Wetzlar Sehenswürdigkeiten

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Sehenswürdigkeiten

Historische Altstadt

Das nahezu geschlossene Ensemble historischer Bauwerke und Wohnhäuser in der Altstadt ist größtenteils in dem Zustand erhalten und weitgehend restauriert worden, wie es sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts darstellte. Seine Fachwerkhäuser und Steinbauten stammen aus der Zeit der Romanik (Wetzlarer Dom), der Gotik, aus der Renaissance und dem Barock. Noch heute bestehen die Plätze Buttermarkt/Domplatz, Fischmarkt, Eisenmarkt, Kornmarkt und der ehemalige Franziskanerhof, jetzt Schillerplatz. Zu den rund 50 besonders nennenswerten Gebäuden gehören: ein so genannter Wandständerbau aus dem Jahr 1356, die Alte Münze am Eisenmarkt, der Römische Kaiser (15. Jahrhundert), ein ehemaliges Theater- und Ballhaus; der ehemalige Deutschordenshof, heute Städtisches Museum, das Lottehaus, Wohnhaus der Charlotte Buff, das Karl-Wilhelm-Jerusalem-Haus, in dem sich der Rechtspraktikant Karl Wilhelm Jerusalem erschoss und so eine traurige Berühmtheit als Werther (w:Die Leiden des jungen Werthers) erlangte, das fürstliche Palais Papius, in dem sich die Sammlung historischer Möbel, zusammengestellt von Freiin Irmgard von Lemmers-Danforth, befindet.

Die steinerne Alte Lahnbrücke. wurde im Jahre 1288 erstmals erwähnt.

Ansehnliche Reste der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind noch erhalten, zum Beispiel ein als Schneiderturm oder Säuturm bekannter Befestigungsturm, die Kalsmuntpforte als Stadttor zur früheren Vorstadt Silhofen sowie große Teile der Stadtmauer.

Auch in den alten Vorstädten Langgasse und Neustadt, durch die Alte Lahnbrücke mit der Altstadt verbunden, sind noch einige sehenswerte historische Gebäude erhalten. Jedoch hat insbesondere die Neustadt infolge vierspuriger Straßenbauten im 20. Jahrhundert ihren mittelalterlichen Charakter verloren.

Ein in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Rathaus errichtetes Gebäude wurde nach mehrfachem Umbau vom Reichskammergericht (1689 bis 1806) als Sitz und Kanzlei genutzt. Das Gericht zog später in das gegenüberliegende sogenannte Herzogliche Haus und danach bis zu seiner Auflösung 1806 ins Von Ingelheim’sche Palais. Das Gebäude wurde nach einem weiteren Umbau als Kaserne, später als Hauptpost genutzt. Nach deren Auszug dient es unter anderem als Gaststätte und Wohnhaus.

Kirchen

Der Wetzlarer Dom gehört zu den ältesten Simultankirchen Deutschlands und ist in verschiedenen Baustilen im 14. Jahrhundert erbaut worden. Die erste Kirche wurde am selben Standort im 9. Jahrhundert erbaut.

Der Dom ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Sehenswert sind die vasa sacra (Heilige Gefäße). Dazu gehören u.a. Kelche, Monstranzen, Hostienschalen und Leuchter. Sehenswert ist auch die Skulptur des kreuztragenden Christus im nördlichen Querschiff der Kirche. Es handelt sich hierbei um das Werk eines unbekannten Künstlers um ca. 1500. Typisch für diese Zeit ist die Darstellung des Simon von Kyrene. Im Größenverhältnis zu Christus wirkt er fast wie ein Zwerg. Seine Hände berühren zwar das Kreuz, tragen es aber nicht, so wie es die Bibel in Markus 15, 21 berichtet. Bei der Gestalt des kreuztragenden Christus im nördlichen Querschiff handelt es sich um ein Original, wenn auch mehrfach übermalt und restauriert. Die Figur des Simon von Kyrene dagegen musste 1996 nachgeschnitzt werden, da das Original gestohlen wurde. Inzwischen ist die Originalfigur auf spektakuläre Weise im Oktober 1997 wieder aufgetaucht und kann im Wetzlarer Stadtmuseum besichtigt werden.

