Venedig

Überblick

Willkommen in Venedig

Gondeln und Brücken, Kirchen und Palazzi, bröckelndes Mauerwerk und gleißendes Gold: Venedig ist Sehnsuchtsstadt der Künstler, Melancholiker und Verliebten. Wer durch das Labyrinth an Gassen, Plätzen und Brücken spaziert, verliert sich schnell in der unwirklichen Schönheit der berühmten Lagunenstadt. Weltberühmte Kunstschätze schlummern hier hinter alten Mauern, die Antonio Vivaldi ebenso beherbergten, wie Giacomo Casanova. Und doch lässt sich auch die Fragilität dieses architektonischen Wunders nachempfinden: An den Grundfesten der Stadt nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch der unaufhaltbar steigende Meeresspiegel. Doch noch steht sie, die Stadt der Karnevalsmasken und der Kirchen, der Glaskunst und der Brücken. Und sie tut es mit Grazie, denn: Nicht umsonst kennt man Venedig auch als "La Serenissima", die "Durchlauchteste".

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Lebendige Vergangenheit

Je länger du in Venedig unterwegs bist, desto mehr Bilder sammelst du. Da ist das Postkartenvenedig, starr und unbelebt, mit steinernen Brücken und Palästen. Das Disneylandvenedig, kitschig und voller billigem Souvenirschrott. Dann das Traumbild, das aus dem schmutzigen Wasser des Canal Grande aufsteigt, wenn man in der Gondel vorbeischwebt, hingerissen von den Wahnsinnsfassaden der wasserumspülten Palazzi: prächtig und morbide zugleich. Kostbare Fresken und bröckelnder Putz. Zeugnisse vergangener Macht. Das innere Auge sieht den Dogen mit seiner Dienerschar, die raschelnden Garderoben aufgedonnerter Rokokodamen und Giacomo Casanova persönlich auf einer Terrasse herumschäkern.

Schwieriger Alltag

Und dann gibt es auch noch den Alltag, in Gestalt eines fluchenden Arbeiters, der Handmixer und Mikrowellen von einem Frachtkahn auf seine Lastkarre wuchtet, um eines der wenigen Haushaltswarengeschäfte zu beliefern. Kinderlachen auf einem Schulhof, Hunde, die über den Strand des Lido tollen, ältere Damen beim Einkaufen auf dem Markt an der Rialtobrücke. Raff dich einmal morgens um 6.30 Uhr auf und schau dir an, was um die Zeit schon auf dem Canal Grande los ist! Langweilig wird es hier also nie. Sich treiben lassen, sich im Gassengewirr verlaufen, das macht richtig Spaß. Überall gibt es etwas zu entdecken. Und nicht nur Kunstschätze! Sicher, davon hat Venedig reichlich, aber Venedig ist kein Freilichtmuseum, sondern eine lebendige Stadt, in der gearbeitet und gefeiert wird, geliebt und gestritten.

Immer weniger Geschäfte ...

Wie anstrengend das alltägliche Leben ist, wie viel Unbequemlichkeiten die Einwohner auf sich nehmen, wird leicht vergessen. Sich jeden Morgen und Abend mit einem Haufen Tagestouristen in ein Vaporetto quetschen müssen, um zur Arbeit zu fahren, oder sich mit dem Kinderwagen brückauf, brückab durch den Strom der Besucher zum einzigen noch verbliebenen Bäcker im Viertel durchkämpfen: Das ist nicht gerade Dolce Vita. Und Bäcker gibt es immer weniger. Genauso wie Metzger oder sonstige Einzelhändler, die die Grundversorgung abdecken. Mit Souvenirartikeln verdient man viel mehr als mit Joghurts und Tomatenkonserven, deshalb ist die Zahl normaler Geschäfte in den vergangenen 30 Jahren um mehr als die Hälfte gesunken. ...

Für immer weniger echte Venezianer

Den Großeinkauf für die Familie machen die Venezianer inzwischen am Wochenende in den riesigen Supermärkten auf dem Festland. Wenn sie denn überhaupt Familie haben: Venedig vergreist, Kinder sind Mangelware. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit – und Venedig erst recht. Inzwischen sind fast fünfmal mehr Venezianer über 60 als unter 20 Jahre alt. Warum? Die Kosten für Lebensmittel und Konsumgüter aller Art sind in Venedig höher als anderswo, der Alltag ist beschwerlicher und die kommunalen Steuern sind auch nicht ohne. Junge Familien wandern aber vor allem ab, weil die Preise für Immobilien im Zuge des Massentourismus saftig angezogen haben. Wohlhabende Ausländer kaufen sich eine Wohnung in Venedig, egal was sie kostet, und lassen den Einheimischen keine Chance auf bezahlbares Wohnen. In den 1950er-Jahren hatte Venedig 175 000 Einwohner, heute sind es nur noch 55 000 und jedes Jahr ziehen ein paar Hundert weg. Meistens nur ein paar Kilometer weit auf die terraferma, wo alles einfacher und moderner ist. Jahrhundertelang war dieses fruchtbare Land Herrschaftsgebiet der venezianischen Seerepublik; seine größte Ausdehnung auf dem Festland erreichte Venedig Mitte des 15. Jhs., nachdem es sich Städte wie Treviso, Padua, Vicenza, Verona einverleibt hatte. Doch dann eroberten die Osmanen Konstantinopel und lieferten sich mit den Venezianern ab dem 16. Jh. einen erbitterten Krieg um die Handelsstützpunkte im Mittelmeer. Der Anfang vom Ende der mächtigen Serenissima.

Studentenflair

Heute ist Venedig auch Wissenschafts- und Forschungszentrum. Und natürlich Universitätssitz – gerade das Lehrfach Architektur zieht Studierende aus aller Welt an, die Kreativität und Esprit mitbringen. So hat sich vor allem in den Stadtvierteln Dorsoduro und Cannaregio eine quirlige Lokal- und Kleinkunstszene entwickeln können, die die wenigsten Besucher kennen. Dank der Uni gibt es Studentenkneipen mit zivilen Preisen und Lounges und Clubs zum Chillen und Tanzen – neben altehrwürdigen Kaffeehäusern, sündhaft teuren Nobelrestaurants und urigen Trattorien.

Auf Sumpf gebaut

Diese Stadt auf dem Wasser ist ein Wunder der Menschheit. Wer kam bloß auf die verrückte Idee, mitten in den Sumpf eine Stadt zu bauen? Venedig ist aus der Not geboren, ihre Gründung war eine Verzweiflungstat: Wohin sollten sich die Menschen denn sonst flüchten vor den Hunnen und Langobarden, die ab 500 wie Heuschrecken über das fruchtbare Festland herfielen, raubten und brandschatzten? In die Sümpfe flüchteten sie, in malariaverseuchtes Niemandsland, das mit den Jahrhunderten zu einem 7,5 km2 großen, künstlich angelegten Stadtgebiet wurde. Millionen von Holzpfählen waren nötig, mehr als 400 Brücken. Seit dem Mittelalter ist Venedig in sechs Stadtteile gegliedert, die sestieri.

