichtig) überqueren, wobei es tolle Aussichtspunkte gibt.

Darling Harbour heißt
der nahegelegene einstige Industriehafen, er ist heute ein attraktives Vergnügungszentrum für die ganze Familie. Regelmäßig an Wochenenden finden hier auf mehreren Freilichtbühnen Aufführungen statt. Direkt oberhalb des Darling Harbour liegt Chinatown als Zentrum der chinesischen Community mit Restaurants und günstigen Imbissen, Shopping-Arkaden und Obst- und Gemüseläden. Man betritt die Fußgängerzone der Dixon Street durch die traditionellen roten Tore und ist schon inmitten tausender Düfte der asiatischen Küche. Noch mehr und auch besonders gute Restaurants aller Ethnien finden sich vor allem rund um Circular Quay und in Darling Harbour.

Sydney ist besonders bekannt für ein prickelndes Nightlife. Die urigsten Bierschwemmen gibt es in The Rocks, Zentren des Disco-Nachtlebens liegen etwa in der Oxford Street und den angrenzenden Vierteln Paddington und Kings Cross. Außerdem kann man natürlich nach Herzenslust shoppen. Die prachtvollen Sandsteinbauten der Strand Arcade in der Pitt Street und des Queen Victoria Building in der George Street beherbergen schicke Boutiquen, Designergeschäfte und Teesalons. Schrille Mode gibt es besonders an der King Street in Newtown und auf der Glebe Point Road im Studentenviertel Glebe. Einige australische Topdesigner haben Boutiquen an der Oxford Street in Paddington – dort findet jeweils samstags rund um die St. John’s Church auch der populärste Markt der Stadt statt. Authentische Aboriginekunst verkaufen zum Beispiel Hogarth Galleries Aboriginal Art (7 Walker Lane, Paddington) und The Aboriginal & Tribal Art Centre (117 George Street).

Wer einmal ins kulturelle Leben Sydneys ein wenig abseits des Mainstream eintauchen will, kann eine Tour bei den Culture Scouts buchen. Die führt zu kleinen Galerien, Shops, alternativen Bars und Bistros – einen Vorgeschmack darauf bietet unser Video auf der folgenden Seite.

Wahrzeichen:

Die Oper ist ein Highlight bei Tag und bei Nacht
Die Oper ist ein Highlight bei Tag und bei Nacht© Foto: Tourism Australia/ Greg SnellWahrzeichen:Die Oper ist ein Highlight bei Tag und bei Nacht
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