Singapur

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Asien für Anfänger? Steriler Häuserhaufen ohne Gesicht, ohne Seele gar? Wohl kaum eine Stadt in Südostasien ist so klischeebehaftet wie die 5-Mio.-Menschen-Metropole Singapur. Jeder meint das kleine Tropeneiland am Zipfel des südostasiatischen Festlands – 42 km lang, maximal 23 km breit – zu kennen: Die meisten Besucher denken an Marathon-Einkaufstouren auf der Orchard Road. Oder an den berühmten Cocktail Singapore Sling, ein Relikt aus längst vergangener Zeit, als die Stadt britische Kronkolonie war. Und kein Besucher, der nicht über die fine city, die schöne Stadt der Strafen, witzeln würde.

Ganz so abwegig sind die Klischees natürlich nicht. Die Stadt ist insofern „Asien light“, als sie es Europäern leicht macht, sich schnell wohl zu fühlen. Singapur hat sich in den vergangenen Jahren ein weiteres Mal gehäutet. Aus der Stadt, die sich mit eiserner Disziplin von einer verlotterten Hafenstadt über die Kolonialmetropole zum Zentrum Südostasiens hocharbeitete, ist nun eine Weltstadt geworden. Trotzdem kann, wer auch nur ein bisschen Englisch spricht, Singapur problemlos auf eigene Faust erkunden. Er wird essen und trinken können, wo und wonach ihm der Sinn steht. Er wird sicher sein in jeder Ecke der Stadt. Und er wird überall auf freundliche Passanten treffen, die ihm weiterhelfen und – nicht ohne Stolz – die Heimat erklären.

13 Mio. Besucher kommen alljährlich in das Tropenparadies, allein 150 000 davon aus Deutschland. Sie genießen den zuvorkommenden Service in den Hotels, schwelgen im kolonialen Flair und geben sich dem supermodernen Luxus dieser Stadt hin: Von 10–22 Uhr klingeln in Singapur sieben Tage die Woche die Kassen der Shoppingmalls.

Wer es allerdings bei Erfahrungen im Einkaufsparadies belässt, nimmt einen reichlich oberflächlichen Eindruck mit nach Hause, wird Singapur nicht gerecht. Denn tatsächlich ist die Vielvölkerstadt mit ihren 74 Prozent Chinesen, 13 Prozent Malaien und neun Prozent Indern sehr wohl auch eine echte asiatische Metropole. Tolerant leben Buddhisten, Moslems, Hindus und Christen nebeneinander. Zwei Feiertage wurden aus jeder Religion bestimmt, die jeweils inselweit gelten. Deshalb – und weil es den Umsatz von Einzelhandel und Restaurants hebt – feiern hier Hindus Weihnachten, Christen das Chinesische Neujahrsfest und Muslime das hinduistische Deepavali. Beim Bummel durch Stadtteile wie Chinatown oder Little India schaust du hinter die modern-westlichen Fassaden der Metropole, die Singapur auf den ersten Blick zu prägen scheinen. Der Alltag wird heute noch von den Traditionen der jeweiligen Heimatländer bestimmt. In leuchtend bunten Saris erledigen Frauen in Little India ihre Einkäufe, in Chinatown sind meist ältere Frauen im bequemen China-Look unterwegs, in pyjamaähnlichen Blusen-Hosen-Kombinationen. Entzückend sehen die malaiischen Kinder aus, wenn sie fein gemacht auf dem Weg in die Moschee sind.

Die Mühen eines Spaziergangs im drückend heißen Tropenklima werden mit faszinierenden Eindrücken aus anderen Welten belohnt: Lass die Atmosphäre in einem der Hindutempel auf dich wirken, schau nicht nur kurz hinein. Gern wird man dir die fremden Gottheiten erklären; wenn du an einem Freitag unterwegs bist, kann es passieren, dass du zu einer Mahlzeit eingeladen wirst. Beim Bummel durch Chinatown steigt einem nicht nur in den chinesischen Tempeln, sondern auch an vielen Ecken des Viertels der Duft von Räucherstäbchen in die Nase: Auf kleinen Altärchen sind die duftenden Essenzen in bunte Früchte gesteckt.

Singapur entwickelt sich so schnell wie kaum eine andere Stadt der Welt. Hochhäuser und modernste Einkaufsmeilen wachsen hier im Monatsrhythmus aus dem Boden. Der Rentner im Feinrippunterhemd und die Geschäftsfrau im edlen Kostüm treffen sich mittags beim hawker stall um die Ecke: Die Liebe zum Essen vereint sie alle – Junge wie Alte, Reiche wie Arme, Chinesen, Malaien und Inder.

