Highlights am St-Lorenz-Strom

QuébecHighlights am St-Lorenz-Strom

Östlich der Großen Seen findet man sich plötzlich in einer anderen Welt. Die Straßen hier heißen „rues“ und­ nicht mehr „streets“, in den alten Dörfern scharen sich normannisch anmutende Häuser um große katholische Kirchen. Das lebensfrohe Montréal glänzt mit europäisch-südländischem Esprit, und die Altstadt von Québec City ist sogar von einer historischen Stadtmauer umringt – Marco Polo nennt zehn wichtige Highlights der französischsten Region Kanadas

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Québec City

Die gepflasterten, winkeligen Gassen, steinernen Stadttore und trutzigen Bastionen der mittelalterlich wirkenden Altstadt von Québec City sind einzigartig in ganz Kanada. Zahllose Touristen vom ganzen Kontinent sind entzückt über so viel historischen Charme. Die bereits 1608 an der Mündung des St.-Charles- in den Sankt-Lawrence-Strom gegründete Hauptstadt (765.000?Ew. im Großraum) der Provinz Québec kann wahrlich mit einer reichen Geschichte aufwarten – eine Seltenheit im jungen Kanada. Schon im 17. Jahrhundert war Québec das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Kolonie Neufrankreich. 1763 fiel es in die Hände der Engländer, doch der französischen Lebensart blieb man bis heute treu. Für den schönsten Blick auf die Stadt muss man aufs Wasser: Bei einer Bootsrundfahrt werden der alte Hafen wie auch der hier rund 800?Meter breite Sankt-Lawrence-Strom erkundet. Das Auto bleibt bei einem Besuch in Québec am besten in der Hotelgarage – die kompakte Altstadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. www.quebecregion.com

© Foto: Canadian Tourism Commission

Haute Ville & Basse Ville

Auf einer schmalen Uferterrasse am St. Lawrence liegt die Basse Ville, wo Stadtgründer Samuel de Champlain einst das erste kleine Fort der Franzosen errichtete. In den alten Häusern an der Rue de Petit-Champlain und um die Place Royale mit der Kirche Notre-Dame-des-Victoires (1688) haben Galerien, Cafés und Souvenirläden Einzug gehalten. Das Centre d’Interprétation de Place Royale neben der Kirche erläutert in gut gemachten Ausstellungen den Aufstieg Québecs vom Pelzhändlerfort zur Metropole. Wahrzeichen der auf einer steilen Klippe thronenden Haute Ville ist das prächtige, 1924 fertiggestellte Hotel Château Frontenac, unter dessen Kupferdächern schon Präsidenten und Könige schliefen. Drumherum drängen sich, von einer historischen Stadtmauer umschlossen, die Gassen der Altstadt: die quirlige Place d’Armes, die Aussichtspromenade Terrasse Dufferin und die Rue St-Louis mit vielen Häusern aus dem 17. Jahrhundert. www.mcq.org

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Côte de Beaupré

Einen Tag sollte man für einen Ausflug auf der „Straße des Königs“, der Route 360, zum geschichtsreichen Nordufer des St. Lawrence einplanen. Das im normannischen Stil 1673 erbaute Bellanger-Girardin-Haus in Beauport verdient einen Stopp ebenso wie die 83?m hohen Wasserfälle Montmorency. Die Geschichte der Region dokumentiert das in einer Mühle von 1695 untergebrachte Besucherzentrum in Château-Richer. www.cotedebeaupre.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Gaspésie

Auf der etwa 300?km langen Landzunge, an deren Nordküste das Meer tief in den Mündungstrichter des St. Lawrence eindringt, kann man einige der eindrucksvollsten Landschaften Québecs erleben. Besonders schön ist hier eine Tour im Farbenrausch des Indian Summer. Von Québec City aus führt die Route 132 durch malerische Bauerndörfer am Südufer des St. Lawrence nach Montmagny. Auf der vorgelagerten Île aux Grues legen im Spätsommer Tausende von Schneegänsen einen Stopp auf ihrem Weg nach Süden ein. St-Jean-Port-Joli ist für seine Holzschnitzer berühmt. Das Musée des Anciens Canadiens zeigt vor allem Werke der Bourgault-Brüder. www.museedesancienscanadiens.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Rocher Percé

Der gewaltige, gut 90?m hohe rostrote Felsen ist das Wahrzeichen der rund 300 Kilometer langen Landzunge Gaspésie an der Nordküste und ragt ganz im Osten nahe dem Ort Percé aus der Brandung. Bei Ebbe kann man auf eine Sandbank gehen und die im Schieferfels eingeschlossenen Fossilien aus alten Zeiten bewundern. www.rocherperce.com