Sechs Stadtviertel

Am bekanntesten ist San Marco mit dem grandiosen Markusplatz. Am wenigsten touristisch sind Castello, das ehemalige Arbeiterviertel, und Santa Croce. San Polo ist der flächenmäßig kleinste Bezirk, hat aber den zweitgrößten Platz, den Campo San Polo. Zu Dorsoduro und San Marco gehören auch die beiden Inseln Giudecca und San Giorgio Maggiore. In Cannaregio liegt das ehemalige jüdische Ghetto. Vom venezianischen Dogen vor 500 Jahren als weltweit erstes verordnet, fand es leider viele Nachahmer. Überhaupt hat Venedig so einige Standards gesetzt, im Guten wie im Schlechten. Als freie Seerepublik betrieb die Stadt Handel mit für damalige Verhältnisse unvorstellbar weit entfernten Gegenden und war ein Schmelztiegel der Kulturen. Dementsprechend gebildet und weltoffen war die damalige Oberschicht. Und reich. Unglaublich reich! Gewürze, Kaffee, Kakao kamen über Venedig nach Europa. Klar, dass auch das allererste Kaffeehaus der westlichen Hemisphäre in Venedig eröffnet wurde. 1647 war das, unter den Arkaden des Markusplatzes.

Goldene Zeiten und aktueller Stillstand

Seit jenen Zeiten sind die Venezianer Meister des arrangiarsi, der Fähigkeit, sich mit den Umständen zu arrangieren. Sie haben den Handel im Blut – und einen ausgeprägten Sinn fürs Geschäft. Das war schon so, als sie 1204 unter Führung des 97-jährigen, vollkommen blinden Dogen Enrico Dandolo den vierten Kreuzzug kurzerhand nach Konstantinopel umlenkten und dort die Schätze ihrer christlichen Glaubensbrüder plünderten. Und erst recht galt das in den folgenden Jahrhunderten, als die Dogen knallhart die Interessen der Republik nach innen und außen vertraten und Venedig als dominierende Handelsmacht im östlichen Mittelmeer Geld ohne Ende scheffelte. Kommunikativ geschickt, aber auch ziemlich unverfroren und hochnäsig ging Venedig mit seinen konkurrierenden italienischen Nachbarn um; vor allem das Herzogtum Mailand war ein lästiger Widersacher, mit dem sich Venedig jahrhundertelang beharkte. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Blatt gewendet. Formal ist Venedig immer noch Hauptstadt der Region Venetien, aber der Puls des Veneto schlägt inzwischen in den Boomstädten des Festlands. Hier wurden Konzerne von internationalem Format geboren, etwa die Klamottenriesen Benetton, Diesel und Stefanel, aber auch der Energiekonzern ENI in Venedigs Vorstadt Marghera. Pläne, dieses Ballungsgebiet mit rund 2,5 Mio. Ew. und mehr als 1 Mio. Arbeitnehmern zu einer dynamischen Metropolis zu vereinen und bei Chioggia einen modernen, für das ganze Mittelmeer bedeutenden Großhafen zu schaffen, gibt es seit Längerem. Aber wie das in Italien oft so ist: Es wird geredet, diskutiert, gestritten – und dann erst mal alles auf Eis gelegt.

Hochwasser und Touristenschwemme

Ziemlich peinlich ist auch die Geschichte von MOSE (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), der geplanten Schutzschleuse gegen das Hochwasser. Angeblich ein Jahrhundertbauwerk, vor allem aber eine Gelddruckmaschine für korrupte Manager und Politiker. Mehr als eine Milliarde Euro wurden insgesamt veruntreut, der Chef der venezianischen Wasserbehörde landete genauso im Knast wie der damalige Bürgermeister. Statt sich um die Lagune zu kümmern, hatten die Herren ihre Bankkonten im Auge. Una vergogna, eine Schande, nennen das die Venezianer, die mit der kolossalen Hochwasserschutzanlage nie so richtig warm wurden. Ein so radikaler Eingriff in die Natur ist vielen einfach nicht geheuer und Gummistiefel sind dann doch die einfachere Lösung. An die 30 Mio. Touristen kommen jedes Jahr nach Venedig und es werden immer noch mehr. Dem fragilen Ökosystem der Lagune tut das nicht gut – aber wie mit dieser Herausforderung umgehen? Einen Numerus clausus einführen? Eintritt nehmen? Frag mal die Venezianer dazu und du hörst so viele verschiedene Meinungen, dass du selbst nicht mehr weißt, wie und was. Eins steht jedenfalls fest: Venedig ist nicht tot, Venedig ist sehr lebendig. Stürz dich rein ins venezianische Chaos!

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Als Neuankömmling steuern Sie zuerst den Markusplatz an – am besten an Bord eines vaporetto der Linien 1 oder 2, das vom Bahnhof bzw. vom (Bus-)Parkplatz am Piazzale Roma den Canal Grande hinunterfährt. Empfehlenswert für den Erstkontakt mit der Stadt sind auch die Boote der Linien 4.1/4.2 und 5.1/5.2, mit denen man die gesamte Altstadt umrunden kann. Den schönsten Überblick aus der Vogelperspektive bieten die Aussichtsgalerien auf dem Campanile von San Marco oder von San Giorgio Maggiore.

Einkaufen

Das teuerste Pflaster – aber natürlich eine Augenweide – sind die Boutiquen in den Mercerie, den engen Ladenzeilen zwischen Markusplatz und Rialtobrücke, sowie entlang der Calle Larga XXII Marzo. Preiswerter und speziell bei Textilien und Lederwaren sehr gut sortiert sind die Gassen westlich der Rialtobrücke, der Weg von dort bis zum Campo San Polo sowie Lista di Spagna und Strada Nova. Wer Kurioses und originelles Kunsthandwerk sucht, sollte durch die Seitengässchen der Bezirke San Polo und Dorsoduro mäandern.

Am Abend

Wer in die Lokalszene eintauchen will, findet rund um die Campi Santa Margherita und San Pantalon sowie entlang der breiten Kanäle von Cannaregio die größte Auswahl an Bars, Pubs und Künslercafés, teilweise sogar mit Liveprogramm. Weitere beliebte und belebte Tummelplätze sind die Plätze südöstlich der Rialtobrücke, etwa die Campi San Bartolomeo, San Luca und San Lio. Geruhsamer sitzt es sich, besonders in lauen Sommernächten, in den Open-Air-Lokalen am Canal Grande neben den Fabbriche Vecchie.

Gut zu wissen

Anreise

Wer mit dem Auto anreist, kommt über den Ponte della Libertà nach Venedig. Für Tagesbesucher empfehlen sich die allerdings ziemlich teuren und oft überfüllten Parkhäuser rund um den Piazzale Roma bzw. auf der Insel Tronchetto. Beide sind durch den People Mover, eine knapp 900 m lange Kabinenbahn auf Stelzen (1,50 Euro), miteinander verbunden. Preiswerter sind die Festlandparkplätze von Fusina, Treporti und Punta Sabbioni. Und über den Ponte della Libertà verkehrt eine moderne Tram zwischen Mestre und Venedig.

Von Deutschland, Österreich und der Schweiz fahren täglich Schnellzüge direkt nach Venedig-Santa Lucia, von München, Wien und Salzburg gibt es darüber hinaus Nachtzüge der ÖBB (nightjet.com). Die Fahrzeit von München und Zürich beträgt ungefähr sieben, von Wien gut acht Stunden. Das Angebot wird ergänzt durch zahlreiche Verbindungen mit Anschlüssen in Mailand, Verona oder Mestre.

