Sechs Richtige im Norden

NaturparkeSechs Richtige im Norden

Glasklares Wasser, blitzsaubere Luft, frisches Grün, Stille und Weite – in den Naturparken der Republik ist die Umwelt so intakt, wie man es sich nur wünschen kann. 104 solcher Schutzzonen gibt es im Land, ein großartiger DuMont Bildband präsentiert alle Parke in ihrer Schönheit. Wir stellen in loser Folge die grünen Paradiese einzelner Bundesländer aus dem Buch vor – diesmal geht die Reise nach Schleswig-Holstein

Naturpark Aukrug

Der Naturpark Aukrug ist ein 380 Quadratkilometer großes Areal im Zentrum des Bundeslandes Schleswig-Holstein (Kreise Rendsburg-Eckernförde und Steinburg). Zu den Highlights des Parks zählt der Boxberg mit einem 1,3 Kilometer langen Walderlebnispfad, der insbesondere junge Wanderer begeistert: Sie können durch einen Fuchsbau oder in eine Marderburg kriechen, die eigenen Weitsprungkünste mit denen verschiedener Tiere vergleichen, über ein Baumtelefon kommunizieren oder sich wie eine Fledermaus an Äste hängen. Der Blick von der Spitze des Boxbergs vermittelt einen guten Eindruck von der harmonischen Landschaft des Naturparks mit ausgedehnten Wäldern, kleinen Bächen, Mooren und Heideflächen. Noch besser als zu Fuß kann man den Naturpark auf dem Fahrrad erkunden. Vor allem in den Wäldern mit ihren vielen Quellen lassen sich seltene Tiere wie Knoblauchkröte, Schwarzstorch und Uhu entdecken. Weitere Attraktionen sind u.a. das kleine Heimatmuseum, die artesische Quelle bei Nindorf oder der Altenjahner Kräutergarten. Auf rund 5000 Quadratmetern betören unterschiedlichste Gärten Augen und Nase. Nicht verpassen: – Um den Boxberg wandern – Wasser aus artesischer Quelle genießen – Heimatmuseum in Aukrug besuchen www.naturpark-aukrug.com

Naturpark Holsteinische Schweiz

Dieser Park liegt im schönen östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins und umfasst rund 75.000 Hektar. Er wird durchzogen von der Schwentine und ist ein Dorado für Wassersportler. Auf seinem Weg durchfließt der einstige »heilige Fluss« der Slawen 17 Seen. Villen und Herrenhäuser, seltene Tiere wie Fischotter und Seeadler oder ein Abstecher in die historische Innenstadt von Eutin – an der Schwentine gehen Kultur und Natur nahtlos ineinander über. Nicht nur Wassersportler, auch zahlreiche seltene Tierarten fühlen sich im Naturpark Holsteinische Schweiz ausgesprochen wohl. Es ist ein unvergessliches Schauspiel, den gewaltigen Seeadler bei seinen Jagdflügen zu beobachten. Auch der Fischotter hat die Wasserlandschaft des Naturparks wieder erobert. Und auch an Land hat der Naturpark einiges zu bieten. In Bad Segeberg etwa präsentiert die europaweit einzigartige Ausstellung »Noctalis« auf vier Etagen die faszinierende Welt der Fledermäuse. Nebenan im Kalkberg, wo jeden Sommer die Karl-May-Spiele auf der Freilichtbühne über 300 000 Besucher anlocken, überwintern im Höhlensystem des Bergs rund 22 000 Fledermäuse. Nicht verpassen: – Auf der Schwentine paddeln – Leckere Maräne (ein Lachsfisch) probieren – Karl-May-Spiele in Bad Segeberg besuchen www.naturpark-holsteinische-schweiz.de

Naturpark Hüttener Berge

Im Städtedreieck Eckernförde – Rendsburg – Schleswig liegt dieses rund 220 Quadratkilometer große Gebiet. Ein Besuch des Naturparks beginnt am besten im Informationszentrum für Umwelt und Natur, dem Redderhus. Hier erfährt man so einiges über Knicks, die typischen Wallhecken der Region. Ursprünglich wurden die Knicks im 18. und 19. Jahrhundert zum Schutz vor Wind und zur Produktion von Brennmaterial angelegt, heute sind sie der Lebensraum von bis zu 9000 Tier- und Pflanzenarten. Das nördlichste Hügelgebiet Deutschlands ist eine perfekte Wanderregion. Auf dem knapp 100 Meter hohen Aschberg erwartet die »Alpinisten« nicht nur ein imposantes Bismarck-Denkmal, sondern bei gutem Wetter auch ein Blick bis hin zur Ostsee. Wer nicht so hoch hinaus möchte, besucht einen der vielen schönen Gärten. Oder er wandert auf verschlungenen Pfaden durch den Brekendorfer Forst und genießt die Stille am romantischen Rammsee. Die Hüttener Au ist ein Fließgewässer mit großem ökologischem Potenzial. In den vergangenen Jahren hat man mit der Renaturierung begonnen, und es besteht Hoffnung, dass die Ufer bald üppig mit Baldrian und Blutweiderich bewachsen sein werden, während sich im Wasser Barsche und Hechte tummeln. Nicht verpassen: – Zwischen Knick und Redder wandern – Blütenpracht in den Gärten bestaunen – Gute Aussicht vom Aschberg genießen www.naturpark-huettenerberge.de

