Kleines Glück in Italien

Green Startups Kleines Glück in Italien

Dieses Startup vermittelt Unterkünfte in bisher unerschlossenen Orten, zum beidseitigen Nutzen

© Foto: Amavido.de

"Italien hat viel mehr zu bieten als von Touristen überflutete Städte und den schiefen Turm von Pisa", davon sind die Gründer des im Juli 2015 gelaunchten Reiseportals Amavido überzeugt. Zwei von ihnen müssen es besonders gut wissen: Marie-Janet Calzone und ihr Bruder Dominik sind Halbitaliener, sie haben familiäre Wurzeln in Kalabrien. Das nachhaltige Konzept des italienisch-deutschen Teams: Die jungen Gründer bieten aufgeschlossenen Touristen meist sehr preiswerte Unterkünfte in italienischen Dörfern an – ob Landhäuser mit Gastgeber-Familien, liebevoll eingerichtete B&Bs oder elegante Alberghi Diffusis, also neu genutzte historische Gebäude innerhalb des Dorfkerns. Dabei gewinnt nicht nur der Gast Einblicke in bisher touristisch unerschlossene Dorfgemeinschaften, auch die italienischen Dörfer profitieren.

Je mehr Touristen kommen, um so mehr verlassene Häuser können von den Dorfgemeinschaften wieder instand gesetzt und zu Gasthäusern umfunktioniert werden. Eine gute Idee, schließlich sind viele italienischen Dörfer durch Landflucht bedroht; immer mehr junge Menschen zieht es in die Städte, dorthin, wo es Arbeit gibt. Das Konzept eignet sich auch dazu, die Landwirtschaft und die Erzeugung regionaler Produkte wieder anzukurbeln, etwa dann, wenn Gästen bei Workshops gezeigt wird, wie man Käse oder Keramikvasen herstellt. Auch bei Ausflügen mit den einheimischen Gastgebern können regionale Besonderheiten entdeckt werden: Der Reisende kann etwa die toskanische Küche mit Grazia entdecken, die kalabrischen Wälder mit Naturliebhaber Franco, oder man geht mit Sebastiano Pilze sammeln auf Sardinien. Bereits über 20 Gastgeber konnten die Gründer für ihr Projekt gewinnen. "Um passendeDörfer zu finden, haben wir viel recherchiert, haben die Gastgeber kontaktiert und sind selbst hingefahren, um sie persönlichkennenzulernen", so die selbst erklärten "Slow-Traveler" von Amavido. "Denn wir wollen nicht die bestehenden Strukturen des Massentourismus nutzen."

Individuell Reisen und etwas Gutes damit fördern – das ist eine schlaue, nachhaltige Idee! Wenn das Startup mit Italien erfolgreich ist, können auch andere Länder zum Portfolio dazukommen, zum Beispiel Griechenland. www.amavido.de

© Foto: Amavido.de/Sabrina Secco
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