Am Ende aller Wege

Allgäu-Orient-RallyeAm Ende aller Wege

Tiefe Canyons im Inneren der Türkei, schöne Küstenstraßen am Mittelmeer, staubige Pisten in der Wüste kurz vor dem Ziel in Jordanien: Die Allgäu-Orient-Rallye hatte es in sich. 111 Teams fuhren mit alten Autos von Oberstaufen nach Amman, aus Spaß und für einen guten Zweck, darunter sechs Studenten aus Aachen – hier ihr Bericht Text und Fotos: Nikolaus Fraatz

Unser Studenten-Team aus Aachen ging mit drei alten, aufgemöbelten 5er-BMW ins Rennen© Foto: Nikolaus FraatzStart zur Rallye:Unser Studenten-Team aus Aachen ging mit drei alten, aufgemöbelten 5er-BMW ins Rennen

Nach Monaten der Vorbereitung war der große Tag endlich gekommen: der Start zur 10. Allgäu-Orient-Rallye in Oberstaufen! Er begann mit der Willkommenszeremonie und der Segnung der Rallyefahrzeuge. Vertreter aller drei Weltreligionen waren angereist, um uns – und den anderen Teams natürlich auch – viel Erfolg und eine sichere Reise zu wünschen. Wo kommen sonst Christen, Muslime, Israelis und Palästinenser an einen Tisch? Unter Anleitung des Roadbooks – das ist die Bibel der Allgäu-Orient-Rallye – düsten wir mit unseren drei Autos dann gegen 12 Uhr los Richtung Italien.

In Oberstaufen im Allgäu ging die abenteuerliche Reise in den Orient los

Wir, das waren die sechs Ingenieur-Studenten Max (22), Moritz(23), Tim (22), Henning (23), Nikolaus (21) und Clemens (22) von der RWTH Aachen. Unser Teamname war AC Torx, unsere drei Rallye-Autos betagte 5er-BMW Kombi mit den Spitznamen Chasey (520i, 150 PS, Bj. '96, 281.000 km), Charlie (525i, 192 PS, Bj. '92, 354.000 km) und Candy (520i, 150 PS, Bj. '93, 297.000 km). Nur Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt oder nicht mehr wert sind als 1111,11 Euro, durften zu dieser Rallye starten.

Ziel war Jordaniens Hauptstadt Amman, abgesehen von einigen vorgegebenen Wegpunkten wie Istanbul war die Routenwahl nach Jordanien frei. Verzichten mussten wir allerdings auf Autobahnen, mautpflichtige Straßen und moderne Navigationsmittel.

Kein Auto durfte mehr wert sein als 1111,11 Euro, kein Hotel teurer als 11,11 Euro pro Nacht
Die mutigen  Rallyefahrer Clemens, Max, Moritz, Tim, Henning und Nikolaus machen mal Pause© Foto: Nikolaus FraatzSechs Freunde müsst ihr sein:Die mutigen Rallyefahrer Clemens, Max, Moritz, Tim, Henning und Nikolaus machen mal Pause

Übernachtet wurde im Fahrzeug, Zelt oder in einer Unterkunft, die nicht mehr als 11,11 € pro Nacht kosten durfte. Sieger war das Team, das nach drei Wochen mit mindestens einem der drei Autos am Ziel in Amman ankam und die Sonderprüfungen (Aufgaben wie Seifenkisten-Rennen fahren unterwegs) am besten erfüllen konnte, als ersten Preis gab's ein waschechtes Kamel. Die Autos wurden im Ziel für einen guten Zweck versteigert – so weit die Regeln.

START UND FAHRT ÜBER DIE ALPEN

Der Brenner-Pass machte unseren drei Oldie-BMWs noch keine Probleme, den Kreuzberg-Pass fand Chasey dann allerdings nicht so toll – sie war eindeutig die heißblütigste unseres vierrädrigen Trios. Weniger liebevoll ausgedrückt, sie ist ganz einfach heißgelaufen.

