Wasser, nein danke!

MechelenWasser, nein danke!

Bierbrauen ist ausschließlich und alleine Männersache? Falsch! In Mechelen findet man etliche Beweise dafür, dass Frauen schon vor Jahrtausenden verantwortlich im Brauhandwerk tätig waren. Und auch heute gibt es viele feuchtfröhliche Locations, in denen Frauen das Zepter schwingen. Auf der folgenden Seite finden Sie kleine bierselige Geschichten aus Mechelen und Umgebung

© Foto: VisitFlanders

Bier ist gesund!

Früher war das Wasser in den Städten oft stark verschmutzt und ein Herd für Erreger von Krankheiten und Seuchen.Deshalb war es viel sicherer, Bier zu trinken, weil das Wasser bei der Zubereitung gekocht und gefiltert wurde. Für die einfachen Leute war es normal, jeden Tag Bier zu trinken. Das Brauen war Jahrhunderte lang ein Frauenberuf und gehörte im Mittelalter genau wie Kochen und Waschen zu den typischen Aufgaben einer Hausfrau. Doch mit den Jahren wurde das Geschäft rund um Hopfen und Malz immer mehr zu einer Sache für Männer und ist heute für Frauen eher untypisch. Biersommelière Sofie Vanrafelghem möchte diesen Trend gerne revidieren und Frauen den Biergenuss wieder näherbringen. Dazu gründete sie die Bewegung "Frauen und Bier." Gemeinsam mit ihrem Team tourt sie durch ganz Belgien, entwirft elegante Biergläser oder kreiert mit Köchen und Chocolatiers feine Gerichte mit Bier. Auf der folgenden Seite erzählt Sofie im Video, wie sie zur Bier-Liebhaberin wurde und warum sie die Bewegung gegründet hat. www.sofiesworld.be

© Foto: VisitFlanders/www.milo-profi.be

Eine Brauerei mit Tradition

1872 gründetet die Familie Van Breedam in der heutigen Guido Gezellelaan eine moderne Brauerei mit Dampfkessel: Het Anker. Der Komplex wurde im 20. Jahrhundert umfangreich erweitert. Heute ist Het Anker die letzte Brauerei in Mechelen, die noch produziert. Betrieben wird sie mittlerweile von der 5. Generation der Gründerfamilie, von Charles Leclef. Doch auch seine Frau Claire versteht sich in der Braukunst. 2005 entwickelte sie das Margriet, ein Bier mit 6,5 % Alkohol – getrocknete Blumen verleihen dem Bier einen weiblichen Touch.www.hetanker.be

© Foto: Anne Schüßler

Der Trinker am St. Romboutsturm

Als Tourist hätte man wohl kaum vermutet, dass die gelbe, lustige Skulptur am Fuß der Kathedrale St. Rombouts etwas mit Bier zu tun hat. Das "Opsinjoorke" stellt den ewigen Trunkenbold und schlechten Ehemann dar, der oft zu spät nach Hause kommt und das Kindergeld versäuft. Zur Strafe wird er mit einem großen Betttuch immer wieder in die Luft gefedert. Den Namen bekam das Kerlchen 1775 nach dem Fall auf einen Antwerpener im Publikum – einen Sinjoor (Senior). Das besonders hopfige Bier Hopsinjoor des Het Anker erinnert an den Opsinjoor. www.visitmechelen.be

© Foto: VisitFlanders

Starke Frauen am Zapfhahn

Rund um den Grote Markt und das imposante Rathaus mit Belfried liegen zahlreiche kleine Lokale und Straßencafés. Einige Gaststätten haben eine lange Geschichte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielten. Am Grote Markt 12 liegt das Café Glasgow. Dies ist zwar der offizielle Name, aber auf der Fassade steht in Neonbuchstaben: Bei Torreke Lemberechts. Im Volksmund wird das Lokal jedoch "Bei Jeannine" genannt. Jeannine ist die Schwiegertochter der Fußballlegende (Torreke) Lemberechts. Sie hat zusammen mit ihrem Mann das Lokal des ehemaligen Spielers von KV-Mechelen übernommen und ist offenbar äußerst beliebt. www.visitmechelen.be

Erlebnisführer

Mit der Broschüre "Bier in Frauenhänden" des Tourismusverbandes Mechelen können Sie selbst erleben, wie Frauen die Biergeschichte nachhaltig beeinflusst haben. Begeben Sie sich mit dem Probierplan (das ist ein spezieller Stadtplan mit wichtigen Stationen zum Probieren) auf dem Weg durch Mechelens Braugeschichte. Biersommelière Sofie Vanrafelghem gibt in dem Erlebnisführer außerdem Tipps für das richtige Bier zum richtigen Gericht. www.visitmechelen.be

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