Mit dem Fernbus kommt man mit Umsteigen in Bozen, Verona oder Padua nach Venedig. Endhaltestelle ist bei Flixbus der Bahnhof in Mestre, von wo man in zehn Minuten mit dem Lokalzug Venedig-Santa Lucia erreicht, oder Tronchetto, wo der People Mover hält.

Neben Lufthansa, Alitalia, Swiss und Austrian fliegen auch diverse Billiganbieter wie Eurowings und Easyjet Venedig an. Ryanair bedient den 20 km landeinwärts gelegenen Flughafen von Treviso (trevisoairport.it). Von dort fährt ein Shuttlebus (12 Euro, hin und zurück 22 Euro | atvo.it) zum Piazzale Roma in Venedig. Venedigs Flughafen Marco Polo liegt in Tessera am Nordrand der Lagune. Von hier fährt ebenfalls ein Bus (8 Euro, hin und zurück 15 Euro | atvo.it) zum Piazzale Roma. Neben den sehr teuren Wassertaxis steuern die Vaporetti der Linie Alilaguna (alilaguna.it) vom Flughafen Marco Polo die Inseln Murano (8 Euro) und Lido (15 Euro) sowie in Venedig selbst den Markusplatz (15 Euro) an. Auf dem Onlineportal venicelink.com bekommt man Transporttickets nach und innerhalb Venedigs etwas günstiger. Hier lohnt sich vor allem das Kombiticket Venezia Unica City Pass (venezia unica.it), das man sich im Baukastensystem individuell zusammenstellen kann.

Auskunft vor Ort

Zentrale telefonische Auskunftsstelle ist das Tourist Contact Center (tgl. 9–14 Uhr | Tel. 04 15 29 87 11). Die wichtigsten Infostellen vor Ort sind am Bahnhof (tgl. 7–21 Uhr), im Zentrum beim Museum Correr (tgl. 9–19 Uhr), am Piazzale Roma (tgl. 7.30–19.30 Uhr) und am Flughafen Marco Polo (tgl. 8.30–19 Uhr). Touristische Informationen sowie Reservierung und Kauf von Tickets für vielerlei Veranstaltungen außerdem unter veneziaunica.it oder auf Englisch oder Italienisch unter Tel. 0 41 24 24 (tgl. 7.30–19 Uhr).

turismovenezia.it ist die offizielle Website des Tourismusverbands, comune. venezia.it die digitale Visitenkarte der Stadtverwaltung mit vielen nützlichen Links. Die städtischen Museen präsentieren sich gemeinsam und umfassend auf visitmuve.it. Über Kunst-, Sportund andere Events informieren – auf Italienisch und Englisch – auch un ospitedivenezia.it und meetingvenice.it. Informationen aller Art außerdem auf introducingvenice.com, venicewel come.com und veneziatoday.it, wo man sich (auf Italienisch) anhand eines Kalenders über die Veranstaltungen informieren kann.

Beschwerden über mangelhafte Serviceleistungen von Behörden oder unangebrachtes Verhalten gegenüber Touristen kann man per E-Mail an die Adresse complaint.apt@turismovene zia.it richten. Zu den Bürozeiten des Tourismusverbands APT bietet die Servicenummer Tel. 04 15 29 87 26 Hilfe.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

Fondamenta Condulmer 251 | Tel. 04 15 23 76 75

Österreichisches Konsulat

Fondamenta Condulmer 251 | Tel. 04 15 24 05 56

Schweizer Konsulat

Campo Sant’Agnese 810 | Tel. 04 15 22 59 96

Geführte Touren

Behördlich autorisierte, deutschsprachige Stadtführer kannst du buchen über die Cooperativa Guide Turistiche (Tel. 04 15 20 90 38 | guidevenezia.it). Individualführungen gibt es ab ca. 100 Euro (inklusive Eintritt in Dogenpalast und Markusdom).

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten sind überall zahlreich vorhanden und die gängigen Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Kleinere Beträge werden in Venedig meist bar bezahlt.

Gepäckträger

Diese im 21. Jh. etwas altmodisch anmutenden Helfer sind in der Stadt der Brücken und Gässchen manchmal äußerst hilfreich. Man findet sie u. a. am Bahnhof Santa Lucia, am Piazzale Roma, an der Accademia, bei San Marco und am Hotel Danieli. Die Preise betragen innerhalb der Altstadt für ein Gepäckstück pauschal 24 Euro.

Gesundheit

In Italien gilt die European Health Insurance Card (EHIC), die EU-Versichertenkarte der deutschen bzw. österreichischen Krankenkassen. Ihre Inhaber brauchen weder in Krankenhäusern noch bei Kassenärzten zu bezahlen. Für Privatbehandlungen empfiehlt sich der Abschluss einer Reisekrankenversicherung. In akuten Fällen erreicht man das städtische Krankenhaus Santi Giovanni e Paolo unter Tel. 04 15 29 41 11, das Gesundheitszentrum am Lido unter Tel. 04 12 38 56 68. Für Notaufnahmen ist die Abteilung pronto soccorso zuständig. Aushänge bzw.die Telefonauskunft Tel. 1 92 informieren über außerhalb der Öffnungszeiten diensthabende Apotheken.

Gondelfähren

Gondelfähren, sogenannte traghetti, die Spaziergänger für 2 Euro über den Canal Grande übersetzen, gibt es bei San Marcuola, bei Santa Sofia neben der Ca’ d’Oro, an der Riva del Carbon neben der Rialtobrücke, bei San Tomà, zwischen San Samuele und Ca’ Rezzonico sowie bei Santa Maria del Giglio.

Hochwasser

Im Winterhalbjahr gehört acqua alta für die Venezianer beinahe zum Alltag. Droht eine Flut, wird sie durch Sirenen angekündigt. Der Spuk ist normalerweise nach wenigen Stunden vorbei. In einigen Vaporettostationen hängen Pläne, auf denen die Holzstege eingezeichnet sind, über die man selbst bei Hochwasser trockenen Fußes sein Ziel erreicht. Im Internet findest du Vorhersagen der Wasserstände auf ilmeteo.it/portale/marea-venezia.

Internetzugang & WLAN

Ein WLAN-Service ermöglicht es, sich rund um den Markusplatz gratis ins wifi- Netz einzuloggen. Einzige Voraussetzung: der Onlinekauf eines Museumstickets oder -passes über die Website veneziaunica.it. Die allermeisten Hotels bieten entweder eigene Computer, über die man sich einloggen kann, oder WLAN-Zugang via Passwort für Smartphone, Tablet oder Laptop.

Klima & Reisezeit

In Venedig herrscht ein gemäßigt mediterranes Klima. Der aus Afrika wehende, heiße Schirokko und die hohe Luftfeuchtigkeit machen den Hochsommer oft schwül, Letztere den Winter oft feuchtkalt und gelegentlich neblig. Ideale Reisemonate sind in klimatischer Hinsicht daher April/ Mai und September/ Oktober. Einen ganz eigenen Reiz verströmen manche Winterwochen mit ihrer glasklaren Luft. Das Wetter im Internet: tempoitalia.it

Notrufe

Allgemeiner Notruf Tel. 1 12; Polizei Tel. 1 13; Feuerwehr Tel. 1 15; Erste Hilfe Tel. 1 18

Öffentliche Verkehrsmittel

Das mit Abstand praktischste Fortbewegungsmittel und zugleich dasjenige mit dem meisten Flair sind die Linienboote (Vaporetti) der städtischen Verkehrsbetriebe ACTV (actv.it), die allerdings auch oft entsprechend überfüllt sind. Sie befahren mit rund zwei Dutzend Linien den Canal Grande und die wichtigsten Nebenkanäle und verbinden außerdem die Altstadt mit dem Lido, den Laguneninseln und dem Festland. Eine Einzelfahrt kostet allerdings stolze 7,50 Euro. Günstiger fährt man daher meist mit Zeitkarten: Ein 24-Stunden-Ticket gibt es für 20 Euro, ein Zwei- bzw. Dreitageticket für 30 bzw. 40 Euro, ein Siebentageticket kostet 60 Euro.