Singapur ist ein internationales Finanz- und Wirtschaftszentrum und versteht sich völlig zu Recht als hub, als Dreh- und Angelpunkt der Region, von dem aus nicht nur die unmittelbaren Nachbarn Indonesien und Malaysia profitieren, sondern Südostasien insgesamt. Mehr als zwei Drittel aller Waren, die Europa nach Südostasien schickt, werden über Singapurs imposanten Containerhafen in die umliegenden Länder verschifft. Auch ist Singapur ein Hafen der Stabilität in einer fragilen Region. Die Regierungspartei People's Action Party (PAP) lenkt, begleitet von staatstreuen Medien, eine Regierung, die so lange behütend ist, wie niemand den Konsens in Frage stellt. Die Partei des so autokratischen wie charismatischen Staatsgründers Lee Kuan Yew mit ihrem Quasi-Monopol auf Posten, Karrieren und Einfluss macht es jeder Opposition schwer. Doch hat 2011 ein bemerkenswerter Öffnungsprozess eingesetzt: Bei den Wahlen verlor die PAP spürbar an Einfluss, die Kandidaten der Opposition lehrten sie das Fürchten. Die inzwischen gut ausgebildeten und weit gereisten Singapurer kritisierten die Autokratie genauso wie jene, die unter den ständig steigenden Preisen der Luxusmetropole litten. Zeitgleich erkannte die Regierung, dass der Arabische Frühling mit seinen Aufstandbewegungen zum Nachahmen zumindest in Nachbarländern wie Malaysia führen könnte. Jeder Schritt auch der Regierung Singapurs wird inzwischen flächendeckend von Blogs von Kritikern und Oppositionellen begleitet. Die PAP wagte die Wende nach vorn: Die Gehälter der Minister und des Premiers wurden um rund ein Drittel gesenkt. Die Preissteigerung wird über den steigenden Wert des Singapur Dollars bekämpft – was die Stadt als Reiseland für Europäer teurer macht. Der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte wurde massiv eingedämmt – Singapurer kommen künftig an erster Stelle. Und sie sollen immer besser ausgebildet werden, um ihnen auch in Zukunft Jobs zu garantieren. Singapurs für ihre Effektivität berühmte Wirtschaftsförderungsbehörde Economic Development Board will den Stadtstaat nun zu einer Art „Kontrollturm“ für Asien heranwachsen lassen: Hier sollen die Manager der ausländischen Konzerne sitzen, die zu günstigeren Kosten in den Nachbarländern arbeiten lassen, hier sollen Forschungs- und Entwicklungszentren ihren Platz finden, hier sollen Spitzenuniversitäten Studenten der Region zu Managern formen.

Trotz dieser spürbaren Öffnung herrscht noch nicht die gleiche Freiheit wie in Europa: Gewerkschaften sind zu Regierungsinstrumenten umfunktioniert, Medien werden zensiert, es gibt keine Versammlungsfreiheit. Dennoch: Die Mehrheit der Bevölkerung ist mit ihrer Regierung zufrieden, auch wenn die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Die Arbeitslosenzahlen halten sich auch bei Wirtschaftsflaute in relativ engen Grenzen, es gibt einen gut ausgebildeten Mittelstand, ein soziales Netz und einen egalitären, sozialen Wohnungsbau. Zudem wird der Inselstaat von allen umliegenden Ländern um sein hervorragendes Gesundheitssystem beneidet. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, das subjektive Sicherheitsgefühl viel größer als in anderen Großstädten. Das macht den Aufenthalt so angenehm – nicht nur für Besucher, die zum ersten Mal in Asien unterwegs sind.

Singa Pura, Löwenstadt, taufte ihr Entdecker, der indische Prinz Nila Utama, Ende des 13. Jhs. dieses Küstendorf, nachdem ihm ein imposantes Wesen im dichten Tropenwald erschienen war, das er für einen Löwen hielt. „Singa“ ist das Sanskrit-Wort für Löwe. Dank der günstigen geografischen Lage an der Malakka-Seestraße entwickelte sich der Flecken durch siamesische, indische, javanische und malaiische Kaufleute zu einem kleinen Handelsstützpunkt. Der Brite Sir Thomas Stamford Raffles, der im Januar 1819 dort landete, erkannte die strategische Bedeutung des Orts, dessen etwa 300 Einwohner zum Sultanat von Johor an der Südspitze Malaysias gehörten. Raffles akquirierte die Insel für die britische East India Company und legte so den Grundstein für Singapurs Zukunft. In knapp 50 Jahren rodeten indische Sträflinge den malariaverseuchten Dschungel, bauten Straßen und Kanäle. Chinesische Kulis schleppten Elfenbein und Gewürze, Tee, Seide, Edelhölzerund Opium, später auch Zinn und Kautschuk von den Schiffen in die Lagerhäuser. 1911 lebten schon 250 000 Menschen in Singapur; sie gehörten 48 Ethnien an. Die meisten kamen aus dem Süden Chinas, viele aus Indonesien, Malaysia und Indien.

