Für Cowboy-Fans und Genießer

Top AdventuresFür Cowboy-Fans und Genießer

Einmal als Cowboy über die Prärie von Manitoba oder Saskatchewan reiten, bei einer Food-Tour die multikulturellen Viertel Montréals entdecken oder über den tosenden Niagara-Fällen schweben: In Kanada wartet jede Menge Abwechslung auf Reisende. Zehn nicht ganz alltägliche Erlebnisse stellen wir hier vor

© Foto: Canadian Tourism Commission

Cowboyleben

Freiheit pur: Ausritte in die Prärie unternehmen und sich beim Rindertrieb als Cowboy beweisen sind Erlebnisse, die man so schnell nicht vergessen wird. Auf der Ranch "La Reata" am Diefenbaker See in Saskatchewan können Besucher das Leben auf einer Farm mit über 250 Tieren erleben, inklusive Reitstunden, Lagerfeuer unterm Sternenhimmel und ein paar Lektionen im Lassowerfen. Wer gerne nach dem Ausritt bei Yoga-Stunden oder in einem Spa entspannt, mag die luxuriöse Echo Valley Ranch & Spa in der wunderschönen Cariboo Region bevorzugen. Auch mitten in den Rockies zwischen mächtigen Berggipfeln können Besucher das Cowboydasein kennenlernen, Brewster Adventures bieten sowohl im Winter als auch im Sommer Reitferien an. www.lareataranch.com www.evranch.com www.brewsteradventures.com

© Canadian Tourism Commission

Schlemmertouren

Auf ins kulinarische Abenteuer: Einwanderer aus aller Welt machten bekanntlich aus Kanada ein Schlaraffenland der Vielfalt. Einen Einstieg in die Welt der internationalen Snacks, von Burritos über Sushi, gibt es bei einer Food-Truck-Tour in der Innenstadt von Vancouver. Die Stadt ist berühmt für ihre 130 lizenzierten Food-Trucks, also mobile Verpflegungsstände. Italien, Portugal und Vietnam in nur einem Tag erleben? Das geht auf einer kulinarischen Tour durch die Neighbourhoods von Montréal, die Fitz & Follwell anbieten. Wer sich querbeet durch feinste französische Küche naschen will, ist bei Tours Voir Québec gut aufgehoben, die neugierige Besucher in ausgewählte Lokale führen. www.foodietours.ca www.fitzandfollwell.co www.toursvoirquebec.com

© Foto: Canadian Tourism Commission/Bluewater Adventures

Rendevouz mit Giganten

Wenn er wieder auf Tauchgang geht und zum Abschied seine mächtige Schwanzflosse kurz aus dem Wasser ragt, dann ist jeder Kanadabesucher glücklich: Wale beobachten gehört in diesem Land zum Muss. Die beste Zeit dafür ist in der Regel zwischen Mai und Oktober. Die Auswahl ist groß: Soll es ein Grauwal sein? Dann auf nach Tofino an der Westküste von Vancouver Island, das Whalewatch-Mekka für die weiß gefleckten Riesen, deren Haut oft von Krebstieren besiedelt wird. Im März legen die friedlichen Grauwale auf ihrem Weg nach Alaska hier einen Zwischenstopp ein, das wird dann gebührend mit einem „Whale Festival“ gefeiert. An der Ostküste können neben Grauwalen auch Buckel­wale gesichtet werden. Die kommunikationsfreudigen, hübschen Weißwale oder Belugas tummeln sich gerne in polaren oder subpolaren Gewässern, wie im Sankt-Lawrence-Strom in Québec und an der Hudson Bay in Manitoba. Die schwarz-weißen und sehr aktiven Orcas, die sich von Fischen ernähren und auch Killerwale genannt werden, kann man auch an der Westküste, aber am besten in Meeresengen wie der Johnstone Strait bei Telegraph Cove beim Lachsfang bewundern. Die intensivste Erfahrung ist Whale Watching mit dem Kajak – das bietet etwa Kingfisher Wilderness Adventures in Port McNeill in British Columbia an. Wer Buckelwale unter Wasser erleben will, kann auch auf eine Schnorcheltour gehen, zum Beispiel mit Ocean Quest Adventures in St. John's auf Neufundland. www.kingfisher.ca www.seanorthtours.com www.kingfisher.ca www.oceanquestadventures.com