  • Die beiden Domgemeinden sind eine Kuriosität. Die Entstehung der Pfarrei ist unbekannt. Die erste Kirche war wohl eine fränkische Eigenkirche, an der das Stift gegründet wurde. Erst 1221 und 1226 wurde die Pfarrei durch den Erzbischof von Trier und den Papst dem Stift zuerkannt (inkorporiert). Danach stellte das Stift den Pfarrer an und eine Pfründe für seinen Lebensunterhalt bereit. Der Pfarrer gehörte dem Stift an, musste aber gegenüber diesem auch die Interessen der Pfarrei vertreten. Als sich die Wetzlarer in der Zeit der Reformation zur lutherischen Konfession bekannten, kam es zu einer bemerkenswerten Kuriosität: Der lutherische Pfarrer wurde durch die Bürgerschaft gewählt. Seinen Unterhalt aber bezog er aus der Stiftspfründe und wurde daher auch vom katholischen Dompfarrer in sein Amt eingesetzt. Aufgrund des fehlenden Geldes für ein neues Gotteshaus kam man etwa 40 Jahre nach der Reformation überein, dass die kleinere katholische Gemeinde den Chorteil und die größere evangelische Gemeinde das Mittelschiff nutzen sollte. Die sehr kleine katholische Domgemeinde wurde erst während der Reichskammergerichtszeit wieder zahlreicher und konnte so auch nach der Auflösung des Stifts (1803) weiter bestehen. Nachdem im März 1945 eine Fliegerbombe in den Dom einschlug, hatte die katholische Gemeinde keinen Gottesdienstraum mehr. Man kam überein, dass beide Gemeinden nun am gleichen Altar Gottesdienst abhalten sollten. Durch den Zustrom von Heimatvertriebenen wuchs die katholische Domgemeinde sehr an. Deshalb war an eine Wiederherstellung der alten Verhältnisse, auch nicht nach dem Wiederaufbau des Chores 1952, nicht mehr zu denken. Offenbar hatten die beiden Gemeinden die Zeichen der Zeit erkannt und entwickelten nun ein geschwisterliches Miteinander. Man akzeptierte die Stiftung einer neuen Orgel durch die Firma Leitz für beide Gemeinden, wenn auch nur nach einer einjährigen Probezeit. Das Miteinander wurde vertraglich geregelt durch:
  • 1957 - die Domnutzungsverordnung
  • 1978 - die Eintragung des Domes im Grundbuch als gemeinsames Eigentum beider Gemeinden zur je ideellen Hälfte
  • 1982 - die Neufassung der Satzung der Dombauverwaltung für den Bauunterhalt

Außer den beiden Sakristeien werden alle Teile des Domes heute von beiden Gemeinden gemeinsam genutzt. Die gemeinsamen Aktivitäten reichen von ökumenischen Gottesdiensten über gemeinsame Gemeindefreizeiten bis zum gemeinsamen Musizieren im ökumenischen Jugendchor. Mit seinen beiden Gemeinden ist der Wetzlarer Dom ein eindrückliches Beispiel für das moderne Zusammenleben der Konfessionen.

Weitere Informationen siehe Seite des Doms zu Wetzlar.

Andere Sakralbauten

Die Michaeliskapelle ist eine Doppelkapelle südlich des Domchores, die etwa um das Jahr 1250 erbaut wurde. Genutzt wurde sie als ehemalige Bauhütte des Domes und später als Beinhaus/Karner oder Beinhaus/Ossarium. An der Westwand steht eine große Kreuzigungsgruppe (1509).

