Das große Abenteuer

Allgäu-Orient-RallyeDas große Abenteuer

111 Teams à drei Autos, macht 333 Fahrzeuge, 666 Teilnehmer für (rund) 6666 Kilometer Strecke: Die 10. Allgäu-Orient-Rallye gehört damit zu den größten Events ihrer Art weltweit. Sechs Studenten aus Aachen wollen im Mai mit an den Start gehen – wir stellen ihre Motivation und Vorbereitung, die Rallye-Regeln und den Charitiy-Gedanken der Abenteuertour vor Fotos, Text und Video: Nikolaus Fraatz, Rallyesportverein der RWTH Aachen e.V., Thomas Zwicker

Highways, nein danke: Die Benutzung von Autobahnen ist den Rallyeteams verboten – statt dessen haben sie auf der Tour in den Orient ausgedörrte Wüstenpisten und allerlei andere abenteuerliche Wegstrecken zu meisternHighways, nein danke: Die Benutzung von Autobahnen ist den Rallyeteams verboten – statt dessen haben sie auf der Tour in den Orient ausgedörrte Wüstenpisten und allerlei andere abenteuerliche Wegstrecken zu meistern
Sechs Freunde müsst ihr sein:Im Video präsentieren die Aachener Studenten ihr Team, die Rallye und ihre Mission

Schmale Gebirgsstraßen auf dem Weg durch Kroatien, chaotischer Verkehr in der Türkei, staubige Wüstenpisten in Jordanien – all das und noch viel mehr wartet auf die Teilnehmer an der 10. Allgäu-Orient-Rallye, die Mitte Mai in Oberstaufen gestartet wird.

Die Rallyeautos sind dabei keine teuren Hightech-Geräte, sondern alte Gebrauchtwagen, die im Ziel für einen guten Zweck versteigert werden – transportiert werden zugleich allerlei Hilfsgüter. Ein Herzensanliegen der jungen Aachener Abenteurer, die als Team AC Torx auf die Reise gehen.

Die drei 5er-BMW Kombi des Teams heißen Chasey, Charlie und Candy

DAS TEAM Diese sechs Studenten, alle in Ingenieurstudiengängen an der RWTH Aachen eingeschrieben, wollen als eine von 111 Crews zur diesjährigen Allgäu-Orient-Rallye starten: Max Cussigh (22, Spitzname McCussigh), Moritz Heite (23, Spitzname Mo), Tim Gehrken (22, Spitzname TiGehr), Henning Wilms (23, Spitzname Wilmsi), Nikolaus Fraatz (21, Spitzname Niko) und Clemens Hensen (22, Spitzname Clé). Ihr Teamname ist AC Torx: AC steht für Aachen, Torx für die bekannten Schrauben oder für das englische Wort für "Drehmoment" – passend zum angehenden Metier der Studenten.

DIE RALLYE Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Low Budget Event und nennt sich eines der letzten bezahlbaren automobilen Abenteuer der Welt – "für Leute, die das kalkulierbare Risiko suchen und ein wenig positiv verrückt sind."

Die Strecke darf frei gewählt werden, es gibt aber einige feste Treffpunkte
Nach langem Suchen  wurden drei alte 5er-BMW gefunden,  die dem Reglement entsprachenGlück gehabt:Nach langem Suchen wurden drei alte 5er-BMW gefunden, die dem Reglement entsprachen


Das Event findet 2015 bereits zum zehnten Mal statt. Start ist am 9./10. Mai in Oberstaufen im Allgäu, dem Wohnort der Ideengeber rund um das Organisationsteam von Journalist Wilfried Gehr. Dank guter persönlicher Kontakte in Jordanien ist das Ziel nach rund 21 Tagen Amman, Hauptstadt des Haschimitischen Königreichs.

DIE REGELN Ein Rallyeteam besteht aus 6 Personen und 3 Autos (es gibt auch kombinierte Teams mit Motorrädern oder reine Motorradteams, immer nur ein Fahrer/eine Fahrerin pro Motorrad). Nur Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt oder die definitiv nicht mehr wert sind als 1111,11 Euro, werden zur Rallye zugelassen. Auch Motorräder dürfen teilnehmen und müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Jüngere Motorräder dürfen maximal 1,11 Euro pro ccm Hubraum wert sein.

