Highlights Highway Number 1

USAHighlights Highway Number 1

Er ist nicht umsonst ein großer Star unter den Küstenstraßen dieser Welt. Der legendäre Highway Number 1 windet sich durch spektakuläre Naturkulissen, vorbei an gewaltigen Mammutbäumen, an Künstlerdörfern, einsamen Buchten und Stränden für jeden Geschmack. Rund 800 Meilen ist die Route insgesamt lang – Marco Polo stellt 10 Highlights auf der Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles vor

© Foto: Bettina Hensel

Surf-City und Hippie-Vibes: Santa Cruz

Dass Santa Cruz eine Surferstadt ist, wird auf den ersten Blick klar: Etwa am Cowell's Beach lassen sich Scharen von Surfern auch bei bewölktem Himmel im Wasser treiben und warten auf ihren bunten Boards auf die nächste vielversprechende Welle. Der Sport wurde hier zum ersten Mal in den USA praktiziert. Ganz in der Nähe am Strand wohnt übrigens Jack O’Neill, ein berühmter Sohn der Stadt, Pionier des Nassanzugs und graue Eminenz des Surfens im “Golden State”. Wer sich nicht fürs Surfen interessiert, kann sich auch Kajaks, Stehpaddelbretter und Motorboote an der Santa Cruz Wharf mieten – mit 823 m das längste Holzpier an der Westküste. An Land wartet der Cruz Beach Boardwalk, eine nostalgische Strandpromenade mit einem der ältesten Strandvergnügungsparks an der Westküste. Sehenswert ist etwa die historische Achterbahn aus Holz, der Giant Dipper. Durch die liberale Universitätsstadt weht immer noch ein Hauch der Hippiekultur aus den 1960er-Jahren, obwohl sie mittlerweile eher Schlafstadt für Silicon-Valley-Arbeiter ist: Aufkleber wie "Keep Santa Cruz weired" (lasst Santa Cruz verrückt bleiben) kleben an Straßenpfosten, Graffitis mit Surf- und Flower-Power-Motiven schmücken Häuserwände. www.santacruz.org

© Foto: Bettina Hensel

Pacific Grove: Traumhafte Zuflucht

Wer ein hübsches Örtchen zum Übernachten sucht, wird im charmanten kleinen Ferienort Pacific Grove glücklich. Die Lage an der Spitze der breiten, mit Pinien bewaldeten Halbinsel der Monterey Bay mit Panoramablick auf den Pazifik ist atemberaubend. Es gibt keine Millionärsvillen wie im benachbartenCarmel-by-the-Sea, dafür bunte Cottages, eine frische Meeresbrise und duftende Pinienwälder. 1875 gründeten Methodisten auf Wanderpredigtour den Ort, die dort ein Paradies auf Erden sahen. Später folgten Künstler und Schriftsteller wie der US-Autor und Nobelpreisträger John Steinbeck, der hier ein paar Jahre lebte. Ihm ist das Museum National Steinbeck Center gewidmet. Die Stadt ist auch bekannt als Butterfly Town – die Monarch-Schmettterlinge halten hier ihren Winterschlaf von Oktober bis März ab. Sehenswert ist zudem das Point Pinos Lighthouse, der älteste Leuchtturm an der Westküste. Gleich an das hübsche Städtchen grenzt der bekannte 7-Miles-Drive. www.pacificgrove.org

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

17-Mile-Drive: Highway Number 1 in Miniaturformat

Zerklüftete Küsten, einsame Pinien, Seehunde, luxuriöse Golfplätze und Villen: Wer den Highway Number 1 in Miniaturformat sehen und sich einen Eindruck verschaffen will, wie die High Society in Kalifornien so lebt, der ist auf dieser Mautstraße (9,75?$ pro Fahrzeug) richtig. Von Pacific Grove bis Carmel schlängelt sich die privat verwaltete Panoramapiste am Meer entlang, vorbei an Villen und dem berühmten Golfplatz Pebble Beach. Es gibt viele "Points of interests" auf der Strecke. Ein beliebtes Fotomotiv ist die Lone Cypress: Seit etwa 250 Jahren steht die „einsame Zypresse“ auf einem vorgelagerten Felsen und widersteht den pazifischen Stürmen. Von April bis Juni sollte man am Fanshell Overlook anhalten, um Seehunde und ihre Jungen zu beobachten. Wer gut zu Fuß ist, kann den Küstenabschnitt auch bei einer Wanderung erleben – dann natürlich vollkommen gratis. www.pebblebeach.com

