Die Kraft der Natur

HeilkräuterDie Kraft der Natur

Die Ringelblume © Foto: Weleda Heilkräutergarten/Bernd JonkmannsEin Blumenmeer: Im Weleda-Garten werden alle Heilkräuter von Hand geerntet Man kennt sie unter vielen Namen und sie gilt als feste Größe in der heimischen Pflanzenwelt. Aus Heil- und Ziergärten ist sie nicht wegzudenken. Ringelblume, Sonnenwirbel, Mariengold – die Rede ist von der Calendula. Kaum eine andere Pflanze gilt als so vielseitig. Die Wirkstoffe der Calendula sollen Entzündungsprozesse bekämpfen und die Bildung von neuem, gesunden Gewebe fördern. Um die Ringelblume ranken sich außerdem einige Mythen. Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage Er liebt mich, er liebt mich nicht verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter heraufbeschwören.Sie soll sich auch zur Liebesweissagung im Traum verwenden lassen: Gemeinsam mit Sommerkräutern wird sie getrocknet, gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Junge Frauen trugen früher die Salbe auf, bevor sie zu Bett gingen und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen.Bei Bauern stand die Ringelblume in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach dies einen schönen sonnigen Tag. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.Das Schöllkraut Kleine Helferlein: Das Schöllkraut soll bei Leber- und Galleleiden helfen Das Schöllkraut wird bei Leber- und Galleleiden eingesetzt, vor allem wenn der Gallefluß durch Stauungen für Krankheit sorgt. Wegen seiner entkrampfenden Wirkung wird es auch bei Menstruationskrämpfen, Magenschmerzen, Asthma, Reiz- und Krampfhusten verwendet. Zu all diesen Zwecken kann es als Tinktur aus dem blühenden Kraut verabreicht werden. Etwas schwächer soll das getrocknete Kraut als Tee wirken. Der Bittersüß © Foto: Weleda Heilkräutergarten/Bernd JonkmannsDie schöne Bittere: Die Dulcamara ist zwar bitter, aber nicht giftig Solanum dulcamara, der Bittersüß, gehört zu den Nachtschattengewächsen. Er ist über weite Teile Nordafrikas, Asiens und Europas verbreitet. Aus seinen kräftig violetten Blüten entwickeln sich leicht gebogene, längliche Beeren, deren Gehalt an toxischen Alkaloiden und Saponinen mit zunehmender Reife immer mehr zurückgeht, so dass die voll ausgebildeten, verlockend roten Früchte kaum noch Gifststoffe enthalten. Die Herkunft des Namens „Bittersüß“ und wenig schmeichelhafte Bezeichnungen wie Pissranke, Mäuseholz, Stinkteufel oder Hundbeere versteht man, wenn man die Früchte der Dulcamara probiert: Im Mund entwickeln sie einen zunächst bitteren, nachfolgend aber umso süßeren Geschmack, der beim Schlucken in abstoßendes, seifiges Aroma umschlägt. Die Pflanze wurde bereits in der römischen Antike gegen Warzen und Ekzeme eingesetzt. Im Volksglauben kommen dem hochgiftigen Strauch und seinen verwirrenden Früchten magische Eigenschaften zu. Über den Bett hängende oder unter der Matratze liegende Zweige sollen Alpträume vertreiben und gegen Schlafwandel helfen. Aus den Beeren gefertigte Ketten sollen vor übler Nachrede schützen. Die Schlehe Die Farbenfrohe: Erst bildet die Schlehe kleine weiße Blüten, dann hübsche blaue Beeren Die ersten warmen Sonnenstrahlen im März bringen ihre unzähligen kleinen, weißen Blüten hervor. Sie haben einen erfrischenden, mandelartigen Geruch.In der Volksmedizin hieß es früher: „Iss die ersten drei Blüten eines Schwarzdornzweigs und bleib’ das ganze Jahr vor Fieber gefeit.“ Die Blüten enthalten Inhaltstoffe, die frische Kräfte verleihen und vor Erkältungen schützen sollen. Ein Tee aus den frischen Blüten (März bis April) gilt als Genuss und gleichzeitig als willkommenes Blutreinigungsmittel im Frühjahr. Er soll den Magen reinigen und stärken und Entschlackung des Körpers über Darm und Niere anregen. „Schlehenblüten sind das harmloseste Abführmittel, das es gibt“ – so schrieb schon Sebastian Kneipp. Er soll mild, aber nachhaltig wirken, vor allem dann, wenn schon eine Gewöhnung an Abführmittel besteht. Die Eselsdistel © Foto: Weleda Heilkräutergarten/David VoelkelStachelige Schönheit: Auch wenn man sie lieber nicht anfassen möchte, ist die Distel trotzdem essbar Die Eselsdistel gehört zur Gattung der Korbblütler und macht mit einer Größe von bis zu zwei Metern einen majestätischen Eindruck. Der botanische Name der Eselsdistel lautet Onopordum acanthium. Onopordum leitet sich aus den griechischen Wörtern onos, Esel, und porde, Wind oder Blähung, ab. Ihren Namen verdankt die Distel dem Umstand, dass sie von Eseln mit Vorliebe verzehrt wird, obwohl die Tiere von der Pflanze schreckliche