Fünf besondere Hotels

BerlinFünf besondere Hotels

Schlafen in einem Gründerzeitbau aus den goldenen 20er-Jahren, in einem liebevoll zurechtgemachten Caravan oder einem einzigartigen Gesamtkunstwerk mit eigens komponierter Musik – Berlins Hotels sind (mindestens) so vielfältig wie die gesamte Stadt

Für Könige und arme PoetenARTE LUISE KUNSTHOTEL

Hauptsache anders: Jedes Zimmer wurde individuell von Künstlerhand gestyltHauptsache anders: Jedes Zimmer wurde individuell von Künstlerhand gestylt
Hauptsache anders: Jedes Zimmer wurde individuell von Künstlerhand gestylt

Dieses Hotel verzaubert mit seinem kreativen Ambiente. Jedes Zimmer wurde individuell von einem Künstler gestaltet, die Räume haben dann klangvolle Namen wie "Königssuite", "Der arme Poet", "Cabaret" oder "Alles wird gut". Die meisten Zimmer sind komfortabel ausgestattet, teilweise auch mit WLAN und Klimaanlage. Da die S-Bahn direkt hinter dem Haus entlangrattert, freuen sich lärmempfindliche Gäste über moderne (leider nicht zu öffnende) Schallschutzfenster im Neubauteil. Die Lage nahe Hauptbahnhof sowie den S-Bahn-Stationen Unter den Linden und Friedrichstraße könnte zentraler nicht sein.

Für Low-Budget-Traveller gibt es einige preisgünstige Zimmer mit Etagendusche in der Mansarde (Einzel ab 39 €), Preise für die übrigen Doppelzimmer beginnen bei etwa 90 €. Ein ungewöhnliches Haus (nicht nur) für Kunstliebhaber. www.luise-berlin.com

Die Kleine Schwester lässt grüßenHüttenpalast

Ganz schön kuschelig: schlafen in alten Wohnwagen in einer FabrikhalleGanz schön kuschelig: schlafen in alten Wohnwagen in einer Fabrikhalle

Campen in einer Neuköllner Fabrikhalle, das ist nicht nur cool, sondern auch ausgesprochen bequem und gemütlich. Zwei junge Damen stellen in den Produktionsräumen eines ehemaligen Staubsaugerwerks zwölf Wohnwagen und Holzhütten bereit, in denen der Reisende vorzüglich nächtigen kann (es gibt auch noch einen Hotelteil mit sechs konventionellen Zimmern).

Die Behausungen heißen "Herzensbrecher" (Caravan Bj. 1959), "Kleine Schwester" (Bj. 70er-Jahre) oder "Alter Palast" (aus Holzvertäfelungen des Empfangszimmers der alten Fabrik gezimmert) und kosten ab 69 €, inklusive Croissant und Kaffee zum Aufwachen und geschlechtergetrennten Bädern. Zudem gibt es ein Café, Garten und Sauna. Die U-Bahn-Station Herrmannplatz liegt nur wenige Fußminuten entfernt. www.huettenpalast.de

So war es einst in der DDROstel

Ex-DDR vom Feinsten: Das Ostel bietet neben günstigen Zimmern und Betten auch Appartments, teils mit großem Blick über BerlinEx-DDR vom Feinsten: Das Ostel bietet neben günstigen Zimmern und Betten auch Appartments, teils mit großem Blick über Berlin
Ex-DDR vom Feinsten: Das Ostel bietet neben günstigen Zimmern und Betten auch Appartments, teils mit großem Blick über Berlin

Eine Reise zurück in alte DDR-Zeiten bietet dieses urige Hotel, verkehrsgünstig nahe beim Ostbahnhof gelegen. Das Ostel ist ein wahres "Museum zum Anfassen", vom Gebäude bis hin zur Raumgestaltung. In einem bunten, originalen DDR-Plattenbau wohnt der Gast inmitten von Möbelklassikern aus ostdeutschen Tagen, von der Schrankwand "Karat" über Vintage-Tapeten bis hin zum Multifunktionstisch mit Resopalbeschichtung. Mehr Retro für Fans der jüngeren Berlin-Geschichte geht nicht.