Der reguläre Vaporettobetrieb startet je nach Linie morgens zwischen ca. 5 und 7 und endet abends zwischen 20 und 1 Uhr. Auf dem Canal Grande und dem Giudecca-Kanal sowie zum Lido und zu den nördlichen Laguneninseln verkehren jedoch die ganze Nacht hindurch Schiffe der linee notturni. Alles über Routen, Fahrpläne und Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel erfährst du auf actv.it. In der ganzen Stadt sowie auf den Inseln gibt es Schalter für den Ticketkauf und Fahrkartenautomaten für Vaporetti und Busse. Eine Karte mit den genauen Standorten findest du auf tripplanner.veneziaunica.it.

Post

Briefmarken (francobolli) gibts bei der Post und in Tabakläden. Das Porto in EU-Staaten und die Schweiz für Postkarte und Brief betrug bei Redaktionsschluss 1,15 Euro. Achtung: Es gibt mehrere private Konkurrenzunternehmen, die eigene Briefmarken haben. Nachteil: Man muss die Post in Briefkästen dieser Unternehmen werfen und davon gibt es viel weniger. Frag also explizit nach Briefmarken von der Post!

Taxi

Die motoscafi (Tel. 04 15 22 23 03, 18–9 Uhr und Sa/ So 04 12 40 67 12 | motoscafivenezia.it) genannten Wassertaxis sind eine teure Angelegenheit und lohnen am ehesten für kleine Gruppen (bis maximal zehn Personen). Zuschläge werden für mehr als zwei Personen, für Nachtfahrten, telefonische Bestellungen, große Gepäckstücke etc. berechnet. Die wichtigsten Standplätze befinden sich am Piazzale Roma, am Bahnhof, bei der Rialtobrücke, in San Marco, am Lido und am Flughafen.

Telefon & Handy

Aus Venedig wählt man nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Die Vorwahl für Italien lautet 0039, dann direkt die komplette Nummer des Teilnehmers einschließlich der ersten Null. Innerhalb Italiens gibt es keine Vorwahlen.

Trinkgeld

Die Bedienung ist normalerweise inbegriffen, aber natürlich sehen Kellner, Zimmermädchen, Gondolieri etc. es gern, wenn man freundlichen Service honoriert. In Restaurants sind fünf bis zehn Prozent üblich, wobei man sich zunächst das Wechselgeld vollständig herausgeben und dann Münzen oder Scheine auf dem Tisch liegen lässt.

City Pass Venezia Unica

Diese personalisierte Karte ist der preisgünstige Schlüssel zu allen Dienstleistungen. Sie ist für sieben Tage gültig und ermöglicht dir, ein nach deinen individuellen Bedürfnissen maßgeschneidertes Angebotspaket zu schnüren. Los gehts mit dem Basisangebot San Marco City Pass für 28,90 Euro. Drin ist der freie Eintritt in den Dogenpalast, in drei weitere Museen am Markusplatz, drei Kirchen deiner Wahl und das Museo Querini Stampalia. Verschiedene teurere Varianten schließen mehr Museen ein, die Benutzung der Vaporetti, den Flughafentransfer und das Wifinetz der Stadt. Hinzubuchen kann man auch Parktickets und geführte Touren. Erhältlich ist der Pass online (venezia unica.it) oder vor Ort an den Anlegern Tronchetto, Piazzale Roma, Rialto, Lido, Burano und Punta Sabbioni.

Veranstaltungskalender

Über Veranstaltungen, Öffnungszeiten usw. informieren am besten die Tageszeitungen Il Gazzettino und La Nuova Venezia sowie die zweisprachigen (Italienisch/ Englisch) Broschüren Venezia News, Un Ospite di Venezia, Venezia da Vivere und Meeting Venice. Letztere sind kostenlos bei allen Auskunftsstellen, bei vielen Hotelrezeptionen, bei Reisebüros etc. erhältlich.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den privaten Verbrauch frei einund ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für die Schweiz gelten wesentlich geringere Freimengen, u. a. 5 l Wein, 1 l Spirituosen, 5 l Speiseöl, 1 kg Fleisch und Wurstwaren.

City Tax

Was in anderen Städten nur für Autos gilt, gilt in Venedig auch für Tagesbesucher: Es ist eine City Tax zu entrichten, der contributo d’accesso (Zugangsbeitrag). Er variiert zwischen 3 und 10 Euro pro Person. An Feiertagen zahlt man mehr als an Werktagen, in der Hauptsaison von April bis Oktober mehr als in der Nebensaison. Wer mit der Bahn anreist, kann diese Gebühr bereits an Bord bezahlen, ansonsten vor Ort oder online unter veneziaunica.it. Wer in Venedig übernachtet, ist von der Gebühr befreit.

Gondelfahrten

Eine romantische Gondeltour zählt für viele immer noch zu den Highlights eines Venedigbesuchs. Eine halbstündige Gondelfahrt kostet für Gruppen von vier bis sechs Personen je nach Tageszeit 80–160 Euro. Einzelpersonen können sich einen Platz in einer Gondel mit anderen sichern, indem sie online buchen, z. B. auf local venicetours.com (ab 28,80 Euro/ Person). Die Gondolieri haben ihre Standplätze vor der Piazzetta San Marco, vorm Hotel Danieli, hinter dem Markusplatz am Bacino Orseolo sowie entlang dem Canal Grande am Piazzale Roma, am Bahnhof beim Campo Santa Sofia, bei der Rialtobrücke und nahe den Vaporettostationen von San Tomà, Giglio und Vallaresso. Bitte deinen Gondoliere, möglichst schnell in die kleinen Seitenkanäle einzubiegen, wo die Motorschiffe nicht hinkommen, so gleitest du wie in früheren Zeiten lautlos übers Wasser (es sei denn, dein Gondoliere gibt ein Lied zum Besten).

Unterkunft

Hotels gibt es in Venedig genug – in allen Stadtteilen, in allen Preiskategorien. Trotzdem besser nicht einfach an die erstbeste Rezeption latschen, sondern vorher die Tarife vergleichen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist oft grottenschlecht – und extrem saisonabhängig.

Ein nettes Doppelzimmer in zentraler Lage kostet in der Hochsaison – also von Ostern bis Ende Oktober, an Weihnachten/ Silvester und zum Karneval – locker über 200 Euro. Wer billig übernachten will, schließt am besten die Augen, wenn er sein Zimmer betritt, oder kommt im Winter. Dann sind viel weniger Touristen in der Stadt und die Hoteliers bieten Zimmer 30 bis 50 Prozent günstiger an. Weitere Faustregel, um zu sparen: je weiter weg vom Markusplatz, desto vernünftiger die Preise. In jedem Fall kommt pro Gast und Nacht noch eine sogenannte Aufenthaltssteuer hinzu, die imposta di soggiorno: je nach Hotelkategorie 1 bis 5 Euro, in der Nebensaison – aber das ist nur der Januar (!) – weniger.