Blähungen bekommen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht – auch für Menschen ist die Eselsdistel genießbar. Die Böden der Blüten lassen sich wie Artischocken zubereiten, während die geschälten Stängel ähnlich wie Spargel gegart werden können. Zudem hat Onopordum acanthium eine lange Tradition als Heilpflanze: Schon im Mittelalter soll der Saft der Distel gegen Gesichtskrebs eingesetzt worden sein. In der Anthroposophie gilt die Heilpflanze bis heute als Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden.Die Fetthenne © Foto: Weleda Heilkräutergarten/Nicolai RissmannDie Bauernpflanze: Die Rote Fetthenne soll vor Blitzeinschlägen geschützt haben Dass sie wie dicke Hühner heißen, haben diese Pflanzen eigentlich nicht verdient. Denn die Fetthenne (botanisch: Sedum) zählt zu einer äußerst variantenreichen Pflanzengattung, von der es auch ganz filigrane Vertreter gibt. Man findet die Rote Fetthenne, wie auf dem Bild, mit ihren charakteristischen fleischigen und saftreichen Blättern meist auf steinigen Magerrasen sowie an Hecken und Waldrändern. Die Rote Fetthenne wird auch gern in Bauerngärten angepflanzt. Früher hatte die Rote Fetthenne vielerlei Bedeutungen. Auf ein Dach gepflanzt, sollten die Roten Fetthennen den Blitz abwehren. Das schnelle Welken im Garten galt als Zeichen für den frühen Tod eines Menschen. Als Heilpflanze wird die Rote Fetthenne ähnlich wie die Hauswurz verwendet. Schon die frühzeitlichen Heiler Dioskurides und Plinius erwähnten die Rote Fetthenne als Wundermittel. Man verwendete Fetthenne zum Heilen von Brüchen, bei Hautentzündungen und verschiedenen Hautleiden. Eine andere Fetthennenart, der Scharfe Mauerpfeffer, hat kräftig gelbe Blüten und scharf schmeckende, kleine, schmale Blätter, mit deren Saft Schwielen und Hühneraugen zum Verschwinden gebracht werden sollen.Echte Kamille © Foto: Weleda Heilkräutergarten/Christoph MöldnerDer Tausendsassa: Echte Kamille ist vielseitig einsetzbar Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort aber bekämpft wird. Als Ausgleich dafür kann man sie aber in jedem Supermarkt zumindest als Beuteltee kaufen. Die Wirkungen der Kamille sind mannigfaltig. Sie soll krampfstillend, entzündungswidrig, beruhigend, austrocknend, blähungswidrig und wundheilend wirken. Sie kann als Tee oder Tinktur eingesetzt werden. Denn die Kamille soll nicht nur entkrampfen, sondernauch antibakteriell wirken, was eventuell mit der Nahrung aufgenommenen Krankheitserregern das Leben schwer macht. Kamillentee soll gegen Durchfall, aber auch gegen Verstopfung helfen. Auch gegen Magengeschwüre kann man Kamillentee in kleinen Schlucken trinken.Das Johanniskraut © Foto: Weleda Heilkräutergarten/ArchivDer Sonnenspeicher: Das Johanniskraut bringt neues Licht ins Leben Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. Selbst sein Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni ab. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Dem Johanniskraut wird vor allem eine Wirkung bei leichten und mittelschweren Depressionen sowie bei anderen Erkrankungen des Nervensystems zugeschrieben. Auch als Wundheilmittel wird das rote Johanniskraut-Öl gerne verwendet. So soll es gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände helfen. Einen Beitrag soll das Johanniskraut auch gegen Neuralgien wie Trigeminusneuralgie oder Hexenschuss leisten. Dazu nimmt man es ein und reibt außerdem die betroffene Körperstelle mit Johanniskraut-Öl ein. In leichten Fällen von Epilepsie soll das Johanniskraut die Neigung zu Krampfanfällen vermindern. Die Walderdbeere © Foto: Weleda Heilkräutergarten/ArchivKleine Vitaminbome: Die Walderdbeere enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe Die Walderdbeere ist eine sehr alte Heilpflanze. In alten Pfahlbauten fand man die Nüsschen der Wald-Erdbeere und auch in den Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) wurde sie erwähnt. Die Walderdbeere zeichnet sich durch einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt aus (Vitamin C bis 50 mg/100g). Die Blätter enthalten vor allem Gerbstoffe, daher findet die Wald-Erdbeere Anwendung bei Magen- und Darmstörungen. Außerdem kann man sie zum Gurgeln und Spülen bei entzündeten Schleimhäuten einsetzen. Sebastian Kneipp empfahl einen Tee aus den Blättern als Stärkungsmittel für kränkelnde Kinder. Die Pflanze findet auch Anwendung in der Homöopathie. In der Volksheilkunde wird die frische Walderdbeere bei Leber- und Gallenleiden, Herzbeschwerden, Blutarmut, als allgemeines Stärkungsmittel und bei Bronchitis angewandt.