Die Überreste der Theutbirg-Basilika. befinden sich nahe dem Stadtteil Nauborn, und zwar im Siebenmühlental unweit der Dickesmühle (Hinweisschild). Die Kirche der Teutbirg in loco qui dicitur Nivora ist deutlich vor 778 entstanden. Die Kirche wird wahrscheinlich bis zur Wende zum 9. Jahrhundert bestanden haben. Ihre Mauerreste wurden erst 1927 entdeckt.

Die Franziskanerkirche., eine Klostergründung aus dem Jahr 1263, wird auch als Untere Stadtkirche bezeichnet. Der Chor wird noch für Gottesdienste genutzt. Das Langhaus der Kirche ist profaniert.

Das Kloster Altenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserinnen-Kloster. Die etwa um 1260/1270 durch die selige Gertrud von Altenberg, Tochter der heiligen Elisabeth von Thüringen, gegründete Anlage ist Gutshof und Königsberger-Diakonissen-Mutterhaus.

Die Hospitalkirche. ist eine in den Jahren 1755–1764 von J. L. Splittdorf errichtete Kirche mit sehenswertem Aufbau von Kanzel, Orgel über dem Altar und dreiseitigen Emporen. Das Hospital wurde wahrscheinlich mit der dazu gehörenden Kapelle in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut.

Weitere Baudenkmale und Sehenswürdigkeiten

In den neueren Stadtvierteln rund um die Altstadt befinden sich eine Reihe gutbürgerlicher Wohnhäuser und Villen, die aus der Blütezeit Wetzlars als Leitz (Optik) später Leica Camera und Buderus (Weiße Villa) stammen.

Die beiden im 14. Jahrhundert erbauten Landwehren, die Garbenheimer Warte (um 1900 zum Bismarckturm umgebaut) und die Brühlsbacher Warte sind heute wunderbare Aussichtstürme, sie liegen östlich und südlich der Stadt.

Die Reichsburg Kalsmunt wurde vermutlich um das Jahr 800 gegründet und ist demnach eine Anlage aus der Zeit Karls des Großen. Zum Schutz der Stadt und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, wurde sie im 12. Jahrhundert weiter ausgebaut. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt. Zur Burg Kalsmunt gehörte schon im späteren Mittelalter der Wirtschaftshof Magdalenenhausen, der seit 1324 auf der stadtabgewandten Seite des Kalsmunts bezeugt ist. Nach dem Verfall der Burg im Zuge häufiger Besitzerwechsel und des Übergangs an Hessen im 16. Jahrhundert kaufte Graf Bernhard III. von Solms-Braunfels das Hofgut. Das zweigeschossige, repräsentative Fachwerkhaus wurde im Jahre 1693 für die Gräfin Magdalena von Solms-Braunfels errichtet. 1716 legte Graf Wilhelm Moritz um das Gut herum einen Tiergarten/Park an, der aber schon um 1800 wieder aufgegeben wurde. Seit dem 19. Jahrhundert dient das Haus als Gaststätte und Ausflugslokal.

Die Burg Hermannstein ist ein typisches Beispiel einer gotischen Wohnturmanlage nach französischem Vorbild. Sie wurde 1373 bis 1379 für den Landgrafen Hermann I. von Hessen zum Schutz der Stadt errichtet. Die Fürsten von Solms-Braunfels lagen immer wieder in Fehde mit Wetzlar.