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Île d’Orléans

Bauerndörfer mit malerischen Kirchen vor der beschaulichen Kulisse des breiten Flusses – die Zeit scheint stehen geblieben zu sein auf dieser ungefähr 30?Kilometer langen Insel östlich von Québec City. Von einer Ringstraße können Sie Ausblicke auf die Metropole und den St. Lawrence genießen und an den Straßenständen die Produkte der Bauern kosten: Ahornsirup, Honig, Cidre und Erdbeeren. Lohnende Stopps sind zudem das kleine Museum Manoir Mauvide-Genest in Saint-Jean und eine Lunchpause in der Ancien Moulin von 1720 in Saint-Laurent. www.tourisme.iledorleans.com

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Magog

Das 14.000-Einwohner-Städtchen am Nordufer des lang gestreckten Lac Memphrémagog liegt im Herzen der Eastern Townships – und damit im Zentrum einer Ferienregion mit gepflegten Hotels, Golfplätzen, Seen und Wanderwegen in den bewaldeten Vorbergen des Appalachengebirges, das über die nahe US-Grenze bis Québec reicht. Vom Mont Orford aus kann man einen weiten Blick über das wellige Land genießen, in der alten Benediktinerabtei St-Benoît-du-Lac den hervorragenden Käse der Mönche probieren und in North Hatley die Villen der reichen amerikanischen Sommerfrischler aus den 1920er-Jahren bewundern. Einen Abstecher verdient auch das Örtchen Coaticook, wo im Parc de la Gorge de Coaticook eine 170?Meter lange Fußgängerbrücke über eine Schlucht führt. www.ville.magog.qc.ca

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Baie-St-Paul

Das Städtchen (7300?Einwohner) in den Hügeln am Nordufer des St. Lawrence zieht seit gut 100 Jahren Sommerfrischler und Naturliebhaber an – und inspiriert Künstler. Hier trifft das Granitmassiv des Kanadischen Schilds auf das breite Tal des großen Stroms. So sind dramatische Landschaften garantiert, und besonders im Herbst zur Blätterfärbung zählt diese Region zu einer der schönsten in Kanada. In den alten Häusern des Orts warten zahlreiche Galerien, und man kann auch Ateliers von zeitgenössischen und früheren Malern der Region besuchen, so etwa die Maison René Richard. www.baiesaintpaul.com

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Heeb

Parc National de la Mauricie

Der seen- und waldreiche Nationalpark rund 40?Kilometer nordwestlich der alten Industriestadt Trois-Rivières schützt die typische schöne Landschaft des Kanadischen Schilds. Er ist ein guter Tipp für Kanufahrer, die Tagestouren oder auch längere Fahrten unternehmen wollen (Vermietung bei den Infozentren an den Parkeingängen). Das St-Maurice-Tal am Ostrand des Parks – eine Ferienregion mit Hotels und Golfplätzen – eignet sich auch sehr gut zum Wandern. www.pc.gc.ca

© Foto: Michael Schulz

Saguenay-Region

In einem von Gletschern tief herausgeschürften Fjordtal strömt der Fluss Saguenay vom Lac Saint-Jean zum St. Lawrence. Nahe der Flussmündung bei Tadoussac sammeln sich im Sommer und Herbst Beluga- und Blauwale, die oft bei der Fährfahrt über die Bucht oder bei speziellen Waltouren beobachtet werden können. www.croisieresdufjord.com Weiter flussaufwärts im 300?km2 großen Parc du Saguenay ragen um die Baie Éternité steile Felsen bis zu 400?Meter hoch auf. Hier finden sich schöne Wanderwege mit phantastischen Aussichtspunkten. Am oberen Ende des Fjords liegt der Handelshafen Chicoutimi, einem der frühen Industrieorte Québecs zugehörig. Um 1920 stand dort das größte Zellulosewerk der Welt. Der Ursprung des Saguenay, der Lac Saint-Jean, ist ein fast kreisrunder Restsee aus der letzten Eiszeit mit 1300?km2 Fläche. Den Québecern gilt er als beliebtes Segelrevier und Ferienziel mit schönen Stränden. Im Sommer reifen in den Wäldern rings um den See die Blaubeeren – man sollte hier unbedingt die berühmte Blaubeertorte probieren! www.sepaq.com

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