Auf Fontanes Spuren

Naturparke BrandenburgAuf Fontanes Spuren

Seen und Moore, Kiefern- und Buchenwälder, weite Flusstäler und Auen: Die elf Naturparke Brandenburgs bieten schönste Landschaftsbilder, die schon große Geister wie Theodor Fontane begeistert haben. Sie zählen zu den 104 Schutzzonen unseres Landes,

© Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Barnim

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwarf der damalige Stadtbaurat James Hobrecht ein Entwässerungssystem fu?r Berlin. Die Abwässer der Stadt wurden an den Rand der Barnimer Hochfläche gepumpt und dann zur Filterung in den Sandboden »verrieselt«. Diese Rieselfelder nutzte man zum Gemu?seanbau oder als Weidefläche. Nach der Einstellung des Klärbetriebs im Jahr 1985 wurden große Teile der Rieselfelder mit mehr als 50 Baumarten aufgeforstet. Heute entsteht dort auf einer Fläche von rund 825 Hektar durch die Beweidung mit Rindern und Pferden eine halb offene Waldlandschaft.Hier finden Menschen Erholung und seltene Tiere wie Neuntöter, Wendehals oder Hirschkäfer einen Lebensraum. Eine Ausstellung im historischen Speicher des Besucherzentrums Gut Hobrechtsfelde sowie mehrere Schaugehege lassen Besucher die Entwicklung der Rieselfelder anschaulich nachvollziehen. Das Nonnenfließ ist ein naturnaher Bach, der sich tief in die Barnimer Hochfläche eingeschnitten hat. Insbesondere zwischen der sogenannten »Steinernen Bru?cke« und der Mu?ndung des Bachs in die Schwärze verläuft im Nonnenfließtal einer der schönsten Wanderwege des Naturparks. Die alten Buchen und Traubeneichen an den Talhängen sorgen selbst im Hochsommer fu?r angenehm ku?hle Temperaturen. Diese Idylle ist ein Ru?ckzugsraum vieler seltener Tierarten wie Steinbeißer, Waldschnepfe oder Rotbauchunke. Seit 2013 liegt Brandenburgs größtes Besucherzentrum im Naturpark. Auf 1600 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Entstehung der Barnimer Kulturlandschaft erlebbar. Nicht verpassen – Das Besucherzentrum Gut Hobrechtsfelde erkunden – Wandern im Nonnenfließtal – Seltene Tierarten wie Steinbeißer und Waldschnepfe beobachten www.naturpark-barnim.brandenburg.de

© Foto: Synnatschke Photography/DUMONT Bildarchiv

Dahme-Heideseen

Alle lieben hier Fisch. See- und Fischadler sowieso, und natu?rlich auch der scheue Fischotter, der sich tagsu?ber im dichten Röhricht versteckt, bevor er nachts auf Beutezug geht. Aber auch die Besucher des Fischerhofs Köllnitz in Storkow, die hier leckeren, traditionell u?ber Buchenspänen geräucherten Fisch genießen und auf dem Hof alles u?ber die Tradition der Fischerei im Einklang mit der Natur erfahren. Die lebensechten Präparate im ersten brandenburgischen Fischmuseum wecken vor allem bei Kindern große Begeisterung, und die Netzwerkstatt lässt ahnen, welch ein Knochenjob die Fischerei bis heute geblieben ist. Bei mehr als 100 Seen ist es kein Wunder, dass Fisch u?berall im Naturpark eine wichtige Rolle spielt. Aale, Zander, Hechte und Schleien waren schon immer als Nahrungsmittel begehrt, bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts gab es in Köllnitz eine Fischerei. Vor einigen Jahren schlossen sich in ganz Brandenburg Fischereien zur »Märkischen Fischstraße« zusammen, um heimische Arten und die Fischerei der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Naturpark Dahme-Heideseen gibt es vier Etappenziele der Fischstraße: die Fischerei Köllnitz und den nebenan gelegenen Aalhof Gödicke, den Märkischen Anglerhof in Bestensee und das Fisch-Haus in Wendisch Rietz. Die Groß Schauener Seenkette ist umgeben von einer beinahe geschlossenen Uferzone aus Röhrichten, Bruchwäldern, Mooren und Feuchtwiesen. Die Heinz Sielmann Stiftung hat das Gebiet gekauft und so langfristig fu?r den Naturschutz gesichert. Vor allem Sumpf- und Wasservögel nutzen das rund 1000 Hektar große Areal als Ru?ckzugsraum, darunter auch Kranich, Trauerseeschwalbe und Große Rohrdommel. Zu einem Besuch der Region gehört auch eine Dahmeschifffahrt u?ber die zehn Gewässer der mitunter unwirklich schönen Teupitzer Seenkette. Nicht verpassen – Unberu?hrte Natur an der Groß Schauener Seenkette genießen – Fischerhof Köllnitz in Storkow besuchen – Eine Schifffaht auf den Teupitzer Seen unternehmen www.dahme-heideseen-naturpark.de

