Bitte zu Tisch!

KulinarikBitte zu Tisch!

Egal ob feine Gourmet-Küche oder deftig und rustikal – Kanada ist ein Land für Genießer. Einwanderer aus der ganzen Welt haben ihre Rezepte mitgebracht, die von innovativen Köchen liebevoll umgesetzt werden. Das fruchtbare Land und das Meer liefern die frischen Zutaten dazu, Resultat ist eine großartige Küche

Alles frisch: knackiges Gemüse und mehr auf dem Jean-Talon Market in Montréal© Foto: Tourism Montréal/Stephan PoulinAlles frisch: knackiges Gemüse und mehr auf dem Jean-Talon Market in Montréal
zum Beispiel Meeresfrüchte und gute Dips© Foto: Asymetric/Matthew VibertGemeinsam schmeckt's am besten:zum Beispiel Meeresfrüchte und gute Dips

Es gibt kein kanadisches Nationalgericht. Zu unterschiedlich waren die Einwanderergruppen, zu groß ist das Land. Asien, Europa, Mexiko – in Kanadas Küche leben die zahlreichen Zuwandererkulturen des Landes einträchtig nebeneinander.

In Toronto und Vancouver isst man vorzüglich chinesisch, in den Prärien gibt es dank der vielen südrussischen Einwanderer die besten ukrainischen Restaurants Nordamerikas. In Montréal speist man formidabel französisch, portugiesisch oder jüdisch-koscher.


Der wohl beste Hummer der Welt kommt aus dem kalten Atlantik vor Kanadas Küste

In der Stadt Québec sind die deftigen Gerichte altfranzösischer Küche zu Hause. Dass sich die Kochkünste der Kulturen auch gegenseitig befruchten, zeigen die schicken neuen Restaurants mit Fusion- oder auch Westcoast-Cuisine. Hier werden asiatische Gewürze und Elemente wie Curry und Sushi mit europäischen Gerichten zu neuen Kreationen vermählt. Immer mehr wird auch mit Bio-Produkten gekocht.

Nach wie vor sehr beliebt sind natürlich Kanadas berühmteste Klassiker: Steaks (mit Folienkartoffel und einem in Butter geschwenktem Maiskolben), Hummer und frischer Lachs – schmeckt immer und überall vorzüglich.

Einwanderer aus ganz Frankreich haben die Rezepte aus ihrer Heimat mitgebracht
Wein aus  der Mission Hill Family Estate Winery  im Okanagan Valley© Foto: Canadian Tourism CommissionGereift und erstklassig:Wein aus der Mission Hill Family Estate Winery im Okanagan Valley

Frischer Fisch und Muscheln sind die Spezialitäten am Meer. Der nur langsam wachsende Hummer aus dem kalten Atlantik gilt unter Kennern sogar als der beste der Welt. Auf Prince Edward Island werden im Sommer bei den lobster suppers in Gemeindehallen und Kirchensälen mächtige Hummerbuffets angerichtet. Die schottischen Einwanderer haben ihren guten alten Haferbrei mit nach Nova Scotia gebracht und dazu das Rezept für solomon gundy, köstliche marinierte Heringe.

Die Provinz Québec zählt zu den kulinarischen Brennpunkten Kanadas. Einwanderer aus der Normandie und der Bretagne, zumeist einfache Fischer und Bauern, brachten Rezepte aus ihrer Heimat mit in die Neue Welt. Mangels Zutaten mussten sie oft improvisieren: Statt Schwein, Rind oder Huhn wurden Elch, Reh, wilder Truthahn und Wildschwein verwendet, von den First Nations lernten sie, Mais und Kürbis zuzubereiten.


© Foto: Canadian Tourism Commission
Beste Rohstoffe: Obst und Gemüse  vom Bauern, Fleisch auf dem  St. Lawrence Market in Toronto© Foto: Tourism MontréalBeste Rohstoffe: Obst und Gemüse vom Bauern, Fleisch auf dem St. Lawrence Market in Toronto
Beste Rohstoffe: Obst und Gemüse vom Bauern, Fleisch auf dem St. Lawrence Market in Toronto
In Kanada wird auch ein sehr gutes Bier produziert

In Québec wird noch nach alter französischer Tradition gekocht – oft verfeinert mit vitaminreichem Ahornsirup oder Käse aus eigener Herstellung. Gut ist die dicke Erbsensuppe mit Speck, danach vielleicht ein Stück tourtière, eine würzige Fleischpastete, und zum Nachtisch Heidelbeerkuchen mit frischen Beeren aus den Wäldern Nord-Québecs.

In Ontario liefert die von mildem Klima gesegnete Niagara-Halbinsel frisches Gemüse, Wein und ausgezeichnetes Obst. Aus den Seen im Hinterland der Provinz kommen Hechte und Forellen auf den Speiseplan, dazu passt wilder Reis, den die First Nations ernten.

In den Prärien, dem Brotkorb Kanadas, wird meist bodenständig-deftig gekocht, dazu gehört immer ein zarter, in Butter geschwenkter Maiskolben. In Manitoba sollte man nicht versäumen, Spezialitäten wie bison short ribs, die schmo torte aus der Ukraine, gefüllte perogies oder das Nudelgericht pancit zu kosten. In Alberta muss man Steak probieren – im Restaurant oder selbst gegrillt auf dem Campingplatz. Das Fleisch der auf den riesigen Ranches frei lebenden Rinder ist unübertroffen, und die Portionen sind für hungrige Holzfäller bemessen.