Für die britischen Kolonialherren war Singapur ein äußerst wichtiger und angeblich auch bestens befestigter Stützpunkt – von der Seeseite her uneinnehmbar für jeden Angreifer. Doch die Japaner, die während des Zweiten Weltkriegs Asien unter ihre Kontrolle zu bringen versuchten, benutzten bei ihrem Eroberungszug – Fahrräder! Sie radelten die Malaiische Halbinsel hinunter und eroberten das von dieser Seite ungeschützte Singapur am 15. Februar 1942. Die folgenden dreieinhalb Jahre bis zur Kapitulation am 21. August 1945 herrschten die japanischen Streitkräfte mit äußerster Brutalität auf der Insel. Danach kamen die Briten zurück, Singapur wurde Kronkolonie. Zum Wahrzeichen der Stadt erkor man das Fabeltier, das Prinz Nila Utama einst zu sehen glaubte: Merlion heißt es – und trägt ein Löwenhaupt über dem Fischschwanz.

Als Standbild grüßt Merlion heute die Besucher auf Sentosa, an der Marina Bay und in den Andenkenläden. Schon die Fahrt vom Flugplatz in die Stadt verspricht, was Singapur hält: Palmen wiegen sich im Wind, links blitzt das Meer auf, jede Brücke ist üppig mit Bougainvilleen bepflanzt. Besucher sind immer wieder überrascht und begeistert von der gepflegten, blumengeschmückten Großstadt, in der es sich so gut leben lässt. Sie bietet ständig Neues: Inzwischen wird hier das erste Nachtrennen der Formel 1 ausgetragen, zwei Kasinos und der Freizeitpark von Universal locken Besucher.

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Wohin zuerst?

Sehenswertes

Raffles-Denkmal : Starten Sie dort, wo die Stadt zu leben begann: Am Denkmal von Sir Stamford Raffles, an der Mündung des Singapore River im alten Kolonialviertel. Nord-Süd- wie Ost-West-Linie der U-Bahn halten hier. Sie blicken auf das Bankenviertel, vor Ihnen liegen das Asian Civilisations Museum und rechter Hand das Fullerton Hotel. Auf der anderen Seite des Flusses tauchen Sie in die Straßen Chinatowns ein. Ein paar Schritte weiter den Fluss hinunter erreichen Sie die Marina Bay. Dort steht Singapurs neues Wahrzeichen, der Marina-Bay-Sands-Komplex.

Einkaufen

Orchard Road : Beginnen Sie den Bummel auf einer der schönsten Einkaufsstraßen der Welt. Allerdings werden Sie nicht lange „über Tage“ bleiben: Wegen der Hitze und der heftigen Regenfälle findet Singapurs Einkaufserlebnis vor allem in den klimatisierten Shoppingmalls statt. Fangen Sie in den Luxusläden im neuen ION Orchard an. Anschließend kommen Sie unter- oder überirdisch bis zum Kaufhaus Takashimaya an Hunderten von Geschäften entlang. An der nächsten Kreuzung stehen die besten Einkaufstempel der Stadt.

Am Abend

Dachterrasse des Fullerton Bay Hotels : Die schlechte Nachricht zuerst – Sie haben die Auswahl zwischen einem guten Dutzend Stadtviertel, in denen Sie sich abends amüsieren können. Die gute Nachricht: Sie können nichts falsch machen – es gibt alles, wonach Ihnen auch immer der Sinn stehen mag. Beginnen sollten Sie auf der Dachterrasse des Fullerton Bay Hotels mit vielen Abend-Spots in Fußweite. Aber: Das Risiko ist hoch, dass Sie einfach sitzenbleiben. Mancher hat hier oben schon mehr als die halbe Nacht verbracht.

Praktische Hinweise

Anreise

Expressbusse aus Kuala Lumpur (min. 5 Std.) kommen am Queen Street Terminal (E 1) nahe der MRT-Station Bugis (EW 12, DT 14) an.

Die meisten Besucher landen auf dem Flughafen Changi. Direkt unter den Abfertigungshallen 2 und 3 liegen die MRT-Stationen. Die Züge fahren alle zwölf Minuten zwischen 5.30 und 23.18 Uhr Richtung Innenstadt (Orchard mit MRT NS 22), die Fahrt kostet 2,10 S$. Aus der Innenstadt fährt die letzte MRT um 23.25 Uhr von der Station Orchard Road. Ebenfalls vom Tiefgeschoss aus fährt die klimatisierte Buslinie 36 alle zehn Minuten bis zur Orchard Road. Eine Fahrt kostet 2 S$. Die Münzen müssen Sie abgezählt bereithalten. Außerdem gibt es Taxis (Fahrtzeit ca. 20 Min., rd. 30 S$), Maxicabs (für 7 Personen ab 40 S$), Mercedes-Limousinen (ab 45 S$) und Hotelbusse.

Kreuzfahrtschiffe und die Fähren nach Batam legen am Cruise Centre (www.singaporecruise.com.sg) beim Harbour Front Centre an. Von dort fährt die MRT NE zur Orchard Road (CC 1, NS 24, NE 6 Dhoby Ghaut). Die Fähren zu den Southern Islands legen vom Marina South Pier (MRTNS 28Marina Pierwww.islandcruise.com.sg) ab. Gute Infos zu den Inseln und weiteren Ausflügen unter www.wildsingapore.com und www.nparks.gov.sg.

