Alle Naturparke

NRWAlle Naturparke

Die zwölf schönen Naturparke in Nordrhein-Westfalen bieten jede Menge Abwechslung: Skifahren, Reiten, seltene Tierarten beobachten oder einfach nur spazierengehen oder wandern, für alles ist hier viel Platz in heiler Natur. Die Parke zählen zu den 104 Schutzzonen unseres Landes, die in einem großartigen DuMont Bildband präsentiert werden – in loser Folge stellen wir die grünen Paradiese in Text und Bildern aus dem Buch vor

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Ralph Lueger

Arnsberger Wald

Zauberhaft mystisch ist die 240 Kilometer lange "Sauerland-Waldroute" zwischen Marsberg und Iserlohn. Kein Flecken Erde in Deutschland hat eine so reiche, sagenhafte Vergangenheit wie das westliche Sauerland mit dem Arnsberger Wald – hier sollen Wichtel und Hexen ihr Unwesen getrieben haben. Die beste Aussicht auf das Reich der Geister hat man vom 35 Meter hohen Lörmecketurm. Ein weiteres Highlight im Naturpark Arnsberger Wald ist eine Exkursion mit einem Ranger zum Hohlen Stein, den Fließwegen oder im Bilsteintal in Warstein. Dort kann neben dem Wildgehege auch eine Tropfsteinhöhle erforscht werden. Pflichtprogramm für alle Besucher des Naturparks ist ein Besuch im "Klangwald" am Möhnesee: Auf 3,5 Kilometern Rundweg erleben Wanderer an neun Stationen mit Klangkunstobjekten den Wald einmal anders. Und auf der "Klangwiege", einer großen Eichenwiege inmitten von Fichtenwald, kann man wunderbar entspannen. Nicht verpassen: – Auf den Lörmecketurm steigen – Im Klangwald am Möhnesee wandern – Den Hohlen Stein im Lörmecketal besuchen www.naturpark-arnsberger-wald.de

© Foto: flickr/Robert Wirrmann

Bergisches Land

Mit dem "Bergischen Weg" und dem "Bergischen Panoramasteig" bietet diese schöne Wanderregion zwei zertifizierte Qualitätswege. Der Panoramasteig ist ein 246 Kilometer langer Rundweg, aufgeteil in zwölf Etappen, mit fantastischen Aussichten über die Hügellandschaft. Der Tradition verschrieben hat sich die Kampagne "Vielfalt leben" des Naturparks: Ihre Partnerbetriebe züchten alte und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen. Auf den Weiden des Freilichtmuseums Lindlar können Besucher einige davon bestaunen. Das artenreichste Naturschutzgebiet in Nordrhein-Westphalen ist die Wahner Heide nördlich von Köln: Auf einer Fläche von 5000 Hektar bieten Auwälder, Binnendünen und Moore mehr als 700 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Durch die Wahner Heide führen rund 130 Kilometer Wander- und 30 Kilometer Reitwege. Nicht verpassen: – Wandern auf dem Bergischen Panoramasteig – Alte Haustierrassen im Freilichtmuseum in Lindlar bestaunen – Reiten und wandern in der Wahner Heide www.naturparkbergischesland.de

© Foto: flickr/Frank Vassen

Hohes Venn-Eifel

Jedes Jahr im April werden das Perlenbachtal und das Fuhrtsbachtal in der Eifel zu einem Paradies für Blumenfreunde. Dann nämlich blüht die Gelbe Wildnarzisse, eine botanische Kostbarkeit, die in Deutschland streng geschützt ist. Der Naturpark erstreckt sich über die Landesgrenze bis nach Belgien, er umfasst auch den Nationalpark Eifel. Die südlich von Köln gelegene Landschaft aus Wald, Wasser und Wildnis ist über ein dichtes Netz ausgewiesener Wanderwege von 240 Kilometern Länge zu erkunden – auf eigene Faust oder unter kompetenter Führung eines Nationalpark-Rangers. Einen anderen Zugang ermöglichen die "Eifel-Blicke". Das sind – nicht selten barrierefreie – Aussichtspunkte entlang der Wander- und Radwanderwege, die oft spektakuläre Fernsichten ermöglichen. Panoramatafeln erläutern, welche Berge, Dörfer und Burgen zu sehen sind. Nicht verpassen: – Die botanische Rarität namens Wildnarzisse bewundern – Streifzüge mit einem Ranger machen – Vespern und staunen bei den Eifel-Blicken www.naturpark-eifel.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Arthur F. Selbach