© Foto: Canadian Tourism Commission

Insider-Tour durchs Theater

Wer nach wilden Cowboy-Abenteuern und Meeresexpeditionen mal wieder in die Zivilisation eintauchen will, dem sei das Stratford-Festival in der gleichnamigen Stadt im Südwesten Ontarios empfohlen, eines der bekanntesten Theaterevents Nordamerikas (geht von April bis Oktober). Ein gebürtiger Engländer, nämlich Verwaltungsdirektor Thomas Mercer Jones, beschloss vor gut 150 Jahren, das noch namenlose kanadische Dörfchen wie Shakespeaers Geburtsort in England auf „Stratford“ zu taufen. Die Stadt hat auch fünf Ortsteile namens Avon, Fal­staff, Hamlet, Romeo und Shakespeare. Wer sich hier einen dramatischen Theaterabend gönnt, kann sich am nächsten Tag auch bei einer geführte Insider-Tour die Bühne, Technikräume, Probensäle und Requisitenkeller, Schauspielergarderoben und geheimen Aufzüge anschauen. Und wer nicht genug vom Theater kriegen kann, für den lohnt auch ein Ausflug zum nach George Bernard Shaw benannten Shaw-Festival in Niagara-on-the-lake-in Ontario. www.shawfest.com www.stratfordfestival.ca

© Foto: Canadian Tourism Commission, Bluewater Adventures

Unterwegs mit Bärenflüsterern

Egal ob mächtige Eisbären im Polarmeer oder Schwarz- und Braunbären, die bis zu 600 Kilogramm schwer werden, darunter auch Grizzlys – Kanada ist definitiv Bärenland. Alleine in den Busch aufzubrechen und mit Kamera auf Bärenfang zu gehen, ist natürlich nicht gerade ratsam, statt dessen sollte man sich lieber Tierexperten anvertrauen – das ist nicht nur sicherer, sondern auch nachhaltig. An Kanadas Westküste bietet zum Beispiel die Öko-Lodge Great Bear Lodge (siehe Reportage in diesem Magazin) Touren an, die die Tiere nicht stören. Der von hier bis nach Alaska reichende Regenwald "Great Bear Rainforest" ist die letzte Bastion gesunder Grizzly-Bestände weltweit. Auf eine 30-jährige Erfahrung mit Bären kann auch Gary Zorn bauen, der Besuchern in den Cariboo Mountains in British Columbia von Mai bis Oktober Bären bei Hiking-Touren zeigt. Eisbären beobachten? Auf nach Churchill – die am Hudson Bay gelegene kanadische Kleinstadt in der Provinz Manitoba ist als Eisbärenhauptstadtweltbekannt, Anbieter wie Frontiersnorth und Churchill Wild bieten Eisbärwatching an. www.churchillwild.com www.greatbeartours.com www.ecotours-bc.com www.frontiersnorth.com

© Foto: Jason van Bruggen

Über den Wolken.

Die spektakulärste Art, die Niagara-Fälle zu bestaunen? Vom Cockpit eines Helikopters aus natürlich. Von oben sieht man das tosende Wasserfallwunder, das zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Nordamerikas zählt, erst richtig als Gesamtbildnis. Wer auf einen Adrenalin-Kick an den wilden Fällen aus ist, kann sich auch im neuen Abenteuer-Parcour austoben. Auf vier Hochgeschwindigkeits-Ziplines von je 670 Metern Länge geht es auf rasantem Weg abwärts Richtung Niagara Gorge. Körperlich nicht minder anspruchsvoll ist die Bewältigung des Whirlpool-Abenteuer-Parcours. Hier gilt es, auf Strickleitern, Wackelbrücken und Seilschwingen sein Geschick zu beweisen. www.niagarahelicopters.com www.wildplay.com

© Foto: Travel Alberta/Anthony Redpath

Das Zeug zum Musher

Die Huskys drängen mit aller Macht nach vorne, der Schlitten setzt sich in Bewegung und gleitet dank seiner sechs tierischen Zugtiere rasant durch die verschneite kanadische Landschaft. Nur das Knirschen der Kufen, das aufgeregte Hecheln der Hunde und die Rufe des Schlittenführers durchbrechen die eisige Stille. Das Gefühl, von den kräftigen Tieren durch die Winterlandschaft gezogen zu werden, ist einfach unvergleichlich. Das kleine Unternehmen Kingmik Dog Sledge Tours etwa organisiert zum Beispiel geführte Ausflüge im Herzen der kanadischen Rocky Mountains, von kurzen 30-minütigen Einführungen bis zu längeren Touren. Wer sein Talent als "Musher" testen will, kann sich auch von erfahrenen Schlittenführern in einer Crash-Ausbildung anleiten lassen und dann das eigene Rudel führen, zum Beispiel auf der Muktuk-Farm in Whitehorse im Yukon. www.kingmikdogsledtours.com www.muktuk.com

