Die Highlights

BremenDie Highlights

Klein, aber oho – wer denkt, nach der Besichtigung von Rathaus und Roland habe er Bremen gesehen, der irrt sich gewaltig. Auf der folgenden Seite lesen Sie, was es in der spannenden Hansestadt noch so alles zu entdecken gibt

Geschichte und Zukunft

Bremen ist ein historischer Ort voller Sagen und Märchen, die Stadt prunkt mit dem berühmten UNESCO-Welterbe-Duo Roland und Rathaus. Zugleich aber ist Bremen auch die zehntgrößte Stadt Deutschlands, weltoffen, europäisches Zentrum der Luft- und Raumfahrt, Ort der Wissenschaft und Standort eines der größten Städtebauprojekte Europas, genannt Überseestadt. Bremen kann seine Besucher zum Staunen bringen. Die alte Handelsmetropole mit ihrem historischen Zentrum rund um den Marktplatz verströmt ein ganz eigenes, lebendiges Flair. Jeder, der hier auf Entdeckungstour geht, erlebt eine Zeitreise in die Geschichte – und wagt zugleich einen kleinen Blick in die Zukunft

© Foto: Anne Schüßler

Der Roland

Er ist das Wahrzeichen und das Herzstück Bremens und mit seinen zehn Metern Höhe wohl auch der größte Einwohner: der steinerne Roland. Der Riese gilt als Symbol für Recht und Freiheit der Hansestadt und zählt seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. 1404 wurde die Statue erbaut, zunächst aus Holz. Ihren Blick richtet sie auf den St. Petri-Dom, um so zumindest symbolisch die Kirche im Auge zu behalten – im Mittelalter eine fast schon ketzerische Position. Seinen Namen hat er einem Neffen von Karl dem Großen zu verdanken; aus Treue zu Karl soll der sein Leben verloren haben. Seine Nachfahren widmeten ihm zuerst ein „Rolandslied“ und später Statuen in ganz Deutschland. Der Bremer Roland ist der erste seiner Art und der einzige, der noch immer an seinem ursprünglichen Platz steht. Ein Sprichwort sagt: „Solange der Roland nicht vom Sockel stürzt, wird Bremen nicht untergehen.“ So versetzten die Bremer ihren Roland auch in den Bombennächten 1944 nicht, sondern mauerten ihn ein und füllten den Freiraum mit Sandsäcken. Ihr Roland blieb unbeschadet. Sein wirklicher Feind ist das Wetter: Mittlerweile wurde die Statue mehrfach restauriert, 1982 bekam sie gar einen neuen Kopf. Das originale Haupt ist heute im Focke-Museum ausgestellt. www.bremen-tourismus.de

© Foto: Anne Schüßler

Das Rathaus

Inmitten der Altstadt findet sich eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik und Weser-Renaissance in Europa: das Bremer Rathaus, UNESCO-Welterbe seit 2004. Zwischen 1405 und 1410 errichtet, gilt es als eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Klar definiert war die Funktion der beiden übereinander liegenden Rathaushallen: Die obere diente repräsentativen Zwecken und die untere dem Volk, das dort Audienz bei den Regierenden erhielt. Die besondere Bedeutung des Handels für Bremen zeigt sich bis heute an den von der Decke hängenden Schiffsmodellen, deren Minikanonen zu besonderen Anlässen sogar abgefeuert werden konnten. Ein weiteres Highlight ist der von Heinrich Vogelei im Jugendstil gestaltete Prunkraum, die Güldenkammer. Früher für vertrauliche Sitzungen benutzt, gibt man sich heute eher volksnah und zelebriert dort unter anderem die Titelerfolge des SV Werder Bremen.www.bremen-tourismus.de