© Foto: Karl-Sebastian Schulte/Flickr

Hoher Fläming

Trotz der vielen trockenen Sandflächen gibt es eine Vielzahl sehr sauberer Bäche im Naturpark, die sogenannten Flämingfließe. Die Oberläufe von Plane und Verlorenenbach gehören mit der Schutzwertstufe 1 zu den sieben ökologisch hochwertigsten Fließgewässern in Brandenburg. Gefährdete Fischarten wie Bachneunauge oder Schmerle leben hier, und in den Bachauen blu?hen Orchideen. Selbst der vom Aussterben bedrohte Edelkrebs tummelt sich noch in einigen Bächen. Eine Besonderheit im Naturpark sind die »Schwindbäche«, die bereits nach wenigen Kilometern wieder im wasserdurchlässigen Boden versickern, also buchstäblich »im Sande verlaufen«. Gut beobachten lassen sich diese Phänomene etwa bei den Ortschaften Dretzen, Schlamau und Spring. Typisch fu?r den Hohen Fläming sind enge, sechs bis zwölf Meter tiefe Taleinschnitte, die sogenannten Rummeln. Die steilen, bis zu 3 Kilometer langen Täler mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt können in der Brautrummel oder Neuendorfer Rummel durchwandert werden. Im Gegensatz zu den sandigen und trockenen Höhenzu?gen sind die Belziger Landschaftswiesen ein großes Niedermoor und eines der wichtigsten Wiesenbru?tergebiete Brandenburgs. Vom Europaradweg R1 bei Baitz aus lässt sich in jedem Winterhalbjahr ein beeindruckendes Naturschauspiel beobachten, wenn mehrere tausend nordische Enten und Gänse in der Region Rast machen. Zwischen den Bahnhöfen in Bad Belzig und Wiesenburg/Mark verläuft der Internationale Kunstwanderweg Hoher Fläming. Die insgesamt 28 Kunstwerke wurden im Rahmen zweier Wettbewerbe ausgewählt und beziehen sich formal und inhaltlich auf die Natur und Kultur in der Region. Nicht verpassen – Durch Rummeln wandern – Den internationalen Kunstwanderweg begehen – "Schwindbäche" beobachten www.naturpark-hoher-flaeming.brandenburg.de

© Foto: Michael Mertens/Flickr

Märkische Schweiz

Die Natura Trails gehen auf eine Idee der internationalen Naturfreunde-Bewegung zuru?ck. Sie fu?hren auf bestehenden Wegen durch Naturschutzgebiete und wollen vielen Menschen das europäische Schutzgebietnetz Natura 2000 nahebringen. So auch der rund 16 Kilometer lange Natura Trail, der die Märkische Schweiz durchquert und dabei mit abwechslungsreichen Landschaften und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt bekannt macht. Durch das idyllische Naturschutzgebiet Stobbertal gelangt man zum Naturparkzentrum »Schweizer Haus«, wo eine umfangreiche Ausstellung u?berraschende Einblicke in Natur und Landschaft bietet. An der »Ostschleife« des Natura Trail liegt das Internationale Fledermausmuseum in Julianenhof. Im Stallgebäude eines ehemaligen Gutshofs sowie im Garten hat der NABU Strausberg-Märkische Schweiz eine Erlebniswelt rund um das Thema Fledermäuse eingerichtet, die zwischen Mai und Oktober täglich besichtigt werden kann. Zudem leben zwölf Fledermausarten in den Quartieren des Fledermausmuseums, darunter so seltene und gefährdete Arten wie die Mops- und die Große Bartfledermaus. Zentrum der Region ist das Städtchen Buckow am Schermu?tzelsee. Einen Besuch lohnt auch das Brecht-Weigel-Haus, seit 1977 eine Gedenkstätte fu?r Bertold Brecht und Helene Weigel. Das Paar nutzte Buckow seit 1952 als Sommerwohnsitz. 1953 entstanden hier die beru?hmten »Buckower Elegien«. Nicht verpassen – Wandern auf dem Natura Trail – Fledermäuse in Julianenhof beobachten – Auf den Spuren von Bertold Brecht in Buckow wandeln www.np-ms.brandenburg.de

