Mecklenburg-Vorpommerns Naturparke Land der Adler, Biber und Seen

NaturparkeMecklenburg-Vorpommerns Naturparke Land der Adler, Biber und Seen

Glasklares Wasser, blitzsaubere Luft, eine reiche Flora und Fauna – in den Naturparken der Republik ist die Umwelt so intakt, wie man es sich nur wünschen kann. 104 solcher Schutzzonen gibt es im Land, ein großartiger DuMont Bildband präsentiert alle Parke in ihrer Schönheit. Wir stellen in loser Folge die grünen Paradiese einzelner Bundesländer aus dem Buch vor – diesmal geht die Reise nach Mecklenburg-Vorpommern

© Foto: DUMONTBildarchiv/Johann Scheibner

Am Stettiner Haff

Im Nordosten Deutschlands in direkter Nachbarschaft zu Polen liegt dieser knapp 54.000 Hektar große Naturpark. Absolutes Highlight sind die Altwarper Binnendünen – sie sind das Produkt anhaltender Westwinde, die feinkörnige Sande heranbringen. Entstanden ist so ein zwei Kilometer langer und bis zu 15 Meter hoher baumfreier Dünenzug, ein nährstoffarmes Biotop von überregionaler Bedeutung. In der Nachbarschaft des Fischerdorfs Altwarp finden sich Tiere und Pflanzen, die Wärme und Trockenheit lieben und daher sonst eher in südlicheren Gefilden beheimatet sind. Freunde des Mittelalters sind in Turgelow an der Uecker genau richtig. Auf den Überresten einer einst stattlichen Burg steht heute das Mittelalterzentrum Castrum Turgelowe mit verschiedenen rekonstruierten Gebäuden. Ganz in der Nähe wurde eine alte slawische Siedlung mit Block- und Flechtwandhäusern wieder zum Leben erweckt. Hier wird geschmiedet, gewebt, gefilzt, Brot gebacken und vieles mehr – mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Nicht verpassen: – Wandern durch die Binnendünen – Seltene Tiere beobachten beim Fischerdorf Altwarp – Ins Mittelalter eintauchen in Turgelow www.naturpark-am-stettiner-haff.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Jörg Axel Fischer

Feldberger Seenlandschaft

"In diesen heil'gen Hallen kennt man die Rache nicht", singt Sarastro in der Zauberflöte. Damit ist sicher nicht der älteste Buchenwald im Naturpark Feldberger Seenlandschaft gemeint, der sich im südöstlichen Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte zwischen den Städten Fürstenberg, Woldegk und Neustrelitz erstreckt. Doch wer einmal unter dem majestätischen Kronendach der bis zu 350 Jahre alten und 50 Meter hohen Bäume gewandert ist, der versteht, warum sie den Beinamen "Heilige Hallen" tragen. Etliche der Bäume haben ihr Höchstalter erreicht und sterben langsam ab. Das Totholz ist der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Auch der kleinste und seltenste Adler Deutschlands – der Schreiadler – findet hier in der Feldberger Seenlandschaft alles, was er braucht, so wie 140 weitere Vogelarten. Literaturfreunde besuchen die Region vor allem wegen Hans Fallada: 1933 bis 1944 lebte der berühmte Schriftsteller vor Ort und fand in der Idylle Zuflucht vor den Nazis. Sein ehemaliges Wohnhaus in Carwitz beherbergt heute das Hans-Fallada-Museum, eine große Ausstellung zu Leben und Werk des Autors. Nicht verpassen: – Wandeln durch die "Heiligen Hallen" – Adler und andere Vögel beobachten – Hans Falladas Spuren suchen in Carwitz www.naturpark-feldberger-seenlandschaft.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Synnatschke Photography

