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Tallinn

Check-in

Am Sonntagmorgen sitzt ganz Tallinn auf seiner Bühne: dem blitzblanken Rathausplatz mit den Zuckerbäckerfassaden. Von den gut 1,3 Mio. Esten leben immerhin rund 430 000 in der Hauptstadt. Auf den Terrassen der Cafés betrachten die Menschen das Defilee. In Tallinn sitzt man unter freiem Himmel, wann immer keine Eisschollen im Weg liegen.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Zar Peter I. ließ das pinkfarbene Barockschloss von 1718 an errichten, damit seine Gattin Katharina I. - und mit ihr die ganze Zarenfamilie - für sommerliche Aufenthalte in Tallinn eine angemessene…
Die lutherische Domkirche ist eine von drei noch bestehenden Kirchen aus dem Mittelalter in Estland und somit eine der ältesten im ganzen Land. Im 13. Jh. wurde hier für die deutschen Ritter die…
Tallinns Altstadt (Vanalinn) ist zweigeteilt. Der Domberg (Toompea) im Südwesten gilt als ursprünglicher Stadtkern. Hier, um die alte Ordensburg und die Domkirche herum, richteten sich Adel und…
Den spätgotischen Bau (13. Jh.) spendierten westfälische Kaufleute, Nikolaus ist Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer. Heute ist es ein Museum, dessen Prunkstücke die besondere Verbindung zu L…
Der Rathausplatz ist damals wie heute Schnittpunkt des städtischen Lebens. Im Sommer finden Feste statt, Cafés stellen Tische ins Freie. Das Rathaus selbst ist das einzig erhaltene gotische Rathaus…
Vom 13. Jh. an wurde die Unterstadt in die Burgbefestigung auf dem Domberg integriert, die Mauer dafür erweitert. Am Ende stand eines der größten Bollwerke des nordeuropäischen Mittelalters: 3 m…
Seit 800 Jahren ist dieser mittelalterliche Marktplatz das Herz der Stadt. Ihn säumen einige der schönsten gotischen Fassaden Tallinns. Mit seinen Kneipen und Cafés ist er bis heute zentraler…
Kadriorg, das Viertel Katharinental, entstand in der Zeit, als Tallinn Teil des russischen Zarenreichs war. Während dieser Epoche folgte die russische Aristokratie den Mitgliedern der Zarenfamilie im…
Kumu heißt der Hotspot der Tallinner Kulturlandschaft. Schon äußerlich zieht der futuristisch-spitzwinklige Bau, ein Werk des Finnen Pekka Vapaavuori, alle Blicke auf sich. Hinter der…
Die 1913 eingeweihte Nationaloper glänzt mit eigenen Inszenierungen und internationalen Gastspielen. Opern werden in der Originalsprache gesungen, Musicals und Operetten auf Estnisch (meist mit…
Das Estnische Meeresmuseum ist in den alten Hangars des Tallinner Seeflughafens aus der Zarenzeit untergebracht. Historische Flugzeuge und Schiffe, wie das Wrack eines Frachtseglers aus dem 16. Jh.…
Schöne inhabergeführte Läden für nachhaltige estnische Produkte – verstreut übers alte Industriegelände: z. B. hochwertige Mode von Ellen Richard und Nordhale, beide in Estland genäht. Schuhe…
In der riesigen neuen Markthalle direkt hinter dem Bahnhof findest du einfach alles, was man so brauchen kann: von Socken über Südfrüchte bis zu Sesseln. Zum Ausruhen und Auftanken gibt es auß…

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Entdecke Tallinn

Singend in die Freiheit

Tallinn besitzt eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Innenstädte Europas und ist voller romantischem Zauber. Doch unter der historischen Fassade schlägt ein junges und ehrgeiziges Herz. Musik und Mode, Design und IT – zu allem fällt den kreativen Bewohnern etwas ein. Das zeigten sie schon zwischen 1987 und 1991, als die Esten mit dem Singen traditioneller (von den Sowjets verbotener) Freiheitslieder knapp vier Jahrzehnte sowjetischer Besatzung in die Geschichtsbücher verwiesen. 1991 war Estland endlich unabhängig. Nach der „singenden Revolution“ flogen Hämmer, Sichel und Leninbüsten auf den Müll. Eine demokratische Regierung formierte sich, manche Minister waren nicht mal 30 Jahre. Die Vitalität ist geblieben. Eine so innovative Gastroszene, ein ähnlich kreatives Klima wie in Tallinn ist in Städten vergleichbarer Größe kaum zu finden. In nur 13 Jahren wurde Estland EU- und Nato-Mitglied. Die Unesco erklärte den liebevoll restaurierten historischen Kern (Vanalinn) als einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Europas zum Welterbe.