Die Ringelblume

Ein Blumenmeer: Im Weleda-Garten werden alle Heilkräuter von Hand geerntet© Foto: Weleda Heilkräutergarten/Bernd JonkmannsEin Blumenmeer: Im Weleda-Garten werden alle Heilkräuter von Hand geerntet

Man kennt sie unter vielen Namen und sie gilt als feste Größe in der heimischen Pflanzenwelt. Aus Heil- und Ziergärten ist sie nicht wegzudenken. Ringelblume, Sonnenwirbel, Mariengold – die Rede ist von der Calendula. Kaum eine andere Pflanze gilt als so vielseitig. Die Wirkstoffe der Calendula sollen Entzündungsprozesse bekämpfen und die Bildung von neuem, gesunden Gewebe fördern.

Um die Ringelblume ranken sich außerdem einige Mythen. Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage Er liebt mich, er liebt mich nicht verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter heraufbeschwören.Sie soll sich auch zur Liebesweissagung im Traum verwenden lassen: Gemeinsam mit Sommerkräutern wird sie getrocknet, gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Junge Frauen trugen früher die Salbe auf, bevor sie zu Bett gingen und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen.Bei Bauern stand die Ringelblume in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach dies einen schönen sonnigen Tag. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.

Das Schöllkraut

Kleine Helferlein: Das Schöllkraut  soll bei Leber- und Galleleiden helfenKleine Helferlein: Das Schöllkraut soll bei Leber- und Galleleiden helfen

Das Schöllkraut wird bei Leber- und Galleleiden eingesetzt, vor allem wenn der Gallefluß durch Stauungen für Krankheit sorgt. Wegen seiner entkrampfenden Wirkung wird es auch bei Menstruationskrämpfen, Magenschmerzen, Asthma, Reiz- und Krampfhusten verwendet.

Zu all diesen Zwecken kann es als Tinktur aus dem blühenden Kraut verabreicht werden. Etwas schwächer soll das getrocknete Kraut als Tee wirken.

