Auf Jack Londons Spuren

Northern CanadaAuf Jack Londons Spuren

Für Naturfreunde und Wildnisfans ist die Region nördlich des 60. Breitengrads der wohl schönste Teil Kanadas. Es ist ein raues, weitgehend unberührtes Land, dessen herbe Schönheit reichlich Stoff bietet für Erzählungen von Trappern, Goldsuchern und verschollenen Expeditionen. Marco Polo stellt einige der Highlights dieser eigenwilligen Region vor

© Foto: Government of Yukon

Dawson City

Die Goldgräberzeit lebt fort in dieser fast verlassenen Geisterstadt, die um 1900 als „Paris des Nordens“ gefeiert wurde. Rund 30.000 Menschen lebten hier zur Zeit des Klondike Gold Rush. Bis heute prägen Brettergehsteige und Holzfassaden im Wildwestlook das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Stadtbild Dawsons an der Mündung des Klondike River in den Yukon. Die rund 2000 heutigen Einwohner leben vom Tourismus, aber in der Umgebung schürfen wegen des derzeit hohen Goldpreises wieder Miners nach Gold. Der schönste Blick über die Stadt bietet sich vom 1000 Meter hohen Midnight Dome, zu dem eine Schotterstraße hinaufführt. dawsoncity.ca

© Foto: Canadian Tourism Commission

Dawsons Historischer Bezirk

In der Diamond Tooth Gertie’s Gambling Hall tanzen die Cancan-Girls, das Palace Grand Theatre zeigt Dramen, und in der früheren Hütte von Jack London liest der wiederauferstandene Autor aus seinen Romanen vor. Viele der renovierten Gebäude und Highlights kann man besichtigen, so das alte Postamt, die elegante Commissioner’s Residence sowie den historischen Schaufelraddampfer S.S. Keno am Yukon River. www.yukoninfo.com

© Foto: Canadian Tourism Commission

Bonanza Creek

Rund fünf Kilometer südlich von Dawson City, im Seitental des Klondike River, entdeckte man 1896 das erste Gold. Riesige Schutthalden und die große alte Goldwaschanlage Dredge No. 4 zeugen von den Strapazen der Schatzsucher. Sehr eindrucksvoll, nicht nur für Fans der alten Goldgräberzeit. www.bonanzacrk.com

© Foto: Government of Yukon

Dempster Highway

Rund 700 oft eisige Kilometer weit führt diese Wildnisstraße von Dawson City durch menschenleere Tundraregionen nordwärts über den Polarkreis bis zur Inuit-Siedlung Inuvik im Mackenzie-Delta. Nur zwei winzige First-Nation-Dörfer und eine Tankstelle findet man entlang der gesamten Piste, sonst gibt es nichts als arktische Wildnis. Besonders schön ist die Strecke, die erst 1979 vollendet wurde, zur Zeit der Herbstfärbung Anfang September. dempsterhighway.com

© Foto: Canadian Tourism Commission

Inuvik

Rund 3000 Menschen – Inuit, Dene (ein First-Nation-Stamm) und Weiße – leben am Ostrand des gewaltigen Mackenzie-Deltas und machen dem Ortsnamen „Platz des Menschen“ alle Ehre. Hier werden interessante Flugtouren in die Umgebung angeboten: etwa zum Trapperort Aklavik inmitten des 80 Kilometer breiten Flussdeltas, zur alten Walfangstation auf Herschel Island oder zur Inuit-Siedlung Tuktoyaktuk an der Polarmeerküste. Veranstaltet werden die Ausflüge u.a. von White Husky Tours, die auch ein Blockhütten-B & B und eine Schlittenhundezucht betreiben. www.inuvik.ca, www.whitehuskies.com

© Foto: Government of Yukon/Derek Crowe

Haines Junction

Dieser winzige, bergumrahmte Ort, in dem der Alaska Highway auf den Haines Highway trifft, ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in den Kluane National Park, eine gut 22.000 km2 große, völlig unerschlossene Bergwildnis im westlichsten Zipfel des Yukon. Hier, in den eisbedeckten St. Elias Mountains an der Grenze zu Alaska, liegt der Mount Logan, mit 5959 Meter höchster Berg Kanadas. Der Alaska Highway folgt am Nordrand des Parks (Visitor Centre in Haines Junction) dem Ufer des 400 km2 großen Kluane Lake, von dem aus Trails in die Vorberge der Kluane Ranges führen. Flugexkursionen über die eisige Bergwelt und sogar Übernachtungen in einem Gletschercamp hoch in den St. Elias Mountains sind zu buchen bei Icefield Discovery. www.hainesjunctionyukon.com, www.icefielddiscovery.com

© Foto: Asymetric/Jason Van Bruggen

Nahanni Nat. Park

Der ideale Park für Wildwasserfreaks liegt eine Flugstunde nordöstlich von Watson Lake: Auf über 300 Kilometern durchströmt der South Nahanni River die Mackenzie Mountains, stürzt über die 90 Meter hohen Virginia Falls und schäumt durch bis zu 900 Meter tiefe Schluchten. Geführte Kanutouren und Wildnisexpeditionen werden von Whitehorse aus veranstaltet, z.B. von Nahanni River Adventures. www.nahanni.com

© Foto: Canadian Tourism Commission

S.S. Klondike

Der liebevoll restaurierte Schaufelraddampfer wurde 1937 zu Zeiten der großen Goldsuche erbaut, für die Strecke von Whitehorse nach Dawson benötigte er damals etwa fünf Tage. Später legte man das stolze, 64 Meter lange Schiff mit 23 Mann Besatzung und Platz für 75 Passagiere trocken – nun ist es nahe Whitehorse am Ufer des Yukon River zu besichtigen. www.pc.gc.ca

© Foto: Asymetric/Jason Van Bruggen

Prince of Wales Northern Heritage Centre

Das fraglos beste Museum der Northwest Territories zeigt Ausstellungen zu Flora und Fauna der Arktis und zu den hier in Yellowknife besonders gut zu beobachtenden Nordlichtern. Yellowknife wurde übrigens auch durch die TV-Doku-Serie "Ice Pilots" bekannt, die von einer kleinen Fluglinie mit alten Propellermaschinen handelt. www.pwnhc.ca, www.icepilots.com

© Foto: Parks Canada

Wood Buffalo Nat. Park

Mit 45.000 km2 ist das Schutzgebiet im Flussdelta von Peace River und Athabasca River der größte Nationalpark Kanadas. Die endlosen Wälder sind die Heimat einer frei lebenden Bisonherde von etwa 6000 Tieren. In dem Labyrinth aus Flüssen, Seen und Sumpfgebieten nisten auch zahlreiche Wasservögel, darunter seltene Schreikraniche und Nashornpelikane. Von Fort Smith (Visitor Centre) aus führen einige Schotterpisten in das Schutzgebiet, und auf dem Slave River kann man Bootstouren unternehmen. www.pc.gc.ca

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