Grundsätzlich bucht man besser im Voraus. Neben den bekannten Hotelportalen bieten die Websites venedig. com und venicehotel.com eine gute Auswahl an Unterkünften. Auf jeden Fall lohnt es, sowohl die hoteleigenen Internetseiten als auch die großen internationalen Hotelwebsites auf aktuelle Sonderangebote zu prüfen. Und frag am Telefon bzw. vor Ort stets nach einem sconto, insbesondere dann, wenn du mehrere Nächte bleiben willst. Lohnen kann sich vor allem für Familien und Gruppen eine Ferienwohnung: Die gibts nicht nur für eine ganze Woche, sondern auch tageweise zu buchen und man hat auch eine Kochgelegenheit.

Was kostet wie viel?

Vaporetto

7,50 Euro für eine Einzelfahrt

Gondel

80-160 Euro je nach Tageszeit für eine 30-Minuten-Fahrt

Imbiss

ab 3 Euro für ein belegtes panino an der Bar

Eintritt

20 Euro Kombiticket für den Dogenpalast und die Museen am Markusplatz

Wein

2 Euro für ein Glas einfachen Hauswein

Espresso

1,20–1,50 Euro für eine Tasse im Stehen an der Bar

Low Budg€t

Sehenswertes

Auf dem Campo Rialto Novo lohnt ein Besuch der multimedialen Informationsstelle zu Venedigs Ökosystem und den vielen Aktivitäten zum Schutz von Lagune und Stadt. 100 m westlich der Rialtobrücke vermittelt Punto LagunaHaus Nr. 554www.salve.itzzt. nur nach Anmeldung unter puntolaguna@magisacque.it, so ihr Name, interessante Einblicke in die überaus komplexe Problematik – und der Eintritt ist frei.

In der Kirche San Maurizio (tgl. 9.30–19.30 UhrCampo San MaurizioAnleger: Giglio) wurde eine interessante Schau historischer Musikinstrumente eingerichtet. Dazu gibts schöne Barockklänge vom Band. Und all das bei freiem Eintritt!

Von April bis Oktober lohnen die kostenlosen, äußerst informativen Führungen (auf Deutsch meist Mo–Fr 11, 14.30, 16, Sa 10.30 Uhr, Dauer ca. 90 Min. | Treffpunkt Vorhalle rechts0412413817www.veneziaupt.orgAnleger: San Marco) zu den grandiosen Mosaiken im Inneren des Markusdoms. Und tgl. 11.30–12.30 Uhr werden im Kircheninneren die Scheinwerfer angedreht. Dann erstrahlt die goldene Pracht im künstlichen Licht.

Essen & Trinken

Eine schlichte, herzlich geführte Trattoria mit vielen einheimischen Gästen, Tischen im Freien und guten, sehr preiswerten Risottos, Pizzen und Fischgerichten ist das CeaCampiello Stella5422a0415237450So geschl.Anleger: Fondamenta Nuove.

Im QcoffeeCampo Santa Maria Formosa5252Di–Sa 10–22.30, So 10–19 Uhr, bei Redaktionsschluss wegen Renovierung geschl.Anleger: San Zaccaria im Erdgeschoss der Fondazione Querini Stampalia, einem beliebten Treff für Kunststudenten und Angestellte, bekommen Sie sehr preiswerte Mensakost.

Einkaufen

Fisch, Obst, Gemüse, Käse, Gewürze bekommen Sie in der Regel deutlich preiswerter als im Laden auf den kleinen Lebensmittelmärkten, z. B. Campo Santa Margherita oder Mercato di Rio Terà San Leonardobeide Mo–Sa 8–14 Uhr.

Schicke, preisgünstige Kleider, Jacken, Taschen und mehr aus Seide, Samt und Brokat, geschneidert von weiblichen Häftlingen im Giudecca-Gefängnis, lohnen den Besuch bei Banco No. 10Salizada Sant'Antonin3478aAnleger: San Zaccaria: Jedes Stück ist ein Unikat, das zudem bei der Resozialisierung hilft.

Am Abend

Interessante Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Multimedia zu sehr erschwinglichen Preisen und zudem Begegnungen mit Venedigs Jugend bieten u. a. folgende Experimentierbühnen bzw. Kulturtreffs: Teatro Fondamenta NuoveFondamente Nove50130415224498www.teatrofondamentanuove.itAnleger: Fondamenta Nuove; Teatro TonioloPiazzetta Battisti3041971666www.teatrotoniolo.info in Mestre; ebenfalls in Mestre: Centro Culturale CandianiPiazzale Candiani70412386126www.centroculturalecandiani.it

In ungeraden Jahren findet parallel zur Kunstbiennale über die Sommermonate auch die Biennale für Musik, Theater und Tanz statt. ­Tickets sind erstaunlich günstig und ­bieten Zugang in sonst versperrte Teile des Arsenals. Auskunft und Verkauf: 041521888www.labiennale.org

In der warmen Jahreszeit haben sich einige Plätze zu Intreffs entwickelt, wo bis in die frühen Morgenstunden getrunken, geplaudert und geflirtet wird – allen voran die CampiSan Luca, Santa Margherita, San Pantalon und San Bartolomeo.

Übernachten

Die Jugendherberge mit der wohl schönsten Aussicht der Welt liegt an der Nordseite der Giudecca und bietet das Bilderbuchpanorama von Dogenpalast und Campanile. Sie ist ganzjährig geöffnet, Vorbuchung ist unbedingt erforderlich. Die Übernachtung mit Frühstück kostet 25 Euro. Ostello VeneziaFondamenta delle Zitelle860415238211www.ostellovenezia.it20Zi. mit 260 BettenAnleger: Zitelle

Eine Alternative zu den nicht eben billigen venezianischen Hotels ist der Campeggio San NicolòVia di Sammicheli140415267415www.campingsannicolo.com: ein gut geführter Platz für 174 Zelte an der Nordspitze des Lido. Und in Venedigs Hinterland gibt es jede Menge preisgünstige Campingplätze. www.assocamping.it

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr (Capodanno)

6. Januar

Heilige Drei Könige (Epifania)

März/April

Ostermontag (Pasquetta)

25. April

Befreiung vom Faschismus (Liberazione)

1. Mai

Tag der Arbeit (Festa del Lavoro)

2. Juni

Tag der Republik (Giorno della Repubblica)

15. August

Mariä Himmelfahrt (Ferragosto)

1. November

Allerheiligen (Ogissanti)

8. Dezember

Mariä Empfängnis (Immacolata Concezione)

25. Dezember

Weihnachten (Natale)

26. Dezember

Zweiter Weihnachtstag (Santo Stefano)

Veranstaltungen
Januar

Bei der Festa della Befana am 6. Jan. auf Sant’Erasmo werden die Kinder von der guten Hexe (befana) beschenkt und ein Feuer wird entzündet.