Hohe Mark-Westmünsterland

Immer am letzten Samstag im Mai kommt es im Merfelder Bruch zu Szenen wie aus dem Wilden Westen. Dann nämlich wird die rund 300 Wildpferde starke Herde, die während des Jahres auf dem weitläufigen Gelände westlich von Dülmen grast, zusammengetrieben. Die Tradition der Dülmener Wildpferde reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Ebenfalls sehr sehenswert ist der Herzogliche Wildpark bei Dülmen. Er gilt mit seinen wertvollen Eichen und Buchen, seinen alten Gehöften sowie seinen von Teichen durchzogenen Wiesen und Weiden als einer der schönsten Parke im Münsterland. Einst erstreckte sich zwischen Hamminkeln und Rhede eine fast 500 Hektar große, von Moorflächen durchzogene Heidelandschaft. Seit 1987 stehen die Dingdener und Büngerner Heide unter Naturschutz. Viele vom Aussterben bedrohte Arten sind zurückgekehrt. Brachvogel, Kiebitz und Uferschnepfe brüten in dem Gebiet, auch botanische Raritäten wie Lungenenzian und Sonnentau sind hier zu finden. Selbst der Laubfrosch entwickelt sich prächtig, wie die vielstimmigen Konzerte im Frühjahr belegen. Nicht verpassen: – Das Einfangen der Wildpferde im Merfelder Bruch erleben – Die vielfältige Parklandschaften genießen – Dem Konzert der Laubfrösche lauschen www.hohemark-westmuensterland.de

© Foto: Rhein-Erft-Kreis

Rheinland

Sie hat schon viel gesehen, die Gymnicher Mühle im Landschaftspark Erftaue. Ab dem 9. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie als Getreide- und Ölmühle genutzt – heute dient sie als Naturparkzentrum mit einem Wassererlebnispark und vielem mehr. Die Gymnicher Mühle ist eines von vier Zentren, die sich über das Gebiet des Naturpark Rheinland verteilen. Natur- und Kulturerlebnis können Besucher auch am 100 Kilometer langen Römerkanal von Nettersheim nach Köln genießen, die vor 2000 Jahren erbaute Wasserleitung ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Heute lassen sich die Spuren dieses Bauwerks auf dem Römerkanal-Wanderweg entdecken. Mehr als 50 Informationstafeln machen die Wanderung zu einem informativen Vergnügen. Während im Sommer zahlreiche Badeseen für Erfrischung sorgen, lohnt sich auch im Frühjahr und Herbst ein Besuch im südlichen Naturpark, der drittgrößten Obstbauregion Deutschlands. Viele Gaststätten und Hofläden bieten Gerichte aus heimischen Produkten an. Nicht verpassen: – Lernen in den vier Naturparkzentren – Wandern entlang des alten Römerkanals – Obst aus heimischem Anbau probieren www.naturpark-rheinland.de

© Foto: Naturpark Schwalm-Nette

Schwalm-Nette

Wer die Stille und Vielfalt der Natur im Brachter Wald genießt, mag kaum glauben, dass sich hier bis 1996 das größte Munitionsdepot Westeuropas befunden hat. Nur einige wenige Reste der einstigen Militärgebäude erinnern heute noch daran. Seit dem Abzug der britischen Armee hat sich der Brachter Wald zu einem Naturparadies und einem beliebten Naherholungsgebiet im Naturpark Schwalm-Nette entwickelt. Mehr als 1200 Pilzarten wachsen dort und säumen die Ränder von 32 Kilometern Rad- und Wanderwegen. Nicht weit entfernt vom Brachter Wald liegen die Krickenbecker Seen, eines der ältesten Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen. Vor allem an sonnigen Wochenenden locken die vier ausgetorften Moorseen viele Naturfreunde an. Die hier ansässige Graureiherkolonie gilt als die größte im Bundesland. Wie kaum ein anderer Naturpark ist die Region um Schwalm, Nette und Maas vom Wasser geprägt. Mit dem Projekt "Wasser.Wander.Welt" wurde ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Premium-Wanderwegen durch die Natur-und Kulturlandschaften geschaffen. Auch einige Gaststätten haben sich diesem Netzwerk angeschlossen und bieten Gerichte aus der Region. Nicht verpassen: – Wandern im Brachter Wald – Natur beobachten an den Krickenbecker Seen – Über die Kulturlandschaften informieren www.npsn.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Jörg Axel Fischer