© Foto: BTZ Bremer Touristik Zentrale

Das Schnoorviertel

Bunte, kleine Fachwerkhäuser, holpriges Kopfsteinpflaster und enge Gassen prägen das Bild des ältesten Bremer Stadtteils. Früher lebten hier Fischer und Seeleute. Seinen Namen verdankt der Schnoor den Häusern, die sich wie Perlen auf einer Schnur aneinanderreihen („Snoor“ ist das niederdeutsche Wort für „Schnur“). Das Viertel ist vor allem durch seine vielen Cafés, Bars, Restaurants, aber auch seine zahlreichen Kunsteinrichtungen wie Varietés, Museen, Galerien und Theater geprägt. Auch zahlreiche Kunsthandwerksbetriebe und Antiquitätenhändler präsentieren sich hier. Eingang zum Schnoor-Viertel ist der Platz Stavendamm. Herzstück dieses kleinen Platzes ist der Brunnen, dessen Figuren an das ausschweifende Treiben in den Badehäusern, den Staven, erinnern. www.bremen-schnoor.de

© Foto: Anne Schüßler

Die Böttcherstraße

Ihren Namen verdankt die Gasse den Böttchern, die im Mittelalter hier Fässer für den Schiffstransport herstellten. Nach Verlegung des Hafens verfiel das Quartier. 1902 kaufte Ludwig Roselius, Bremer Kaffeekaufmann und Erfinder des koffeinfreien Kaffees, sein erstes Haus in der Straße. Vier Jahre später gründete er die Kaffee-Handels-AG (Kaffee HAG), von 1922 –1931 kaufte er ein Haus nach dem anderen und restaurierte die Böttcherstraße nach seinen Vorstellungen. Heute finden sich vor allem Kunsthandwerksstätten, Gastronomie und hochwertige Einzelhandelsgeschäfte in den historischen Gebäuden. Besonderes Augenmerk gilt dem großen Goldrelief „Der Lichtbringer“ am Eingang der Böttcherstraße und dem Haus des Glockenspiels. Zwischen zwei Giebeln ist hier ein kupferner Lebensbaum gespannt, an dem 30 Meißener Porzellanglocken hängen. Stündlich von 12 – 18 Uhr erklingen die Melodien alter Seemannslieder.www.boettcherstrasse.de

© Foto: Anne Schüßler

Der St. Petri-Dom

Mit seinen 98 Meter hohen Doppeltürmen dominiert der Dom die Ostseite des Marktplatzes. Von außen wirkt er schlicht und streng, dafür ist er innen umso prächtiger und opulenter. Blickfang des Innenraums ist die aus Eichenholz geschnitzte Kanzel von 1638. Ein künstlerisches Highlight ist die helle Orgelempore. Auf ihr sind alle Personen dargestellt, die mit dem Bau der Kirche in Verbindung stehen: in der Mitte die Begründer Karl der Große und Bischof Willehad, neben ihnen die Bauherren, Stifter und Sponsoren. Vor dem südlichen Querschiff findet sich noch ein besonderes Grabmal: Hier liegt der 1796 verstorbene Adolph Freiherr von Knigge, Autor der Schrift „Über den Umgang mit Menschen“, die als Vorlage des heutigen „Knigge“ dient. www.stpetridom.de

© Foto: BTZ Bremer Touristik Zentrale

Werder Bremen

Grün und weiß – diese Farben sind aus Bremen nicht wegzudenken. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals 2004 stieg die Begeisterung auf ihren Höhepunkt. Aber auch heute noch stehen die Bremer treu hinter ihrer Fußballmannschaft. Wichtig sei nur, dass „Werder vor dem HSV steht“. Direkt neben dem Weser-Stadion haben die Fans ihrem Verein ein Museum gewidmet, das „Wuseum“. Hier finden sich Kultobjekte rund um den Club, unter anderem die Meisterschale, der DFB-Pokal, Trikots und Schuhe der Fußballstars. Zu besuchen montags bis sonntags von 10 – 17.45 Uhr, Franz-Böhmert-Straße 1-C. An Heimspieltagen schließt das Museum eine Stunde vor Spielbeginn. www.weserstadion.de