Stadt der Hanse

Der Name Tallinn knüpft an die Ära der Dänen im Mittelalter an; im Estnischen bedeutet taani linn dänische Stadt. So heißt die Stadt erst seit der Unabhängigkeit Estlands von Russland, bis 1918 hieß sie Reval. Im 13. Jh. lud der Schwertbrüderorden deutsche Kaufleute nach Reval ein, um hier einen Handelsplatz aufzubauen. Wenige Jahre später war Reval mit der Hanse verbunden und nutzte die Privilegien des Handels- und Städtebunds. Auf dem Hügel verschanzten sich die deutsche Oberschicht und der Bischof vor dem Volk unten – und die reichen Kaufleute unten vor dem armen Klerus oben. Heute residieren auf dem Domberg im Schatten der russisch-orthodoxen Alexander-Newski-Kathedrale und des pinkfarbenen Barockschlosses Tompeea, in dem das Parlament tagt, diverse Botschafter. Zwei Aussichtsterrassen bieten wunderschöne Blicke auf die spitzen Kirchtürme, roten Ziegeldächer und die Gassen der Unterstadt, auf das tiefblaue Meer und den Hafen, wo die Fähren aus Helsinki und im Sommer fast jeden Tag Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Russische Einflüsse, nordisches Herz

Seinen besonderen Charme bezieht Tallinn aus dem Nebeneinander von Historie und Moderne, von Ruhe und Weltläufigkeit, von russischen Einflüssen und skandinavischem Flair. Letzteres ist den estnischen Tallinnern wichtig. Denn nur 53 Prozent der Hauptstadtbewohner sind Esten; die restliche Bevölkerung besteht zu 44 Prozent aus russischen Muttersprachlern und zu knapp 3 Prozent aus Angehörigen anderer Nationen – eine Folge der Politik der Sowjetunion, Estland mit eigenen Bürgern zu besiedeln, um das System zu festigen. Schon die fünf bis zehn Sorten eingelegten Herings, die zu einem üppigen Frühstück gehören, beweisen: Estland sieht sich als nordisches Land. Gerade mal 80 km trennen Tallinn von Helsinki, zudem gehört die komplizierte estnische Sprache nicht zur indogermanischen, sondern zur finnougrischen Sprachfamilie. Was bedeutet, dass Esten und Finnen sich gut miteinander verständigen können – auch in der Sauna. Die ist in beiden Ländern Kulturgut.

Kronleuchter & Kunsthandwerk

Nicht umsonst war Tallinn seit jeher ein Handelsplatz an der Schnittstelle von Ost und West. Eine Stadt des Handels ist sie bis heute geblieben. Hier blüht immer noch der echte, eigenständige Einzelhandel. In der Altstadt drängen sich Kunstgalerien und Fachgeschäfte für Kristallgläser, Kronleuchter oder Quilts. Freu dich aufs Shopping, vor allem auf Kunsthandwerk und Schönes fürs Zuhause. Und aufs Ausgehen. Gemütliche Cafés findest du an jeder Ecke, auch Tallinns Nachtleben ist einer Hauptstadt würdig. Als Hafenstadt und wichtiger Stützpunkt für Moskau war Tallinn immer weltoffener als andere Regionen hinter dem Eisernen Vorhang. Das spiegelt sich auch in ihrer Restaurantszene. Kaum eine Landesküche ist hier nicht vertreten, gewagte Crossover-Cuisine ebenso wie russische Kochkunst.

Innovative IT-N@tion

Estland ist eine IT-Nation, innovativ und technikverliebt. Von der Autozulassung über die Steuererklärung bis zur Firmengründung wird alles online erledigt. Drahtloser Internetzugang ist fast überall in der Stadt verfügbar. Trotz des entschlossenen Blicks der Bewohner nach vorn kannst du in der baltischen Boomtown Geschichte live erleben – vom mittelalterlichen Kopfsteinpflaster der Altstadt über das pinkfarbene Schloss Katharinental, das Peter I. für seine Frau errichten ließ, bis zu den sowjetischen Plattenbauten im Stadtteil Lasnamäe. Lass dich treiben und Tallinn erzählen. Du wirst sehen: Die kleine Stadt steckt voller Zauber.

