Schnelles Insel-Glück

BalearenSchnelles Insel-Glück

Rein in den Flieger, in zwei bis drei Stunden ist man schon da: Günstiger und schneller als auf Mallorca lässt sich der Frühling im Süden kaum feiern. Wem unsere liebste Sonnen-Insel schon allzu bekannt ist, kein Problem – auf den kleinen Balearen-Schwestern Ibiza, Menorca, Formentera und Cabrera kann jeder sein ganz persönliches Insel-Glück finden

Blitztrip zum Kaffee unter südlicher SonneMallorca: Der Dauerbrenner

Mallorcas Westküste: malerisch und im Frühjahr meist still  und friedlich, hier die Bucht Sa Calobra© Foto: DUMONTBildarchiv/Holger LeueMallorcas Westküste: malerisch und im Frühjahr meist still und friedlich, hier die Bucht Sa Calobra

Unsere Lieblingsinsel im Süden hat bekanntlich viele Vorzüge. Einer der größten: Die schnelle und relativ preisgünstige Erreichbarkeit – von Frankfurt etwa geht es per Flieger schon ab 150 Euro hin und zurück, Flugzeit jeweils etwas mehr als zwei Stunden (zu speziellen Terminen sogar noch günstiger). Auf Malle wartet dann unweit vom Airport die wunderschöne Hauptstadt Palma de Mallorca mit ihrer opulenten Kathedrale, dem schicken Yachthafen, der quirligen Ramblas und der historischen Innenstadt voller Bars und Cafés – die schnellste Möglichkeit zum In-der-Sonne-sitzen bei einem Kaffee oder Glas Wein unter südlicher Sonne.

Noch schöner sind für viele Frühlingsurlauber die stillen Seiten von Mallorca. Rein in den (günstigen) Mietwagen und ab quer über die Insel, auf der jetzt alles duftet und blüht. Besonders sehenswert ist die schöne Westküste – die gewundene Straße entlang der schroffen Serra de Tramuntana mit ihren urigen Fischer- und Bergdörfern bietet tollste Ausblicke. Tipp: Die 14 Kilometer lange Serpentinenstraße hinunterfahren zur malerischen Bucht Sa Calobra – die ist auch per sechsstündiger Kletterpartie oder in einer Stunde mit dem Boot ab Port de Sóller erreichbar.

Tipp zum günstigen Wohnen an der Westküste: Zum Beispiel in ehemaligen Mönchszellen im Kloster Lluc ab 41 Euro, www.mallorca.de Mehr Infos zu Mallorca: www.marcopolo.de

Grüner Wald wie Sand am MeerMenorca: "Die Kleinere"

Eine Balearen-Bucht wie aus dem Bilderbuch: Cala en Turqueta ein Stück  weit südlich der Stadt Ciutadella© Foto: Institut für Tourismus in Spanien/Luciano RodríguezEine Balearen-Bucht wie aus dem Bilderbuch: Cala en Turqueta ein Stück weit südlich der Stadt Ciutadella

Das katalanische Wort Menorca bedeutet "die Kleinere", und im Vergleich zum südwestlich gelegenen Mallorca stimmt das zweifellos: Menorca hat etwa fünfmal weniger Fläche und neunmal weniger Einwohner als die berühmte Hauptinsel des Archipels. In Bezug auf Naturschönheit muss sich die kleine Schwester aber in keiner Weise verstecken.

Es gibt Pinien, Aleppokiefern und Co in Hülle und Fülle, rund 40 Prozent der Insel sind bewaldet. Besonders beeindruckend ist der Artenreichtum, so kommen in den Barrancas (ausgetrocknete Flusstäler) bis zu 200 Pflanzenarten vor, von denen 25 endemisch, also nur hier zu finden sind. Auch für etliche Tierarten wurde die Insel zum genetischen Reservoir erklärt, etwa für eine besondere Pferderasse, aber auch für Vögel wie Milan, Adler und Falke.