© Foto: Nikolaus Fraatz
Unterwegs mussten die BMW ein paar Federn lassen, alle kamen aber gut in Jordanien an© Foto: Nikolaus FraatzZähe Oldies:Unterwegs mussten die BMW ein paar Federn lassen, alle kamen aber gut in Jordanien an
Zähe Oldies: Unterwegs mussten die BMW ein paar Federn lassen, alle kamen aber gut in Jordanien an
Geplatzter Reifen, Defekt am Schlauch des Kühlers – kleine Defekte wurden schnell repariert

Doch zum Glück haben die Ingenieure bei BMW mitgedacht und die Motorhaube vorne angeschlagen und nicht wie üblich hinten. Ergo Haube angestellt, weiterfahren und schon waren die Temperaturen wieder normal. Nach stundenlangem Serpentinen-Kurven, diversen Pipi-Pausen und Small-Talk mit anderen Teams am Wegesrand sind wir dann gegen 22 Uhr in Triest angekommen. Für den nächsten Tag stand Dubrovnik auf dem Programm.

VON TRIEST ÜBER DEN BALKAN NACH GRIECHENLAND

Typisch deutsch sind wir pünktlich um halb 8 gen Dubrovnik gestartet. Den ganzen Tag ging es die Küstenstraße durch Slowenien und später Kroatien entlang nach Südosten, bei schönstem Wetter und traumhaften Aussichten. Probleme gab es keine, außer dass Henning und Moritz Candys Tankdeckel auf dem Dach vergessen haben. Im Dunkeln sind wir dann endlich am Tagesziel angekommen und haben unsere Zelte hinter Dubrovnik aufgeschlagen.

Abfahrt war am nächsten Tag wieder um 7.30 Uhr, gegen 8.30 Uhr hatten wir auch schon den Stempel aus Montenegro im Reisepass. Kulturell ignorant ausgedrückt sah es auch hier noch aus wie in Italien, obwohl man im Vergleich zu den vorhergegangenen Ländern schon die größere Schere zwischen Arm und Reich sah. Zusatz von Henning: „Es sieht burgiger aus, die benutzen viel mehr alte Steine.“

Obwohl noch kein Mal zum Einsatz gekommen, hat sich bei Chasey plötzlich das eigens zum Schutz angebrachte Bodenblech unterm Tank verabschiedet. Es wurde kurzerhand zum Sonnenschutz für die Ersatzreifen auf dem Dach umfunktioniert, und weiter ging es, Richtung Inland an die albanische Grenze. Direkt hinter dem Grenzübergang gab es dann auch die ersten Eselskarren zu bestaunen. Landschaftlich weniger spektakulär als die Küstenstraßen der Adria – aber dennoch schön – war dann die Strecke zur albanischen Hauptstadt Tirana. Der Stadtverkehr dort war dann unsere erste wirkliche Nervenprobe: Wir haben einstimmig festgestellt, dass die Leute hier verrückter fahren als sonstwo auf der uns bekannten Welt. Chasey war der gleichen Meinung und ist vor Stress so rot geworden, dass mal wieder nur „Haube auf“ half. Unter anderem dank eines freundlichen Polizisten, der mal eben die Verkehrsführung für uns geändert hat, und unserem Navigationsteam Charlie, Tim und Max haben wir es dennoch heil wieder aus der Stadt heraus geschafft.

Doch auch anschließend hatte sich Chasey nicht wirklich beruhigen wollen, sodass in einer schnellen OP die Dämmmatte im Motorraum entfernt wurde. Ihre Eigenheiten hatten alle drei Mädels, so langsam entwickelte sich Chasey allerdings zu unserem Sorgenkind. Zum Glück waren offene Motorhauben für die örtliche Polizei anscheinend kein Problem, Hauptsache man fuhr auch tagsüber mit Licht – Ordnung muss sein.

Nach weiteren Stunden über albanische Landstraßen ging es das erste Mal durch Schlaglöcher und über Schotter. Der Fahrwerkstest war – zum Glück für unseren Zeitplan – nur recht kurz und wir waren schnell wieder mit einer akzeptablen Reisegeschwindigkeit unterwegs. Übrigens: Egal wie schnell man fährt in Albanien, die Albaner fahren doppelt so schnell.

Beim Passieren der Grenze nach Griechenland war es bereits dunkel, sodass wir zunächst nur die Landstraße im Scheinwerferlicht und einen Gyrosimbiss gesehen haben. Die Landstraße hatte es aber in sich, ein unangekündigter, schräger Bahnübergang bei 90 km/h zwang dann auch unsere Fahrwerke mal kurz in die Knie und ließ den Unterbodenschutz Funken sprühen (Chasey war hier zum Glück langsamer unterwegs). Gegen 2 Uhr Ortszeit kamen wir dann endlich in Thessaloniki an. Ziel des kommenden Tages: Istanbul!