Westlich der Rocky Mountains, im warmen Okanagan-Tal, wachsen süße Pfirsiche, Äpfel und Trauben. Und an der Westküste locken wieder Meeresfrüchte – Krabben, Heilbutt und Lachs. Eine pochierte Lachsschnitte (am besten vom Silberlachs) mit frischem Gemüse aus dem Fraser-Tal und einem guten Weißwein gehört zum Feinsten, was Kanada zu bieten hat. Vor allem in Vancouver und Victoria hat sich eine Westcoast Cuisine entwickelt. Zubereitungsarten und Gewürze stammen aus allen Regionen der Welt. Da wird der Lachs nach indianischer Art auf Holzplanken gegrillt, und zum Nachtisch gibt es Eis mit Waldbeeren.

Traditioneller Treff zum Frühstück ist der coffeeshop. Er gehört entweder zum Hotel oder liegt bei Motels gleich in der Nähe. Dort kann man das kleine continental breakfast (Saft, Kaffee, Toast mit Marmelade) wählen oder ein großes American breakfast bestellen – mit Eiern, Bratkartoffeln oder pancakes, einer Art Pfannkuchen, die meist mit Ahornsirup serviert werden. Zum lunch, etwa zwischen 12 und 14 Uhr, essen die Kanadier oft nur kleine Gerichte, die auf einer separaten Speisekarte (lunch menu) verzeichnet sind.

Auf dem Land wird das dinner abends bereits zwischen 17.30 und 19 Uhr serviert, in den größeren Städten etwa von 19 bis 22 Uhr. In den meisten Restaurants bekommt man einen Tisch zugewiesen. Ein Schild am Eingang zeigt dies an: Please wait to be seated. In fast allen Restaurants darf inzwischen nicht mehr geraucht werden. Falls Sie lieber in freier Natur picknicken: Alle größeren Supermärkte in Kanada haben eine deli section – eine Theke mit Wurst, Käse, Sushi und oft auch Grillhühnchen und anderen heißen Gerichten. Hier werden auch frische Sandwiches und Salate zubereitet – perfekt fürs preiswerte Picknick.

Kanada ist Bierland, und das süffige kanadische Bier kann sich speziell im Vergleich zum wässrigen US-amerikanischen sehen lassen. Molson Canadian oder Labatt’s Blue gibt es überall, Spezialbiere wie Kokanee oder Moosehead nur in manchen Regionen. Aber auch der heimische Wein ist durchaus konkurrenzfähig. Wer hochprozentige Getränke möchte, kann auf exzellenten kanadischen Whiskey zurückgreifen, der entweder auf Eis oder, wie auch Rum oder Gin, in vielerlei Mixgetränken serviert wird.


EINIGE KANADISCHE SPEZIALITÄTEN

bagel with lox – Brötchen mit Räucherlachs

bannock – schottisch-indianisches Brot, in der Pfanne gebacken

beavertail – Schmalzgebäck mit Zimt und Zucker (Ontario)

Caesar salad– Salat mit Parmesan-Anchovis-Dressing

caribou– hochprozentiger Québecer Rotweinpunsch, beliebt vor allem zum Karneval im Winter

cedar planked salmon – Lachs auf indianische Art über einem Holzbrett gedünstet (Westküste)

clam/seafood chowder – sämige Muschel-/Fischsuppe

cipaille/cipate – Schichtpastete mit verschiedenen Fleisch-Arten

eggs over easy with hash browns – einmal gewendete Spiegeleier mit fein geraspelten Bratkartoffeln

eggs sunny side up with maple smoked bacon – Spiegeleier mit über Ahorn geräuchertem Speck

filet mignon with baked potato – Filetsteak mit Folienkartoffel

French toast – Brotscheiben in Eihülle (arme Ritter)

garlic mashed potatoes – Kartoffelbrei mit Knoblauch

lobster roll– Hummersandwich

Malpeque oysters – Austern von der Malpeque-Bucht auf Prince Edward

New York Steak – saftiges Steak mit Fettrand

onion rings– knusprig frittierte Zwiebelringe

pancakes (flapjacks) with maple sirup – Pfannkuchen mit Ahornsirup

pickerel – in Ontario weit verbreiteter Süßwasserfisch

poutine – Pommes frites mit Schmelzkäse, übergossen mit Bratensauce

prime rib with horseredish sauce – dicke, sehr zarte Bratenscheibe mit Meerrettich

pumpkin pie– Kürbiskuchen

scallops– Jakobsmuscheln

sirloin steak– Lendensteak

solomon gundy– marinierte Heringe aus Nova Scotia

soupe aux pois– deftige Erbsensuppe

summer sausage– würzige Salami der Mennoniten in Ontario

tarte aux bleuets– Blaubeerkuchen

tourtière– würzige Quiche mit Fleisch

turkey with stuffing and gravy, yams and cranberry sauce – Truthahn mit Füllung und Bratensauce, Süßkartoffeln sowie Preiselbeermarmelade


Gemütlichkeit und Genuss:

zum Beispiel im Nectar International Restaurant, Bathurst
zum Beispiel im Nectar International Restaurant, Bathurst© Foto: Tourism New BrunswickGemütlichkeit und Genuss:zum Beispiel im Nectar International Restaurant, Bathurst
ANZEIGE
Nach oben