So soll der WInter sein

Kitzbüheler AlpenSo soll der WInter sein

Tiefschnee-Sause oder Langlauf-Idylle? In den Skigebieten rund um Fieberbrunn in den Kitzbüheler Alpen wartet die große Vielfalt auf Outdoor-Fans – und die Region taugt auch hervorragend für einen Winterurlaub mit dem Reisemobil! Text: Michael Adle

das Skigebiet Lärchfilzkogel  bei Fieberbrunn© Foto: Joachim NegwerPrima für Genuss-Skifahrer und Freerider:das Skigebiet Lärchfilzkogel bei Fieberbrunn

Das Schöne an einer Wintertour mit dem Reisemobil ist ja, dass es in einer Woche mindestens 100 Genussmöglichkeiten gibt. Menschen, die noch nie in der weißen Jahreszeit mit dem Mobil unterwegs waren, können sich das meist nicht vorstellen. Eine Reisemobiltour mitten im Winter? Das soll gemütlich sein? Das werden wir oft gefragt. Und: Ja, das ist gemütlich, sehr sogar. Wie sieht nun so ein perfekter Wintertag aus? Nehmen wir mal Fieberbrunn in Tirol – hier zieht es uns heute ausnahmsweise auf einen Campingplatz, und zwar ins schöne Tirol-Camp. Das verwöhnt uns nämlich mit einer Wellness- und Saunalandschaft samt Pool mit Panoramablick.

Eine Schneeschuh-tour, ein Saunabad oder ein Besuch in der Latschenöl-Brennerei – die Auswahl ist groß
Bevor es im Skigebiet Steinplatte wieder auf die Pisten geht, wird das Winterpanorama genossen© Foto: Albin NiederstrasserLagebesprechung:Bevor es im Skigebiet Steinplatte wieder auf die Pisten geht, wird das Winterpanorama genossen

Zum Frühstück gibt’s frische Brötchen, Kornspitz, Salzstangerl, Vollkorn – alles, was das Herz begehrt. Die Heizung bleibt über Nacht nur auf kleinster Stufe an – und am Morgen ist das Reisemobil in wenigen Minuten badwarm, die Kaffeemaschine blubbert. Man blickt durchs Fenster, draußen hängen Eiszapfen vom Dach des Nachbar-Mobils.

So kann der Tag beginnen. Die Ski kann man gleich an der Reisemobiltür anschnallen, denn der Campingplatz liegt sehr nahe an der Piste. So gut geht es einem sonst nur, wenn man etwa auf einem Stellplatz an einer der anderen Talstationen steht.

Insgesamt weit mehr als 1000 Pistenkilo-meter gibt es in der Region
© Foto: Joachim Negwer
© Foto: Tirol Camp
Zweimal Hochgenuss: bei Eiseskälte im warmen Pool; später gibt’s einen zünftigen Kaiserschmarrn

Das große Glück für Eltern und für Kinder beginnt schon früh am Morgen: Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir sie morgens zur Skischule an der Talstation des Lärchfilzkogel gebracht. Die Kinder verbrachten den Tag auf der Piste, und wir Eltern konnten ohne Aufsichtspflicht Ski fahren oder einen Winterspaziergang auf einem der schönen Wege unternehmen.

Fieberbrunn liegt in den Kitzbüheler Alpen und gehört zur Ferienregion Pillerseetal. Zusammengenommen ist das sportliche Angebot dieser Region enorm: Skifahrer können mehr als 1000 Pistenkilometer erfahren, für Langläufer stehen insgesamt rund 600 Kilometer Loipen zur Verfügung. Wer jeden Tag woanders fahren möchte, nimmt sich am besten die „Kitzbüheler Alpen All-Star Card“. Das ist die Eintrittskarte zu zehn tollen Skigebieten. Die Skiwelt Wilder Kaiser und das Brixental sind darunter, der Skicircus Saalbach-Hinterglemm, das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn in Kaprun und die Skiwelt von St. Johann in Tirol. Alles um die Ecke und schnell zu erreichen.

Viele schöne Ziele liegen in der Umgebung: Kitzbühel selbst ist einen Ausflug wert. Dort ist den ganzen Winter über viel los. Gemütliches wie der große Weihnachtsmarkt oder aber eine der sportlichen Veranstaltungen von Weltruf auf der Hahnenkamm-Strecke. Auch wenn das Wetter mal schlecht ist, muss man sich nicht langweilen: Es gibt Berühmtheiten in der Nähe wie das Swarovski-Museum in Wattens oder auch weniger Berühmtes, aber doch Interessantes wie etwa die Schaukäserei in Kirchdorf, die Schaubrennereien in Fieberbrunn oder die Latschenöl-Brennerei in St. Ulrich am Pillersee.

Für einen geruhsameren Winterurlaub reicht auch das Skigebiet direkt bei Fieberbrunn: Die Seilbahngesellschaft nennt es „das bestversteckte Skigebiet“ der Alpen. Für Freerider gibt es tolle Powderhänge und Tiefschnee-Strecken rund um den Wildseeloder. Auf Normalskifahrer warten elf Seilbahnen und Lifte, 35 Kilometer Pisten und zehn bewirtschaftete Hütten.