Karnevalszeit

Der legendäre Karneval mit Hunderten von Events, Bällen und einem Maskenmeer in der ganzen Stadt beginnt mit dem Volo dell’Angelo, dem Engelsflug, bei dem eine junge Frau in historischer Tracht an einem Seil über den Markusplatz schwebt. Alle Termine Tag für Tag: carnevale.venezia.it

März/April

Am letzten März- oder ersten Aprilsonntag Su e Zo per i Ponti: der Volkslauf „die Brücken rauf und runter“. suezo.it

Am Gründonnerstag: Benedizione del Fuoco, die „Einsegnung des Feuers“ im von Tausenden Kerzen erhellten Markusdom

Yachting in Venice: Bootsausstellung an einem Wochenende Mitte April mit Yachten zum Anschauen und Begehen und Kinderprogramm

25. April: Festa di San Marco mit feierlichem Hochamt in der Basilika, Gondelrennen auf dem Canal Grande und Volksfest auf der Piazza

Mai/Juni

Vogalonga: Alljährlich an einem Sonntag Ende Mai/Anfang Juni legen sich über 5000 Amateure in die Riemen. Die Route führt 30 km vom Bacino San Marco nach Burano und über Murano zurück. Jede und jeder kann, ein eigenes Boot und ein Minimum an Muskelkraft vorausgesetzt, mitmachen. Auskunft und Anmeldung: Tel. 04 15 21 05 44 | vogalonga.com

Festa della Sensa, die „Vermählung mit dem Meer“ mit historischer Flottenfahrt von San Marco zum Lido am Sonntag nach Christi Himmelfahrt

Mitte Mai–Anfang November

Kunstbiennale in ungeraden Jahren auf dem früheren Werftgelände Arsenale im Osten des Stadtteils Castello und verteilt in der ganzen Stadt. Ausstellungen, Vernissagen, Events rund um zeitgenössische Kunst: Malerei, Skulpturen, Installationen, aber auch Tanz und Theater. Architektonisch interessant sind auch die Ausstellungspavillons. labiennale.org

Juni

Internationale Boots- und Yachtmesse Salone Nautico auf dem Werftgelände. salonenautico.venezia.it

Juli

Redentore: das „Erlöserfest“ am dritten Julisonntag mit wunderschöner Prozession über eine Bootsbrücke zur Redentore-Kirche auf der Giudecca-Insel. Am Vorabend kracht es gewaltig beim Feuerwerk.

September

Regata Storica am ersten Wochenende: Tausende geschmückte Boote mit historisch kostümierten Besatzungen auf dem Canal Grande

Elf Tage lang Internationale Filmfestspiele auf dem Lido. labiennale.org

Fischfest am dritter Sonntag mit Unmengen von pesce fritto, frittiertem Fisch

Oktober

Auf Sant’Erasmo am ersten oder zweiten Sonntag Weinfest mit Musik, Tanz, Schlemmen und Regatta

Marathon von Venedig Ende des Monats mit Start in Stra. venicemarathon.it

November

Madonna della Salute: Prozession über Pontons zur Salute-Kirche am 21. Nov.; danach ausgiebiger Verzehr von Rosinenkrapfen und Wein

Im Trend

Kreatives Pflaster
Dorsoduro

Im Südwesten der Stadt liegt der Hotspot für die Kreativen. Dorsoduro beherbergt nicht nur die großen Galerien, sondern auch versteckte Kunstperlen wie die Galleria d'Arte l'OcchioCalle del Bastion181-185 . Lokale Künstler wie Lalla Malvezzi und Ettore Greco organisieren Ausstellungen im Viertel, beispielsweise in den sehenswerten Bac Art StudiosCampo San Vio862www.bacart.com. Kunst und kühle Getränke gibts im ersten Galeriecafé der Gegend, dem Imagina CaféCampo Santa Margherita3126www.imaginacafe.it. Spannende Werke an den Wänden und angeregte Gespräche sind da garantiert.

Sport spektakulär
Paddelspaß statt Pferdestärke

Entdecken Sie Venedig aus der Vertikalen! Wanda Moretti macht es beim Vertikaltanz an der Häuserfassade vor und gibt Unterricht San Barnaba3136www.ilposto.org. Auf dem Boden bleibt man beim Sightjogging www.runningtouritaly.com oder Sie lernen die Lagunenstadt vom Wasser aus kennen – im eigenen Tempo und mit dem Kajak Venice KayakVia dei Sanmicheli14www.venicekayak.com

Kabarett-Revival
Ein Genre erobert Venedig

Kabarett und Komödie feiern ein Revival in der Stadt. Carlo e Giorgiowww.carloegiorgio.it sind die Meister der Unterhaltung. Zu sehen sind die beiden Kabarettisten unter anderem im Teatro AuroraVia Padre Egidio Gelain11 oder aber im Teatro GoldoniCorte Teatro4650bwww.teatrostabileveneto.it wo das komödiantische Herz der Stadt schlägt.

Grünes Venedig
Nicht nur Wasser

Die Venezianer entdecken ihre grünen Gartenjuwele wieder – und machen sie Besuchern zugänglich. Die Gärten der Stadt zeigt die Kunsthistorikerin Susanne Kunz-Saponaro bei ihren Führungen www.stadtfuehrungen-venedig.de Ansonsten unzugängliche Hotel- und Klostergärten oder ganz private Grünanlagen, die sich hinter Mauern verstecken, können Sie so erkunden. Auf eigene Faust lohnen sich Ausflüge zum ganz untouristischen Parco Savorgnàn mit seinen alten Lorbeerbäumen und zum kleinen Parco Villa GroggiaCampo San Francesco della Vigna mit seinen Ruinen und altem Baumbestand. Der Garten der Kirche San Francesco della VignaCampo San Francesco della Vigna2786 ist eine grüne Oase. Unter den Zypressen lässt es sich nach dem Sightseeing herrlich entspannen.

Am Puls der Zeit
Gegenwartskunst

Wenn es einmal statt um das grandiose Erbe aus Gotik, Renaissance, Barock um Zeitgenössisches gehen soll, hält die Serenissima auch etliche spannende Galerien bereit, z. B. in San Marco: La Galleria Van der KoelenCalle Calegheri2566, deren deutsche Betreiber vorrangig internationale Avant­garde in die Lagune holen; Galleria TraghettoCampo Santa Maria del Giglio2543, die sich um Nischenstile verdient macht; Jarach GalleryCampo San Fantin1997 als Top­adresse für Gegenwartsfotografie und Caterina Tognon Arte ContemporaneaCampo San Maurizio2671 wo man Einzelschauen sowohl etablierter als auch junger, vielversprechender Künstler findet.

Bloss nicht!

Strand-Outfit in der City

Und wenn es noch so heiß sein mag: Nackte Oberkörper bei ihm und Strandkleidung bei ihr sind im centro storico tabu. Auch Flipflops und Shorts sehen die Venezianer nicht gern. Und in Kirchen kommt man so sowieso nicht rein.

Pasta als Hauptgericht bestellen

Nudeln sind in Italien kein Hauptgericht, deshalb kriegt man auch kein halbes Kilo Pasta auf den Teller geladen. Die Venezianer bestellen dazu wenigstens eine Vorspeise oder eben ein secondo. Wer nur wenig Hunger hat, isst besser ein belegtes panino oder tramezzino an der Bar.

Tauben füttern

Die Futterverkäufer auf dem Markusplatz gibt es nicht mehr und nur noch vereinzelt Tauben. Bis zu 500 Euro Strafe (!) zahlt aber weiterhin, wer beim Füttern erwischt wird. Der ätzende Vogeldreck hat den Palazzi am Markusplatz schwer zugesetzt.