Außerdem sind die Preise sozialistisch günstig. Ein Einzelzimmermit Etagenbad ist schon ab 30 €, das Komfort-Doppelzimmer ab 44 € zu haben, Frühstücksbuffet zu 7,50 €. Außerdem kann man ab 15 € ein Bett im Dormitory buchen. Und gute Ausblicke über Berlin gibt's gratis dazu. www.ostel.eu

Willkommen in der Belle ÉpoqueHotel-Pension Funk

Zeitreise in Charlotten- burg: Zimmer mit Ambiente für NostalgikerZeitreise in Charlotten- burg: Zimmer mit Ambiente für Nostalgiker
Zeitreise in Charlotten- burg: Zimmer mit Ambiente für Nostalgiker

Zurück in die goldenen 20er-Jahre versetzt die Hotel-Pension Funk ihre Gäste im schönen Stadtteil Charlottenburg. Nahe beim Berliner Literaturhaus unweit des Kurfürstendamms residiert das Familienhotel in der Beletage eines historischen Berliner Gründerzeitbaus. Die 14 Zimmer in der ehemaligen Wohnung der Stummfilmdiva Asta Nielsen (1881–1972) verwöhnen mit Elementen des Jugendstils oder der Belle Époque, Kronleuchter funkeln von den vier Meter hohen Decken, am Eingang des Frühstückssalons prunkt eine rotsamtene Recamiére. Kein Wunder, dass schon öfter Top-Models wie Claudia Schiffer oder Kate Moss in diesem nostalgischen Ambiente für große Magazine fotografiert wurden.

Die Zimmer bieten teils Etagen- (DZ ab 52 €), teils eigenes Bad (ab 82 €), keinen Fernseher, aber kostenlosen Internet-Zugang, und das Frühstück ist im günstigen Preis schon mit drin. Wer einen Sinn dafür hat, findet in dieser Herberge außerdem ein wenig von der Ruhe und Gelassenheit goldener vergangener Tage – und das mitten im quirligen Berlin. www.hotel-pensionfunk.de

Wohnen in einem GesamtkunstwerkPropeller Island City Lodge

"Live in a work of art":  Rezeption und Zimmer der  Propeller Island City   Lodge"Live in a work of art": Rezeption und Zimmer der Propeller Island City Lodge
"Live in a work of art": Rezeption und Zimmer der Propeller Island City Lodge

Das derzeit wohl ungewöhnlichste unter den besonderen Hotels in der Hauptstadt ist die Propeller Island City Lodge nahe beim Ku'damm. Der Künstler Lars Stroschen hat sämtliche Einrichtungen der 31,5 Zimmer (die 0,5 steht für ein "Zwergenzimmer") selbst gestaltet. Nichts ist kopiert, die rund 500 Einbauten – vom Waschbecken über Stühle und Lampen bis zum Bett – sind von Hand gefertigte Unikate, oft aus kostengünstigen oder receycelten Materialien hergestellt. Bereits 1997 entstanden die ersten vier Räume in der Privatwohnung des Künstlers, nach und nach kamen die weiteren hinzu.

Der Gast sucht sich auf der Website sein Lieblingszimmer aus – etwa das abgefahrene "Upside Down" (Möbel hängen z.T. unter der Decke), "Gallery" (Foto oben, das drehbare Bett ermöglicht immer neue Perspektiven) oder "Table" (großes Foto vorn, man schläft hoch oben auf einem runden Bett). Alle Zimmer haben WLAN und eine Audioanlage mit speziell vom Künstler für die Zimmer komponierter Musik, Klang-Skulpturen und Naturgeräuschen. Preise beginnen bei 65 € fürs Einzel ohne eigenes Bad, die meisten Räume (mit Bad) kosten um 130 € für zwei Personen. Die Rezeption ist nur zeitweise besetzt (Motto: Schwerpunkt ist die einzigartige Gestaltung, nicht einzigartiger Service), An- und Abreise müssen koordiniert werden. Für Liebhaber des Besonderen: nichts wie hin! www.propeller-island.de

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