Gut zu wissen

Anreise

Von allen deutschen Flughäfen sowie von Wien und Zürich gibt es Umsteigeverbindungen (z. B. mit Air Baltic oder LOT Polish Airways via Warschau), dazu diverse Nonstopflüge mit Lufthansa oder Swiss.

Der Flughafen von Tallinn (Tallinna Lennujaam) liegt 4 km außerhalb der Stadt, das Taxi in die City kostet 10 Euro. Die Buslinie 2 fährt alle 20 bis 30 Minuten zur Haltestelle Laikmaa zwischen dem Tallink Hotel und dem Viru Shopping Centre. Zwischen 5 und 24 Uhr ist die City (z. B. zum Viru väljak und Vabaduse väljak; Fahrtzeit 18 Minuten) außerdem per Straßenbahn zu erreichen. Tagsüber verkehrt die Linie 4 sehr häufig: alle 6 bis 10 Minuten, ansonst fährt sie nur zwei- bis dreimal pro Stunde.

Mit dem Auto ist der Landweg über Polen, Litauen und Lettland aufgrund der großen Entfernungen nur für Rundreisende durchs Baltikum zu empfehlen. Es gibt zwei Grenzübergänge von Polen nach Litauen: bei Kalvarija an der Via Baltica und bei Lazdijai weiter südlich. Die Via Baltica führt von Vilnius über Riga nach Tallinn.

Du willst per Fernbus anreisen? Mehrere Busverbindungen pro Woche bietet Ecolines (Retourticket ab 104 Euro | ecolines.net) von diversen deutschen Städten (Dauer ab Berlin 25 Stunden). Am Busbahnhof (Tallinna Bussiterminal | Lastekodu 46) angekommen, geht es dann mit der Straßenbahn 2 und 4 oder den Buslinien 17 und 23 in die wenige Autominuten entfernte Altstadt von Tallinn. Mit dem Bus kannst du außerdem fast jeden anderen Ort in Estland erreichen.

Per Fähre kommst du mit Finnlines (tgl. | finnlines.com) ab Travemünde nach Helsinki. Der Fahrpreis in der Hauptsaison beträgt 168 Euro, die Kabine kostet ab 373 Euro, das Fahrzeug ab 155 Euro. In rund 30 Stunden bist du angekommen. Die Fährfahrt dauert dir zu lange? Alternative: Ab Helsinki fahren Fähren der Eckerö Line (eckeroline.ee), Tallink Silja Line (tallinksilja.de) und Viking Line (vikingline.ee) in 2 bis 2,5 Stunden nach Tallinn. Das Paket mit Rückfahrkarte kostet für vier Personen und ein Auto bei Tallink Silja in der Hauptreisezeit ab 155 Euro.

Auskunft vor der Reise

Beim Estonian Tourist Board (Kleine Reichenstr. 6 | 20457 Hamburg | Tel. 040 30 38 79 82 | visitestonia.com) bekommst du Hotelverzeichnisse, Broschüren und vielfältige Informationen.

Auto & Mietwagen

Am Flughafen sind die gängigen Mietwagenfirmen vertreten. Am besten buchst du schon von zu Hause aus; Extras wie Kindersitze und GPS sollten vor allem in der Hauptsaison reserviert werden. Für einen Kleinwagen zahlt man pro Woche mit allen Versicherungen inklusive Vollkaskoschutz, Erstattung der Selbstbeteiligung und unbegrenzten Kilometern beim Mitwagenbroker Sunny Cars ab 168 Euro, für ein größeres Familienauto ab 230 Euro.