Auf der Piazza picknicken

Die Venezianer sind es leid, überall über leere Getränkedosen und Pizzakartons zu stolpern – rund um den Markusplatz riskiert man saftige Bußgelder für das Picknicken im öffentlichen Raum. Zum Rastplatz, auf dem man ganz offiziell in aller Muße seine Lebensmittel verzehren darf, wurden die Giardini ex Reali erklärt.

Mit dem Rollkoffer über die Brücken poltern

Trag deinen Trolley über die vielen kleinen Brücken Venedigs. Das Ziehen über die Stufen lässt die Brücken tatsächlich bröckeln – es sind Millionen von Trolleyrädern pro Jahr, die gegen die Stufen knallen. Ganz abgesehen vom Lärm, den das macht.

Venedig verstehen

Die (Ohn)Macht der Drogen

Ob die Männer wirklich zu beneiden waren? Da bekleideten sie als Dogen das höchste Amt, das der mächtigste Stadtstaat auf Erden zu vergeben hatte. Und dann durften sie die Republik nicht ohne Genehmigung verlassen. Durften weder ihre Berater selbst auswählen noch unter vier Augen Gesandte empfangen. Geschenke anzunehmen war ihnen ebenso verboten wie ins Café oder Theater zu gehen oder gar unaufgefordert abzudanken. Selbst ihrer Ehefrau konnten sie keinen Brief schreiben, ohne dass ihn der Zensor las. Und ab dem 11. Jh. verfügten sie nicht einmal mehr über wirkliche Macht. Seit 697 hatten sie als mittelalterliche Souveräne selbstherrlich und eigenverantwortlich regiert. Hatten mit Kaiser und Papst verhandelt, Fragen von Krieg und Frieden selbst entschieden und sogar ihre Nachfolger auf eigene Faust bestimmt. Doch im Jahr 1032 war ein Doge der Machtgier erlegen und hatte versucht, die Erblichkeit des Amts durchzusetzen. Prompt wurde er mitsamt seinem Sohn ermordet. Und seinen Nachfolgern wurden ihre Befugnisse radikal beschnitten. Zu ausführenden Beamten degradiert, wurden sie vom berüchtigten Rat der Zehn, einer Art mittelalterlichem Staatssicherheitsdienst, überwacht. Das führte schließlich dazu, dass in späteren Jahrhunderten kaum noch eine einigermaßen fähige Persönlichkeit zur Übernahme des einst so angesehenen Amts bereit war.

Dialetto Venexiano

Die Venezianer sprechen untereinander voll Selbstbewusstsein ihren uralten Dialekt. Der erinnert teilweise an das Spanische und folgt eigenen Regeln nicht nur in der Aussprache, sondern auch in Rechtschreibung und Grammatik. So lieben es die Lagunenbewohner, lange (Orts-)Bezeichnungen zusammenzuziehen. Hinter dem Namen San Zanipolo zum Beispiel verbirgt sich die berühmte Kirche Santi Giovanni e Paolo, hinter San Zan Degola Johannes der Enthauptete – San Giovanni Decollato. Weitere Charakteristika: Viele Konsonanten werden stimmhaft gesprochen, was beispielsweise aus dem amico einen spanisch anmutenden amigo macht. An die Stelle der italienischen sch- und tsch-Laute tritt im Venezianischen vielfach ein scharfes s, wodurch sich cento in ßento verwandelt. Und aus dem z wird gelegentlich ein x. Ein Paradebeispiel ist die vor vielen Trattorien auf Plakaten verheißene cucina venexiana.

Maskenball

Wenn während der letzten eineinhalb Wochen vor Beginn der Fastenzeit Zehntausende in ihren Phantasiegewändern durch die Stadt ziehen und das ganze Panoptikum der Commedia- dell’Arte-Figuren ihre Gassen und Plätze bevölkert, wirkt die Lagunenstadt wie verzaubert. Über viele Jahrhunderte ermöglichte die große Verkleidung den Venezianern, sich wenigstens für einige Zeit der strengen Kontrolle des Staats zu entziehen. Als Napoleon Venedig besetzte, ließ er aus Argwohn, hinter den Masken würde die Konspiration gedeihen, den Mummenschanz komplett verbieten. Die Wiederauferstehung erfolgte erst 1979.

Seither strömen – zur großen Freude der Hoteliers, Gastronomen und Sponsoren – alljährlich im zuvor umsatzschwachen tiefen Winter Heerscharen Vergnügungs- und Verwandlungssüchtiger aus aller Welt herbei, posieren, stelzen stolz durch die Stadt und lassen sich, so es ihre Finanzen erlauben, private Feste in Mietpalästen inszenieren. Und obwohl sich nur wenige Einheimische unter die Massen mischen und mittlerweile die Zahl der Schaulustigen die der Maskierten vermutlich um einiges übersteigt, obwohl neben den klassischen Kostümen längst manch schnöde Maskerade Marke Micky Maus, King Kong und Biene Maja auftaucht, sind sich alle Teilnehmer darin einig, dass die Freude an diesem Schau-Spiel und die einzigartige Atmosphäre die Anreise und die drastisch erhöhten Zimmerpreise immer noch lohnen.

Disneyland

Die Zahl der Läden mit Souvenirartikeln oder – um mal ehrlich zu sein – billigem Schund zu überteuerten Preisen ist in den vergangenen Jahren explodiert. Dagegen sind Bäcker, Metzger und Lebensmittelhändler aus den Gassen verschwunden und die Venezianer gezwungen, ihren wöchentlichen Großeinkauf in Supermärkten auf dem Festland zu erledigen. Junge Paare können sich die hohen Immobilienpreise nicht leisten und werden aus ihrer eigenen Stadt vergrault, schimpfen viele Venezianer. Ihre Heimatstadt soll kein Disneyland werden, keine künstliche Welt ohne echte Bewohner. Denn wenn es irgendwann keine Einheimischen mehr gibt, kommen auch keine Touristen mehr.

Alte Säcke & junges Gemüse

Der Obst- und Gemüsemarkt an der Rialtobrücke liegt zentral und voll im touristischen Herzen der Stadt – und ist doch ein sehr venezianischer Ort. Frühmorgens fliegen hier die Dialektfetzen, wenn Signora Maria bei Vincenzo die Auberginen begutachtet und fragt, wann er denn endlich die jungen, zarten Artischocken von der Insel des hl. Erasmus im Angebot hat. Ja, das meiste Gemüse stammt tatsächlich aus der Lagune selbst und wird nicht aus der Ferne herangekarrt. Sant’Erasmo ist Venedigs Gemüsegarten, hier leben die Menschen nicht vom Tourismus, sondern von der Landwirtschaft. Das heißt: Unkraut zupfen statt Gästebetten beziehen. Fragt sich nur, wie lange noch: Die Einwohner werden immer weniger und immer älter. Vincenzo zählt sich mit Anfang Sechzig zu den jungen Hüpfern. Seine Söhne leben längst auf dem Festland. Wer in 20 Jahren die typischen lilafarbenen Artischocken anbauen wird, steht in den Sternen. Besser also, du beeilst dich, mal hinzufahren, auf die Insel des hl. Erasmus.

