Espresso in der Markthalle

Städtetripp nach StuttgartEspresso in der Markthalle

Weltberühmte Opernchöre, außergewöhnliche Museen und allerlei Naturschönheit – Stuttgart bietet Attraktionen für jeden Geschmack. Auf der nächsten Seite präsentieren wir zehn Highlights aus dem aktuellen Marco Polo-Reiseführer Stuttgart

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Schlossplatz

Dieser Platz mit seinen Baumreihen, Brunnen und bunten Blumenfeldern ist unbestritten einer der schönsten Orte in Stuttgart. Hier stehen Bauten, die Stadtgeschichte geschrieben haben, vom Alten Schloss bis hin zum neuen Kunstmuseum. Die Jubiläumssäule wurde 1841 zum 25-jährigen Herrscherjubiläum von Wilhelm I. gesetzt, oben thront 100 Zentner schwer die Göttin Concordia. Der einstmals staubige Exerzier- und Paradeplatz wurde im 19. Jahrhundert in einen Blumengarten verwandelt. Bei Sonne kommt eine beinahe mediterrane Atmosphäre auf: Einheimische und Besucher entspannen auf dem Rasen und bevölkern die Cafés, vor denen Kleinkünstler ihrem Broterwerb nachgehen. www.stuttgart-tourist.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Wilhelma

In Europas größtem zoologisch-botanischen Garten sind mehr als 9000 Tiere aus aller Welt zu Hause, von der Seidenspinne bis zum Krokodil. Dazu gibt es eine reiche Flora, so verzaubert im Frühjahr das Blütenmeer des größten Magnolienhains nördlich der Alpen die Besucher. Papageien und Totenkopfäffchen leben in den Subtropenterrassen; weltberühmt und einzigartig in Europa ist die Aufzuchtstation für Menschenaffen, die in das neue, artgemäß gestaltete und großzügige Affenhaus integriert ist. Sehr beeindruckend ist auch das Amazonienhaus, das den Besucher in ein Stück südamerikanischen Dschungels entführt. Angelegt wurde die Wilhelma zwischen 1842 und 1853 als maurischer Garten und kleines orientalisches Paradies. Sehr entspannend ist in den Sommermonaten ein Bummel zum ermäßigten Abendtarif. www.wilhelma.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Staatsoper

Hier ist der „Opernchor des Jahres“ zu hören – eine Auszeichnung, die die Sängerinnen und Sänger bereits zum achten Mal von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ verliehen bekommen haben. Neben prominenten Gastregisseuren inszenieren die drei Stammregisseure Sergio Morabito, Andrea Moses und Jossi Wieler, seit 2011 auch Intendant der Oper. www.oper-stuttgart.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Kunstmuseum Stuttgart

Die Galerie der Stadt Stuttgart befindet sich im „Würfel“ auf dem Schlossplatz, dem aufsehenerregenden Glaskubus der Architekten Hascher und Jehle. Die Sammlung im Kunstmuseum, insgesamt rund 15.000 Werke, reicht vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit Schwerpunkt auf Otto Dix – man beansprucht für sich, die größte Dix-Sammlung der Welt zu besitzen. Die von Ulrike Groos geleitete Galerie zeigt vornehmlich Werke von Künstlern mit einer Verbindung zur Region, die zugleich eine überregionale oder internationale Bedeutung erreicht haben. Vorbildlich sind nicht nur die spannenden Sonderausstellungen, sondern auch Programme des Hauses, die für Kunst begeistern wollen: Kulturvermittlung ist ein erklärtes Ziel des Museums. Die Aktion Drop & Shop etwa eröffnet Kindern den Weg zur Kunst: Während die Eltern samstags bummeln, wird der Nachwuchs kreativ. Im gut sortierten Museumsshop kann man auch sonntags einkaufen. www.kunstmuseum-stuttgart.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Markthalle

Öl und Espresso aus Italien, Tee aus Indien oder Honig aus der Türkei – im Jugendstilbau neben Altem Schloss und Stiftskirche werden Obst, Gemüse und andere Genüsse aus aller Welt zu gehobenen Preisen an rund 40 Ständen angeboten. Vor allem an Wochenenden drängt man sich im Duft von Früchten, Käse und Oliven in den engen Verkaufsgassen. Auf der Galerie im Innern haben das exklusive Warenhaus Merz & Benzing und kleine Geschäfte ihren Platz. Bereits 1864 ließ König Karl eine Markthalle bauen, damit „die Frauen und Töchter unserer Weingärtner, geschützt von den Unbilden der Witterung, ihre Produkte feilbieten können.“ Nach einem Brand folgte kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs der Neubau. In den 1970er-Jahren als „soziale Romantik“ abgetan, entging die Markthalle mit ihren volkstümlichen Fresken an den Außenwänden nur knapp der Abrissbirne. www.markthalle-stuttgart.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Mercedes-Benz Museum