Wer das Umland per Auto erkunden möchte, muss Fahrzeugschein, EU-Führerschein und einen Ausweis sowie den Mietvertrag des Leihwagens dabeihaben. Im Ort gilt 50 km/h, außerhalb von Ortschaften 90 km/h, falls nicht anders angegeben (auf Schnellstraßen auch 110 km/h). Abblendlicht und Gurt sind Pflicht, bei Alkohol gilt 0,0 Promille. Telefonieren darfst du nur mit Freisprechanlage. An der Ampel entspricht blinkendes Grün deutschem Gelb, bei Gelb muss man halten. Vom 1. Dezember bis 1. März sind Winterreifen Pflicht. Einige Hotels haben Stellplätze, ansonsten steht das Auto im Parkhaus oder auf einem bewachten Platz am sichersten.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Toom-Kuninga 11 | Tel. 6 27 53 00 | tallinn.diplo.de

Österreichische Botschaft

Vambola 6 | 5. Stock | Tel. 6 27 87 40 | bmeia.gv.at/botschaft/tallinn.html

Schweizer Vertretung

Die Schweiz hat keine Vertretung in Tallinn. Die Botschaft der Schweiz in Schweden betreut die Belange von Schweizern in den baltischen Staaten. Eine Help-Line der Konsularischen Direktion in Bern (Tel. +41 8 00 24 73 65) ist zudem rund um die Uhr erreichbar.

Einreise

Für Estland gilt das Schengener Abkommen. An den Grenzen zu anderen Schengen-Staaten (viele Mitgliedsländer der EU sowie Island und Norwegen) werden keine Pässe kontrolliert. Trotzdem musst du einen gültigen Ausweis bei dir haben.

Geld & Kreditkarten

Zahlungsmittel in Estland ist der Euro. Bargeld kannst du an den zahlreichen Geldautomaten (EC- und Kreditkarten) ziehen. Kreditkarten werden in fast allen Restaurants, Hotels und Geschäften akzeptiert.

Gesundheit

Die medizinische Versorgung ist in Estland sehr gut. Deine Krankenkasse stellt eine Auslandskrankenversicherungskarte (EHIC) aus. Die Kosten für eine Behandlung werden am Ort oder von der Kasse in Deutschland nach deutschem Leistungskatalog erstattet. Eine zusätzliche private Krankenversicherung deckt Mehrkosten und einen eventuellen Rücktransport in die Heimat ab.

In der Regel sind Apotheken tgl. 10– 19 Uhr geöffnet; einige wie Apotheka (Viru Shopping Centre |  schließen erst um 21 Uhr. 24 Stunden geöffnet ist die Apotheke Tõnismäe Apteek (Tõnismägi 5 | Tel. 6 44 22 82 | sudameapteek.ee)

Internetzugang & WLAN

Fast flächendeckend gibt es gebührenfreies WLAN in Hotels, Cafés, Restaurants und jedem Ort, der durch ein schwarz-orangefarbenes „Wifi“-Schild gekennzeichnet ist – insgesamt knapp 400 WLAN-Hotspots. Eine Übersicht (nach Stadtteilen geordnet) findest du unter wifispc.com/estonia/harjumaa/tallinn.html.

Klima & Reisezeit

Das Klima ist maritim bis mäßig kontinental. Im Februar ist es im Schnitt minus 4 Grad kalt, die Sommer sind mit Durchschnittstemperaturen von 20 Grad im Juli mäßig warm. Die „weißen“ Dämmernächte des Juni sind schön zum nächtelangen Flanieren, auch der späte Frühling ist eine gute Reisezeit. Und die frostigen Monate haben mit verschneiten Fassaden ihren Reiz.

Audioguides

Deutschsprachige Audioguides für die Altstadt kannst du beim Tallinn Tourist Information Center (14,90 Euro für einen Tag | Niguliste 2 | tallinnaudioguide.com) leihen oder herunterladen.

Mücken

In der Stadt hält sich die Belästigung in Grenzen, doch an der Küste und auf dem Land, z. B. bei Ausflügen in den Lahemaa-Nationalpark, ist ein Mückenschutzmittel unverzichtbar. Zwischen April und Oktober solltest du außerdem auf Zecken achten.

Notruf

Feuerwehr und Ambulanz: Tel. 1 12

Polizei: Tel. 1 10

Öffentliche Verkehrsmittel

Fahrscheine aus Papier sind in Tallinn schon seit Jahren Geschichte. Stattdessen gibt es an diversen Verkaufspunkten überall in der Stadt (etwa in Postfilialen, bei Stockmann, der Stadtverwaltung, in R-Kiosks) sowie am Flughafen für zwei Euro eine Smartcard für 1, 3, 5 oder 30 Tage, auf die man ein Guthaben lädt (tallinn.pilet.ee/buy). Ein Ticket für eine Stunde kostet 1,50 Euro, für einen Tag (24 Stunden) 4,50 Euro, für drei Tage (72 Stunden) 7,50 Euro und für fünf Tage 9 Euro. Zudem besteht die Möglichkeit, für je 1,50 Euro einzelne, sogenannte QR-Tickets zu kaufen: unter tallinn.pilet.ee/buy oder mit der App Pilet.ee.