Auskunft vor der Reise
Singapore Tourism Board

Hochstraße35–3760313069 9207700info@stb-germany.de

Auskunft in Singapur
Singapore Tourism Board (STB) Visitor Information Centres

Die Zentren sind hervorragend ausgestattet, ein Besuch gerade auf der Orchard Road lohnt.

Changi AirportAnkunftshallen in allen drei Terminals

Orchard RoadKreuzung Cairnhill Road mit Orchard Road

Iluma Shopping CentreBugis Street/Cheng Yan Place

Ion Orchard Concierge

Hotline: 18007362000

Grundlegende Informationen finden Sie auf der Webseite des Singapore Tourism Board www.stb.com.sg.

Banken & Geldwechsel

Die besten Kurse bieten die Wechselstuben mit dem Zeichen „Authorized Money Changer“ in vielen Einkaufszentren und Geschäftsstraßen. Vermeiden Sie den teuren Geldwechsel im Hotel. Beim Eintausch von Reiseschecks nehmen manche Banken hohe Gebühren. Die Zweigstellen der OCBC-Bank tauschen allerdings kostenlos. Ungünstig ist der Tausch in Europa vor der Reise.

Öffnungszeiten der Banken meist Mo–Fr 9.30–15 oder 16 Uhr, Sa 9.30–11 Uhr. Mehrere Zweigstellen der DBS-Bank sind samstags bis 15 Uhr geöffnet. Zahlreiche Geldautomaten akzeptieren Visa-, American Express und Mastercard-Karten wie auch die meisten größeren Geschäfte.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Raffles Place5065336002www.singapur.diplo.deMRTNS 26, EW 14Raffles Place

Österreichische HandelsmissionAustrian Embassy (Commercial Counsellor)

North Bridge Road60063966350www.advantageaustria.org/sgMRTEW 12Bugis

Schweizer Botschaft

Swiss Club Link164685788www.eda.admin.ch/singaporeTaxi

Einreise

Kein Visum notwendig. Einreise nur mit Reisepass, der noch mehr als sechs Monate gültig ist. Sie erhalten einen Stempel, der den Aufenthalt bis zu vier Wochen erlaubt (Verlängerung beim Immigration Department 63916100). Vor der Passkontrolle ist eine zweiseitige Landing Card auszufüllen. Deren Durchschrift bewahren Sie bis zur Ausreise auf.

Gesundheit

Impfungen sind nicht vorgeschrieben und auch nicht nötig, außer bei Einreise aus einem Gelbfieber- oder Choleragebiet. Singapur ist nicht malariagefährdet, wohl aber gibt es Denguefieber. Das Leitungswasser kann problemlos getrunken werden. Nach einem Arzt fragen Sie am besten in Ihrem Hotel.

Internet & WLAN

Alle großen Shoppingmalls bieten meist in den Obergeschossen Internetcafés. Die Kosten liegen zwischen 2 und 10 S$/Std. Zudem herrscht in immer mehr Restaurants und Cafés (z. B. McDonalds, Starbucks etc.) öffentlicher Zugang zum Netz.

WLAN ist weit verbreitet im Stadtstaat, aber noch nicht flächendeckend. In Zukunft soll die gesamte Stadt über einen freien WLAN-Zugang verfügen, ein genauer Termin steht noch nicht fest. Informationen über das Netzwerk in der Stadt finden Sie auf www.hotspot-locations.de.

Kleidung

Tragen Sie Baumwolle, möglichst locker geschnitten, oder Funktionskleidung für heißes Wetter. Bei längeren Fußmärschen ist ein Regenschirm wichtig (Tropenschauer!). Hindu-Tempel und Moscheen dürfen Sie nur ohne Schuhe betreten.

Notruf & Nützliche Rufnummern

Polizei999Krankenwagen und Feuerwehr995

24-Stunden-Notdienst in Krankenhäusern: Gleneagles Hospital64737222; Mount Elizabeth Hospital67372666 beide zentral gelegen und empfehlenswert

Öffentliche Verkehrsmittel
Busse und Mass Rapid Transit (MRT)

Die U-Bahn in Singapur ist hervorragend ausgebaut und klimatisiert. Selbst die Mobiltelefone funktionieren im Tunnel. Sie heißt Mass Rapid Transit, läuft nur unter ihrem Kürzel MRT. Seit Längerem gibt es drei Strecken: die North East Line (NE), die East West Line (EW) und die North South Line (NS). 2012 ist die Circle Line mit der Kennung CC hinzugekommen. Derzeit baut Singapur die fünfte Strecke, die Downtown Line (DT). Sie wird Stück für Stück zwischen 2013 und 2017 fertiggestellt werden. Fahrten mit der MRT kosten zwischen 1 und 2,30 S$. MRT-Züge sind im Stadtgebiet von 5.30 bis 0.30 Uhr unterwegs.

