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Schloss Gottesaue

Mehrfach zerstört, heute Hochschule für Musik: das Schloss Gottesaue in der Oststadt© Foto: Anne SchüßlerMehrfach zerstört, heute Hochschule für Musik: das Schloss Gottesaue in der Oststadt

Das Schloss Gottesaue ist ein kleines, mehrfach zerstörtes und wiederaufgebautes Renaissance-Schloss im Otto-Dullenkopf-Park der Karlsruher Oststadt. Seit November 1989 befindet sich hier die Hochschule für Musik.

Das Anwesen geht auf den Entwurf des damaligen Straßburger Ratsbaumeisters Johannes Schoch (1550 bis 1631) zurück und war als Lusthaus konzipiert. Seit seiner Fertigstellung hat es eine äußerst wechselvolle Geschichte erlebt. Nach ersten Zerstörungen im Pfälzer Erbfolgekrieg 1689 brannte es 1735 bis auf die Außenmauern nieder. Da die Markgrafen von Baden-Durlach unmittelbar nach der Stadtgründung Karlsruhes kein großes Interesse an diesem Schloss hatten, wurde es nur in reduzierter Form mit einem zweigeschossigen Baukörper und dreigeschossigen Türmen wieder hergestellt und diente fortant als Fruchtspeicher für das markgräfliche Kammergut, ab 1818 als Kaserne, später der Polizei, ehe es im Mai 1944 bei einem Bombenangriff erneut zerstört wurde. Fast vier Jahrzehnte lang erinnerte die Ruine an die Schrecken des Krieges, ehe das Anwesen ab 1982 wieder aufgebaut wurde. Dabei wurde der Außenbau teils authentisch rekonstruiert, wogegen ein modernes Interieur für die Nutzung als Musikhochschule entstand.

Nach Fertigstellung des Gebäudes 1989 wurden auch einige der erhaltenen Nebengebäude wie der Marstall für die Hochschule für Musik eingerichtet. Trotzdem reichte der Platz für die vielfältigen Anforderungen bald nicht mehr aus, sodass 2009 mit einem Erweiterungsbau begonnen wurde. Der “CampusOne – Schloss Gottesaue” bietet seit 2013 mit einem neuen Unterrichtsgebäude und einem Multimediakomplex nebst Institutsflügel (MUT) ausreichend Platz für die Lehrangebote. www.hfm-karlsruhe.de

Großherzogliche Grabkapelle

Anmutig und pompös zugleich: Versteckt im Wald steht die Großherzogliche Grabkapelle© Foto: Anne SchüßlerAnmutig und pompös zugleich: Versteckt im Wald steht die Großherzogliche Grabkapelle

Der badische Großherzog Friedrich I. und seine Gemahlin Luise von Preußen ließen ab 1889 dieses romantische Mausoleum – verborgen in der Lärchenallee des Hardtwaldes am Rande des Fasanengartens – errichten. Anlass war der frühe Tod ihres jüngsten Sohnes. Die Eltern wünschten sich, seiner „in der Abgeschiedenheit des tiefen Waldfriedens“ gedenken zu können. Bis dahin waren die badischen Herrscher in der Schlosskirche Pforzheim oder in der Gruft der Karlsruher Stadtkirche beigesetzt worden – Orte, die vom Großherzogspaar ohne öffentliches Aufsehen nicht zu besuchen waren. Heute ist die Grabkapelle im Rahmen von Sonderführungen zu besichtigen. www.grabkapelle-karlsruhe.de

Bundesgerichtshof

Rechtsprechung im Palais: Hier werden Urteile in historischer Umgebung gefällt© Foto: DUMONT Bildarchiv/Markus KirchgessnerRechtsprechung im Palais: Hier werden Urteile in historischer Umgebung gefällt

Seit über 50 Jahren steht Karlsruhe symbolhaft als „Residenz des Rechts“ auch für den modernen, demokratischen Rechtsstaat Deutschland. Das Erbgroßherzogliche Palais in Karlsruhe ist das Dienstgebäude der Präsidentin des Bundesgerichthofs. Er ist das oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

Das ca. vier Hektar große Areal ist geprägt von einer fast 200-jährigen Baugeschichte. Mittelpunkt ist das Erbgroßherzogliche Palais, ein schlossartiger Bau mit fürstlicher Vergangenheit. Zwischen 1891 und 1897 erbaut, diente es bis 1918 Friedrich II. als Wohnsitz. War das Innere des Palais ursprünglich im Stil des Neo-Barock gestaltet, so erinnert heute nur noch wenig an die prächtige Ausstattung von einst.