Siebengebirge

Ist es der Blick auf den Rhein? Ist es die sagenhafte Geschichte vom Kampf des Helden mit einem Drachen? Sind es die ebenso malerischen wie schweißtreibenden Aufstiege im Nachtigallental? Oder die Fahrt mit der Zahnradbahn, bei der Steigungen von bis zu 20 Prozent bewältigt werden? Vermutlich ist es das Gesamtpaket, das den Drachenfels zu einem der beliebtesten Naherholungsziele im Rheinland macht. Auf halbem Weg hinauf zum Drachenfels liegt das zwischen 1881 und 1884 errichtete Schloss Drachenburg. Es gilt als Meisterwerk der Neugotik und beherbergt nach einem Umbau ein Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland. Dank seines Reichtums an Naturschönheit wurde das Siebengebirge – das übrigens 42 und nicht nur sieben Berge umfasst – als erstes Wildnisgebiet NRWs außerhalb von Nationalparken zur Schutzzone erklärt. Nicht verpassen: – Mit der Zahnradbahn zum Drachenfels fahren – Das Museum in der Drachenburg besuchen – Auf stillen Pfaden durch dichten Wald wandern www.naturpark-siebengebirge.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Christian Bäck

Teutoburger Wald/Eggegebirge

Wer gesund werden – oder besser noch: bleiben – möchte, ist im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge genau richtig. Es gibt kaum eine zweite Region in Deutschland mit einer solchen Fülle an natürlichen Heilmitteln – wer etwa seiner Lunge etwas Gutes tun will, genießt das Schonklima und die reine Luft oder gönnt sich gleich eine Kur in Bad Lippspringe. Rund ein Viertel des weltweiten Rotbuchenbestands sind auf Deutschland konzentriert, viele davon finden sich im Teutoburger Wald und bieten Lebensraum für über 5000 Tier- und Pflanzenarten, von denen mehr als 1000 als gefährdet gelten. Im Westfalen Culinarium zu Nierheim erschmecken Genießer die leckeren Seiten der Region: Auf der kulinarischen Meile in der Langen Straße sind das Deutsche Käsemuseum, das Westfälische Brotmuseum, das Schinkenmuseum und das Bier- und Schnapsmuseum untergebracht. Nicht verpassen: – Kuren im schönen "Heilgarten Deutschlands" – Wandern durch Landschaftsgeschichte – Regionale Spezialitäten genießen im Westfalen Culinarium www.naturpark-teutoburgerwald.de

© Foto: DUMONTBildarchiv/Rainer Kiedrowski

Dümmer

Bis zu 70.000 Kraniche rasten während ihrer Frühjahrs- und Herbstzüge hier im Naturpark Dümmer, der sich einige Kilometer südlich von Diepholz erstreckt und zu einem großen Teil auch in Niedersachsen liegt. Der Naturpark bietet spezielle Touren zu den Rast- und Schlafplätzen an. Der Dümmer ist ein riesiges Binnengewässer und ein beliebtes Ausflugsziel. Am Ostufer des im Durchschnitt nur einen Meter tiefen Flachwassersees befinden sich mehrere Badestrände. In den stillen Buchten des Süd- und Westufers hingegen hat u.a. die bedrohte Trauerseeschwalbe ihren wichtigsten Brutplatz in Niedersachsen. Auch Seeadler und Fischadler brüten hier wieder erfolgreich. Zugleich ist der See aber auch eines der attraktivsten Wassersportreviere im norddeutschen Binnenland. Vor allem Segler und Surfer schätzen das Gewässer, regelmäßig finden hier internationale Regatten statt. Auf einem 18 Kilometer langen Rundweg können Wanderer die Schönheiten des Dümmer erkunden. Im Nordwesten begrenzen die Dammer Berge den Naturpark. Zahlreiche Wanderwege führen durch das Gebiet, darunter ein Waldlehrpfad mit interessanten Informationen zu Tieren und Pflanzen. Zudem lockt das neue Europäische Fachzentrum Moor und Klima mit einer modernen Ausstellung. Nicht verpassen: – Eine Tour zu den Rastplätzen der Kraniche machen – Segeln oder surfen auf dem See – Ruhe tanken auf dem Rundwanderweg um den Dümmer www.naturpark-duemmer.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Rainer Kiedrowski