Es ist auch möglich, in Bussen am Fahrscheinentwerter mit einer Visa-, Mastercard- oder EC-Karte kontaktlos zu zahlen (wenn der Entwerter das Symbol für kontaktloses Zahlen aufweist) oder einzelne Tickets beim Fahrer zu erwerben – das geht allerdings nur in bar. Wer gleich am Flughafen eine Tallinn Card kauft, nutzt öffentliche Verkehrsmittel fortan kostenfrei. Auch wenn du drei oder mehr Kinder bei dir hast, kannst du öffentliche Verkehrsmittel gratis nutzen; Kinder im Vorschulalter zahlen ebenfalls nichts.

In Tallinn fahren Busse und Straßenbahnen tagsüber im Schnitt alle 10 Minuten; für alle gelten dieselben Tickets. Die wichtigsten Busbahnhöfe sind Viru keskus und Vabaduse väljak. Fahrpläne findest du unter transport.tallinn.ee; einen Plan der öffentlichen Verkehrsmittel zum Ausdrucken auf visittallinn.ee.

Öffnungszeiten

In der Regel sind Geschäfte Mo–Fr 10–20 Uhr geöffnet, Sa bis 17 Uhr, So geschl. Große Supermärkte öffnen bis 23 Uhr, viele Souvenirläden auch sonntags.

Post

Postkarten und Briefe brauchen etwa fünf Tage nach Deutschland. Die Hauptpost (Narva mnt. 1 | omniva.ee) öffnet Mo–Fr 10–18 und Sa 10–15 Uhr. Das Porto für eine Karte oder einen Brief in ein anderes europäisches Land kostet 1,40 Euro.

Sicherheit

Fußgänger müssen nachts und in der dunklen Jahreszeit bei schlechter Sicht Lichtreflektoren (im Supermarkt erhältlich) auf der rechten Seite ihrer Oberbekleidung tragen – das schreibt der Gesetzgeber vor.

Die Kriminalitätsrate in Tallinn ist niedrig. Achte im Gedränge der Altstadt aber darauf, Handtaschen und Rucksäcke verschlossen und eng am Körper zu tragen (Taschendiebe sind in Tallinn keine Seltenheit!).

Dein Auto gehört am besten auf einen der Parkplätze rings um die Stadtmauer. Natürlich solltest du dort nichts offen im Wagen herumliegen lassen. Falls dennoch etwas passieren sollte, wendest du dich an die Polizei (Paldiski mnt. 48 a | Tel. 1 44 10 oder 6 61 98 60).

Preise

Nur wenige Hauptstädte bieten ein vergleichbares gastronomisches Angebot zu so günstigen Preisen. Auch die Hotels kosten vor allem am oberen Ende der Preisskala nur etwa die Hälfte von dem, was du in anderen europäischen Metropolen bezahlst. Bus- und Taxifahren ist ebenfalls preiswert. Anders sieht es bei westlicher Markenkleidung aus. Die bekommst du kaum billiger als in Deutschland. Es lohnt sich, nach einheimischer Ware Ausschau zu halten.

Sightseeingbusse

Eine Flotte Hop on, hop off-Busse fährt vier verschiedene Routen ab. Du kannst einen ganzen Tag lang nach Belieben aus- und später wieder einsteigen. Über Kopfhörer erhältst du Infors auf Deutsch. Startpunkt ist Viru väljak (Ticket für 24 Stunden 25 Euro | Tel. 53 01 56 23 | citytour.ee).

Taxi

Am preiswertesten fährst du, wenn du dein Taxi telefonisch bestellst und vor Antritt der Fahrt den Preis absprichst. Die Tarife stehen auf dem Rückfenster. Die Grundgebühr liegt bei 5,50 Euro; pro Kilometer werden 1,10 Euro berechnet. Nachts liegt der Kilometerpreis etwa zehn Prozent über dem Tagessatz. Ein Dutzend Unternehmen sind im Einsatz, z. B. Tallink Takso (Tel. 6 40 89 21) oder Tulika Taxi (Tel. 6 12 00 00). Natürlich ist auch Uber in Tallinn vertreten.