Flusslandschaft Peenetal

Im Zentrum des östlichen Teils von Mecklenburg-Vorpommern zwischen den Städten Dargun, Demmin, Loitz, Jarmen, Gützkow und Anklam liegt ein Gewässer der Superlative: Die gemächlich dahinfließende Peene ist einer der letzten unverbauten Flüsse Deutschlands. Ihre Flussniederung gehört zu den größten zusammenhängenden Niedermoorgebieten in Mittel- und Westeuropa. Überregional bekannt ist das Peenetal für die große Zahl der hier lebenden Fischotter und Biber. Für den Fischotter ist der Tisch ganzjährig überreichlich gedeckt, trotz leichter Bestandsrückgänge gilt das Peenetal nach wie vor als eines der besten Reviere weltweit. Der Biber findet hier seine bevorzugten Weichhölzer, wie Weide und Pappel, in großer Menge vor. Eine Bootsfahrt in der Dämmerung auf der Peene ist nicht nur ein romantisches Erlebnis, sondern bietet auch die beste Gelegenheit zur Begegnung mit Europas größtem Nagetier. Nicht verpassen: – Eine Bootstour machen auf der Peene – Artenvielfalt bestaunen in einem der größten Niedermoore Europas – Biber beobachten in der Abenddämmerung www.naturpark-flusslandschaft-peenetal.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Roland E. Jung

Insel Usedom

Sie ist die östlichste deutsche Ostseeinsel: Usedom. Vom Ostseebad Basin aus führt ein Wanderweg mit Informationstafeln zum Mümmelkenmoor. Dort sollten Besucher auf keinen Fall den Rundweg verlassen, denn so verlockend der frei auf dem Moor liegende Schwingrasen auch aussieht: Das Betreten ist lebensgefährlich! Von einem Beobachtungsturm neben dem Moor kann man das Gebiet in seiner ganzen Schönheit überblicken. Unweit des Moores liegen die drei alten "Kaiserbäder" Basin, Heringsdorf und Ahlbeck. Auf der knapp neun Kilometer langen Promenade bekommen Spaziergänger viel geboten: die Ostsee mit ihrem weißen Strand auf der einen, die prächtigen Villen aus dem späten 19. Jahrhundert auf der anderen Seite. Hier stehen auch die älteste (Ahlbeck) und die längste(Heringsdorf) Seebrücke in Deutschland. Der 126 Kilometer lange "Naturlehrpfad Ostseeküste" mit seinen vielen Abzweigungen ist der ideale Weg zu den Schätzen Usedoms. Keinesfalls versäumen sollten Besucher dabei den Peenemünder Haken, ein ausgedehntes Schutzgebiet im Mündungsbereich des Peenestroms, oder den Golm, die höchste Erhebung Usedoms mit schönen Buchenwäldern. Nicht verpassen: – Auf dem Rundweg das Mümmelkenmoor entdecken – Flanieren auf der Uferpromenade alter Seebäder – Den Naturlehrpfad Ostseeküste erkunden www.naturpark-usedom.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Peter Frischmuth

Mecklenburgische Schweiz

Sie erstreckt sich über den nördlichen Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte, zwischen den Städten Dargun, Demmin, Teterow, Malchin und Waren. Hier gilt das Motto "Adel verpflichtet"... und zwar zu einer Fahrradtour. Zahlreiche Schlösser und Herrenhäuser mit teilweise wunderschönen Parkanlagen prägen das Gesicht dieser Region. Nicht alle, aber ein paar besonders beeindruckende Beispiele kann man auf der "Großen Schlössertour" kennenlernen, einem rund 70 Kilometer langen Fahrradrundkurs. Im Frühjahr und Herbst kommen Tierfreunde in der Mecklenburgischen Schweiz zu ihrem Recht: Jahr für Jahr rasten am Malchiner und Kummerower See zehntausende Bless- und Saatgänse, Haubentaucher und Pfeifenten. Im Frühjahr sollten Besucher des Naturparks unbedingt eine Wanderung durch die ausgedehnten Laubwälder unternehmen, wenn der Boden mit einem Teppich aus Buschwindröschen bedeckt ist – dann erfüllt der wunderbare Duft des Lerchensporns die Luft. Nicht verpassen: – In Schlössern auf den Spuren des Adels wandeln – Im Herbst und Frühjahr den Vogelzug bewundern – Blütenteppiche im Laubwald bestaunen www.naturpark-mecklenburgische-schweiz.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Markus Hilbich