ENTLANG DER ÄGÄIS NACH ISTANBUL

Der neue Tag begann wie schon gewohnt früh nach einer kurzen Nacht. Da wir keinen Zeitdruck hatten, Istanbul zu erreichen, haben wir uns an der griechischen Küste ein paar nette Pause gegönnt. Was sich die Griechen bei der Straßenbeschilderung bisweilen so denken, ist uns nicht so ganz klar geworden. Was macht ein Zaun direkt hinter der Abzweigung zur Schnellstraße?

Im Großen und Ganzen verlief in Griechenland alles reibungslos, im Gegensatz zum Grenzübergang zur Türkei. Aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen durften wir und zwei andere Teams unsere kompletten Autos leer räumen und wurden dann durch das LKW-Röntgengerät geschickt, während unsere Ladung gar nicht kontrolliert wurde. Ob das Routine oder ein Scherz der Grenzer war, sei mal offen gelassen. Vor allem, weil ein anderes Team, das gerade angekommen war, als wir wieder zusammenpacken durften, einfach durchgewunken wurde … Mitten in der Nacht haben wir dann doch noch Istanbul erreicht und dank ein paar freundlicher Locals – mit leicht hessisch angehauchten Deutsch – das Fahrerlager vor der Blauen Moschee erreicht.

Am nächsten Morgen wurden wir freundlich vom Muezzin geweckt – einer der Vorteile, direkt vor der Blauen Moschee zu campieren. Einen Großteil des Tages hatten wir Zeit, Istanbul zu erkunden. Nebenbei mussten wir noch ein Seifenkistenrennen vorbereiten und haben dabei später einen respektablen 5. Platz eingefahren! Max und Moritz haben davon leider nicht viel mitbekommen, da sie mit Candy in den Beautysalon a.k.a. Werkstatt gefahren sind. Ein hinterer Dom am BMW war am Durchrosten und wir wollten keine böse Überraschung auf den anstehenden Rallyepisten erleben …

CAMPEN AM SCHWARZEN MEER UND FAHRT DURCH DIE BERGE

Mit einer Fahrt unter Polizeischutz zur Bosporus-Fähre begann der folgende Tag – sich über die Regeln des Straßenverkehrs mal ganz legal hinwegsetzen zu dürfen, das hatte schon was, besonders in der Istanbuler Innenstadt! Nach der Überfahrt ging es dann durch Istanbuls asiatischen Teil – 18 Millionen Menschen brauchen viel Platz, dementsprechend lange hat es gedauert, aus der Stadt rauszukommen. Natürlich haben wir es ohne Probleme geschafft und uns auf den Weg zum TFF begeben, dem Türkischen Fußballverband. Dort wurde für uns Rallyeteilnehmer ein Spiel mit einer Auswahl ehemaliger türkischer Nationalspieler organisiert. Das Match war hart, beide Teams haben um alles gekämpft. Dass die türkische Mannschaft im Endeffekt mit einem verdienten 1:0 vom Platz gegangen ist, liegt natürlich nur daran, dass wir sie der Freundschaft halber gewinnen ließen (na ja …). Anschließend haben wir unsere Zelte zusammen mit anderen Teams am Schwarzen Meer aufgeschlagen. Mehr Camping-Flair ging nicht und unsere Kühlbox war vorsorglich gut gefüllt.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zu einem offiziellen Projekt der Allgäu-Orient-Rallye. Wie jedes Jahr (die Veranstaltung lief schon zum zehnten mal) hatten die Teams Material an Bord, mit dem ein schön bepflanzter Park samt Jugendbegegnungszentrum aufgebaut wird. Diesmal wurden jedem Team am Start in Oberstaufen sechs Pakete Dachziegel mitgegeben. Anschließend führte die Strecke nach Yldaz in die Berge, wo nach einer ruhigen Nacht eine „Chinesen-Rallye“ begann – zwei Tage lang navigieren anhand von Bildern!