Telefon & Handy

Die Vorwahl nach Deutschland ist +49, nach Österreich +43, in die Schweiz +41. Es folgt die Ortsvorwahl ohne Null und die Teilnehmernummer. Estland hat die Landesvorwahl +372. In Estland gibt es keine Vorwahlen. Da es dort auch keine öffentlichen Fernsprecher mehr gibt, ist man aufs Mobiltelefon (oder das Telefon im Hotel) angewiesen. Seit die Roaming-Gebühren fürs mobile Telefonieren innerhalb der EU abgeschafft wurden,. kannst du innerhalb Estlands und nach Hause ohne zusätzliche Gebühren telefonieren. Englischsprachige Auskunft: Tel. 11 82.

Trinkgeld

Trinkgeld hat in Estland keine Tradition. In Restaurants, Hotels etc. hat es sich aber mittlerweile eingebürgert, guten Service mit Trinkgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent des Rechnungsbetrags zu honorieren.

Veranstaltungskalender

Eine Jahresübersicht von interessanten Terminen steht auf der Website des Fremdenverkehrsamtes (visittallinn.ee).

Zeit

+ 1 Stunde Zeitverschiebung

In Estland ist es eine Stunde später als in Deutschland; es wird zeitgleich auf Sommerzeit umgestellt.

Zeitungen

Die englischsprachige Monatszeitung „The Baltic Times“ berichtet aus den baltischen Staaten auch online (baltictimes.com). Ebenfalls auf Englisch erscheint elfmal im Jahr das „City Paper“ (citypaper.lv) mit Berichten aus Kultur und Politik im Baltikum.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Reisende Waren zum persönlichen Gebrauch frei ein- und ausführen. Das umfasst 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für die Schweiz gelten wesentlich geringere Freimengen, u. a. 250 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 5 l Wein.

Auskunft vor Ort

Beim Tallinn Tourist Information (Centre Niguliste 2 | Tel. 6 45 77 77 | visittallin.ee) bekommst du alle wichtigen Infos für deinen Tallinn-Besuch, auch zu Veranstaltungen und Hotelbuchungen (auch auf Deutsch), auf der Website findest du zudem einen interaktiven Stadtplan.

Fahrradverleih & Fahrradtouren

In der Altstadt ist das Radeln aufgrund des Kopfsteinpflasters eine holperige Angelegenheit. Radwege sind noch immer eher die Ausnahme in der Neustadt, weshalb erhöhte Wachsamkeit geboten ist.

Bei City Bike (Mai–Sept. tgl. 10–19 Uhr, Okt.–April 10–18 Uhr | Vene 33 | Tel. 5 11 18 19 | citybike.ee) in der Altstadt kannst du Fahrräder mieten. Für 21 Euro wird dort etwa eine zweieinhalbstündige, 13 km lange englischsprachige Fahrradtour in gemütlichem Tempo nach Katharinental und Pirita angeboten (tgl. 11 Uhr | Voranmeldung mindestens 1 Std. vor Start). Auch andere Touren und Themenschwerpunkte sind bei City Bike im Angebot, z. B. die „Kalamaja Bike Tour“ mit Marktbesuch und Verkostungen. Die 10 km lange Tour (Mai–Sept. tgl. 15 Uhr | 39 Euro) dauert gut zwei Stunden und führt dich von der Creative City Telliskivi bis zum Wasserflughafen. In 3,5 Stunden zeigen die (englischsprachigen) Guides von Tallinn Traveller Tours die schönsten Ecken Katharinentals (Kadriorgs) mit dem hypermodernen Kunstmuseum KUMU und dem Präsidentenpalast, außerdem geht es nach Pirita und zum Sängerfestplatz (19 Euro, gegen Aufpreis auch als private Tour – deutschsprachig – buchbar | Tel. 58 37 48 00 | traveller.ee). Die Fahrradtouren sind auch für Kinder geeignet. Fahrradhelme werden gestellt.