© Foto: Synnatschke Photography/DUMONT Bildarchiv

Niederlausitzer Heidelandschaft

Einst waren die Rufe des Auerhahns u?berall in den Kiefernheiden und Traubeneichenwäldern der Niederlausitz zu hören. Doch im Verlauf des 20. Jahrhunderts gingen die Bestände drastisch zuru?ck, die letzten Tiere wurden Ende der 1990er-Jahre gesehen. Damit wollte sich eine Gruppe engagierter Naturschu?tzer, Förster, Jäger und privater Waldbesitzer nicht abfinden. Seit November 2011 wurden mehr als 50 in Schweden gefangene Tiere in der Region ausgesetzt. Besucher können das Auerhuhn in der Greifvogelstation bei Oppelhain erleben. Streuobstwiesen sind ein einzigartiger Lebensraum – der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist die größte Streuobstregion in Brandenburg. Vor allem in der Region zwischen Kraupa und Döllingen dreht sich alles um das Obst, insbesondere um den Apfel. Auf der »Niederlausitzer Apfelroute«kann man zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Pferd die Region in aller Ruhe erkunden. Der »Pomologische Schau- und Lehrgarten« ist ein höchst lebendiges Museum der Vielfalt: Hier wachsen u?ber 400 verschiedene, größtenteils alte Obstsorten wie die »Rot-gelb gestreifte Schafsnase« (Apfel) oder »Andenken an den Kongress« (Birne), die aus den meisten Gärten schon lange verschwunden sind. Probieren ist unbedingt empfehlenswert! Nicht verpassen – Den Rufen des Auerhahns lauschen – Alte Obstsorten probieren – Den »Pomologische Schau- und Lehrgarten« besuchen www.naturpark-nlh.de

© Foto: Doris Antony/Wikimedia Commons

Niederlausitzer Landru?cken

Seit dem Ende des Braunkohle-Bergbaus im Jahr 1991 entsteht hier ein Naturparadies. Wo einst Bagger tiefe Krater in den Boden rissen, entzu?cken jetzt große und kleinere Seen, Sumpfgebiete, Wälder, Du?nen und Sandheiden das Auge. Wenn im Herbst Zehntausende Wildgänse und Kraniche auf ihrem Zug zwischen Luckau und Calau rasten, erwartet die Besucher ein eindrucksvolles Schauspiel. Am Boden geht es international zu: Hier tummeln sich Wiener Sandlaufkäfer und Italienische Schönschrecke, Kreuz- und Wechselkröte laichen in den vielen Tu?mpeln, in die Abbru?che der Tagebaurestlöcher graben Uferschwalben ihre Niströhren. Auch der seltene Raubwu?rger bru?tet in der Bergbaufolgelandschaft. Von der europaweit gefährdeten Rotbauchunke haben zwei kleinere Populationen im Naturpark u?berlebt. Im Freilichtmuseum Höllberghof bei Langengrassau informieren sich Jahr fu?r Jahr viele Besucher u?ber bäuerliche Traditionen sowie das Potenzial ökologischer Landwirtschaft. Um den nach historischem Vorbild aus Holz, Stein, Lehm, Schilf und Stroh errichteten Dreiseitenhof gruppieren sich Scheune, Kossätenhaus, Bienenstand, Taubenständerhaus und Backhaus zum klassischen Ensemble eines alten landwirtschaftlichen Betriebs. Auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg lassen sich alte Haustierrassen beobachten. Im Bauerngarten sind außerdem alte Zier- und Nutzpflanzen zu bestaunen. Nicht verpassen – Den Vogelzug der Kraniche und Wildgänse beobachten – Rotbauchunken-Konzerten in Teichlandschaften lauschen – Bäuerliche Traditionen auf dem Höllberghof erleben www.naturpark-niederlausitzer-landruecken.brandenburg.de