© Foto: Visit California/Carmel

Carmel-by-the-Sea: Konservatives Märchendorf mit Promifaktor

Im Sommer ist dieser Ort ein Besuchermagnet. Was früher eine Künstler- und Schriftsteller-Oase war, wird heute vom konservativen "Old Money"regiert. Wenn man durch die ruhigen Seitengassen fährt, kann man viele hübsche Privathäuser ohne Briefkästen oder Hausnummer sehen – der Postbote muss sich auskennen, Carmel-by-the-sea (kurz Carmel) hat strenge Regeln, die das Stadtbild bewahren sollen. Gegen zu viel Biedermeierei trat einst Westernheld Clint Eastwood ein, der im Ort das Hotel Mission Ranch restaurierte. Eastwood war hier zwei Jahre bis 1988 Bürgermeister und setzte zumindest durch, dass man wieder öffentlich Eiscreme essen durfte. Der hübsche Ort wandelt ansonsten geschickt auf dem Grat zwischen großer Geschichte und neuem Wohlstand.Die Carmel Mission gehört zu den schönsten des Staates, und von dort führenschattige Wege in das üppig grüne Mission Trail Nature Preserve. Der helle Sandstrand des hundefreundlichen Carmel Beach lockt nicht nur Spaziergänger, sondern auch Surfer an. Einen Ausflug wert sind die Steilküsten im nahen Point Lobos StateReserve-Park: Felsige Trails winden sich hier an der Küste entlang, perfekt für ein Picknick an einem der einsamen, kleinen Strände. www.pointlobos.org, www.carmelcalifornia.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Bixby Bridge: Golden Gate Bridge in Big-Sur

Für viele ist der spektakuläre Küstenabschnitt um Big Sur das Herzstück des Highway Number 1. Hier entstanden vor 50 Jahren legendäre Hippiekolonien, hier fotografierte einst Ansel Adams, hier lebte und liebte Henry Miller. Ein mächtiges Felskap mit Leuchtturm markiert den Anfang. Tatsächlich: Die Gegend um die Bixby Bridge ist ein landschaftlicher Höhepunkt der gesamten Strecke und bietet spektakuläre Ausblicke. Das 79 Meter hohe Bauwerk ist eine der höchsten Einzelbogenbrücke der Welt.Ein Blick auf die steilen und brüchigen Hänge zeigt: der Bau war kein Kinderspiel. Arbeiter zogen damals über 45.000 Sack Zement über ein massives Holzgerüst nach oben. Angekarrt wurde das Material mit LKWs über die kurvenreiche, noch unfertige, einspurige Küstenstraße. Einen richtig schönen Blick auf dieses frühe Meisterwerk der Baukunst hat man vom Hurricane Point, einer Aussichtsstelle ca. 1,5 km südlich derBrücke. www.visitcalifornia.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb/Pfeiffer

Big Sur: Versteckte Traumstrände

Zu schnell sollte man nicht um die Kurven rauschen: In der Region Big Sur warten versteckte Pazifik-Buchten, die einen Badeausflug lohnen. Nicht einfach zu finden ist zum Beispiel der populäre Pfeiffer Beach: Etwa 7 Meilen hinter dem Postamt von Big Sur geht rechts einebefestigte Strasse ab (Sycamore Canyon Rd.). Nach ca. 2 Meilen gibt es einen Parkplatz,von dort aus führt ein kurzer Weg zum Strand. www.visitbigsurcalifornia.com