Der Bittersüß

Die schöne Bittere: Die Dulcamara ist zwar bitter, aber nicht giftig© Foto: Weleda Heilkräutergarten/Bernd JonkmannsDie schöne Bittere: Die Dulcamara ist zwar bitter, aber nicht giftig

Solanum dulcamara, der Bittersüß, gehört zu den Nachtschattengewächsen. Er ist über weite Teile Nordafrikas, Asiens und Europas verbreitet. Aus seinen kräftig violetten Blüten entwickeln sich leicht gebogene, längliche Beeren, deren Gehalt an toxischen Alkaloiden und Saponinen mit zunehmender Reife immer mehr zurückgeht, so dass die voll ausgebildeten, verlockend roten Früchte kaum noch Gifststoffe enthalten. Die Herkunft des Namens "Bittersüß" und wenig schmeichelhafte Bezeichnungen wie Pissranke, Mäuseholz, Stinkteufel oder Hundbeere versteht man, wenn man die Früchte der Dulcamara probiert: Im Mund entwickeln sie einen zunächst bitteren, nachfolgend aber umso süßeren Geschmack, der beim Schlucken in abstoßendes, seifiges Aroma umschlägt.

Die Pflanze wurde bereits in der römischen Antike gegen Warzen und Ekzeme eingesetzt. Im Volksglauben kommen dem hochgiftigen Strauch und seinen verwirrenden Früchten magische Eigenschaften zu. Über den Bett hängende oder unter der Matratze liegende Zweige sollen Alpträume vertreiben und gegen Schlafwandel helfen. Aus den Beeren gefertigte Ketten sollen vor übler Nachrede schützen.

Die Schlehe

Die Farbenfrohe: Erst bildet die Schlehe kleine weiße Blüten, dann hübsche blaue BeerenDie Farbenfrohe: Erst bildet die Schlehe kleine weiße Blüten, dann hübsche blaue Beeren

Die ersten warmen Sonnenstrahlen im März bringen ihre unzähligen kleinen, weißen Blüten hervor. Sie haben einen erfrischenden, mandelartigen Geruch.In der Volksmedizin hieß es früher: "Iss die ersten drei Blüten eines Schwarzdornzweigs und bleib’ das ganze Jahr vor Fieber gefeit."

Die Blüten enthalten Inhaltstoffe, die frische Kräfte verleihen und vor Erkältungen schützen sollen. Ein Tee aus den frischen Blüten (März bis April) gilt als Genuss und gleichzeitig als willkommenes Blutreinigungsmittel im Frühjahr. Er soll den Magen reinigen und stärken und Entschlackung des Körpers über Darm und Niere anregen. "Schlehenblüten sind das harmloseste Abführmittel, das es gibt" – so schrieb schon Sebastian Kneipp. Er soll mild, aber nachhaltig wirken, vor allem dann, wenn schon eine Gewöhnung an Abführmittel besteht.

Die Eselsdistel

Stachelige Schönheit: Auch wenn man sie lieber nicht anfassen möchte, ist die Distel trotzdem essbar© Foto: Weleda Heilkräutergarten/David VoelkelStachelige Schönheit: Auch wenn man sie lieber nicht anfassen möchte, ist die Distel trotzdem essbar

Die Eselsdistel gehört zur Gattung der Korbblütler und macht mit einer Größe von bis zu zwei Metern einen majestätischen Eindruck. Der botanische Name der Eselsdistel lautet Onopordum acanthium. Onopordum leitet sich aus den griechischen Wörtern onos, Esel, und porde, Wind oder Blähung, ab. Ihren Namen verdankt die Distel dem Umstand, dass sie von Eseln mit Vorliebe verzehrt wird, obwohl die Tiere von der Pflanze schreckliche Blähungen bekommen.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht – auch für Menschen ist die Eselsdistel genießbar. Die Böden der Blüten lassen sich wie Artischocken zubereiten, während die geschälten Stängel ähnlich wie Spargel gegart werden können.

Zudem hat Onopordum acanthium eine lange Tradition als Heilpflanze: Schon im Mittelalter soll der Saft der Distel gegen Gesichtskrebs eingesetzt worden sein. In der Anthroposophie gilt die Heilpflanze bis heute als Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden.

Die Fetthenne

Die Bauernpflanze: Die Rote Fetthenne soll vor Blitzeinschlägen geschützt haben© Foto: Weleda Heilkräutergarten/Nicolai RissmannDie Bauernpflanze: Die Rote Fetthenne soll vor Blitzeinschlägen geschützt haben

Dass sie wie dicke Hühner heißen, haben diese Pflanzen eigentlich nicht verdient. Denn die Fetthenne (botanisch: Sedum) zählt zu einer äußerst variantenreichen Pflanzengattung, von der es auch ganz filigrane Vertreter gibt. Man findet die Rote Fetthenne, wie auf dem Bild, mit ihren charakteristischen fleischigen und saftreichen Blättern meist auf steinigen Magerrasen sowie an Hecken und Waldrändern. Die Rote Fetthenne wird auch gern in Bauerngärten angepflanzt.