Denkmäler, Kunstwerke, Brunnen

Der dreistufige Obelisk aus Lahnmarmor in Dalheim erinnert an die Schlacht bei Wetzlar, in der 1797 Karl von Österreich-Teschen/Erzherzog Karl von Österreich die napoleonischen Truppen unter General Lazare Hoche/General Jourdan schlug. An Tile Kolup, den falschen Kaiser Friedrich II., wird mit zwei Denkmalen erinnert. Das ältere befindet sich im Stadtwald nahe der Friedenstraße, das jüngere wurde als Flammenthron in der Spilburg errichtet. Die Colchester-Anlage auf der Lahninsel ist aufwendig landschaftsgärtnerisch gestaltet, unter anderem mit einem Stein-Labyrinth und einem Irrgarten. An der Frankfurter Straße befindet sich das Ukrainer-Denkmal, das an verstorbene Lagerinsassen in der Zeit des Ersten Weltkriegs erinnert. Das Jägerdenkmal aus dem Jahr 1877 erinnert in der Hausertorstraße an das Rheinische Jägerbataillon. Im Rosengärtchen, einem heute als Parkanlage genutzten früheren Friedhof, befinden sich eine Reihe alter Grabdenkmale, am bekanntesten ist das der Freifrau von Albini.

Einige Denkmäler stehen in Verbindung mit der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Stadt. Der Giesser ist eine Buderus-Kunstguss-Skulptur vor der Hauptverwaltung Buderus. Eine andere moderne Guss-Skulptur ist die Familie von Ludwig Leitz am Karl-Kellner-Ring (Ecke Ernst-Leitz-Straße). Am früheren Erzbergwerk Grube Malapertus ist ein alter Förderturm erhalten, der heute als einer der beiden letzten Fördertürme von der Bergbauvergangenheit im Lahn-Dill-Gebiet zeugt.

Im Bereich der Altstadt sind auch eine Reihe bekannter Brunnenbauwerke erhalten. Der Kornmarktbrunnen auf dem gleichnamigen Platz wurde bereits 1341 erstmals erwähnt. Der Eisenmarktbrunnen ist mit einer Figur der heiligen Barbara von Nikomedien, kurz der heiligen Barbara verziert. Am Philosophenweg, gegenüber dem Wöllbacher Tor, befindet sich der Goethebrunnen.

Museen, Bibliotheken und Galerien
  • Stadt- und Industriemuseum, Lottestraße 8-10. Tel.: (0)6441 994140, E-Mail: museum@wetzlar.de. Ein äußerst vielfältig ausgestattetes Museum mit Exponaten aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Stadt und Zeugnissen der regionalen Industriekultur (Schwerindustrie, Optik und Feinmechanik, Bergbau), darunter die Sammlung Karsten Porezag, eine bundesweit einzigartige Sammlung historischer Grubenlampen. Darüber hinaus eröffnet dieses Museum einen Einblick in die Vor- und Frühgeschichte der Region und präsentiert Zeugnisse der Keltenzeit. Geöffnet: in der Saison (April bis Oktober) Di-So und feiertags 11:00-17:00, außerhalb der Saison 11:00-16:00. Preis: frei wählbar ("Pay what you want"-Modell).
  • Lottehaus, Lottestraße 8-10. Gedenkstätte für Charlotte Kestner geb. Buff als Erinnerung an die Zeit, als Johann Wolfgang von Goethe hier oft Gast war. Das frühere Deutschordenshaus (Deutscher Orden) in Wetzlar wurde annähernd in jenen Zustand rekonstruiert, in dem Johann Wolfgang Goethe es am Ende des 18. Jahrhunderts vorfand. Jährlich besuchen Tausende Goethe-Touristen aus aller Welt dieses Gebäude, das an das Buch Die Leiden des jungen Werthers erinnert. Die Eintrittskarte gilt jeweils für Lottehaus und Jerusalemhaus. Geöffnet: in der Saison (April bis Oktober) Di-So und feiertags 11:00-17:00, außerhalb der Saison 11:00-16:00. Preis: Erwachsene 3 €, Kinder 2 €.
  • Jerusalemhaus, Schillerplatz 5. Tel.: (0)6441 994131. In diesem Gebäude nahm sich einst Karl Wilhelm Jerusalem, vermutlich aus Liebeskummer, das Leben. Jerusalem war eines der realen Vorbilder des Werther. In der Gedenkstätte findet sich heute, wie im Werther beschrieben, „Emilia Galotti auf dem Pulte aufgeschlagen“. Heute beherbergt der restaurierte Altbau neben der Wetzlarer Museumsverwaltung auch die Goethe-Werther-Sammlung. Die Eintrittskarte gilt jeweils für Lottehaus und Jerusalemhaus. Geöffnet: Di-So und feiertags 14:00-17:00. Preis: Erwachsene 3 €, Kinder 2 €.
  • Sammlung von Lemmers-Danforth, Kornblumengasse 1. Tel.: (0)6441 994150. Europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, zusammengestellt und öffentlich zugänglich gemacht von der Wetzlarer Kinderärztin im fürstlichen Palais, dem so genannten Palais Papius (benannt nach Johann Hermann Franz von Pape genannt Papius, einem Assessor am Reichskammergericht). Sie gehört zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen historischer Möbel aus Renaissance und Barock. Geöffnet: in der Saison (April bis Oktober) Di-So und feiertags 11:00-17:00, außerhalb der Saison 11:00-16:00. Preis: frei wählbar ("Pay what you want"-Modell).
  • Museum des Reichskammergerichts, Hofstatt 19. Tel.: (0)6441 994163. Das bundesweit einzige rechtsgeschichtliche Museum ist ein Anziehungspunkt für Juristen und an der Geschichte des Rechts und der Rechtspflege/Justiz in Deutschland Interessierte. Es wird getragen von der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V. und der Stadt Wetzlar. Dort wird eine Reihe hochwertiger Exponate zur Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation präsentiert. Dem Museum ist außerdem eine Forschungsstelle des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte zugeordnet. Geöffnet: in der Saison (April bis Oktober) Di-So und feiertags 11:00-17:00, außerhalb der Saison 11:00-16:00. Preis: frei wählbar ("Pay what you want"-Modell).