© Foto: Akulatraxas/FLICKR

Nuthe-Nieplitz

Welche Tiere leben in den Binnendu?nen? Wie verändern sich die Geräusche einer Blu?tenwiese im Laufe eines Jahres? Dies und vieles mehr erfahren die Besucher der Ausstellung »Glauer Felder« auf dem Außengelände des NaturParkZentrums am Wildgehege Glauer Tal. Sie entfu?hrt auf eine Reise durch die acht typischen Lebensräume des Naturparks: Staudenflur, Streuobstwiese, Weide, Blu?tenwiese, Binnendu?ne, Ackerfläche, Gewässer und Wald. Anfassen und Ausprobieren ist hier ausdru?cklich gewu?nscht! Die »Glauer Felder« waren schon nach kurzer Zeit ein kleines Naturparadies, das von Feldhasen,Schmetterlingen, Fröschen und sogar Rehen bewohnt wird. Im Wildgehege nebenan kann man auf einem ehemaligen Truppenu?bungsplatz Rotwild, Mufflons und Damwild in ihrer natu?rlichen Umgebung erleben. Vom Beobachtungsturm auf dem Katzenberg bei Beelitz hat man einen tollen Blick auf die Nieplitz-Niederung mit ihren Feuchtwiesen, die Vogelarten wie Weißstorch, Kiebitz oder Schwarzmilan Nahrung und Brutplätze bieten. Die Stadt Beelitz ist seit gut 150 Jahren bekannt fu?r erstklassigen Spargel und hier ist auch das einzige Spargelmuseum in Norddeutschland zu finden. Ohnehin pflegt man im Naturpark kulinarische Traditionen. Im Verein der Offenen Höfe haben sich landwirtschaftliche Betriebe zusammengeschlossen, die regionale Produkte ökologisch erzeugen und gemeinsam vermarkten. In der kleinen Kräuterkate im NaturParkZentrum werden täglich Gerichte angeboten, die durch heimische Kräuter veredelt werden: Wildkräuterschmalz oder Schmandkuchen mit Goldrute erweisen sich als echter Hochgenuss. Wer selber Kräuter sammeln möchte, kann jeden dritten Freitag mit einer der beiden Kräuterpädagoginnen auf die Suche gehen. Nicht verpassen – Tiere beobachten im Wildgehege – Spargel aus Beelitz genießen – Kräuter sammeln unter kundiger Fu?hrung www.naturpark-nuthe-nieplitz.de

© Foto: Synnatschke Photography/DUMONT Bildarchiv

Schlaubetal

Es gibt nicht wenige, die das Schlaubetal als das schönste Bachtal in Brandenburg bezeichnen. Und sie haben viele Argumente dafu?r: Der 23 Kilometer lange, mäandernde Verlauf wirkt wie von einem euphorischen Landschaftsmaler geschaffen. 13 Tiere- und Pflanzenarten kommen landesweit nur im Naturpark Schlaubetal vor, darunter der Hochmoor-Perlmuttfalter oder die beiden Orchideenarten Frauenschuh und Korallenwurz. Mit etwas Glu?ck lassen sich auf einer Wanderung entlang der Schlaube Eisvogel, Wasseramsel und sogar die elegante Gebirgsstelze entdecken. Mehr als 700 Großschmetterlingsarten und u?ber 50 Libellenarten sind hier zu finden. Viele Bewohner der Roten Liste haben hier ihren Ru?ckzugsraum, darunter der Wiedehopf, die Smaragdeidechse und der Hirschkäfer. Unweit der Ortschaft Henzendorf gibt es einen Park mit 126 Findlingen, die aus einem fru?heren Tagebau stammen und von Ku?nstlern nach historischen Vorbildern gestaltet wurden. Die bis zu 30 Tonnen schweren Steine dokumentieren rund 2 000 Jahre Menschheitsgeschichte. Zu sehen sind hethitische Kriegerstatuen, Einhörner und Drachen sowie Malereien mit keltischen und germanischen Schriftzeichen. Die Anlage des gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbauten Zisterzienserklosters prägt noch heute das Bild des 2000-Einwohner-Dorfes Neuzelle. Die ehemals gotische Hallenkirche St. Marien wurde im 17. und 18. Jahrhundert zur Barockkirche umgebaut und zählt heute zu den wichtigsten Denkmälern in Brandenburg. Doch nicht nur deswegen kommen die Menschen hierher – auch das seit mehr als 400 Jahren gebraute Bier der Klosterbrauerei ist durchaus eine Reise wert. Nicht verpassen? – Wandern durch das Schlaubetal – Die Hallenkirche St. Marien besuchen – Kunst im Findlingspark bestaunen www.naturpark-schlaubetal.brandenburg.de