Busse fahren alle sechs bis 30 Minuten von 5.15 Uhr bis Mitternacht. Die Fahrpreise liegen je nach Ziel zwischen 1 und 2,60 S$. Im Bus können Sie direkt beim Fahrer zahlen – das Geld muss abgezählt sein. Die EZ-link Card, umgangssprachlich Easy-Card, ist eine aufladbare Mehrfahrtenkarte und kostet 15 S$; 5 S$ davon sind eine einmalige Kaufgebühr. Mit dieser Karte verringert sich der Fahrpreis. Der Tourist-Pass ist eine ein bis drei Tage gültige Dauerkarte für alle Busse und Bahnen. Erhältlich ist sie an den großen MRT-Stationen, auch schon am Flughafen Changi, ab 8 S$ (ein Tag) plus 10 S$ Pfand, das erstattet wird. EZ-link Card und der Transit Link Guide (1,50 S$) mit allen U-Bahn- und Busverbindungen sind in MRT- und Busbahnhöfen zu kaufen. Weitere Informationen auf www.smrt.com.sg und www.sbstransit.com.sg.

Es gibt zudem viele verschiedene Pässe mit unterschiedlichen Kombinationen öffentlicher Verkehrsmittel und dem Eintritt zu Attraktionen. Ein Beispiel ist der Go-Singapore-Pass (www.gosingaporepass.com.sg), der Easy-Karte und Eintrittskarte kombiniert – das Gesamtpaket wird dadurch günstiger. Je nach Kombination und Geltungsdauer kostet der Pass zwischen 79 S$ und 149 S$. Sie erhalten ihn an den MRT-Ticketschaltern in den Stationen Dhoby Ghaut und Orchard. Der Singapore-City-Pass (www.singaporecitypass.com) gilt für einen bis drei Tage. Er bietet vergünstigten Eintritt zu den meisten Attraktionen und billigere Tourtickets in Singapur. Sein Preis liegt bei 61,90 (ein Tag), 78,90 (zwei Tage) und 139,90 S$ (drei Tage). Sie können den Pass beim Riesenrad Singapore Flyer oder bei der Esplanade kaufen.

Stadttouren

Deutschsprachig: Claudia Klaver bietet mit ihrer Heritage-Tour97342866ck@transworldrelocations.com.sg60 S$ pro Stunde eine informative Führung durch Singapur an. Mit ihr können Sie auch eigene Tourwünsche vereinbaren. Tourguide Chaqa83383129chill-hill@web.de75 S$/Std. pro Gruppe inkl. einer Mahlzeit führt Sie tief in das ursprüngliche Singapur und nimmt Sie mit zum Besuch in eine – für Singapur alte – Wohnung aus den 1970er-Jahren. Danach zeigt er Ihnen sein eigenes, modernes Apartment. So erfahren Sie den Fortschritt im Wohnungsbau Singapurs hautnah. Sie können mit Chaqa auch ihre ganz individuelle Tour zusammenstellen. Auch die German Associationwww.germanclub.org.sg in Singapur offeriert deutschsprachige Führungen durch Stadt und Natur.

Englischsprachig sind die Touren mit Duck & Hippo (33 S$www.ducktours.com.sg). Die Fahrten mit den ausgedienten Amphibienfahrzeugen der britischen und kanadischen Armee durch die Altstadt und hinein in die Marina Bay sind nicht nur für junge Gäste ein Riesenspaß. Der SIA-Hop-On-Bustgl. 9–21 Uhr von Singapore Airlines hat Tageskarten für 6 S$ (Fluggäste) bzw. 12 S$ (ohne Ticket) für eine feste Route durch die Stadt im Programm.

Für alle Stop-over-Passagiere in Singapur mit mindestens fünf Stunden Zeit gibt es die freie Stop-over-Stadtrundfahrt94572896www.siahopon.com ab Flughafen. Der Singapore Trolley Buswww.singaporetrolley.com23 S$ steuert in 75 Minuten alle wichtigen Attraktionen in Kolonialviertel, Chinatown, Little India und Kampong an.

Fahrten mit der Fahrradrikscha buchen Sie unter www.toursinsingapore.com, z. B. vier Stunden Nachtfahrt durch Chinatown einschließlich Abendessen für 68 S$, oder bei www.luxury.com.sg, eineinhalb Stunden durch Little India zur Arab Street 48 S$, und bei www.citytours.sg eine kombinierte Tour mit Rikscha und Duckboat für 50 S$. Der Veranstalter Tour Eastwww.toureast.net bietet gemeinsam mit dem Chinatown Visitor Centre profunde Ausflüge durch Chinatown an. Auf dem Programm stehen Besuche bei Clans und landsmannschaftlichen Vereinigungen, traditionellen Geschäften wie dem Maskenbauer oder dem Kammhersteller sowie von Garküchen, wo Sie auch in die Töpfe gucken dürfen, wetmarkets und Lebensmittelgeschäften. Singapur von der Wasserseite zeigen die Singapore River Cruise63366111www.rivercruise.com.sg17 S$.