Früher hatte die Rote Fetthenne vielerlei Bedeutungen. Auf ein Dach gepflanzt, sollten die Roten Fetthennen den Blitz abwehren. Das schnelle Welken im Garten galt als Zeichen für den frühen Tod eines Menschen. Als Heilpflanze wird die Rote Fetthenne ähnlich wie die Hauswurz verwendet. Schon die frühzeitlichen Heiler Dioskurides und Plinius erwähnten die Rote Fetthenne als Wundermittel. Man verwendete Fetthenne zum Heilen von Brüchen, bei Hautentzündungen und verschiedenen Hautleiden. Eine andere Fetthennenart, der Scharfe Mauerpfeffer, hat kräftig gelbe Blüten und scharf schmeckende, kleine, schmale Blätter, mit deren Saft Schwielen und Hühneraugen zum Verschwinden gebracht werden sollen.

Echte Kamille

Der Tausendsassa: Echte Kamille ist vielseitig einsetzbar© Foto: Weleda Heilkräutergarten/Christoph MöldnerDer Tausendsassa: Echte Kamille ist vielseitig einsetzbar

Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort aber bekämpft wird. Als Ausgleich dafür kann man sie aber in jedem Supermarkt zumindest als Beuteltee kaufen.

Die Wirkungen der Kamille sind mannigfaltig. Sie soll krampfstillend, entzündungswidrig, beruhigend, austrocknend, blähungswidrig und wundheilend wirken. Sie kann als Tee oder Tinktur eingesetzt werden. Denn die Kamille soll nicht nur entkrampfen, sondernauch antibakteriell wirken, was eventuell mit der Nahrung aufgenommenen Krankheitserregern das Leben schwer macht. Kamillentee soll gegen Durchfall, aber auch gegen Verstopfung helfen. Auch gegen Magengeschwüre kann man Kamillentee in kleinen Schlucken trinken.

Das Johanniskraut

Der Sonnenspeicher: Das Johanniskraut bringt neues Licht ins Leben© Foto: Weleda Heilkräutergarten/ArchivDer Sonnenspeicher: Das Johanniskraut bringt neues Licht ins Leben

Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. Selbst sein Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni ab. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben.

Dem Johanniskraut wird vor allem eine Wirkung bei leichten und mittelschweren Depressionen sowie bei anderen Erkrankungen des Nervensystems zugeschrieben. Auch als Wundheilmittel wird das rote Johanniskraut-Öl gerne verwendet. So soll es gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände helfen. Einen Beitrag soll das Johanniskraut auch gegen Neuralgien wie Trigeminusneuralgie oder Hexenschuss leisten. Dazu nimmt man es ein und reibt außerdem die betroffene Körperstelle mit Johanniskraut-Öl ein. In leichten Fällen von Epilepsie soll das Johanniskraut die Neigung zu Krampfanfällen vermindern.

Die Walderdbeere

Kleine Vitaminbome: Die Walderdbeere enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe© Foto: Weleda Heilkräutergarten/ArchivKleine Vitaminbome: Die Walderdbeere enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe

Die Walderdbeere ist eine sehr alte Heilpflanze. In alten Pfahlbauten fand man die Nüsschen der Wald-Erdbeere und auch in den Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) wurde sie erwähnt.

Die Walderdbeere zeichnet sich durch einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt aus (Vitamin C bis 50 mg/100g). Die Blätter enthalten vor allem Gerbstoffe, daher findet die Wald-Erdbeere Anwendung bei Magen- und Darmstörungen. Außerdem kann man sie zum Gurgeln und Spülen bei entzündeten Schleimhäuten einsetzen. Sebastian Kneipp empfahl einen Tee aus den Blättern als Stärkungsmittel für kränkelnde Kinder. Die Pflanze findet auch Anwendung in der Homöopathie. In der Volksheilkunde wird die frische Walderdbeere bei Leber- und Gallenleiden, Herzbeschwerden, Blutarmut, als allgemeines Stärkungsmittel und bei Bronchitis angewandt.

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