© Foto: K.H.Reichert/Flickr

Stechlin-Ruppiner Land

Den Stechlin kennen vor allem Literaturfreunde aus Theodor Fontanes »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« sowie aus seinem späten Roman »Der Stechlin«. Nur wenige du?rften allerdings wissen, dass es sich beim Stechlin um den bedeutendsten Klarwassersee der gesamten norddeutschen Tiefebene handelt, mit Sichttiefen bis zu mehreren Metern. Fisch- und Seeadler wetteifern hier mit dem Fischotter um die beste Beute. Eine echte Rarität ist die Fontane-Maräne, eine Fischart, die es weltweit nur im Stechlin gibt. Taucher, Badegäste und Ruderbootfahrer erfreuen sich an der vielfältigen Natur unter und u?ber Wasser. Vom 1780 gegru?ndeten Dorf Neuglobsow aus fu?hrt ein rund 16 Kilometer langer Wanderweg um den See. Über Neuglobsow schrieb Hans Fallada im Jahr 1942: »Es lag ein wenig abseits vom Stechlin; enge, fast verwachsene Waldwege fu?hrten zu ihm hin. Es war das Verlassenste, Einsamste, Schönste, was man sich nur denken konnte.« Erholung in der Natur ist aber nicht nur am Stechlinsee bei Neuglobsow möglich, sondern u?berall im Naturpark: an den Lindower Seen, an den Havel-und Rhingewässern, in der Ruppiner Schweiz, in der Baumgartner-Meseberger Heide, an den Rheinsberger Seen und im Zempow-Sewekower Wald- und Seengebiet. Die 180 Seen des Naturparks stellen die Hälfte der Klarwasserseen in Brandenburg. Schloss Rheinsberg gehört fu?r Besucher des Naturparks zum Pflichtprogramm. Hier verbrachte der junge Preußenkönig Friedrich der Große jene Jahre, die er später als die schönsten seines Lebens bezeichnen sollte. Und hier genoss der Schriftsteller Kurt Tucholsky 1911 unvergessliche Spätsommertage mit seiner Jugendliebe, denen er ein Jahr später in »Rheinsberg. Ein Bilderbuch fu?r Verliebte« ein literarisches Denkmal setzte. Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum im Schloss widmet sich dem Leben und Werk des Schriftstellers. Nicht verpassen? – Um den Stechlin spazieren – Theodor Fontane zum Thema lesen – Auf Tucholskys Spuren in Rheinsberg wandeln ??www.np-srl.brandenburg.de