Taxis

Alle 26 000 Singapurer Taxis sind klimatisiert, haben geeichte Taxameter und sind im Vergleich zu Deutschland billig. Sie können sie auf der Straße anhalten. Taxistände finden Sie vor allen größeren Einkaufszentren und vor Hotels. Telefonische Bestellung: Comfort & City Cab65521111; SMRT Taxi65558888; Premier63636888.

Information zu allen Taxirufnummern und Preisen bietet www.taxisingapore.com. Die Preise und Zuschläge sind zudem auf einem Klebeschild auf den hinteren Seitenscheiben der Taxis aufgelistet. Generell betrügen die Taxifahrer nicht. Manchmal kommt es allerdings vor, dass sie Touristen ausländische Münzen als Wechselgeld zurückgeben. Beachten Sie die Anschnallpflicht.

Post

Zentrale Postämter sind Tanglin Post OfficeTanglin Road56gegenüber Tanglin MallMo–Fr 8.30–17, Sa bis 13 Uhr und Orchard PostOrchard Turn2Mo–So 11–19 Uhr. Briefpost können Sie mit Hilfe der Hotelrezeption verschicken. Singapore Postwww.singpost.com sorgt auch für eine große Überraschung bei den Daheimgebliebenen: Sie können Ihr eigenes Foto in Singapur als Briefmarke drucken lassen und damit dann Ihre Urlaubspost frankieren.

Reisezeit

Singapur hat zwei Jahreszeiten, aber es herrscht immer eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit: die Trockenzeit (März–Okt.) mit Höchsttemperaturen von 33 Grad und die Regenzeit (Nov.–Feb.), in der das Thermometer bis auf 23 Grad fallen kann.

Strom

Netzspannung 220–240 Volt bei 50 Hertz. In den meisten Hotels passen deutsche Stecker; sonst sind Dreipunktstecker üblich (Adapter an der Rezeption und in vielen Läden).

Telefon & Handy

Internationale Telefonate bei allen Fernsprechern mit „IDD“-Symbol. Telefonkarten gibt es in Telecomshops, Postämtern, 7-Eleven-Shops und Wechselstuben (3–50 S$). Kreditkartentelefone gibt es beispielsweise am Flughafen, in Postämtern und Telecomshops. Vom Flughafen aus kann man lokale Gespräche kostenlos führen. Vorwahl Singapur: 0065, Vorwahl nach Deutschland: 00149, nach Österreich: 00143, in die Schweiz: 00141

Zeit

Gegenüber Mitteleuropäischer Zeit ist der Stadtstaat Singapur im Sommer sechs, im Winter sieben Stunden voraus.

Zoll

Zollfrei eingeführt werden können 1 l Alkohol und kleine Mengen Parfum für den persönlichen Gebrauch, nicht aber Zigaretten! Verboten ist die Einfuhr von Pornografie und jeglicher Art von Rauschgift. Zollauskunft65427058

Bei der Heimkehr dürfen Sie zollfrei mit sich führen: 200 Zigaretten oder 50 Zigarren, 1 l Alkohol mit über 22 Prozent, 50 ml Parfum oder 250 ml Eau de Toilette sowie Einkäufe bis zu einem Gesamtwert von 430 Euro. Der Import allen Krokodilleders in andere Länder bedarf einer komplizierten Genehmigung nach dem internationalen Artenschutzabkommen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

0,60–3,40 Euro für eine Tasse Kaffee

Snack

2,50–3,70 Euro für die Portion Chicken Rice im Food Court

Bier

6–12 Euro für ein Glas Bier

Bootsfahrt

9–18,50 Euro Fahrt um die südlichen Inseln

Obst

0,40 Euro für eine Scheibe Melone

Kleidung

3–13,50 Euro für ein einfaches T-Shirt

Low Budg€t

Sehenswertes

Für einen kostenlosen Blick auf die Stadt fahren Sie mit dem Aufzug in den 63. Stock des Hochhauses One Raffles PlaceMRTEW 14, NS 26Raffles Place im Zentrum Singapurs. Hier oben ist die Luft angenehm frisch und die ganze Stadt liegt Ihnen zu Füßen. Es gibt auch Drinks, aber kein Muss sie zu bestellen.

Romantisch und zugleich kostenlos ist das abendliche Schlendern unter den alten Bäumen vom Asian Civilisation Museum über die Cavenagh Bridge zum hell erleuchteten Fullerton Hotel. Entlang der Kneipen auf der anderen Seite des Singapore River geht es laut zu. Hier aber haben Sie nach Einbruch der Dunkelheit den schönen Weg fast für sich.