Nossentiner/Schwinzer Heide

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide erstreckt sich auf 365 Quadratkilometern über Teile der Landkreise Müritz, Parchim und Güstrow. Verantwortlich für die Struktur der Landschaft ist die letzte Eiszeit, die einst Gletscher bis zum Nordrand des heutigen Naturparks schob. Als es wärmer wurde, schmolz das Eis, und unzählige Wasserströme spülten tiefe Rinnen in den Erdboden. Dort befinden sich heute einige der rund 60 Seen des Naturparks. Eine weitere Attraktion befindet sich auf einer Halbinsel des Kölpinsees: In einem rund 320 Hektar großen Areale leben etwa 40 Wisente in freier Wildbahn. Die mächtigen Wildrinder galten Anfang des 20. Jahrhunderts als ausgestorben. Auf dem Damerower Werder bei Jabel können Besucher die bis zu 900 Kilogramm schweren Tiere täglich bei den Fütterungen im Schaugehege beobachten. Auch für historisch interessierte Kulturfreunde hat der Park einiges zu bieten. Eine echte Besonderheit ist das Wolhynische Umsiedlermuseum in Linstow, das einzige Museum seiner Art in Deutschland – der Wolhynische Heimatverein hat die komplizierte Geschichte und die Integration dieser Einwanderer im Museum dargestellt. Nicht verpassen: – Klare Seen aus der Eiszeit besuchen – Wisente auf dem Damerower Werder bewundern – Geschichte und Kultur tanken in Klöstern und Museen www.naturpark-nossentiner-schwinzer-heide.de

Sternberger Seenland

Dieser Naturpark erstreckt sich über die Landschaftszone Höhenrücken und die Mecklenburgische Seenplatte, östlich des Schweriner Sees. Hier erleben Besucher Geschichte auf Schritt und Tritt – sogar beim Essen. Sehr populär ist der Sternberger Kuchen, doch leider würde man sich an ihm wortwörtlich die Zähne ausbeißen. Es handelt sich dabei um ein meist rötlich-braunes Gestein, das vor rund 25 Millionen Jahren zusammen mit fossilen Schnecken, Muscheln oder Haifischzähnen aus einem urzeitlichen Meer zusammengebacken wurde. Im Heimatmuseum von Sternberg erfahren Besucher alles über den "Kuchen." Geschichtsträchtig ist die Region ohne Frage: So zeugen germanische Steinkreise, Großsteingräber und bronzezeitliche Grabhügel von einer frühen Besiedlung. Das Sternberger Seenland ist aber nicht nur für Historiker, sondern auch für Naturfreunde eine Reise wert. 225 Seen liegen wie Perlen in einer sanft hügeligen Landschaft und sind die Heimat von Fischotter, Biber und Kranich. Eine Besonderheit ist die Region rund um die Warnow – sie ist der wichtigste Fluss des Gebiets und mit ihrer Vielfalt ein Paradies für Wasserwanderer. Nicht verpassen: – Sternberger Kuchen im Heimatmuseum Sternberg begutachten – Germanische Steinkreise und slawische Heiligtümer bewundern – Wasserwandern auf der Warnow www.naturpark-sternberger-seenland.de

Deutschlands Naturparke – das Buch

Paradiese vor der Haustür – unter diesem Motto werden die 104 Naturparke in Deutschland in einem opulenten DuMont Bildband ausführlich vorgestellt. Er bietet rund 300 brillante Farbbilder, eine große Überblickskarte sowie Hinweise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hintergrundtexte zu verschiedenen Themen, wie z. B. kindliche Naturerfahrungen oder tierische Einwanderer, runden das 256 Seiten starke Werk ab. "Paradiese vor der Haustür" ist das offizielle Nachschlagewerk des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) und kostet 29,99 Euro. www.mairdumont.com

ANZEIGE
Nach oben