Das Leitz-„Haus Friedwart“ in Wetzlar ist ein einmaliges Jugendstil-Ensemble in Deutschland. Eine neue Stiftung will den früheren Wohnsitz der Unternehmerfamilie Leitz, der die Welt die legendäre „Leica“ verdankt, als Kulturstätte erhalten.Mehrere Museen präsentieren den Bereich der Optik. Zunächst soll der Optikparcours, ein einmaliger Wissenschaftsparcours, die optische Kompetenz des Standortes Wetzlar stärken. Er ist ein Private-Public-Partnership/Gemeinschaftsprojekt von Bürgern, Hochschulen, Schulen, des Stadtmarketings der Stadt Wetzlar, der Industrie- und Handelskammer und 70 Unternehmen. Er wurde im Mai 2008 mit zunächst acht Installationen eröffnet, die vom Einkaufszentrum Forum bis in die Altstadt führen. Insgesamt 20 unterschiedliche Hauptinstallationen sind geplant, im November 2008 wurde ein Dunkelkaufhaus. Weiterhin präsentiert das Viseum, das Haus der Optik und Feinmechanik, in einem spätbarocken Gebäude modernste Hightech-Produkte von 14 Wetzlarer und mittelhessischen Unternehmen aus den Bereichen Optik, Sensorik und Feinmechanik. Das Motto dazu lautet: „Sehen verstehen!“. Die Exponate demonstrieren, wie optische und optoelektronische Systeme das Leistungsspektrum unserer Augen, mit Hilfe der technischen Nutzung der Eigenschaften des Lichts, verbessern können. Ein weiteres Museum in diesem Bereich ist die Sammlung historischer Mikroskope Leitz (Optik)/Ernst Leitz im Neuen Rathaus.

An weiteren kleineren und privaten Museen sind das Messingmuseum auf der „Spilburg“, das Wetzlarer Spielzeug- und Puppenmuseum, das Landwirtschaftliche Museum sowie die Heimatmuseen und Dorfstuben in den Stadtteilen zu nennen. In der Nähe von Wetzlar, in Oberbiel, befindet sich das Besucherbergwerk Grube Fortuna mit Grubenbahnmuseum. Es handelt sich um eine der zahlreichen ehemaligen Eisenerzgruben im Lahn-Dill-Kreis.