Essen & Trinken

Besuchen Sie eines der unzähligen hawker centres. Sie liegen an Straßenkreuzungen oder in den Tiefgeschossen praktisch aller Einkaufsmeilen. Hier können Sie ab 3 S$ je Gericht alle Köstlichkeiten Asiens probieren. Sorgen, mit Bauchweh nach Hause zu gehen, brauchen Sie nirgends zu haben. Die hawker werden streng kontrolliert.

Haben Sie Durst, fragen Sie in jedem Restaurant nach ice water. Das kühle Nass wird im tropischen Stadtstaat fast immer kostenlos zum Essen gereicht – bei Touristen aber gerne vergessen. Sauber ist es auf jeden Fall.

Einkaufen

CDs aller Musikrichtungen bietet GramophoneTakashimaya / S. C. Ngee Ann CityMRTNS 22Orchard mit acht Filialen in der Stadt zu etwa einem Drittel günstiger als in Deutschland an.

Die Song & Song-Läden sind hässlich, hier geht es nur um den Preis. Aber wo sonst finden Sie Adidas-Trikots für 15 S$ oder Nike-Tennisröcke für 20 S$. Das Angebot wechselt täglich. Filialien: 304 Orchard RoadLucky PlazaMRTNS 22Orchard, 245A Holland AvenueMRTCC21 Holland Village

Leseratten müssen Bücher und Zeitungen nicht unbedingt kaufen. Setzen Sie sich zum Schmökern einfach in die große Buchhandlung Kinokuniya (Orchard Road391Ngee Ann CityMRTNS 22Orchard).

Am Abend

Wem der Sinn nach Rockmusik steht, der macht sich auf zur Esplanade (Bus77, 171, 174, 36www.esplanade.com). Nein, Sie brauchen keine Eintrittskarte für 100 Dollar. Denn auf der Rückseite der Konzerthalle, direkt am Wasser, geben sich Singapurs Rockmusiker auf der Open-Air-Bühne ein kostenloses Stelldichein (Fr–So 19.30–22 Uhr).

Sehr poetisch kommt Singapurs jüngstes Lieblingshobby daher: Beleuchtete Drachen kreisen über dem Singapore River. Die Flugkünste können Sie jeden Abend sehen, sofern es nicht regnet, ab 20.30 Uhr gegenüber dem Clarke Quay am Riverside Point (Bus 12, 33 | MRT NE 5 Clarke Quay, dann zu Fuß).

Übernachten

Sie müssen in Singapur nicht unbedingt in einem Hotel übernachten. Auch in der Tropenmetropole dürfen Sie zelten – zum Beispiel kostenlos im East Coast Park (18004717300www.nparks.gov.sgBus16bis Marine Terrace, dann durch die Unterführung bis zum East Coast Parkwww.nparks.gov.sg). Dort können Sie einfach ein mitgebrachtes Zelt aufbauen, ein Parkwächter wird vorbeikommen und Ihre Personalien aufnehmen.

Schön klingt der Name, billig sind die Betten im Schlafsaal der Betel BoxJoo Chiat Road20062477340www.betelbox.comCC 9, EW 8Paya Lebar. Das Hostel im Peranakan-Stadtteil Katong bietet Pritschen ab 20 S$ an. Familienzimmer kosten 60 S$. Für 8 S$ fährt der Beesy-Bus vom Flughafen zum Hotel.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1. Januar

Neujahr

Ende Januar/Anfang Februar

Hari Raya Haji

Ende Januar/Anfang Februar

Chinesisches Neujahr

März/April

Karfreitag

1. Mai

Tag der Arbeit

Ende Mai/Anfang Juni

Vesak-Tag

9. August

Nationalfeiertag

Ende Oktober/Anfang November

Deepavali

November

Hari Raya Puasa (Ramadan)

25. Dezember

Weihnachten

Feste
Januar/Februar

Chinesisches Neujahrsfest: Schon Tage vorher ist die Stimmung in der ganzen Stadt zu spüren: Häuser und Straßen werden festlich rot-golden geschmückt, die Einkaufszentren übertreffen sich gegenseitig. Immer wieder treten Trommelgruppen auf, Löwen- und Drachentänzer sind unterwegs. Am Hafen gibt es ein großes Feuerwerk (normalerweise sind Feuerwerkskörper verboten). Zum Neujahrs- oder Frühlingsfest, wie es auch genannt wird, versammeln sich die chinesischen Familien.

Februar

Thaipusam: Höchst dramatisch geht es zu Ehren des hinduistischen Gottes Muruga zu: Kavadi werden die pfauenfedergeschmückten Käfige genannt, deren Drahtenden sich Gläubige durch ihre Haut bohren: Die Metallgestänge werden sodann in einer Prozession über die Straßen getragen. Manche Männer legen den gut drei Kilometer langen Weg zwischen den Tempeln Sri Srinivasa Perumal und Sri Thendayuthapani auf Nagelschuhen zurück – nicht ohne vorher unter geistlicher Aufsicht wochenlang gefastet und meditiert zu haben.