Schwarz, schlank, schick

Sie sind etwas über 10 m lang, knapp 1,50 m breit, wiegen an die 350 kg und bestehen aus insgesamt 280 Teilen, darunter die Rudergabel (forcola) aus Walnussholz und das siebenzackige, 20 kg schwere Bugeisen (ferro). Im 16. Jh. verkehrten auf Venedigs Kanälen, so schätzt man, an die 10 000 Gondeln. Heute tun gerade noch 400 Gondolieri ihren Dienst. Doch vom Untergang des Gondelgewerbes kann keine Rede sein. Die Kaste der Gondolieri hat dank ihrer innerfamiliären Erbfolge keinerlei Nachwuchssorgen und auch keine Finanzprobleme. Die Auftragsbücher in den squeri, den Gondelwerften – deren malerischste übrigens auf dem Campo San Trovaso etwa auf halber Höhe der Zattere zu besichtigen ist –, sind auf Jahre hinaus gefüllt. Für ein neu gezimmertes und im traditionellen Schwarz lackiertes Gefährt sind rund 15 000 Euro zu berappen.

Gentrifizierung alla Veneziana

Die Gewässer rund um Venedigs centro storico sind gespickt mit Inselchen, von denen viele auf eine ganz spezielle Nutzungsgeschichte zurückblicken. Besonders spannend ist die Vergangenheit – und Zukunft! – von Poveglia. Dieses dem Lido vorgelagerte Eiland in der südlichen Lagune, nur gut 7 ha groß, diente über die Jahrhunderte mal als Exil für entmachtete Dogen, mal, in Zeiten grassierender Seuchen, als Quarantänestation, ehe es im 20. Jh. mitsamt seiner paar desolaten Gebäude und den Wein- und Obstgärten in Dornröschenschlaf fiel. Aus dem wurde es 2014 unvermutet wach geküsst: Italiens Regierung hatte angesichts klammer Kassen beschlossen, eine Reihe hochkarätiger Immobilien zu privatisieren. Und das Filetstück sollte Poveglia sein – der letzte Flecken freier Fläche in der Lagunenstadt. Doch Rom hatte die Rechnung ohne eine Gruppe widerspenstiger Venezianer gemacht. Denen missfiel die Vorstellung, dass ein weiteres Eiland von einer kapitalkräftigen Hotelkette in ein Luxusresort verwandelt würde. Worauf sie unter dem Motto Poveglia per tutti (Poveglia für alle) über Facebook Mitbürger ermunterten, mit je 99 Euro gemeinsam das Nutzungsrecht für 99 Jahre zu erwerben. Erklärtes Ziel: die Insel in einen öffentlichen Park zu verwandeln, in dem Kinder spielen und man Grillfeste feiert. Tatsächlich lehnte die zuständige Behörde nach der entscheidenden Versteigerung via Internet das Pachtangebot eines privaten Investors – eine halbe Million Euro – als unzureichend ab und gab das Nutzungsrecht probehalber an den Verein. Seitdem wird die verwilderte Insel auf Vordermann gebracht und ist für die Allgemeinheit zugänglich.

Acqua alta

Venedig steht das Wasser bis zum Hals. Regelmäßig flutet das Wasser der Adria den Markusplatz und weite Teile des Zentrums. Mit Gummistiefeln durchs kniehohe Wasser waten – für Touristen noch ganz lustig, für die Venezianer ein ständig wiederkehrender Albtraum. Das Problem besteht, seit Venedig besteht, hat sich in den vergangenen 50 Jahren aber verschärft. Die Gründe sind vielfältig, zum Teil aber hausgemacht: Der Mensch hat in das empfindliche Ökosystem eingegriffen, indem er Zufahrtsrinnen für die Öltanker auf dem Weg nach Marghera ausgebaggert hat und für die Bedürfnisse der Festlandindustrie munter Grundwasser abpumpt. Was also tun? 2003 startete das Mammutprojekt MOSE (Modulo Sperimentale Elettromeccanico): 78 Stahlbarrieren, an den drei Öffnungen der Lagune im Boden verankert, sollen bei Hochwassergefahr automatisch hochklappen und Venedig abdichten. Umweltschutzorganisationen sind skeptisch: Die Fluten der Adria spülen Schadstoffe aus der Lagune – ohne den Wasseraustausch würde die Lagune am Dreck zugrunde gehen.

Von italienischen Politikern als Meisterwerk italienischer Ingenieurskunst gepriesen, droht MOSE inzwischen selbst unterzugehen: im Korruptionssumpf. Mehr als 30 Unternehmer, Verwaltungsmanager und Politiker, darunter sogar der damalige Bürgermeister von Venedig Giorgio Orsoni, wurden wegen Veruntreuung verhaftet. Von den 5,5 Mrd. Euro, die das Schleusensystem kostet, ist ein Teil über Konten in San Marino ins Ausland geschleust worden. Die Venezianer sind empört. Und greifen weiter zu ihren Gummistiefeln, wenn es nötig ist. Ein paar eindrucksvolle Fotos von „Stadt unter“ in Venedig findest du u. a. auf short.travel/ven11 und auf short.travel/ven12

Der erste Weltreisende

Keine Frage, dass in diesem Reiseführer auf ihn besonders hingewiesen wird: Immerhin gilt der 1254 in Venedig geborene und 70 Jahre später ebenda verstorbene Marco Polo bis heute als Inbegriff des von Fernweh und Wissensdurst getriebenen (Welt-) Reisenden. Der Kaufmannssohn brach als fast noch Halbwüchsiger von der Adria Richtung Asien auf, verbrachte lange Zeit in China und kehrte erst 24 Jahre später auf dem Seeweg in die Lagunenstadt zurück. In Gewahrsam der Genuesen diktierte er einem Mitgefangenen später seinen Reisebericht „Il Milione“, der zum mittelalterlichen Bestseller avancierte und die geografischen Vorstellungen der Europäer über Asien maßgeblich prägte. Das Wohnhaus der Familie Polo stand unweit der Rialtobrücke, dort wo sich heute das Teatro Malibran erhebt.

Markuslöwe

Nein, das einzige Volk waren die Venezianer nicht, das den Löwen zu seinem Wappentier machte. Doch kein zweites verpasste dem König der Tiere zwei Flügel und schob ihm ein Buch unter seine Pranken. Weshalb dieses merkwürdige Mischwesen den hl. Markus symbolisieren soll, wird unterschiedlich erklärt. Der Markuslöwe taucht überall auf: an Fassaden, Simsen und Säulenkapitellen, auf Schornsteinen, Gräbern, Blumentöpfen, Gemälden und, frei stehend, als Statue.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Commissario Brunetti

Auch schon fast Klassiker: Die Venedigkrimis der US-Amerikanerin und Wahlvenezianerin Donna Leon haben längst Kultstatus und eine Fangemeinde, die alle beschriebenen Orte abläuft.

Tod in Venedig

Der absolute Klassiker macht heute noch Gänsehaut: Thomas Manns Novelle aus dem Jahr 1911 erzählt von der Liebe eines alten Mannes zu einem schönen Jüngling und vom morbiden Charme Venedigs. Melancholie pur!

Filme
Wenn die Gondeln Trauer tragen

Besser als in Nicholas Roegs Film kann man Venedigs düstere, unheimliche Seite nicht auf die Leinwand bringen. Die Dreharbeiten fanden 1973 u. a. in der uralten Kirche San Nicolò dei Mendicoli statt.

Brot und Tulpen

Ja, es gibt auch ein heiteres Venedig! Silvio Soldinis Komödie aus dem Jahr 2000 mit Bruno Ganz handelt von einer Hausfrau, deren Leben durch einen ungeplanten Venedigaufenthalt eine romantische Wende nimmt.

Fakten

Einwohner
261.321
Fläche
415 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
11:44 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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Reportagen

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