© Foto: BTZ Bremer Touristik Zentrale

DAS Viertel

Zwischen Oster- und Steintor liegt das wohl bunteste Quartier Bremens, genannt „DAS Viertel“. Neben vielen Cafés, Kneipen und guten Restaurants finden sich kleine inhabergeführte Geschäfte, Läden für exklusive Mode und Second-Hand-Sachen, dazu vielfältige Feinkost- und Lebensmittelgeschäfte, die zum Shoppen und Stöbern verlocken. Wenn der Tag zu Ende geht, reizt DAS Viertel mit einem coolen Nachtleben. Auch im Bereich Kultur kann man hier viel erleben, beispielsweise in der Kunsthalle Bremen, dem Wilhelm-Wagenfeld-Haus mit seinem Designzentrum, dem Gerhard-Marcks-Haus (Museum für moderne und zeitgenössische Bildhauerei) oder dem Theater Bremen mit Oper und Schauspiel.www.bremen-tourismus.de

© Foto: Anne Schüßler

Die Bremer Stadtmusikanten

"Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn, verstoßen von ihren Herren, zogen einst los, um in Bremen Stadtmusikanten zu werden", so heißt es in der Geschichte der Gebrüder Grimm. Das Märchen und die Figuren sind so berühmt, dass man überall in der Hansestadt Spuren von ihnen findet. Das berühmteste Abbild steht links neben dem Eingang zum Ratskeller: eine bronzene Skulptur von Bildhauer Gerhard Marcks. Nicht umsonst sind die Fabelwesen die besten Botschafter Bremens – ihnen zu Ehren stellten die Bürger der Stadt sogar einen Weltrekord auf. 1500 Bremer, verkleidet als Esel, Katze, Hund oder Hahn, stimmten auf dem Bremer Marktplatz ein so ohrenbetäubendes Konzert an, dass sie „als größter Stadtmusikantenzug der Welt“ ins Guinness-Buch der Rekorde einzogen. Eine weitere Sage behauptet übrigens, dass alle Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man mit beiden Händen den Esel bei den Hufen packt. So ist es kein Wunder, dass die Beine des Grauschimmels mittlerweile glänzen. Wer die Musikanten nicht nur sehen, sondern auch hören will, sollte ein paar Münzen hervorkramen und diese in das „Bremer Loch“ werfen – prompt ertönt ein tierisches Grunzen, Maunzen und Bellen aus der Unterwelt. Auf den ersten Blick kaum von einem Gullideckel zu unterscheiden, findet man Deutschlands erste unterirdische Spendenbüchse mitten auf dem Marktplatz. Das Geld kommt der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe zu Gute, die damit Projekte für Menschen der Stadt umsetzt. www.bremen-tourismus.de

© Foto: Anne Schüßler

Schlachte

Als Schlachte wird in der Bremer Altstadt die historische Uferpromenade an der Weser bezeichnet, die vielerlei Attraktionen bietet. Etliche Schiffe starten von hier aus zu Touren nach Bremerhaven oder ins nahe Umland, man kann an Bord ein Captains Dinner genießen oder ein Theaterstück anschauen. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, setzt sich in einen der zahlreichen Biergärten und erfreut sich am schönen Blick über die Weser. Auch im Winter bietet die Schlachte viele Highlights. Jedes Jahr aufs Neue eröffnet der historische Weihnachtsmarkt, der sogenannte Schlachte-Zauber. Dort findet man sich quasi direkt im Mittelalter wieder: Handwerker aus den unterschiedlichsten Zünften gehen ihrer Arbeit nach, in den Tavernen können Besucher Met, Fruchtwein und sogar einen Liebestrank probieren oder den Spielleuten und Gauklern lauschen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt, so gibt es an den Marktständen frisch gebackenes Brot, geräucherten Fisch oder ein herzhaft gebratenes Stück Fleisch.www.schlachte.de www.bremen-tourismus.de

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