Glückliche Insel

MadeiraGlückliche Insel

Duftende Blütenpracht, große Weinterrassen, bizarre Vulkane, dunkle Lavapools und goldgelbe Strände: Bem-vindo, willkommen auf Madeira! Ob Sie Naturfreund sind, Wassersportler oder einfach nur Ruhe suchen – die vielen Facetten der Insel lassen kaum einen (Urlaubs-)Wunsch unerfüllt. Auf der nächsten Seite folgen zehn Highlights von Marco Polo

Mercado dos Lavradores

Dieser Markt im Herzen der Hauptstadt Funchal lockt mit exotischen Früchten, Bauerngemüse, Fisch, Korbwaren und Blumenzwiebeln. 1941 errichtet, mit deutlichen Reminiszenzen an den Stil des Art déco, zeigt der „Markt der Bauern“ im Eingangsbereich schöne, großformatige Azulejobilder. Die eigentliche Attraktion ist jedoch die Fülle der Produkte. Im Erdgeschoss liegen um den Innenhof Metzgereien, Wein- und Korbwarenläden sowie Souvenirgeschäfte, wo u.a. typische Folklorestiefel verkauft werden. Aus dem Hof geht es hinab zur Fischhalle. Auf der Dachterrasse befindet sich ein Café, wo sich Verkäufer und Besucher in Korbsesseln bei einem Drink von den Strapazen des Ein- und Verkaufs erholen können. www.madeira-a-z.com

Palheiro-Gärten

Heimische Vegetation, gepaart mit englischer und französischer Gartenkunst – an der Straße nach Camacha, neun Kilometer östlich von Funchal, erstreckt sich auf 600 Meter Höhe eine der abwechslungsreichsten und schönsten Parkanlagen der Insel: die Palheiro-Gärten. Die Quinta do Palheiro Ferreiro gehörte einst dem Grafen von Carvalhal. Im 18. Jahrhundert nutzte er das Herrenhaus als Jagdsitz. Seine Nachkommen verprassten allerdings das Vermögen, und so wurde das Anwesen 1885 zum Hauptwohnsitz der britischen Weinhändlerfamilie Blandy. Sie ließ sich auf dem Gelände ein eigenes Herrenhaus bauen. Um diese private Landvilla rankt sich ein sorgsam angelegter englischer Garten mit wunderbaren subtropischen Pflanzen. Hinter der Kapelle öffnet sich der Garten mit üppigen Strelitzienbüschen und einem Seerosenbecken; vor der Quinta liegt der Versunkene Garten mit seiner exotischen Farbenfülle. Berühmt sind die Palheiro-Gärten übrigens auch für ihre Kamelien und die verschiedenen Protea-Arten, die einst von Mildred Blandy aus Südafrika auf die Insel eingeführt wurden. Ein lauschiges Teehaus lädt im Garten zur Rast. Es liegt zwischen dem Golfplatz und der Casa Velha do Palheiro (www.casa-velha.com). Dieses Luxushotel befindet sich in den historischen Gemäuern des ehemaligen Herrenhauses des Grafen von Carvalhal. Es wurde mit einem Spa und einem Restaurant mit exquisiter Küche erweitert. www.palheirogardens.com

Korbschlitten

Auf Kufen geht's zügig von Monte hinab ins Tal – und das ganz ohne Schnee. Das kühle Klima, die reiche Vegetation, der schöne Blick auf das Meer und die Nähe zur Inselhauptstadt (8 km) machten Monte bereits vom 18. Jahrhundert an zu einer begehrten Adresse reicher Europäer. Vor den Stufen der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte auf einem Hügel oberhalb des Hauptplatzes Largo da Fonte warten die Lenker der Korbschlitten, um ihre Kunden in den historischen Kufengefährten (Carros de Cestos) etwa 2 km weit über öffentliche Sträßchen Richtung Tal zu steuern. Diese Schlittenfahrt zwischen fahrenden Autos ist wohl weltweit einzigartig und deshalb für Touristen ein Highlight beim Madeira-Besuch. Die Korbschlittenfahrer bilden eine Zunft, in die man hineingeboren wird. Nur Männer können diesen Beruf ergreifen, sie tragen eine typische Kluft aus weißer Hose, weißem Hemd, blauer Jacke und Strohhut. Gelenkt und gebremst wird mit den Schuhen, die mit Spezialgummi verstärkt werden. Inzwischen wird der Rücktransport der Schlitten per Lastwagen genossenschaftlich organisiert, während die Lenker früher ihre Schlitten mühsam den Berg wieder hinaufziehen oder -tragen mussten. Die Fahrt geht nicht mehr hinab in das Stadtzentrum von Funchal wie in der Vergangenheit, sondern nur nach Livramento, wo teure Taxis warten, aber auch der günstigere Linienbus nach Funchal hält. Schon 1894 ging zur raschen Verbindung zwischen Monte und Funchal auch eine Zahnradbahn in Betrieb. Inzwischen ersetzt die moderne Kabinenseilbahn die historische Bahn, die 1943 stillgelegt wurde. www.visitmadeira.de