TERRA.vita

Viel zu bieten hat dieser Park bei Osnabrück, der zum Teil auch in Niedersachsen liegt. Der Lebenslauf der Erde etwa ist das Thema des rund 23 Kilometer langen Saurierpfads in einem ehemaligen Steinbruch bei Barkhausen. Zwölf Metallrahmen unterschiedlicher Größe lenken im Verlauf des Weges den Blick auf besonders schöne oder interessante Motive. Der Saurierpfad verbindet die Urzeit in Barkhausen mit dem »Weg der Sinne« im Erfahrungslabyrinth von Bad Essen, einem Ort an der Deutschen Fachwerkstraße: Man kann im Kräutergarten riechen und schmecken, Unbekanntes an den Tastsäulen erfühlen oder im Hof des Lichts neue Farberfahrungen machen. Wer es lieber kompakt mag, für den empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung TERRA.vision im Osnabrücker Museum am Schölerberg. Im »Zeittunnel« erleben die Besucher der Ausstellung längst versunkene Ökosysteme vor einer faszinierend authentischen Kulisse. Im Naturpark selbst gilt das Fahrrad als das ideale Verkehrsmittel. Für Elektroräder steht ein Netz von Stationen zum Aufladen zur Verfügung. Die 18 TERRA.trails führen Radler auf einer Länge von 1000 Kilometern zu mehr als 200 Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten abseits der gängigen Routen. Einen ganz anderen Landschaftsgenuss bietet das Projekt »TERRA.vista – Ausblicke zum Anhören«: Die Aussichtspunkte im Natur- und Geopark bieten tolle Weitblicke über die Norddeutsche Tiefebene, das Münsterland und das Osnabrücker Hügelland. Nicht verpassen: – Spuren der Saurier suchen in Barkhausen – Eintauchen in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte – Radfahren auf den TERRA.trails www.naturpark-terravita.de

© Foto: DUMONT Bildarchiv/Ralph Lueger

Diemelsee

Hier im nordöstlichsten Teil des Rothaargebirges, auf kargen Böden in 700 Metern Höhe, trotzen Ginster, Arnika, verschiedene Orchideenarten und vor allem Heidekraut dem rauen Klima. Besonders schön ist der Park, der zum Teil auch in Hessen liegt, zur Blütezeit im Spätsommer, wenn die Hochheiden rund um Willingen im purpurnen Glanz leuchten. Das Wechselspiel zwischen den Bergen des Sauerlands, weiten Tälern und tiefen Wäldern sowie Wiesen und Ackerflächen ist prägend für diesen Naturpark. Der namengebende, sehr saubere Diemelsee ist ein Paradies für Wassersportler und Wanderer. Das Naturschutzgebiet im Bereich des Itterzuflusses bietet Wasservögeln ideale Lebens- und Brutbedingungen. Eine ornithologische Konstbarkeit ist der Flussuferläufer, und während des Vogelzuges im Frühjahr und Herbst kann man Fischadler beobachten. Auf der Mühlenkopfschanze in Willingen ist Jahr für Jahr die Weltelite der Skispringer zu bewundern. Nicht verpassen: – Den Spätsommer in der Hochheide genießen – Wasservögel beobachten am Diemelsee – Wintersport betreiben in Willingen www.naturpark-diemelsee.de

© Foto: Naturpark Schwalm-Nette

Sauerland-Rothaargebirge

2016 ist das Premierenjahr für den neuen Naturpark Sauerland-Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen. Er ist das Ergebnis eines Zusammenschlusses der Naturparke Rothaargebirge, Homert und Ebbegebirge. Weitere Informationen stehen noch aus, ein gemeinsamer Internetauftritt befindet sich im Aufbau.

Deutschlands Naturparke – das Buch

Paradiese vor der Haustür – unter diesem Motto werden die 104 Naturparke in Deutschland in einem opulenten DuMont Bildband ausführlich vorgestellt. Er bietet rund 300 brillante Farbbilder, eine große Übersichtskarte sowie Hinweise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hintergrundtexte zu verschiedenen Themen, wie z. B. kindliche Naturerfahrungen oder tierische Einwanderer, runden das 256 Seiten starke Werk ab. "Paradiese vor der Haustür" ist das offizielle Nachschlagewerk des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) und kostet 29,99 Euro. www.mairdumont.com

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