Offizielle Seite Wetzlar: „Kultur und Bildung“

Bibliotheken und Archive

1962 wurde in Wetzlar die wissenschaftliche Sammelstelle und Bibliothek für Liedgut der ehemaligen deutschen Ostgebiete mit der Patenschaft für das ostdeutsche Lied gegründet.

Die 1989 eröffnete Phantastische Bibliothek Wetzlar entwickelte sich zur weltweit größten öffentlich zugänglichen Sammlung phantastischer Literatur. Sie verfügt über einen Bestand von zirka 150.000 Titeln in den phantastischen Literaturgenres (Science Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror, Utopie, Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen/Mythen).

Die Stadtbibliothek verfügt über einen Bestand von derzeit zirka 45.000 Medien. Aus der dazugehörenden Artothek können über 200 Bilder, meist Originale (hauptsächlich von einheimischen Künstlern), und Skulpturen ausgeliehen werden. Das Historische Archiv der Stadt verfügt unter anderem über eine große Urkundensammlung (mehr als 4400 Urkunden) sowie über Akten von der Reichsstadtzeit bis zur Gegenwart.

Galerien

Ein knappes Dutzend Galerien sind über das Stadtgebiet verteilt. In der Galerie am Dom sind Werke von Künstlern mit bekannten Namen wie Janosch, Günter Grass, Armin Mueller-Stahl, James Rizzi oder Niki de Saint Phalle vertreten. Des Weiteren sind die Galerie im Stadthaus am Dom, das Atelier Ludwig Leitz mit dem künstlerischen Werken von Ludwig Leitz, die Galerie im Alten Rathaus, die Galerie im neuen Rathaus, die Galerie Atzbach, die Grafiken und Illustrationen beherbergt, sowie die Galerie Kunst+ am Kornmarkt mit dem Schwerpunkt Bronzegüsse der Berliner Bildhauerschule sowie zeitgenössische, junge Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei, zu nennen.

Daneben werden unter dem Titel Kunst im Krankenhaus regelmäßige wechselnde Fotoausstellungen auf den Stationen der Urologischen Klinik des Klinikums Wetzlar-Braunfels gezeigt.

Parks, Anlagen

Die Altstadt wird durch einen nahezu vollständigen Ring von Parks umschlossen. Dies sind die Avignon-Anlage und die Schladming-Anlage im Süden, die Colchester-Anlage im Westen und die Siena Promenade im Osten. Geschlossen wird der Ring im Norden durch das Rosengärtchen, ein historisches Friedhofsgelände. Hier befindet sich unter anderem die nicht näher bezeichnete Grabstätte des Karl Wilhelm Jerusalem, Vorbild für Goethes Die Leiden des jungen Werther. Das Rosengärtchen ist Standort der Wetzlarer Freilichtbühne.

Weitere größere Parks in den Außenbezirken der Stadt sind die Neukölln-Anlage, die Ilmenau-Anlage und der Europapark, Standort des Europabades.

Veranstaltungen
Theater und Konzerte

Das Theater- und Konzertangebot in Wetzlar ist breit gefächert. Von überregionaler Bedeutung sind die Kultur- und Musikevents der größten Multifunktionshalle der Region, der Rittal Arena Wetzlar (rund 6000 Zuschauerplätze). Ebenso bedeutsam sind die alljährlich in den Monaten Juni, Juli und August stattfindenden Wetzlarer Festspiele mit Opern, Operetten, Musicals, mit Schauspiel, Konzert und Kleinkunst, die überwiegend im Rosengärtchen, im Lottehof und im Hofgut Hermannstein abgehalten werden.