© Foto: Rocky Mountaineer

Abenteuer Zugfahrt

Stolze 4466 Kilometer lang ist die Strecke, drei Tage, 11 Stunden und 42 Minuten dauert das Abenteuer – wer mit dem "The Canadian" der staatlichen Eisenbahngesellschaft Via Rail fährt, kreuzt das Land von Toronto nach Vancouver. Die Bahn passiert dabei einzigartige Naturgebiete, etwa die Seenlandschaften im Norden von Ontario, die wilde Prärie von Saskatchewan oder die kanadischen Rocky Mountains in Alberta. Es ist aber nicht die einzige Zugfahrt, die in Kanada zum Erlebnis wird, auch auf den Strecken der Eisenbahngesellschaft Rocky Mountaineer werden Fans spektakulärer Bahnreisen glücklich. Eine Besonderheit: Die Züge verlangsamen extra ihr Tempo, wenn etwa auf Strecken durch die Rocky Mountains wilde Tiere wie Bären, Elche, Bergziegen gesichtet werden, damit die Gäste Fotos schießen können. Wer im Winter gerne mal Nordlichter sehen will, kann auch das auf einer Zugfahrt erleben: Der Winnipeg-Churchill-Train von Via Rail kreuzt in zwei Tagen auf einer Strecke von 1700 Kilometern die subarktische Provinz Manitoba. www.viarail.ca www.rockymountaineer.com www.viarail.ca

© Newfoundland and Labrador Tourism

Architektur am Abgrund

Design-und Architekturfans werden staunen, was es hier abseits der Metropolen zu sehen gibt. Und werden sich sofort in Neufundlands größte Insel verlieben, wenn sie die baulichen Highlights auf einer Tour erkunden oder sogar in einem davon nächtigen. Auf Fogo Island steht das smarte Hotel „Fogo Island Inn“ – ein architektonisches Kunstwerk im Bauhausstil. In dem dazugehörigen Kunst-Atelier von Todd Saunders können Besucher beobachten, wie Möbelstücke entstehen. Bei der Planung des Hotels griff der bekannte kanadische Architekt typische Elemente der neufundländischen Landschaft auf. Besonders eindrucksvoll: Ein Teil des Gebäudes befindet sich auf 15 Meter hohen Stelzen, als Hommage an die für Neufundland typischen Holzhütten, in denen Fischer ihre Kabeljau-Erträge verarbeiten. Es ist nicht der einzige Neubau, den Saunders auf den Küstenfelsen von Neufundland umsetzte: Bereits zwischen 2010 und 2011 hatte er in seiner Heimat vier kubische Künstlerateliers fertiggestellt, die ebenfalls äußerst sehenswert sind. www.fogoislandinn.ca

© Canadian Tourism Commission

Sturmspektakel

Wenn Sturmzeit ist (in der Regel von Anfang November bis Ende Februar), läuft die Natur an der entlegenen Westküste von Vancouver Islands zu Hochform auf. "Mutter Natur zieht alle Register", sagt Charles McDiarmid, Hotelbesitzer in Tofino, "mit Winden, die bis zu 80 km/h schnell vorbeitosen und Wellen, die sich bis zu zehn Meter hoch aufbäumen, um an den Felsen vor den Gästezimmern zu brechen." Der Erfolg seiner Lodge Wickaninnish Inn resultiert auf diesem Naturspektakel. Die ungewöhnliche Herberge wurde auf einem Felsvorsprung über dem offenen Pazifik gebaut, gesäumt von den Riesenlebensbäumen, Sitka-Fichten und Hemlocktannen der gemäßigten Regenwälder, die seit Jahrhunderten den Stürmen trotzen, und den Fjorden des Clayoquot-Sound-Unesco-Biosphärenservats. Eine Lage, die für Spektakel wie prädestiniert scheint. Regenkleidung und Gummistiefel stehen bereit, damit die Gäste selbst bei starken Sturmböen an den meilenweiten, einsamen Stränden umherstreifen können. Bei Rückkehr besteht die Aussicht auf eine wärmende Massage im Ancient Cedars Spa, gefolgt von einem Glas Wein am Kamin und einem Gourmet-Dinner im The Pointe Restaurant mit seinem 270 Grad Panorama über Chesterman Beach, den Inseln und dem Horizont des offenen Ozeans. Wunderbar. www.wickinn.com

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