Schön war die Zeit!

Land-UrlaubSchön war die Zeit!

Roadtrip auf die gemächliche Tour: ein Besuch auf Gut Dalwitz und eine kleine Runde durch die Mecklenburgische Schweiz

von Christiane Würtenberger

kann man mit der Mecklenburger Meute reiten© Foto: TMV/Jörg HejkalAuf Gut Dalwitzkann man mit der Mecklenburger Meute reiten

Der Geländewagen hält, und sofort kommen die Pferde angetrabt.Sie freuen sich über den Besuch. Erst beschnuppern sie das staubige Fahrzeug, dann sagen sie uns mit der Schnauze Hallo, dann knabbern sie an den Radkappen herum. „Wenn ich Stress habe“, erzählt Heino Graf von Bassewitz, der Gutsherr auf Dalwitz, „dann komme ich her. Das Zusammensein mit den Pferden entspannt mich total.“

Die Mecklenburgische Schweiz ist zu 19 Prozent mit Wald bedeckt, 10 Prozent sind Wasser

Die zierlichen Criollos, die die Familie aus Uruguay importiert hat,haben in der Tat ein besänftigendes Wesen. Eigentlich wollten wir vor dem Abendessen noch die Ställe besichtigen und im Hofladen vorbeischauen. Aber nun bleiben wir auf der Koppel, fühlen uns nach wenigen Minuten ziemlich entschleunigt und plaudern mit von Bassewitz über sein Leben als Entwicklungshelfer, über seine Liebe zu Südamerika und über die Entscheidung, den mecklenburgischen Familienbesitz zurückzukaufen. Neu anzufangen. Nun züchtet der Bio-Landwirt Pferde und Angusrinder, bietet Appartments und Reiterferien an. Die Energie kommt aus einer Biogasanlage. „Ich habe mir einen späten Traum erfüllt“, sagt der Mann, der im Rheinland aufgewachsen ist und der sich nun hier zu Hause fühlt.

Viele Herrenhäuser und Schlösser bieten stilvolle Unterkünfte
braune Angusrinder auf Gut Dalwitz© Foto: Christiane WürtenbergerDa guckst du:braune Angusrinder auf Gut Dalwitz

Man kann ihn gut verstehen:Das Mecklenburger ParkLand ist mit seinen rumpeligen Kopfsteinpflasterwegen, seinen Dörfern, mit zahllosen Schlössern und Herrenhäusern in hügeliger Natur ein herzzerreißend schönes Fleckchen Erde. Und Gut Dalwitz fast zu idyllisch, um echt zu sein: mit seiner alten Tordurchfahrt, dem Pferdegetrappel, einem Gutshaus im Tudorstil und uralten Backsteinställen, auf deren Giebeln im Frühjahr Störche nisten.

Abends sitzen wir im Hofrestaurant Remise beisammen.Andreas Knoll vom Gutshaus Wesselstorf ist herübergekommen – und erzählt, wie er, der Berliner Städter, das Haus gekauft, über Jahre renoviert und Ferienwohnungen eingerichtet hat. Bassewitz und Knoll sind keine Einzelfälle. Vielerorts haben in dieser Region süd.stlich von Rostock alte Besitzer oder Aussteiger Gutshöfe und Schlösser erworben und zu neuem, sehr charmantem Leben erweckt.

© Foto: Christiane Würtenberger
ist heute ein Hotel. Links: das Brunnenhaus in Dalwitz dient als schöne Ferienunterkunft© Foto: Christiane WürtenbergerDAS RENAISSANCE-SCHLOSS Ulrichshusenist heute ein Hotel. Links: das Brunnenhaus in Dalwitz dient als schöne Ferienunterkunft
DAS RENAISSANCE-SCHLOSS Ulrichshusen ist heute ein Hotel. Links: das Brunnenhaus in Dalwitz dient als schöne Ferienunterkunft
Die Mecklenburgische Schweiz bietet eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten auf kleinem Raum

Die Mecklenburgische Schweiz, zu der das ParkLand gehört,bietet dazu eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten auf kleinem Raum: die Kloster- und Schlossanlage in Dargun, in deren wildromantischer Ruine sommers sogar ein Technofestival steigt. Teterow, wo ein schickes Stadtmuseum im Malchiner Tor von früher erzählt. Oder den schier uferlos großen Kummerower See. In Stavenhagen schauen wir im Fritz Reuter Literaturmuseum vorbei. Und am Nachmittag erleben wir am Rötelberg ein Stück des Skulpturenwegs Burg Schlitz-Görtzhausen, mit Panoramablick über die niedlich-hügelige Mecklenburgische Schweiz.

Zum Abendessen blicken wir auf ein weiteres kulturhistorisches Kleinod:Schloss Ulrichshusen, 1987 bis auf die Grundmauern abgebrannt, ab 1994 als Stammsitz der Familie von Maltzahn wieder aufgebaut. Heute ist Ulrichshusen ein Gesamtkunstwerk aus Hotel, Restaurant, Gut mit Ferienwohnungen und stimmungsvollem Konzertort bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. „Am Anfang sind wir noch aus Westdeutschland hergependelt“, erzählt Schlossherrin Alla von Maltzahn. „Aber irgendwann war unsere Sehnsucht nach Mecklenburg einfach zu groß.“

Vergängliche Schönheit:

Die Schlossruine Dargun steht seit 1979 unter Denkmalschutz
Die Schlossruine Dargun steht seit 1979 unter Denkmalschutz© Foto: Christiane WürtenbergerVergängliche Schönheit:Die Schlossruine Dargun steht seit 1979 unter Denkmalschutz
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