Naturpark Lauenburgische Seen

Der Naturpark ist mit über 470 Quadratkilometern der drittgrößte seiner Art in Schleswig-Holstein, liegt im Südosten des Bundeslands und verfügt über ausgedehnte Waldgebiete. Einst wurde hier das Salz entdeckt, so erzählt es die Legende. Wahrheit oder nicht: eine Tour auf dem 116 Kilometer langen Radweg »Alte Salzstraße« zwischen Lüneburg und Lübeck ist heute auf jeden Fall ein Erlebnis. Unterwegs warten Sehenswürdigkeiten wie der kohlebefeuerte Schaufelraddampfer »Kaiser Wilhelm«, das mittelalterliche Salzprahm-Schiff in Berkenthin, der Wallfahrtsort Büchen mit der Marienkirche oder der herrliche Dom in Ratzeburg. Für Radler bietet der Park auf zwölf thematischen Rundtouren mit Audioguide und fast 500 Kilometern Streckenlänge jede Menge Freizeitspaß, Erholung und Naturerleben. Über 85 Kilometer verlief einst die innerdeutsche Grenze durch das Herzogtum Lauenburg. Hier, im früheren Sperrgebiet, konnte sich die Natur weitgehend ungestört entfalten. Auch heute noch findet man vor allem in den Übergängen unterschiedlicher Lebensräume wie Wald, Wasser oder Wiese einen bemerkenswerten Artenreichtum. Nicht verpassen: – Rad fahren auf der Alten Salzstraße – Unberührte Natur an der Ex-DDR-Grenze genießen – Vögel beobachten am Schaalsee www.naturpark-lauenburgische-seen.de

Naturpark Schlei

Zum nördlichsten Naturpark Schleswig-Holsteins (knapp 50.000 Hektar) auf beiden Seiten des 40 Kilometer langen Meeresarms Schlei zählen rund 40 oft urige Gemeinden und Städte. Alljährlicher Höhepunkt in dieser Region sind die vier »Kappelner Heringstage«, die immer am Himmelfahrtstag beginnen. Im März ziehen gewaltige Heringsschwärme aus der Ostsee zum Laichen in die Schlei. Für rund zwei Monate steht dann die ganze Region im Zeichen des beliebten Speisefischs. In Kappeln steht auch der letzte funktionsfähige Heringszaun in Europa – er besteht aus Pfählen und Flechtwerk, durch das die Fische auf einem Zickzackkurs in die Reusen schwimmen. Die sanften Hügel der Landschaften Schwansen und Angeln, südlich und nördlich der Schlei gelegen, bieten das Bild eines von der Moderne weitgehend verschonten Idylls. Eine der größten Attraktionen an der Schlei zwingt viele Besucher der Region einmal pro Stunde in den Stau: Dann nämlich wird die historische Schleibrücke in Lindaunis für den Schiffsverkehr hochgeklappt. Nicht verpassen: – Genuss und Spaß haben bei den Heringstagen – Alte Herrenhäuser in sanften Hügeln bewundern – Staunen über das technische Wunder der Schleibrücke www.naturparkschlei.de

Naturpark Westensee – Obere Eider

Am besten erobert man die hügelige, eiszeitlich geprägte Landschaft dieses Naturparks (250 Quadratkilometer groß) mit dem Fahrrad, so zum Beispiel auf der »Westensee-Tour«. Die führt auf rund 40 Kilometern einmal rund um den See durch unberührte Natur und durch idyllische Dörfer mit gemütlichen Cafés und Gasthäusern und typisch holsteinischen Gutshöfen. Im Sommer empfiehlt sich die knapp 45 Kilometer lange »Badetour« entlang der vielen klaren Seen im Naturpark. Kunst- und Antiquitätenliebhaber gehen auf die 40 Kilometer lange »Antiktour« und finden auf Höfen und in Kunstscheunen so manche Rarität. Der alte Eiderringkanal führt durch Gebiete, in denen die Zeit stillzustehen scheint – etwa bei Flemhude mit seiner mittelalterlichen St.-Georg- und Mauritiuskirche. Flemhude ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung entlang des Eiderringkanals bis zur historischen Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Strohbrück und weiter bis Achterwehr. Nicht verpassen: – Mit dem Fahrrad entlang der Seen radeln – Idyllische Dörfer und historische Güter besuchen – Den schleswig-holsteinischen Landwein probieren www.naturpark-westensee-obereeider.de

Deutschlands Naturparke – das Buch

Paradiese vor der Haustür – unter diesem Motto werden die 104 Naturparke in Deutschland in einem opulenten DuMont Bildband ausführlich vorgestellt. Er bietet rund 300 brillante Farbbilder, eine große Überblickskarte sowie Hinweise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hintergrundtexte zu verschiedenen Themen, wie z. B. kindliche Naturerfahrungen oder tierische Einwanderer, runden das 256 Seiten starke Werk ab. "Paradiese vor der Haustür" ist das offizielle Nachschlagewerk des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) und kostet 29,99 Euro. www.mairdumont.com

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