Paúl da Serra

So heißt diese bizarre Hochmoorlandschaft, mit rauem Klima wie in Schottland, mitten auf Madeira – vom Gipfelplateau in 1000 Meter Höhe bieten sich dem Besucher atemberaubende Ausblicke. Nur robuste Pflanzen, Gräser, Ginster und Adlerfarn, halten das spröde Klima dort aus. Der Untergrund speichert wie ein Schwamm das Regenwasser. Von hier aus wird es über Levadas (kleine Kanäle) in viele Teile der Insel verteilt und auch gezielt in Kraftwerke geleitet. Außerdem recken Dutzende von Windgeneratoren ihre Flügel in den Himmel. Der Wind bläst hier oben oft sehr stark, und wenn dann noch der typische Nebel hinzukommt, wird klar, warum die Baupläne des Flughafens auf der Hochebene schnell wieder verworfen wurden. Bei gutem Wetter bieten sich von der Panoramastraße aus traumhafte Ausblicke. Etwa auf halber Strecke geht es hinab ins Tal von Rabaçal, wo Sie zum Risco-Wasserfall und in einen Felskessel namens 25 Fontes (25 Quellen) wandern können. www.visitmadeira.de

Lavapools

Der Ort Porto Moniz an der Nordwestküste der Insel hat die schönsten Pools aus Vulkangestein auf Madeira. Hier gibt es wellenumtoste Badefreuden in sicheren Naturschwimmbecken. Dazu wurden die flachen, zur offenen See hin allmählich tiefer werdenden Becken mit Beton befestigt und durch Umkleidekabinen ergänzt. Einige Schritte weiter kann man beim Restaurant Cachalote ebenfalls in Becken aus erstarrter Vulkanmasse steigen; hier gibt es aber keine Umkleidekabinen. Mit Maske und Schnorchel sind in diesen Lavapools zahlreiche Fische zu sehen, die mit der Flut über die Mauer gespült werden. In der Vergangenheit nutzte man diese natürlichen Fallen zum Fischfang: Das Wasser in den Becken wurde mit dem Saft der für Menschen ungefährlichen Fischfangwolfsmilch vergiftet und die nun an der Oberfläche schwimmenden Tiere konnten einfach eingesammelt werden. Heute ist das Baden ein völlig ungiftiges, erfrischendes Erlebnis; im Sommer kann es eng auf den Betonflächen werden. www.visitmadeira.de

Casas de Colmo

Die strohgedeckten historischen Holzhütten sind das farbenfrohe Wahrzeichen der Region Santana im Norden Madeiras. Santana ist der bekannteste Ort (3500 Einwohner) an dieser Küste, dank seiner strohgedeckten historischen (Holz-)Häuser. Gut hundert dieser Casas de Colmo liegen noch im Gemeindebezirk. Einige wurden neben dem modernen Rathaus wieder aufgebaut; eines birgt hinter seiner farbenfrohen Fassade Originalmobiliar und ein Handwerksatelier (u. a. mit Leinweberei), ein weiteres das Tourismusbüro. Unterhalb der Kirche von Santana weist ein Schild zur Rocha do Navio, einem Naturreservat, in dem endemische Küstenpflanzen und bedrohte Seevögel geschützt werden. Vom Fels hinab zum winzigen Strand, neben dem auch einige kleine Felder liegen, verkehrt mittwochs und am Wochenende mehrmals täglich ein Lift für die Bauern, der aber auch von Urlaubern genutzt werden kann (Hin- und Rückfahrt 5 Euro). Zudem entstand in Santana der Parque Temático da Madeira zur Geschichte und Kultur Madeiras. Seine Ausstellungen befassen sich auch mit der Zukunft der Erde. www.parquetematicodamadeira.pt