Die imperiale Glaskuppel, die das Treppenhaus der drei Stockwerke überdeckt, ist der architektonische Höhepunkt der Gesamtanlage. Im Erdgeschoss steht eine 2,40 m hohe, dreieckige Stele aus vergoldetem Messing als Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz. Sie trägt die Inschriften "Gerechtigkeit erhöht ein Volk" und „Im Gedenken an die Frauen und Männer, denen im Namen des deutschen Volkes Unrecht geschah". Seit den 1950er-Jahren wurden mehrere Erweiterungsbauten für den Bundesgerichtshof erstellt. Seine Bibliothek, die größte rechtswissenschaftliche Bibliothek Europas, ist öffentlich zugänglich. In einem nördlichen Neubau befindet sich das Rechtshistorische Museum. www.bundesgerichtshof.de

Staatliche Kunsthalle

Staatliche Kunsthalle: wechselnde Ausstellungen, große Bibliothek© Foto: Anne SchüßlerStaatliche Kunsthalle: wechselnde Ausstellungen, große Bibliothek

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe versteht sich als Mittlerin zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Anno 1846 eröffnet, ist sie eines der wenigen in großen Teilen ihrer alten Substanz und Ausstattung original erhalten Kunstmuseen. Sie verfügt über mehrere historische Gebäude am Rande des Botanischen Gartens. Im Hauptgebäude und der Orangerie sind 800 Werke vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart ständig zu sehen. Die Junge Kunsthalle präsentiert wechselnde Ausstellungen speziell für Kinder und Jugendliche. Das Kupferstichkabinett, das mehr als 90.000 Blätter beherbergt, ist eine der ältesten Grafiksammlungen Europas. Die Bibliothek gehört mit über 150.000 Bänden zu den größten öffentlich zugänglichen Museumsbibliotheken in Süddeutschland. www.kunsthalle-karlsruhe.de

Kaiserstraße

Beschaulich bis quirlig: Die Kaiserstraße, Badens längste Shoppingmeile, kann beides sein© Foto: Anne SchüßlerBeschaulich bis quirlig: Die Kaiserstraße, Badens längste Shoppingmeile, kann beides sein

Die Kaiserstraße ist die Haupteinkaufsmeile in der Karlsruher Innenstadt. Hier finden sich zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Imbisse.

Als diese Straße noch „Lange Straße“ hieß, siedelten hier erste Kolonialwarenhändler an. Ihre Erben sind heute die großen Ketten, die sich in vielen Fußgängerzonen finden. Dazwischen gibt es aber immer noch einige Traditionsgeschäfte, in denen das Schauen und Stöbern Spaß macht, wie zum Beispiel einige Antiquariate. Shopping-Alternativen zur Kaiserstraße bieten etwa die Wald-, Herren- und Ritterstraße im westlichen Teil des "Fächers" sowie die quer dazu liegende Erbprinzenstraße. www.karlsruhe-tourismus.de

Prinz-Max-Palais

Fürstlicher Anblick: Das Prinz-Max-Palais wurde einst als bürgerlicher Altersruhesitz gebaut© Foto: Anne SchüßlerFürstlicher Anblick: Das Prinz-Max-Palais wurde einst als bürgerlicher Altersruhesitz gebaut

Das Gebäude, so prunkvoll es auch aussieht, wurde ursprünglich für einen Bürgerlichen erschaffen. Der Großunternehmer August Schmieder (1824 – 1897) ließ sich 1882 vom renommierten Architekten Josef Durm einen prachtvollen Altersruhesitz im Stil italienischer Palastarchitektur errichten. Der verschwenderische Figurenschmuck mit Nischenfiguren und Allegorien auf dem Dachfirst wurde von Bildhauer Adolf Heer kreiert. Sinnsprüche von Josef Viktor von Scheffel auf Marmortafeln vermitteln die Bedeutung der Allegorien.

Zugänglich ist auch die Gartenanlage mit Zierbrunnen, gusseisernen Umfassungsgittern und -toren. Anlässlich seiner Hochzeit mit Maria von Cumberland, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, erwarb Prinz Max von Baden 1899 das Palais als Wohnsitz für seine Familie, sodass es bald seinen Namen trug. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 verließ Prinz Max sein Domizil und überließ es verschiedenen Institutionen und Firmen zur Nutzung für Geschäftsräume. Von der ursprünglichen Innenausstattung blieb daher nichts erhalten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Prinz-Max-Palais schwer beschädigt. Danach hat man es wieder aufgebaut und die Raumaufteilung im Inneren verändert. Zunächst residierte hier von 1951 bis 1969 das Bundesverfassungsgericht, bevor die Neubauten am Schlossplatz fertig gestellt waren. 1978 beschloss der Stadtrat den Ausbau zu einem kulturellen Zentrum, das 1981 eröffnet wurde. Heute ist das Gebäude Domizil des Stadt­­­­mu­­­­se­ums, des Museums für Literatur am Oberrhein, der Litera­ri­­schen Gesell­­schaft sowie der Kinder- und Jugend­­­bi­blio­thek. www.karlsruhe-tourismus.de