Und wir? Uns zieht es dagegen heute Morgen auf die Langlaufloipe. Perfekte Bedingungen hat man dafür in Hochfilzen, sieben Kilometer von Fieberbrunn entfernt, in Richtung Leo­gang. Hochfilzen liegt auf 1000 Meter Höhe und ist das Langlaufzentrum des Pillerseetals. Ein prima Parkplatz fürs Reisemobil liegt hinter dem Kulturhaus, direkt an der Loipe. Also los, erst mal auf die Dorfloipe. Sie führt in einer 3,5-Kilometer-Runde ums Dorf – schön leicht zum Warmlaufen. Insgesamt hat allein das Pillerseetal weit mehr als 100 Loipenkilometer und ist in der Regel schneesicher bis Ostern.

Damit der Tag perfekt wird, planen wir die Mittagspause irgendwo an der Piste ein. In den Kitzbüheler Alpen gibt es Haubenlokale, rustikale Gasthöfe mit feiner Tiroler Küche und einfache Almhütten und Jausenstationen – die wir am liebsten mögen. Etwas abseits der Verbindungsloipe von Waidring nach St. Ulrich liegt die Jausenstation Grieseltal. Es gibt Almdudler, Kaspressknödel und eine Almjause. Bei Sonnenschein mit Blick auf Loipen und Winterwald auf der Terrasse – das ist nicht zu überbieten.

Was fangen wir an mit dem Rest dieses sonnigen Wintertages? Wir könnten zum Beispiel weiter langlaufen, mit Schneeschuhen losziehen und noch ein paar nette Dinge mehr. Nach so viel Aktivität ist uns aber gerade nicht zumute. Den Nachmittag verbringen wir heute lieber gemütlich im Aubad: Finnische Sauna, Dampfsauna, Bio-Blockhaussauna, Tiroler Almsauna – und zum Abkühlen geht’s in den Bergsee. Es schneit, die Flocken schweben leicht durch die Lichtkegel. Später sitzen wir gemütlich bei einem Glas Wein zusammen, haben Zeit zum Lesen, Reden, Diskutieren. Wir blicken auf den Skihang, der dank des Flockentreibens morgen wieder besten Neuschnee haben wird. Ach ja, so kann ein perfekter Tag im Reisemobil ausklingen.

Drei besondere Tipps für die Kitzbüheler Alpen

Man kann die malerische Adventsstimmung in Kitzbühel genießen, sich am Tiroler Nationalgericht sattessen oder beim weihnachtlichen Stefani-Pferderennen mitfiebern – hier sind unsere drei ganz besonderen Tipps für die Kitzbüheler Alpen

Adventszauber in Kitzbühel

© Foto: Albin Niederstrasser

Ein Fest für Weihnachtsfans ist der Advent in Kitzbühel. Die Innenstadt wird zur malerischen Kulisse für eine der schönsten Zeiten des Jahres herausgeputzt, die Kitzbüheler Bergbahn AG spendiert dazu sogar eine festlich verzierte Weihnachtsgondel. Im benachbarten Reith wird die ganze Stadt zu einem begehbaren Adventskalender umfunktioniert.

Los geht das Fest schon im November – und dauert ganze 30 Tage, bis zum 2. Weihnachtstag. Neben all den Ständen mit winterlichen Leckereien, Heißgetränken und Kunsthandwerk wird auch ein buntes Rahmenprogramm geboten: Von Konzerten und Kram­pus­umzügen bis Ponyreiten, Streichelzoo und Läuten des historischen Glockenspiels der Katharinenkirche ist alles dabei, was die Adventszeit so richtig schön macht. Stimmungsvoll und mystisch wird es bei der wöchentlich stattfindenden Fackelwanderung mit den Märchen des Geschichtenerzählers Reinhard Juen. www.kitzbuehel.com

Tiroler Nationalgericht

© Foto: Fotolia/Ars Ulrikusch

Tiroler Winter ohne Knödel geht eigentlich nicht. Die köstlichen Sattmacher gehören fest auf die Speisepläne der meisten Tiroler Wirtshäuser. Das Land kennt viele verschiedene Rezepte, in der bäuerlichen Küche gab es sogar ausgewiesene „Knödeltage“. Eine Variante sind Kaspressknödel, sie verdanken ihren Namen der Herstellungsart, frei übersetzt bedeutet es „gepresster Käse“.

Den typischen Geschmack verleiht meist Tiroler Graukäse mit der bläulich-grauen Rinde und seinem einzigartigen pikanten Aroma. Butter, Eier, Semmelbrösel, Käse, Milch und Zwiebeln gehören unbedingt hi­­n­ein. Die Knödel werden flach gepresst und dann goldbraun in Butter ausgebacken – ein deftiger Genuss.

Rasante Tradition

© Foto: Martin Lugger

Von wegen stille Weihnachten – St. Johann in Tirol begeht das himmlische Fest mit einer ordentlichen Portion Geschwindigkeit. Alljährlich findet am 26. Dezember auf der Lafferbahn nämlich das Stefani-Pferderennen statt. An den Start geht ein internationales Teilnehmerfeld aus Trabern, Galoppern, Minitrabern und sogar Ponys. Den Siegern winken traditionelle Preise, bestehend aus einer Fahne und der begehrten Stefani-Decke.

Das Rennen geht auf den heiligen Stephanus zurück, dessen Namenstag am 2. Weihnachtsfeiertag gefeiert wird. Er gilt auch als Schutzpatron der Pferde, bis heute finden an diesem Tag Segnungsumzüge zu Pferd statt. Da reiht sich das Stefani-Rennen prima ein – nur ein wenig rasanter. www.trabrennbahn.at

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