© Foto: Stefanie Lamm/Flickr

Uckermärkische Seen

Mit rund 230 Seen und 150 Kilometern kanutauglicher Wasserwege ist der Naturpark Uckermärkische Seen wie geschaffen fu?r Wasserwanderer. Die Seen sind nicht nur untereinander, sondern auch mit der Mecklenburger Seenplatte und den märkischen Gewässern verbunden. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen unterschiedlichen Seen, Teichen und Fließgewässern. Von der Schnuppertour bis zur anspruchsvollen, natur- und landeskundlich begleiteten Kanusafari gibt es im Naturpark zahlreiche Angebote fu?r Wasserwanderer. Es gibt viel zu entdecken: Der Fischadler bru?tet hier so zahlreich wie sonst nirgendwo in Europa, und die Europäische Sumpfschildkröte hat im Naturpark einen ihrer letzten Ru?ckzugsräume. Beinahe schon ein »Klassiker« ist die gut 40 Kilometer lange Tour von der Flößerstadt Lychen u?ber die Havel bis zum Thermalsoleheilbad Templin. Dort erwartet den Besucher neben der Naturtherme eine malerische Altstadt mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Seit 1996 ist auf der stillgelegten Bahnlinie zwischen Templin oder Fu?rstenberg/Havel und Lychen eine Fahrrad-Draisine in Betrieb. Ein Abstecher per pedes zum Kirchlein im Gru?nen Alt Placht ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Nicht verpassen? – Wasserwandern auf einem System verbundener Seen, Teiche und Flu?sse – Auf der Fahrrad-Draisine zwischen Templin und Lychen fahren – Fischadler beobachten www.np-us.brandenburg.de

© Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Westhavelland

Sie kennen den Märkischen Strauß nicht? Der Märkische Strauß, einer der weltweit schwersten flugfähigen Vögel, hat im Havelländischen Luch bei Buckow einen seiner letzten Lebensräume in Deutschland. Der Bewohner offener Steppen war in den 1990er-Jahren bei uns durch die anhaltende Intensivierung der Landwirtschaft beinahe ausgerottet. Mittlerweile gibt es wieder rund 130 Tiere in Deutschland. Wenn die imposanten Hähne mit ihrem eleganten Federbart im April und Mai zur Balz schreiten, werden sie zu großen, weißen Federbällen, die mit ruckartigen Bewegungen auf sich aufmerksam machen. Von zwei Beobachtungstu?rmen bei Buckow und Garlitz aus können Besucher dieses einmalige Naturschauspiel erleben. Im NaturparkZentrum kann man außerdem den Artenreichtum in der Niederungslandschaft der Unteren Havel erleben. Ein Erlebnisraum mit Sternenhimmel, Havelmodell und Forschertisch lädt zum Entdecken und Experimentieren ein. Die Ausstellung informiert auch u?ber die Renaturierung der Unteren Havel, eines der größten europäischen Flussrenaturierungsprojekte. Der Gu?lper See in der Unteren Havelniederung ist eines der bedeutendsten Brut-, Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiete fu?r gefährdete Vogelarten wie die Große Rohrdommel oder den Seeadler. Wenn das Fru?hjahrshochwasser nach der Schneeschmelze die Niederung in ein Binnenmeer verwandelt, kann man hier Wat- und Wasservögel wie Kiebitz, Bekassine, Haubentaucher oder Zwerg- und Gänsesäger auf ihrem Zug beobachten. Im Herbst machen mehrere zehntausend Gänse aus Nordeuropa sowie unzählige Kraniche hier Rast. Den besten Überblick hat man von einem Beobachtungsturm am Su?dufer des Sees. Neuerdings ist das Westhavelland auch wegen seines grandiosen Sternenhimmels international bekannt – als erster deutscher Sternenpark. In klaren Nächten sind einige tausend Sterne, die Milchstraße und andere Himmelsobjekte zu sehen. Nicht verpassen? – Die Balz der Märkischen Strauße bewundern – Birdwatching am Gu?lper See – Den Himmel im ersten Sternenpark Deutschlands beobachten www.naturpark-westhavelland.brandenburg.de

Deutschlands Naturparke – das Buch

Paradiese vor der Haustür – unter diesem Motto werden die 104 Naturparke in Deutschland in einem opulenten DuMont Bildband ausführlich vorgestellt. Er bietet rund 300 brillante Farbbilder, eine große Übersichtskarte sowie Hinweise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hintergrundtexte zu verschiedenen Themen, wie z. B. kindliche Naturerfahrungen oder tierische Einwanderer, runden das 256 Seiten starke Werk ab. "Paradiese vor der Haustür" ist das offizielle Nachschlagewerk des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) und kostet 29,99 Euro. www.mairdumont.com

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