Für Naturfreunde ist Menorca also ein ideales Frühlings-Reiseziel, wenn auch nicht immer ganz so schnell erreichbar wie das Balearen-Drehkreuz Mallorca – per Linie mit einem Stopp geht es in etwa vier Stunden hin (Kosten um 250 Euro), zu bestimmten Zeiten auch per Charter direkt und noch günstiger. Besonders schön zum Wohnen ist die alte Bischofsstadt Ciutadella ganz im Westen der Insel, die dank einer fjordartigen Hafenbucht, alter Forts und Paläste zu den schönsten Orten Spaniens gezählt wird. Tipp: Die Bilderbuch-Bucht Cala en Turqueta, rund zehn Kilometer südlich von Ciutadella gelegen und in der Vorsaison ein Traumplatz zum Sonnenbaden.

Tipp zum Wohnen Low Budget: die einfache Hostal-Residencia Ciutadella im Zentrum der gleichnamigen Stadt, Zimmer ab ca. 45 Euro, www.hostalciutadella.com

Mehr Infos zu Menorca: www.marcopolo.de

Coole Cocktails und tolle KüstenIbiza: Die Partyinsel

Heiße Rhythmen und reichlich Drinks: Das Café Mambo in Sant Antoni de Portmany ist Treffpunkt für Feierfreudige© Foto: Institut für Tourismus in Spanien/Luciano RodríguezHeiße Rhythmen und reichlich Drinks: Das Café Mambo in Sant Antoni de Portmany ist Treffpunkt für Feierfreudige

Ibiza gilt als Partyinsel, allerdings als eine mit Stil. Statt aus Sangria-Eimern trinkt man hier leckere Cocktails im Sonnenuntergang. Doch die Insel hat noch wesentlich mehr zu bieten: Im Westen und Südwesten zeigt Ibiza ein ganz anderes Gesicht. Abseits der quirligen Fun-Hochburg und Hafenstadt Sant Antoni de Portmany hat die Baleareninsel vorwiegend ländlichen Charakter. Und im Inland kratzt Ibizas höchste Erhebung, der Sa Talaia, mit stolzen 475 Metern an den nur selten aufziehenden Wolken – eine echte Naturschönheit.

Wer geselligen Frühlingsspaß mag, wird natürlich in Sant Antoni de Portmany bleiben. Vor allem am Strand locken unzählige Restaurants, Bars und Cafés. Das wohl bekannteste ist das Café del Mar, hier sorgen jeden Abend DJs für die richtige Stimmung. Eine gute Alternative dazu ist das Café Mambo, mit seinem bunten Programm, exotischen Cocktails und cooler Musik kann es gut mit dem berühmten Nachbarn mithalten. Hier sitzt man auch gerne am frühen Abend, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Auf die Partyinsel gelangt man per Flieger in gut zwei bis drei Stunde, bei Airlines wie Germanwings, Ryanair oder Air Berlin liegen die Preise zwischen 200 und 300 Euro für Hin- und Rückflug.

Tipp zum Wohnen Low Budget in Sant Antoni de Portmany: das Hostal Florencio – vor allem in der Nebensaison lockt es mit günstigen Preisen schon ab 30 Euro. hostalflorencio.com

Mehr Infos zu Ibiza: www.marcopolo.de

Für Blumenkinder und TräumerFormentera: Die Friedliche

Ehemaliger Treffpunkt der Hippie-Szene: Die Playa Migjorn bei Sant Ferran  de ses Roques ist in lauschiges Plätzchen© Foto: Institut für Tourismus in Spanien/manuelafotografa.comEhemaliger Treffpunkt der Hippie-Szene: Die Playa Migjorn bei Sant Ferran de ses Roques ist in lauschiges Plätzchen

Wem Ibiza zu laut und mondän ist, der setzt einfach über zur kleinen Nachbarinsel Formentera. Kristallklares Wasser, stille Felsenbuchten, sandige Strände – der Stoff, aus dem Träume von Ruhe und Frieden gemacht sind. Hier können sie wahr werden: Auf den 82 Quadratkilometern Inselfläche findet man weder einen Flughafen noch größere Städte – auf Formentera ist Ruhe garantiert.