Friedrichsplatz

Der Friedrichsplatz: Im Sommer ist die grüne Anlage ein Ort zum Relaxen© Foto: Stadtmarketing Karlsruhe GmbHDer Friedrichsplatz: Im Sommer ist die grüne Anlage ein Ort zum Relaxen

Der Friedrichsplatz ist ein schön begrünter Stadtplatz. Hier findet man rund um die Brunnen Gelegenheit, zwischen Shopping und Sightseeing ein bisschen Pause zu machen. Um 1800 wurde die Anlage, die zu einem Schlöss­chen des Erbprinzen Karl Ludwig und seiner Gemahlin Amalie gehörte, im Stil der engli­schen Garten­ge­stal­tung konzipiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der umliegenden Bebauung zerstört. Heute dient der Platz als Location für diverse Veranstaltungen. Im Winter wird hier die größte Kunsteisbahn Deutschlands unter freiem Himmel installiert, und zum Ende des Sommers steigt alle zwei Jahre ein großes internationales Tanz- und Folklorefestival. www.karlsruhe-tourismus.de

ZKM

Forschung, Ausstellung und Produktion: ZKM mit Installation "The Morning Line"© Foto: Anne SchüßlerForschung, Ausstellung und Produktion: ZKM mit Installation "The Morning Line"

Das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) umfasst in einem denkmalgeschützten Industriebau unter einem Dach zwei Museen, drei Forschungseinrichtungen sowie eine Mediathek. Es dient somit gleichermaßen der Forschung und Produktion, ist Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen, Archiv und Sammlungen. Angeschlossen sind auch die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und die Städtische Galerie. Vor dem Gebäude befindet sich temporär der Klang-Pavillon "The Morning Line" – über 46 Lautsprecher und 12 Subwoofer verbreitet dieser überdimensionale Klangkörper elektro-akustische Kompositionen internationaler Künstlerinnen und Künstler. zkm.de

Kaiserplatz

Stolz und majestätisch: Karl-Wilhelm-Denkmal auf dem Kaiserplatz© Foto: Stadtmarketing Karlsruhe GmbHStolz und majestätisch: Karl-Wilhelm-Denkmal auf dem Kaiserplatz

Der Karlsruher Kaiserplatz befindet sich am westlichen Ende der Kaiserstraße unmittelbar vor dem Mühlburger Tor. Seinen Namen erhielt er von dem mitten auf dem Platz befindlichen Reiterdenkmal des Kaisers Wilhelm I.

Bereits 1889, ein Jahr nach dem Tod des Kaisers, wurde auf Wunsch des Großherzogs von Baden ein Denkmal für Wilhelm I. errichtet. Es wurde von Adolf Heer entwickelt und am 18. Oktober 1897 feierlich eingeweiht. 105 Jahre später, im Jahr 2002, wurde östlich des Denkmals ein Kontrapunkt gesetzt: Man ließ 27 Granittafeln mit allen Namen der Revolutionäre von 1848 in den Boden ein, die auf Veranlassung des späteren Kaiser Wilhelm nach der Badischen Revolution hingerichtet worden waren. www.karlsruhe-tourismus.de

Fasanenschloss

Erst Lusthaus, dann Stall: Das Fasanenschloss hatte viele verschiedene Funktionen© Foto: Stadtmarketing Karlsruhe GmbHErst Lusthaus, dann Stall: Das Fasanenschloss hatte viele verschiedene Funktionen

Im Jahre 1765 wurde am Rand der Waldlichtung „Bocksblöße“ das Fasanenschlösschen unter Markgraf Karl-Friedrich gebaut. Es ist ein Lust- und Teehaus im chinesischen Stil mit zwei Pavillons, die ebenfalls im chinesischen Stil gehalten wurden.

Das spätere Fasanenschlösschen war ursprünglich ein Bauwerk, das zur Aufzucht von Fasanen gedacht war. Im Erdgeschoss befanden sich die Fasanenstuben, im Obergeschoss die Wohnung des Fasanenmeisters. Neben der Umgestaltung des umgebenden Parks zu einem englischen Landschaftsgarten im Jahre 1773 wurde das Gebäude zu einem Schlösschen umfunktioniert. Die Fasanenstuben wurden zu einem üppigen Saal umgestaltet, der sich heute noch weitgehend in seiner einstigen Ausstattung mit meergrüner Wandfarbe und klassischen Elementen zeigt.

Da im Jahre 1866 die Fasanerie, die zeitweise mehr als 3000 Tiere beherbergte, aufgelöst wurde, diente der Saal im Schlösschen in den Sommermonaten als Prinzenschule, im Krieg 1870/1871 wurde er als Offizierslazarett genutzt. Die chinesischen Pavillons waren kleine Teehäuschen und später Studierzimmer für die Kinder des Fürstenhofs. Seit 1926 bis heute ist das Anwesen Sitz der Staatlichen Forstschule Karlsruhe, seit 1990 auch Bildungszentrum der Landesforstverwaltung. www.karlsruhe-tourismus.de

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