© Christian Mueller, shutterstock

Seite teilen

Ciao Bambini! Venedig mit Kindern bereisen

Eines muss man festhalten: Venedig ist kein klassisches Familienurlaubsziel. Die Stadt ist oft überfüllt und erschließt sich vor allem zu Fuß. Ihre Wege führen über Treppen, Brücken und an Kanälen ohne Geländer entlang. Das ist nicht nur für Kinderwägen eine große Herausforderung, sondern benötigt auch besonders gutes Schuhwerk und viel Achtsamkeit von der ganzen Familie. Und doch finden Kinder die Stadt oft sehr faszinierend. Die Gondeln im Kanal und die bunten Karnevalsmasken in den Schaufenstern bringen Augen zum Leuchten, die geflügelten Löwen auf Gebäuden und vor Kirchen sind spannende Zeitgenossen. Und auch manche Museen, Initiativen und Werkstätten bieten spezielle Programme für kleine Gäste an. Es gibt zumindest einen großen Park zum Tollen und in erreichbarer Nähe auch Strände zum Sandburgenbauen. Und: So eine Bootsfahrt auf dem Canal Grande begeistert seit jeher Groß und Klein.

Urlaubslektüre im Vorfeld

Wer Kinder jeden Alters bereits im Vorfeld mit Venedig und seinen Vorzügen vertraut machen möchte, dem bietet die Kinderliteratur ein breites Spielfeld. In den Regalen von Buchhandlungen und Büchereien finden kleine Leser und große Leserinnen zahlreiche Geschichten, die von Venedig handeln oder in der Stadt spielen und bereits bei den Kleinsten Faszination wecken. Eines der wohl bekanntesten Bücher ist dabei Cornelia Funkes „Herr der Diebe“, das von einer Gruppe Kinderdiebe im Venedig der Gegenwart handelt und die Magie der Stadt wunderbar transportiert. Fantasy-Freunde im Teenageralter greifen auf Kai Meyers „Fließende Königin“ zurück und begeben sich mit Heldin Merle und einem fliegenden Steinlöwen in den Kampf gegen das Böse. Romantischer geht es für junge Leserinnen bei Mary Hoffmanns „Stravaganza – Stadt der Masken“ zu. Hier findet sich ein junger Zeitreisender im historischen Venedig einer Alternativwelt wieder.

Naturhistorisches Museum

Kleine Naturforscher und Dinosaurier-Freundinnen werden mit dem „Museo di Storia Naturale“ ihr Vergnügen haben. Das naturhistorische Museum liegt in einem alten Palazzo unweit des Bahnhofs Santa Lucia und ist erstaunlich weitläufig. Viele Bereiche des Hauses sind neu und modern gestaltet und bieten Mitmach-Elemente für junge Besucher. Besonders beeindruckend mögen dabei das große Dinosaurier-Skelett oder die aufwendig präsentierte Ausstellung über die Tiere des Wassers sein – hier schweben Wasserlebewesen von der Schildkröte bis zum Fischotter in künstlichen Wasserblasen durch einen mystisch beleuchteten Raum. Aber Achtung: Manche der Exponate und Präsentationen älteren Datums könnten ein bisschen gruselig auf Kinder wirken. Erwachsene bewundern nicht nur die Exponate, sondern auch das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist: Die Geschichte des Fondego de Turchi, der ehemals osmanischen Handelsniederlassung, geht bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Giardini Pubblici

Grünflächen zum Toben und Spielen sind im Stadtgebiet Venedigs selten. Eine Ausnahme stellen die vergleichsweise weitläufigen Giardini Pubblici dar, der größte öffentliche Park der Stadt. Der hier installierte Spielplatz ist eine Rarität in der Stadt der Treppen und Gassen. Er ist nicht besonders groß, aber kostenlos und öffentlich zugänglich. Im umzäunten Park können Kinder toben ohne Gefahr zu laufen, in einen Kanal zu plumpsen. Erwachsene beobachten das kindliche Treiben von den zahlreichen Parkbänken aus, für eine willkommene Kaffeepause bietet sich das ebenfalls im Park gelegene Serra dei Giardini an. Das historische Palmenhaus beherbergt ein Café und ist Veranstaltungsort für Konzerte und Vernissagen. Die Giardini Pubblici sind übrigens auch Austragungsort der Biennale von Venedig und beherbergen zahlreiche ihrer Länder-Pavillons.