Das war nicht immer so. In den 1960er-Jahren galt die Insel als Hippie-Paradies, da ging es schon mal ein wenig lauter zu. Der Ort Sant Ferràn de ses Roques erinnert an diese bunten vergangenen Tage, im Fonda Pepe etwa, einem soziokulturellen Kneipentreff, der im Ortskern die Zeiten überdauert hat. Etwas südlicher liegt die Playa Migjorn, an der früher die Hippies Party machten. Heute tragen die Blumenkinder von einst eine Lesebrille und entspannen sich still im Schatten.

Die einzige Anreisemöglichkeit nach Formentera ist per Schiff im Linienverkehr ab Ibiza. Eine einfache Fahrt in 30 Minuten mit dem Schnellboot kostet für einen Erwachsenen rund 25 Euro, die Fahrt per Autofähre ist etwas günstiger (ca. 20 Euro, ca. 60 bis 90 Minuten Fahrtzeit). Aufgrund der hohen Beförderungskosten für Autos ist es sinnvoll, erst auf Formentera einen Mietwagen zu buchen.

Tipp zum Wohnen Low Budget in Es Pujols im Norden der Insel: Das Roca Bella liegt nur zwei Gehminuten vom Strand entfernt. Zimmer gibt es hier ab 40 Euro. www.zulmarhotels.com

Mehr Info zu Formentera: www.formentera.es

Ein Fall für Robinsons und OrnithologenCabrera: Die Einsame

Hier bleiben wir unter uns: Die Insel Cabrera vor der Küste Mallorcas hat  nur eine Unterkunft für die Nacht© Foto: Institut für Tourismus in SpanienHier bleiben wir unter uns: Die Insel Cabrera vor der Küste Mallorcas hat nur eine Unterkunft für die Nacht

Sie ist maximal fünf Kilometer lang, fünf Kilometer breit und fast unbewohnt – lediglich 20 Menschen leben ständig auf der winzigen Balearen-Insel Cabrera. Rund 15 Kilometer vor Mallorcas Südküste gelegen, gilt der kleine Fleck im weiten Blau als letztes Naturparadies des Mittelmeerraums. Schon 1991 hat man Cabrera zum Nationalpark sowie zum Vogelschutzgebiet ernannt – ein Dorado für Ornithologen und Menschen, die einmal Robinson spielen möchten.

Die Insel kann man per Boot von Colónia de Sant Jordi im Süden Mallorcas erreichen, eine Überfahrt dauert etwa 30 Minuten. Es werden Tagesausflüge angeboten, Kosten für Erwachsene 40 Euro. Vor Ort gibt es dann Zeit genug zum Wandern, Baden oder zur Besichtigung der "Blauen Grotte", in die das Boot bei gutem Wetter auch hineinfahren kann. Im Mini-Ort Es Port serviert eine kleine Bar Snacks und Getränke; ein Mittagessen kann auch an Bord bestellt werden.

Wer auf Cabrera übernachten möchte, muss das schon vor der Hinreise anmelden, damit an einem späteren Tag Platz im Boot für die Rückfahrt freigehalten wird. Die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf der Insel ist eine Zwölf-Zimmer-Herberge in einer ehemaligen Kaserne. Maximal eine oder zwei Nächte dürfen Besucher dort schlafen, Preis pro Nacht ab 50 Euro (www.cvcabrera.es). Man kann selbst Proviant mitbringen und in der Gemeinschafts-Küche zubereiten – und das Robinson-Feeling gibt's gratis dazu.

Cabrera bedeutet übrigens “Ziegeninsel“, und das nicht ohne Grund – einst nahm die Zahl der Vierbeiner hier so überhand, dass die Insel nahezu kahl gefressen wurde. Nach Aussiedlung der Tiere ist das 17 km² große Eiland wieder ein Naturparadies: Zwischen felsigen Hügeln wachsen viele Pflanzenarten, kleine Buchten sind schöne Plätze zum Baden und Träumen. So friedlich war es nicht immer: Im Mittelalter war die Insel Stützpunkt von Piraten, und während der Napoleonischen Kriege wurde sie als Gefangenenlager genutzt.

Mehr Infos über Cabrera: www.spain.info

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