Daneben dient die Stadthalle Wetzlar als Kultur-, Kongress- und Tagungszentrum. Hier ist auch das Neue Kellertheater Wetzlar beheimatet, das mit Komödien, Schauspielen oder Musicals unterhält. Weitere kulturelle Höhepunkte sind die Internationalen Gitarrentage Wetzlar und die Sommer-Matineen im Rosengärtchen. Die Wetzlarer Kulturtage Mitte Juni sind ein dreitägiges sommerliches Musikfestival auf der Lahninsel und in der Innenstadt mit Musik, Folklore, Theater und Kunst. Der Theaterring Wetzlar veranstaltet im Winterhalbjahr mit Tourneetheatern monatlich einen Theaterabend. Der Kulturring Nach Feierabend bietet Besuche von Theaterveranstaltungen des Stadttheaters Gießen an und führt eigene Kabarettveranstaltungen durch. Daneben gibt es regelmäßige Theater- und Konzertveranstaltungen (Rock, Pop, Jazz, Kabarett, Lesungen, Party, etc.) im Kulturzentrum Franzis, in der Bunten Katze und in der Kleinen Bühne.

Feste und Veranstaltungsreihen

Der traditionsreiche Gallusmarkt ist seit dem Jahr 1318 bezeugt. Ludwig IV. (HRR)/König Ludwig verlieh der Stadt das Recht, am Tag des heiligen Gallus (Heiliger Gallus), also alljährlich am 16. Oktober, einen Jahrmarkt abzuhalten. Heute findet er unter anderem als verkaufsoffener Sonntag mit vielen Aktionen in den Fußgängerzonen statt.

Die zahlreichen Karnevalsvereine sorgen in der Karneval, Fastnacht und Fasching, hier Fassenacht mit Veranstaltungen und Bällen für Stimmung. Der große Fassenachtsumzug quer durch die Stadt mit meist über hundert Zugnummern und mehreren Kilometern Länge findet unter großer Anteilnahme der Bevölkerung immer am Fassnachts-Sonntag statt.

Das Ochsenfest ist das größte Volksfest in Mittelhessen und wird seit 1852 in dreijährigem Zeitabstand gefeiert. Das eine Woche dauernde Fest mit angeschlossener Landwirtschafts- und Tierschau findet auf dem Festgelände „Finsterloh“ statt. Ein Höhepunkt des Ochsenfestes ist ein Festumzug durch Wetzlar.

Weitere regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen sind das Brückenfest rund um die Alte Lahnbrücke, das „Sommernachtsweinfest“ auf dem Schillerplatz in der Altstadt, das Familienfest auf der Bachweide und der Lahninsel und seit 2006 die „Gaudi-Olympiade“ im Finsterloh – mit künstlichem Schnee jährlich im Februar. Im Rahmen des Autosalons, bei dem heimische Händler die neuesten Automodelle präsentieren, wird der German City Cart Cup mit Großem Preis von Wetzlar durchgeführt. In der Vorweihnachtszeit werden Adventsmärkte in der Altstadt und in der Bahnhofsnähe abgehalten. Zirkus-Zeltaufführungen werden gelegentlich auf der Bachweide geboten.

Musik, Gesang, Tanz

Die Szene in Wetzlar ist besonders im Bereich der Kleinkunst und Independent Music stark vertreten. Neben den Lokalitäten Harlekin, Bunte Katze, Kleine Bühne und Café Vinyl ist das Kulturzentrum Franzis ein Standort der freien Musik. Dort werden aber auch allerlei andere künstlerischen Tätigkeiten gefördert und dargestellt. Vielfältige Angebote zum Zuhören, Zuschauen oder aktiv Mitmachen bieten neben den Musik- und Volkshochschulen die über 40 Chöre, 12 Orchester (zudem 13 Chöre und Orchester für Kirchenmusik), 16 Musikgruppen, neun Tanzgruppen, zwei Ballettstudios und einige Tanzclubs und Tanzschulen.