KREUZ UND QUER DURCH DIE TÜRKEI

Leider passierte auf den Schotterpisten des nächsten Tages unser erster größerer technischer Defekt – nicht ein Auto, unsere große Kamera hat den Dienst quittiert. Nichtsdestotrotz hatten wir Spaß auf den Geröllpfaden und Feldwegen. Nachmittags haben wir unseren Campingplatz in Corum erreicht (Campingplatz ist die nette Umschreibung für einen großen Parkplatz in der Stadt). Mit Hilfe eines anderen Teams haben wir uns dann noch Chaseys Heißblütigkeit gewidmet: Lüfter und Kondensator der eh nicht funktionierenden Klimaanlage sind rausgeflogen, um dem Kühler mehr Luft zum Atmen zu geben. Und in einer nahegelegenen Werkstatt ließen wir Chaseys Unterbodenschutz schweißen und wieder montieren – dauerte 15 Minuten und wir waren umgerechnet 20 € ärmer. Dann ging es in Tiefflugformation gen Ankara.

Am folgenden Tag stand Europas größter Canyon in Ulubey auf dem Programm. Nach einigen Irrungen und Wirrungen bei der Streckenfindung konnten unsere drei Mädels einmal mehr ihre Offroad-Fähigkeiten beweisen: Serpentine um Serpentine haben wir uns über extrem staubige Pisten zum Grund des Canyons vorgetastet, im Handumdrehen war alles von einer Dreckschicht überzogen – auch unsere 2. Kamera, die seitdem ein Eigenleben führt. Der Canyon an sich war superschön und das Fahren abseits von Straßen hat uns viel Spaß gemacht. Unsere Mädels sahen das allerdings anders: Die Steinschläge an den Unterbodenschutz wurden immer heftiger, teils ausgelatschte Kupplungen haben uns dazu gezwungen, Steigungen mit Schwung statt mit Bedacht zu nehmen, und Candy – Chasey sowieso – ist ein bisschen ins Schwitzen gekommen.

Am finalen Berg der Canyon-Etappe ging dann alles Schlag auf Schlag: Während an Charlie ein Reifen geplatzt ist, hat sich Chasey den hinteren Unterbodenschutz und damit auch die Heckschürze abgerissen. Zu allem Überfluss ist ihr auch noch der Kragen geplatzt und sie hat wild angefangen zu dampfen. Während Charlie sich mit geknicktem Absatz die letzten Meter ins nächste Dorf schleppte, musste Chasey von einem Trecker gezogen werden. Auf dem Dorfplatz hat man uns kaum Zeit gelassen, den Schaden zu begutachten, da wir prompt auf eine Runde Cay eingeladen wurden. Mit Hilfe von Händen, Füßen und Google Translator haben wir uns super mit den Dorfbewohnern verstanden und wurden von ihrer Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft überwältigt. Was bei Chasey wie ein geplatzter Kühler oder eine gerissene Zylinderkopfdichtung aussah, hat sich dann zum Glück nur als gerissener Kühlschlauch herausgestellt – in Rekordzeit geflickt, fertig.

Nach einer langen Ruhepause auf einem Campingplatz am Fluss in Dalyan ging es einige Tage später weiter Richtung Mersin – dort sollte eine Fähre unsere Autos an Bord nehmen und nach Israel bringen. Wir selber sollten mit Bussen nach Adana fahren, von dort am nächsten Morgen nach Tel Aviv fliegen und wieder mit Bussen zum Hafen von Haifa gebracht werden, um unsere Rallyeautos wieder in Empfang nehmen und weiterfahren zu können.

AUF NACH ISRAEL

In Mersin sollten die Fahrzeuge ab 22 Uhr auf die Fähre verladen werden, passiert ist es dann am nächsten Morgen um halb 6 Uhr. Wir sind dann nach einem reibungslosen Flug mit der weltbekannten Airline Global Atlas heile in Tel Aviv gelandet und saßen recht zügig im Bus nach Haifa. Nach einer Nacht im sehr preiswerten Hotel Eden und Erkundung der Stadt ging es ausnahmsweise mal pünktlich zum israelischen Zoll am Hafen, dort hatten wir – neben der normalen, gründlichen Kontrolle – keine Probleme und konnten unsere Mädels endlich wieder in die Arme schließen.

Auf der Tagesordnung standen Bethlehem, Jerusalem und die Fahrt ans Tote Meer. Dabei wurde schnell klar: Die Israelis fahren relativ gesittet Auto, Reißverschluss ist bekannt, es wird geblinkt und Blitzer standen immer wieder am Straßenrand. Geradezu langweilig. Umso beeindruckter und mit leicht mulmigem Gefühl sind wir dann via Checkpoint 300 ins Westjordanland nach Bethlehem gefahren. Obwohl nicht einmal unsere Pässe kontrolliert wurden, war dies auf jeden Fall einer der Eindrücke, die uns wahrscheinlich am längsten im Gedächtnis bleiben werden.