Bootsfahrten

Ein Venedig-Highlight für Groß und Klein sind bestimmt die zahlreichen, bunten Boote, die den Canal Grande entlangschippern. Praktisch für Groß und Klein, dass sich ebenjener am besten von der Wasserseite erkunden lässt! Die Vaporetti, die venezianischen Linienboote, gleiten in gemächlichem Tempo durch die majestätische Wasserstraße und bieten ausgiebige Gelegenheit für Entdeckungen. Seien es die edlen Paläste, unter denen sich jedes Familienmitglied den schönsten aussuchen kann, oder die vielen anderen Boote, mit denen man sich den Kanal teilt. Sind etwa Feuerwehr- oder Polizeiboote zu entdecken? Wer auch das offene Meer per Boot entdecken möchte, tut dies am besten bei einer Überfahrt nach Burano. Hier bekommt man die Gischt der Adria zu spüren und wird am Ende der Fahrt mit den lustig bunten Häusern der Fischerinsel belohnt. Und: eine Tüte voll Gelato sollte auch auf Burano aufzutreiben sein.

Baden und Radfahren

am Lido Geht es im Sommer nach Italien, erwarten sich kleine Gäste wohl vor allem eines: Badespaß. Und dieser kommt auch in Venedig nicht zu kurz. Am Lido gibt es viele kostenpflichtige und private, aber auch einige öffentliche Strände mit feinem Sand zum Burgenbauen. Beliebt und bevölkert ist etwa der Strand Bluemoon, mehr Ruhe finden Badende an den Stränden von San Nicoló oder Alberoni. Gerade letztere lassen sich wunderbar mit einer Familienradtour verbinden. An der Piazzale Santa Maria Elisabetta und damit nahe des Vaporetto-Stops befindet sich ein Radverleih. Die Fahrradwege sind flach und gerade in Richtung Westen idyllisch, beim Radverleih weiß man über Strecken sowie Ge- und Verbote Bescheid. Empfehlenswert ist das Rad-Vergnügen dabei vor allem in der Vor- und Nachsaison, wenn an den Küstenwegen des Lido mit etwas weniger Besucheransturm zu rechnen ist.

Löwen zählen

Wer sich mit Kind und Kegel aufmacht, die venezianischen Gassen und Plätze zu erobern, greift dabei gern auf ein bewährtes Rezept zurück: Fordert man die Kinder dazu auf, die geflügelten Löwen zu zählen, die sich bei einem Stadtrundgang unweigerlich präsentieren, wird dieser gleich viel kurzweiliger. Das Wappentier der Stadt ist an Häusern, auf Brunnen, an Fassaden und Souvenirständen zu entdecken und ist auch in zahlreichen Kindergeschichten zu und über Venedig präsent (siehe Tipp). Der mit einem der berühmten steinernen Löwen auf Tuchfühlung gehen will, tut dies übrigens am besten auf der Piazzetta dei Leoncini links neben dem Markusdom. Die dort auf Sockeln lagernden Steinlöwen lassen sich geduldig streicheln.

Masken bemalen

Nichts gehört so ikonisch zu Venedig wie die bunten Karnevalsmasken. Mehr oder weniger handgemachte Exemplare gibt es zwar allerorts und das ganze Jahr über zu kaufen, ein besonders schönes Erlebnis ist es aber, eine bunte Maske selbst zu gestalten. Einige Maskenmacher bieten Besuchern an, ihre eigene Cartapesta-Maske zu bemalen, was gerade für Kinder ein Vergnügen ist und für einzigartige Urlaubsmitbringsel sorgt. Einer jener Anbieter ist etwa Ca’Mancana, wo innerhalb einer guten Stunde eine individuelle Maske entsteht. Die Kurse müssen nicht im Voraus gebucht werden, sondern können auch innerhalb der regulären Öffnungszeiten spontan in Anspruch genommen werden. Die angebotenen Kurssprachen sind zwar nur Italienisch und Englisch, mit Händen und Füßen und etwas Übersetzungsgeschick der Eltern, sollten aber auch deutschsprachige Kinder ihren Spaß haben.

Die schönsten Aktivitäten und Ausflugsziele in und um Venedig

-- °C--:--Mehr +
Quick Facts Reiseführer Venedig
Ortszeit:--:-- Uhr
Zeitverschiebung:-
Wetter:-- °C
Weniger -
Nach oben