Mit Charme und Schlössern

Schwerin und GüstrowMit Charme und Schlössern

Zwei Reiseziele wie aus dem Märchenbuch: Schwerin und Güstrow verzaubern Besucher mit ihrem großen Charme. Beide Städte locken mit einem prächtigen Schloss, das allein einen aus­giebigen Besuch wert ist. Die urbanen Schönheiten bieten aber noch vieles mehr – Vorschläge für einen gelungenen Urlaubstag finden Sie auf den folgenden Seiten

© Foto: Marieke SobiechDas Schweriner Schlossgilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des Romantischen Historismus in Europa

RESIDENZSTADT SCHWERIN: MAGISCHE MOMENTE AM WASSER
So viel ist klar: Für Schwerin sollte man sich Zeit nehmen – auch wenn die Wege im historischen Zentrum kurz sind, bleiben Sie unbedingt über Nacht. Ein gutes Frühstück ist dann die richtige Grundlage für den perfekten Urlaubstag, egal ob man es im Hotel einnimmt oder eine von Schwerins kultigen Frühstücksadressen aufsucht. Anschließend spaziert man entspannt zum Schweriner Schloss – mit seinen vielen Türmen und Türmchen, Erkern und Nischen wird es auch „Neuschwanstein des Nordens“ genannt.

Schwerin ist von Wasser umgeben: In der Stadt und ringsum locken zahllose Seen

Der Prunkbau im Stil der Neorenaissance samt Garten, Museum und Orangerie ist Ort großer Veranstaltungen, und bei Führungen wie „Vom Keller bis zur Kuppel“ lernt man alles genau kennen – kein Wunder, dass das märchenhafte Anwesen auch auf der Antragsliste als Unesco-Welterbe steht.

Das Prachtschloss liegt auf einer Insel direkt im Stadtkern, von hier gelangt man schnell und bequem fast überall hin. Vorbei an Staatlichem Museum und Theater geht es durch die historische Altstadt zum Markt und Schweriner Dom – wer die 220 Stufen im Turm bezwingt, wird mit einem großartigen Blick über Stadt und Land belohnt.

Ein großer Spaß: die Rundfahrt mit einem Dampfer der Weißen Flotte
Im Video:Der „Großherzog“ geleitet in vollem Ornat durch sein Schloss

Ein paar Schritte entfernt lockt dann der innerstädtische Binnensee namens Pfaffenteich mit seinen schönen Villen am Ufer zur kleinen Pause – seine Sommerterrassen sind beliebter Treffpunkt, und das Fährschiff „Petermännchen“ verbindet die vier Anlegestellen auf der wohl kleinsten Kreuzfahrt der Welt.

Wellen rauschen, der Wind zerzaust das Haar: Ein großer Spaß ist dann die Rundfahrt mit einem Dampfer der Weißen Flotte, die über die vielen großen Seen rings um die Landeshauptstadt gleiten – alternativ lässt sich übrigens auch ein toller Floßurlaub machen.

In Schwerin hat man überall dicht am Wasser gebaut: Kein Einwohner, so heißt es, lebt mehr als 200 Meter vom feuchten Element entfernt.

© Foto: Andreas Duerst
© Foto: Andreas DuerstDer Inselseeund das Barlach-Atelier­haus – Güstrow bietet Natur und Kultur in liebevoller Verbindung
Der Inselsee und das Barlach-Atelier­haus – Güstrow bietet Natur und Kultur in liebevoller Verbindung
Ernst Barlach arbeitete lange in Güstrow, wo er auch seine Hauptwerke schuf

Eine weitere bequeme Art, die Stadt zu erkunden, ist der Doppeldecker-Cabriobus, der alle Sehenswürdigkeiten ansteuert – bei dieser Hop-on-Hop-off-Rundfahrt steigt man an jeder gewünschten Location zur Besichtigung aus und fährt einfach mit dem nächsten Bus weiter.

Wenn nun am Nachmittag noch Zeit ist, locken ein Besuch im schönsten Landschaftszoo der Region und im Kletterwald, oder man erkundet die Obstgärten und alten Bauernhäuser im Freilichtmuseum in Mueß. Zum Sonnenuntergang wird dann über die neu gestaltete Promenade am Ziegelsee flaniert, später vielleicht ein Absacker in einer gemütlichen Kneipe wie Freischütz oder Angler II oder ein kulturelles Event im Speicher oder Werk3 – schöner kann ein Urlaubstag wohl kaum sein. www.schwerin.info

BARLACHSTADT GÜSTROW: DIE SANFTE SCHÖNE
Wer ein Zimmer am Schlosspark gebucht hat und womöglich mit Blick auf das Wahrzeichen der Barlachstadt Güstrow aufgewacht ist, der wird gleich gut auf einen perfekten Urlaubstag eingestimmt. Das markante Schloss mit Lavendelgarten und Buchen-Laubengang zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Anlagen im nordeuropäischen Raum, seine historische Gartenanlage wurde – anknüpfend an alte Pläne – aufwendig saniert, die Mittelaltersammlung ist Teil der „Europäischen Route der Backsteingotik“.

Vor einer ausgiebigen Besichtigung steht aber natürlich ein opulentes Frühstück, etwa in einem der vielen Cafés nahe der 600 Jahre alten Marktkirche oder in einem malerischen Hinterhof. Nach dem Schlossbesuch folgt dann ein Bummel durch Güstrows alte Gassen mit kleinen feinen Geschäften zum historischen Rathaus. Der nahezu geschlossene mittelalterliche Altstadtkern mit vielerlei Sammlungen und Museen (Tipp: ermäßigte Eintrittspreise mit der Güstrower ErlebnisCard) wurde in den vergangenen 20 Jahren liebevoll saniert, so konnten viele der denkmalgeschützten Bürgerhäuser aller Stilepochen erhalten werden.

Nach einem überwältigenden Rundblick vom Pfarrkirchturm und einem Imbiss am Marktplatz lockt dann etwa ein Spaziergang entlang der Stadtmauer durch die historischen Wallanlagen, die alljährlich auch Schauplatz des beliebten Kinderfestes mit Entenrennen sind. Von Eisvögeln begleitet, geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter entlang der gemächlich dahinfließenden Nebel zum Wildpark mit seinen vielen heimischen Tierarten, danach vorbei am Inselsee (wo alljährlich das traditionelle Inselseefest stattfindet) zum Ernst-Barlach-Atelierhaus.

Der große Künstler (1870–1938) lebte und arbeitete lange in Güstrow, wo er auch seine Hauptwerke schuf – Arbeiten des Bildhauers sind unter anderem im Dom und in der Gertrudenkapelle zu sehen. Mit einem gemütlichen Abendessen klingt der abwechslungsreiche Urlaubstag schließlich aus – oder gönnen wir uns vielleicht noch eine romantische Nachtwächterführung durch die Altstadt? www.guestrow-tourismus.de

Im Video:

Dr. Regina Erbentraut, Leiterin von Schloss Güstrow, führt durch das Anwesen
Im Video:Dr. Regina Erbentraut, Leiterin von Schloss Güstrow, führt durch das Anwesen
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