Auf der anderen Seite war nichts mehr von Israel zu sehen. Das Meer an israelischen Fahnen westlich der Mauer war urplötzlich ersetzt durch das palästinensische Äquivalent, und es waren alle Sprachen außer hebräisch zu hören. Zudem waren die Menschen sichtbar ärmer. Nach einem Besuch der Geburtskirche Jesu Christi sind wir noch über den Basar geschlendert, dort haben sich einige Mutige an einem Straßenstand an einer Mischung aus Innereien und Grünkohl-artigem Kohl versucht und den garantiert besten Tee ihres Lebens getrunken.

Wieder zurück über die Grenze, ging es gen Totes Meer. Alle waren ausgelaugt vom Tag, 40 Grad ohne Klimaanlage im Auto schlauchen ganz schön. Am nächsten Morgen hieß es dann rein ins Tote Meer – austesten, ob es wirklich unmöglich ist, dort unterzugehen. Tatsächlich: Egal was man tut, man geht nicht unter. Nur tauchen und wasserschlucken sollte man wirklich vermeiden. Entlang der jordanischen Grenze fuhren wir dann Richtung Norden zur Scheich Hussein-Brücke, dem nördlichsten Grenzübergang nach Jordanien.

JORDANIEN – WÜSTE UND ZIEL

Am Grenzübergang Sheikh Hussein Bridge wurden wir in einem extra auf dem Parkplatz aufgebauten Beduinenzelt von diversen Offiziellen in blau-weißem Camouflage empfangen – unter anderem vom Polizeichef, der mit der Rallye-Organisation gut bekannt ist und den wir schon beim Start in Oberstaufen gesehen hatten. Zu Tee und Drinks wurde die Route des restlichen Tages erklärt, Gast der Obrigkeit zu sein hat so seine Vorteile. Auch die Aussage, dass Geschwindigkeitskontrollen für uns nicht existieren würden, stimmte vergnügt.

Da in Jordanien gefühlt alle fünf Kilometer ein Checkpoint der Polizei am Straßenrand stand, konnten wir uns mit ein paar kleinen Umwegen gut zum Wüstencamp in der Nähe von Al Azraq durchfragen. Dort haben wir unsere Zelte auf ausgetrocknetem Lehmboden aufgeschlagen. Es ist ja ein gutes Gefühl, ordentlich beschützt zu werden – dass aber am nächsten Morgen das Camp im 20-Meter-Abstand von Soldaten umringt war und dazu noch Schützenpanzer herumstanden, war dann doch eine Hausnummer für sich. Wie sich ziemlich schnell herausgestellt hat, waren die Jungs aber gar nicht primär wegen uns da, sondern weil der Kronprinz einen Teil der Wüstenetappe mitfahren wollte.

Neben viel Sand – die T-Shirts hatten abends eine interessante Farbe – sind wir an diesem Tag auch auf zwei festgefahrene Allradler getroffen. Merke: Lehmboden und Wasser ergeben eine ganz ganz eklige Mischung … Und: Schon mal eine Windhose gesehen? Gibt’s in Jordanien ständig! Am Etappenziel Al Hussein Park in Jordaniens Hauptstadt Amman angekommen, wurden ein letztes Mal die Zelte aufgeschlagen. Am nächsten Morgen haben wir im Kindermuseum die uns am Start übergegebenen Rucksäcke an Erstklässler übergeben. Es war geschafft, wir hatten das Ziel heile erreicht!

Abends gab es dann die große Siegerehrung. Wir haben nicht das Kamel für den Sieger gewonnen, aber immerhin den 4. Platz von 111 angemeldeten Teams belegt. Allerdings: Hinter den ersten drei Plätzen wurde jedes angekommene Team als Viertes gewertet ...

Erste Prüfung:

Die Passstraßen in den Alpen waren kein Problem für die BMW
Die Passstraßen in den Alpen waren kein Problem für die BMW© Foto: Nikolaus FraatzErste Prüfung:Die Passstraßen in den Alpen waren kein Problem für die BMW
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