Museu da Baleia

Diese Sammlung in Caniçal erinnert an den Walfang, den die Menschen hier lange Zeit betrieben. Fischerei, Walfang und Bootsbau prägten lange Zeit Madeiras östlichste Gemeinde (4000 Einwohner), rund sieben Kilometer nordöstlich von Machico. Heute bestimmen die große Freihandelszone und der Frachthafen das Leben der rapide wachsenden Siedlung. An die Vergangenheit Caniçals als Walfangstation erinnert das Museu da Baleia (www.museudabaleia.org). Das Museum porträtiert die beeindruckenden Pottwale und dokumentiert die Geschichte des Walfangs – vom Fang mit der Handharpune bis hin zur Verarbeitung – auf der Insel, der erst in den 1980er-Jahren eingestellt wurde. Für den kleinen Hunger bietet sich Muralha’s Bar an, eine urige Adresse hauptsächlich für Fisch gegenüber der neuen Schwimmbadzone. In dem kleinen Lokal werden mitunter auch noch die sardellenartigen Castanhetas angeboten. Weitere Bars und Restaurants befinden sich an der neuen Hafenstraße bis hin zur Werft bzw. zum Frachthafen. Etwas weiter gen Osten ankern Segler gern in der modernen, kühn projektierten Marina Quinta do Lorde mit Restaurant und Bars (www.quintadolorde.pt).1986 wurde bei Caniçal ein Meeresschutzgebiet eingerichtet. Das sorgt nun dafür, dass nicht nur verschiedene Walarten, sondern auch Delphine und die stark bedrohte Mönchsrobbe an dieser Stelle wieder in Ruhe leben können.

Ponta de São Lourenço

Karg und windig gibt sich die Ostspitze Madeiras, 11 km von Machico entfernt. Man begann schon frühzeitig mit der Abholzung, später weideten hier Ziegen, die alles junge Grün sofort wegfraßen. So prägen heute kahle Kuppen, die im Frühjahr ein Blütenteppich überzieht, das Landschaftsbild, und bizarre, wie von Kinderhand hingewürfelte Felsen steigen ockerfarben, rostrot, grau und grünschwarz aus dem türkisblauen Meer auf. Einen Picknickplatz mit prächtiger Aussicht auf das Meer und die Landzunge gibt es an der Ponta do Rosto. Die Zufahrtsstraße zur Ponta de São Lourenço endet an einem Wanderparkplatz oberhalb der Baía de Abra. Die etwa dreistündige Wanderung zur östlichen Inselspitze (und zurück) eröffnet nach jeder Wegbiegung andere Blicke auf die Landschaft. Unten von der Baía de Abra sieht man die Ilhas Desertas. Getrennt durch nur wenige Meter liegen vor Ponta de São Lourenço zwei Inselchen, die Ilhéu de Agostinho und die Ilhéu de Fora. Letztere heißt im Volksmund auch Ilhéu do Farol, denn auf ihrem Gipfel steht seit 1870 der älteste Leuchtturm Madeiras. Die Inseln dürfen nur von Wissenschaftlern betreten werden. Den besten Blick auf die vorgelagerten Felsinseln und den Leuchtturm gibt es von der Doppelspitze der 125 m hohen Ponta do Furado, der „durchlöcherten Spitze“, wie die Erhebung aufgrund ihrer vom Meer geformten Felslöcher genannt wird. Der Aufstieg ist sehr steil, wird aber durch die spektakuläre Aussicht belohnt. www.madeira-tipps.de

Porto Santo

Die Südküste von Madeiras schöner, vorgelagerter Schwesterinsel Porto Santo, per Fähre ab Funchal in zwei Stunden oder auch mit dem Propellerflugzeug (15 Minuten) erreicht, besteht aus feinem, golden schimmerndem Sand. Bereits am Hafenbecken beginnt der Strand Campo de Baixo, der sich kilometerweit bis zur Ponta da Calheta zieht. Es ist mit Abstand der schönste Strand, den der Madeira-Archipel zu bieten hat und der Porto Santo zum touristischen Darling für Madeirer und Festlandsportugiesen gemacht hat. Im Sommer ist er entsprechend mit sonnen- und sandsüchtigen Urlaubern bevölkert, Platz genug ist aber meist vorhanden. Westlich von Vila Baleira wird der Beach breiter, ab hier ist er auch bewacht, es gibt Toiletten, Duschen (kostenpflichtig) und Snackbars. Selbst zur Hochsaison weitgehend ungestört bleibt man an der felsigen Bucht von Zimbralinho mit ihrem türkisfarbenen Wasser, da sie ab dem kleinen Pass bei Morenos nur noch zu Fuß erreicht werden kann. www.madeira-tipps.de

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