Rundflüge

Wenn es einmal eine andere Perspektive sein soll: Balloon Tallinn (Sadama 25a | Tel. 54 56 68 66 | balloontallinn.ee/en/helicopter-flights) bietet fünfminütige Helikopter-Rundflüge über Tallinn an. Drei Passagiere passen in den Hubschrauber, die pro Person 45 Euro zahlen (wetterabhängig; Start zwischen Passagier- und Kreuzfahrt-Terminal im Hafen).

Segway-Touren

Segway Rent (Viru 9 | Tel. 5 28 62 43 | segwayrent.ee) bietet tgl. um 9.30 und 15.30 Uhr eine eineinhalbstündige geführte Tour durch Unterund Oberstadt (50 Euro pro Person), tgl. um 12 Uhr eine zweistündige Tour durchs Hafen- und Küstengebiet (70 Euro) sowie um 11 und 17 Uhr eine zweistündige Tour durch Neustadt, Katharinental und zum Sängerfestplatz (70 Euro) an.

Tallinn Card

Mit der Tallinn Card kommst du gratis in über 40 Museen und Sehenswürdigkeiten, nutzt öffentliche Verkehrsmittel sowie diverse Besichtigungstouren unentgeltlich oder ermäßigt und bekommst Preisnachlässe in diversen Restaurants und Geschäften. Erhältlich ist die Karte online, an Bahnhof und Flughafen, in Tourismusbüros und Hotels – für 24 Stunden kostet sie 29 Euro, für 48 Stunden 43 Euro und für 72 Stunden 52 Euro. Es gibt auch eine Variante mit Nutzung der Hop on, hop off-Busse. Beide Kartentypen muss man im Verkehrsmittel vor den Scanner halten – also das, was früher der Fahrscheinentwerter war. Die Smartcard kannst du vor der Abreise (R-Kiosk am Airport) zurückgeben und die 2 Euro Gebühr erstattet bekommen. tallinncard.ee

Übernachten

Kleinere, individuelle Hotels sind vor allem in der Altstadt zu finden, große Hotels und Ketten sind eher in der Neustadt vertreten.

Events, Feste & mehr

Veranstaltungen

April

Internationales Jazzfestival: Konzerte in ganz Estland, 10 Tage lang (jazzkaar.ee); in Tallinn u. a. im Theaterzentrum Vaba Lava und im Fotografiska

Mai

Tallinn Tag: Mitte des Monats wird mit Kostümierung und diversen Veranstaltungen in der Altstadt die Erlangung der Stadtrechte im Jahr 1248 gefeiert.

Juni

Altstadttage: Straßenmärkte, Gaukler bevölkern die Altstadt zu Beginn des Monats. vanalinnapaevad.ee

Nargen-Festival: von Juni bis September klassische Konzerte an unterschiedlichen Spielorten. nargenfestival.ee

Johannisfest: In der Nacht zum 24. Juni lodern überall im Land die Sonnwendfeuer, in Tallinn im Estnischen Freilichtmuseum. evm.ee

Juli

Großes Sängerfest: Legendär ist das in wechselnden baltischen Hauptstädten stattfindende Fest mit tausendstimmigen Chören und Tanzgruppen, das die Unesco zum Welterbe zählt. Nächste Termine in Tallinns Riesenarena Lauluväljak: Jugend- Sängerfest 1.–3. Juli 2022, Großes Sängerfest 5.–7. Juli 2024. laulupidu.ee

Mittelalterliche Markttage: In der ersten kompletten Juliwoche (Do–So) präsentieren sich auf dem Rathausplatz vier Tage lang alte Handwerke und Künste. folkart.ee

Tallinner Maritimtage: Beim Meeresfestival stehen Mitte des Monats Boote, Regatten und Konzerte auf dem Programm. tallinnamerepaevad.ee

Internationales Orgel-Festival: Höhepunkt des stimmungsvollen Festivals, das Ende Juli bis Anfang August in der Nikolaikirche (Niguliste Kirik) und anderen Kirchen stattfindet, ist die Orgelnacht von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. concert.ee

August

Birgitta-Festival: Klassische Musik vor romantischer Kulisse spielt das Tallinner Symphonieorchester in den Ruinen des Brigittenklosters in der ersten Augusthälfte. filharmoonia.ee/birgitta

Kammermusikfestival: Um die Monatsmitte beginnt die zehntägige Konzertreihe in historischen Spielorten, darunter das Rathaus und das Höppner-Haus am Rathausplatz. plmf.ee