Die Rallyestreifen stehen Chasey, Charlie und Candy gut, später kommen noch Dachträger, Extra-Lampen und Sponsorenaufkleber hinzuSchick in Schale:Die Rallyestreifen stehen Chasey, Charlie und Candy gut, später kommen noch Dachträger, Extra-Lampen und Sponsorenaufkleber hinzu
Schick in Schale:Die Rallyestreifen stehen Chasey, Charlie und Candy gut, später kommen noch Dachträger, Extra-Lampen und Sponsorenaufkleber hinzu
Der erste Preis, ein Kamel, wird ebenfalls für einen guten Zweck versteigert

DIE AUTOS Die Jungs vom Team AC Torx treten an mit drei 5er-BMW Kombi. Die betagten, bunt beklebten Sechszylinder-Mobile heißen Chasey (520i, 150 PS, Bj. '96, 281.000 km), Charlie (525i, 192 PS, Bj. '92, 354.000 km) und Candy (520i, 150 PS, Bj. '93, 297.000 km). Alle drei BMW wurden schon für den einheitlichen Look weiß lackiert und mit Schriftzügen und Folien versehen, bis zum Start sollen Verstärkungen am Fahrwerk, Unterbodenschutz, Dachaufbauten und mehr dazukommen – solche Arbeiten gehen Maschinenbaustudenten leicht von der Hand.

DIE STRECKE: Abgesehen von einigen vorgegebenen Wegpunkten wie Istanbul, wo sie verschiedenste Aufgaben (Sonderprüfungen) lösen müssen, wird den Teams bei der Routenwahl nach Jordanien freie Hand gelassen. Verzichten müssen sie allerdings auf Autobahnen, mautpflichtige Straßen und moderne Navigationsmittel. Wegen der politischen Lage wird nicht durch Syrien gefahren, sondern per Schiff von der Türkei direkt nach Israel übergesetzt. Übernachtet wird im Fahrzeug, Zelt oder einer Unterkunft, die nicht mehr als 11,11 € pro Nacht kostet – die Aachener Jungs wollen neben ihren Autos campieren. Sieger wird das Team, das nach drei Wochen mit mindestens einem der drei Autos am Ziel in Amman ankommt und die Sonderprüfungen am besten erfüllen konnte.

DIE CHARITY Die Rallye soll kein Rennen sein, sondern eine Veranstaltung nach den Regeln der Straßenverkehrsordnungen der jeweiligen Länder (Ausnahme Sonderprüfungen). Der Spaß und Völkerverständigung sowie humanitäre Zwecke stehen im Vordergrund. Deswegen werden die Fahrzeuge am Ziel versteigert und der Ertrag kommt der Förderung jährlich wechselnder sozialer Projekte zugute – genau wie der Erlös für ein Kamel, das als Preis für das Siegerteam ausgeschrieben ist. So konnten unter anderem in den letzten Jahren dem World Food Programm eine Käserei in Al Rabiat, der University of Technology Jerash ein Labor zur Aufbereitung von Trinkwasser und über 1100 hörgeschädigten Kindern Hörgeräte finanziert werden.

DIE MISSION Abgesehen von der Hilfsaktion der Veranstalter wollen sich die Studenten vom Team AC Torx weitergehend hilfreich engagieren. So haben sie sich mit fünf anderen Aachener Teams unter dem Dach des Rallyesportvereins der RWTH Aachen e.V. zusammengefunden, um gemeinsam die Flüchtlingsinitiative Dar Al Yasmin (DAY) zu unterstützen. Dar Al Yasmin hat sich als relativ junge Freiwilligen-Initiative zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen der in jordanischen „Host-Communities“ lebenden Flüchtlingsfamilien des syrischen Bürgerkriegs zu verbessern. Die Jungs vom Team AC Torx planen, mit in Aachen vorgefertigten und auf den BMW-Dächern transportierten Teilen einen Fußballplatz für die Flüchtlingskinder zu installieren und zugleich gespendete Bälle, Trikots etc. mitzubringen.

DIE FANS Wer Anteil nehmen will an der Abenteuern der mutigen Aachener Rallyefahrer, kann das problemlos tun. Ein GPS-Tracker erlaubt den Fans daheim eine permanente Bestimmung des Standorts. Über Facebook, Instagram und einen ständig aktualisierten Blog kann man das Geschehen verfolgen. Zudem freut sich das Team über jede nur erdenkliche Form der Unterstützung. Man hofft, dass engagierte Unternehmen und Privatpersonen, die sich für eine gute Sache einsetzen möchten, selbst zu (An-)Teilnehmern dieser Rallye werden – und hiermit die Idee und die Hintergründe der Allgäu-Orient Rallye weiter verbreiten. Schon ab einer Spende von 10 € erhalten Sponsoren per Postkarte beste Grüße aus der Türkei, Israel oder Jordanien. Mehr Infos gibt es auf der Team-Website (Link siehe unten).

Die Farbe Weiß:

Für eine einheitliche Team-Optik wurden alle drei BMW umlackiert
Für eine einheitliche Team-Optik wurden alle drei BMW umlackiertDie Farbe Weiß:Für eine einheitliche Team-Optik wurden alle drei BMW umlackiert
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