„Rennen und Rekorde“ heißt eine der Ebenen: Mehr als 40 Rennwagen sind im futuristischen Doppelhelix-Gebäude ausgestellt. Aber unter den Exponaten auf den 16.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche befinden sich natürlich auch all die anderen Schätze aus über 100 Jahren Automobilgeschichte. Der markante Bau ist direkt mit dem Mercedes-Benz Center verbunden, wo die aktuellen Modelle stehen. Spannend ist eine „Fahrt“ im Simulator, wobei man im Rennwagen-Cockpit ordentlich durchgeschüttelt wird. Gediegene schwäbische Küche gibt’s im Museumsrestaurant. www.mercedes-benz-classic.com

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Weissenhofsiedlung/ Weissenhofmuseum

Als Musterhäuser für die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ 1927 gebaut, gehört die Siedlung heute zu den Aushängeschildern moderner Architektur. 17 Künstler aus fünf europäischen Ländern entwarfen damals die Wohnhäuser im Bauhaus-Stil auf dem Killesberg. Zunächst wurde die Siedlung als „Vorstadt Jerusalems“ verspottet, die Nazis diffamierten sie als „undeutsch“. Von den ursprünglich 21 Gebäuden sind nach Zerstörungen im Krieg noch elf erhalten. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind zum Teil bewohnt, wie der Wohnblock von Mies van der Rohe (Am Weißenhof 14–20) und das Haus von Hans Scharoun (Hölzelweg 1). Im Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier können Sie sich in der linken Hälfte des Doppelhauses in die Geschichte der Siedlung vertiefen, während man rechts in rekonstruierten Räumen der Originalatmosphäre von 1927 nachspürt (www.weissenhof.de). Die Architekturgalerie am Weißenhof (www.weissenhofgalerie.de) beschäftigt sich mit der Entwicklung der zeitgenössischen Architektur und Stadtplanung. www.weissenhof.ckom.de

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Schloss Solitude

Im Auftrag Herzog Carl Eugens entstand von 1764 bis 1769 dieser Rokokoprunkbau, dessen exotische Gärten einst der Vater Friedrich Schillers pflegte. Ballsaal-Kuppel, Wand- und Deckengemälde, Marmorsaal, Palmenzimmer, Rotes Kabinett und Weißer Saal lassen die Pracht vergangener Tage ahnen. Auf dem Solitude-Friedhof ruhen Mitglieder der Familie von Weizsäcker und der Choreograf John Cranko. www.schloss-solitude.de

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Staatsgalerie

Aller guten Dinge sind drei: Auf so viele Häuser verteilen sich die bedeutenden Kunstausstellungen und -sammlungen des Museums. Rund 800 Werke sind in der ständigen Sammlung zu sehen, dazu kommen mehrere Sonderschauen im Jahr. Architektonisch hochinteressant ist die Neue Staatsgalerie: Sie wurde nach den Plänen des Architekten James Stirling errichtet und gilt als ein Hauptwerk postmoderner Architektur. 1984 eingeweiht, gehört das Gebäude mit den poppigen Farben, seiner offenen Rotunde und dem verglasten Eingangsbereich zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Die angrenzende spätklassizistische Alte Staatsgalerie wurde 1843 eröffnet, im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und 1958 wiedereröffnet. Das dritte und jüngste Gebäude dient nicht nur als Ausstellungsraum, sondern auch als Aufbewahrungsort der 400.000 Blätter umfassenden Graphischen Sammlung. Wer sich für die Geschichte hinter den Bildern interessiert oder selbst mal kreativ werden will, sollte einen Blick in den großen Veranstaltungskalender der Kunstvermittlung werfen. www.staatsgalerie.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Reinhard Schmid

Theaterhaus

Kultur satt findet sich in der ehemaligen Rheinstahlhalle. Ob Jazz, Literatur, Rock und Pop, Kabarett, Comedy, Politdiskussionen: Der geschmackvolle Veranstaltungsort mit dem Flair einer großen Industrievergangenheit zählt zum Spannendsten, was Stuttgart im Bereich gehobener Unterhaltung zu bieten hat. www.theaterhaus.com

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