September

Tallinn Marathon: Am zweiten September-Wochenende kommen Läufer aus über 50 Ländern zum Voll-, Halbund Kids-Marathon. jooks.ee

DisainiÖÖ: Zur Designnacht, Höhepunkt des einwöchigen Design Night Festival, wird estnisches Design u. a. in der Creative City Telliskivi und Noblessner präsentiert, dazu Lichtdesign in der Altstadt. disainioo.ee

November

Mardilaat (Martinstag): Folklore- Event mit Folkmusik, Kunsthandwerk und estnischen Spezialitäten – in der Saku Suurhall um den 11. Nov. (Do– So). folkart.ee

Filmfestival Schwarze Nächte: in der zweiten Novemberhälfte. poff.ee

Dezember

Weihnachtsjazz (Jõulujazz): bis Mitte Dezember Konzerte in Clubs und Kirchen. jazzkaar.ee

Weihnachtsmarkt: Mitte November bis 6. Jan. auf dem Rathausplatz

Feiertage

1. Januar

Neujahr

24. Februar

Nationalfeiertag

März/April

Karfreitag

1. Mai

Maifeiertag

23. Juni

Siegestag

24. Juni

Johannistag (Mittsommer)

20. August

Tag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit

24. Dezember

Heiligabend

25./26. Dezember

Weihnachten

Bloß nicht!

Über alte Zeiten witzeln

Russenwitze sind fehl am Platz. In Tallinn landet dein Witz mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit an der falschen Adresse: bei einem Russen. Auch Scherze über den ehemaligen Ostblock solltest du dir verkneifen.

Neu Freunde abknutschen

Küsschen und andere Gunstbezeugungen jenseits des Handschlags gefährden die innere Ruhe deiner estnischen Bekannten. Überschwängliche Begrüßungen sind nicht üblich und sorgen leicht für Verwirrung.

Ohne Blumen kommen

Esten lieben Blumen und verschenken sie bei jeder Gelegenheit. Vor allem zu Geburtstagen darf man nicht ohne erscheinen. Eine einzige genügt, bei einem Strauß wählt man eine ungerade Zahl Blumen. Obacht: Gerade Zahlen sind ebenso wie weiße Blüten Beerdigungen vorbehalten, rote Rosen sind das Privileg des oder der Liebsten.

Die falsche Toilettentür öffnen

Vorsicht, Geometrie: Ein Dreieck, dessen Spitze nach unten zeigt, wendet sich an Männer (Meeste). Zeigt die Spitze nach oben, sind Frauen (Naiste) richtig. Die Symbole haben mit dem Körperbau von Männern und Frauen zu tun.

Mit Highheels durch die Altstadt

Nur einheimische Frauen schaffen es, in Stilettos über den Rathausplatz zu laufen – oder gar auf den Domberg. Die Altstadt ist zu 80 Prozent mit mittelalterlichem Kopfstein gepflastert, High Heels erfordern dort jahrelanges Training.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Der Verrückte des Zaren

Jaan Kross, der wichtigste estnische Schriftsteller, schildert in diesem modernen Klassiker (1978) das Leben des Adeligen Timotheus von Bock, der sich mit seinem Gönner, Zar Alexander I., überwirft. Als er das Regime anprangert, landet er im Gefängnis und wird später für verrückt erklärt.

Apotheker Melchior und das Rätsel der Olaikirche

Indrek Hargla entführt in seinem „Hansekrimi aus dem alten Reval“ (2014) ins mittelalterliche Tallinn, das von einer Mordserie erschüttert wird.

Filme

Die Kinder des Fechters

Die Geschichte eines estnischen Lehrers, der zur Zeit der Terrorherrschaft Stalins für seine Schüler alles riskiert – spannend verfilmt von Klaus Härös (2015).

Mandarinen

2015 als erster estnischer Film für den Oscar nominiert, beschreibt die estnisch- georgische Produktion (Regie: Zaza Urušadze), wie Angehörige der estnischen Minderheit in Georgien im Herbst 1992 zwischen die Fronten des georgisch-abchasischen Konflikts geraten.

-8--4 °C
2 h/Tag
1 °C

Fakten

Einwohner 438.341
Fläche 159 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 20:28 Uhr
Zeitverschiebung 1 h (zu MEZ)

Anreise

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