© Foto: Visit California/Nepenthe

Nepenthe: Sommerhaus von Orson Welles

Kein Wunder, dass den Ort Big Sur bis heute ein Hauch von Mythos umweht, schließlich ist er mit klingenden Namen wie Henry Miller, Steve Mc Queen oder Jack Kerouac verbunden. Hier im Restaurant Nepenthe – dem ehemaligen Sommerhaus von Orson Welles – kann man mit Blick auf den wilden Pazifik einen sogenannten Ambrosia-Burger auf der Veranda essen und sich zum Sonnenuntergang ein kühles Bier gönnen. Nur etwa 400 Meter südlich des Lokals erinnert linker Hand hinter Bäumen versteckt die Henry Miller Library an den berühmten Schriftsteller. In Big Sur gibt es jede Menge Campingplätze und andere Low-Budget-Unterkünfte. Die Schönheit der Natur hat aber auch zum Bau sehr exklusiver und teurer Hotels geführt, wie etwa dem Post Ranch Inn, das an einer Klippe hängt. Ein weiteres Highlight der Strecke sind die McWay Falls, ein Wasserfall, der aus etwa 20 Metern Höhe von einer Klippe auf einen Strand stürzt und imJulia Pfeiffer Burns State Park liegt. Wenn man Glück hat, kann man in den Lüften bedrohte Kalifornische Kondore erspähen, die größten Vögel Nordamerikas. www.visitcalifornia.com, www.nepenthebigsur.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Hearst Castle: Im Schloss des Zeitungsbarons

Vom Highway Number 1 bei San Simeon, etwa 70?Kilometer nördlich von San Luis Obispo, sind schon von Weitem die vergoldeten Türmchen und roten Ziegeldächer des Hearst Castle zu sehen. Eine Millionen Besucher jährlich verzeichnet dieses Schloss, das sich der Zeitungsbaron William Randolph Hearst mit vielen Anleihen bei europäischen Stilrichtungen bauen ließ. Drei Millionen Dollar und 30 Jahre Bauzeit (1917–47) kostete die Phantasiewelt den Verleger, dessen Leben Orson Welles zu dem Filmklassiker „Citizen Kane" inspirierte. Die 100 Räume im Casa Grande, die Pools und die vielen Gästehäuser, in die Hearst „ganz Hollywood" und berühmte Politiker einlud, geben einen Eindruck vom damaligen Luxusleben. Infos unter www.luxus.welt.de, www.hearstcastle.org

© Foto: Bettina Hensel

Pismo Beach: In Dünenwelten

Ein Stück weiter auf dem Highway Number 1 stößt man auf die Stadt Oceano. Dort beginnt die Oceano Dunes State Vehicular Recreation Area. Der komplizierte Name bezeichnet das einzige Küstenareal der Region, in dem man mit einem motorisierten Untersatz durch die Sanddünen fahren darf. Buggys, Offroad-Autos oder Motorräder cruisen hier die Strände auf und ab. Gleich an die Oceano Dunes schließen sich Grover Beach und Pismo Beach an, der Eintritt mit dem Auto zum Strand kostet etwa 5 Dollar. www.ohv.parks.ca.gov, www.pismobeach.org

© Foto: Bettina Hensel

Santa Barbara: Die Königin der Missionen

Rund zwei Stunden Fahrt nördlich von Los Angeles gelegen, zählt die altspanische Missionsstadt (92.000?Einwohner) zu den beliebtesten Ferienorten an Kaliforniens Riviera. Hier wartet die schöne, 1786 von spanischen Franziskanermönchen errichtete Old Mission Santa Barbara, die den Spitznamen „Königin der Missionen“ trägt. Sie thront hoch über der Stadt, schon fast bei den Küstenbergen. Nicht weiter verwunderlich, dass Maler vor der Mission gerne ihre Staffeleien aufstellen. Natürlich bietet die schöne Küstenstadt Santa Barbara noch viele andere Highlights: die rund 50 Kilometer langen Sandstrände, das Geschäftsviertel um die State Street, das im charmantem Kolonialstil erbaut wurde, oder Pier Stearns Wharf mit vielen Skatern und Surfern. Eine halbe Fahrstunde landeinwärts verlocken im Santa Ynez Valley schöne Güter zur Weinprobe. www.santabarbaramission.org, www.santabarbaraca.com

ANZEIGE
Nach oben