Chingay Parade: Singapurs Mischung aus Kölner Karneval, Rio und New Orleans. Dutzende Gruppen und Artisten ziehen über die Arena an der Formel-1-Strecke und verbreiten gute Laune. Laut, bunt und mit vielen circensischen Einlagen

März/April

Ching-Ming-Fest: Chinesische Mischung aus Allerheiligen und Ostern. Auf den Friedhöfen gehen zu Ehren der Verstorbenen Mercedes-Autos, Rolex-Uhren und Computer in Flammen auf – allerdings sind die Schätze nur aus Papier. Die guten Sachen werden über den Rauch ins Jenseits transportiert und sollen das Leben des Verstorbenen luxuriös gestalten.

Mai/Juni

Great Singapore Sale: Gut einkaufen kann man zwölf Monate im Jahr. Doch beim Great Sale macht es noch einmal so viel Spaß und spart Geld.

Juni

Drachenbootfest: Einst initiiert im Gedenken an Chinas Gelehrten Qu Yuan, der sich vor 2400 Jahren aus Gram über die Korruption im Staat ertränkte und dem Fischerboote zu Hilfe eilten – heute ein Spektakel in der Marina Bay.

August

Fest der hungrigen Geister: Überall in der Stadt stehen kleine Altäre, auf denen den Verstorbenen Obst geopfert wird. Zentrum ist vor allem Chinatown.

September/Oktober

Thimithi: Zu Ehren der Göttin Draupathi laufen Gläubige im Hof des Sri Mariamman Temple über glühende Kohlen. Formel 1-Nachtrennen

Oktober/November

Deepavali: Das Lichterfest der Hindus lässt Little India erstrahlen. Besucher freuen sich an Essen, Düften, Tänzen und der bunten Kleidung der Inder

November

Hari Raya Puasa: Der muslimische Fastenmonat ist eine gute Gelegenheit, Spezialitäten der malaiischen Küche kennen zu lernen. Denn gefastet wird nur am Tag – abends herrscht großer Trubel an den Essständen bei den Moscheen.

Im Trend

Aus zweiter Hand
Vintage

In der Hightech-City feiert Mode aus zweiter Hand ein Revival. Coole Shops wie das Déjà Vu VintageRaffles Boulevard9 bieten außer Designerware der letzten Saison auch handgemachte Unikate und echte Klassiker aus den vergangenen Jahrzehnten. Kleine Schätze gilt es im Public Gardenwww.public-garden.com zu entdecken. Auf dem Markt, der von Monat zu Monat die Location wechselt, verkaufen Kreative Recycle-Mode, Haarschmuck und bedruckte Kissen.

Wellness-Schopf
Friseurtrend

Wellness für das Haar gibt es bei Sabun CabanaTanglin Road163 in der Tanglin Mall. Während die Arganölmaske einwirkt, genießt man Rotwein und funky Musik. Im ganzheitlichen Créme The Hair SpaEu Tong Sen Street6Clarke Quay wird die Kopfhaut erst analysiert und dann mit individuell angemischten Ölen verwöhnt. Im Giseno Hair SpaUpper Serangoon Road1004 gehört die Massage selbstverständlich dazu – zum Einsatz kommen dabei Kräutermischungen nach altem koreanischen Rezept.

Zum Anbeissen
Essen

In der City kommt selbst Bioessen als Fast Food daher. Der Burger im Real Food DailyMohamed Sultan Road5 ist nicht nur schnell serviert, sondern auch ratzfatz aufgegessen. Wer mehr Muße mitbringt, erntet Biogemüse auf dem Gelände von Bollywood VegetablesNeo Tiew Road100 . Entweder wird es vor Ort zubereitet oder kommt im Workshop zum Einsatz. Ein sinnliches Vergnügen ist auch der Besuch des 7 SensationsRaffles Boulevard9. Geruch, Geschmack und Optik der vegetarischen Küche ergänzen sich perfekt.

Entdeckungstour
Zu Wasser

Das ruhige Wasser und die beeindruckende Skyline sprechen dafür, Singapur vom Meer aus kennenzulernen. Beim Stand-up-Paddeln geht das ganz einfach – und meist ohne nass zu werden. Ein Einsteigerkurs z. B. mit Outer Quadrantouterquadrant.com macht dennoch Sinn. Rachel Charis verleiht und verkauft Equipment in ihrem Windsurfing ShopEast Coast Parkway1390 . Wer sich das Ganze lieber erst einmal mit Abstand ansieht, sollte sich das Rennen an den Stränden von Sentosa nicht entgehen lassen. Wer ein Brett unter den Füßen hat, muss auch feiern wie ein Surfer. Die Szene trifft sich im Wave HouseSiloso Beach Walk36. Dort wird bei einem gut gemixten Cocktail relaxt und den Profis auf der künstlichen Welle zugeschaut oder zu House und Surfersounds vom DJ getanzt.

Herbes Singapur
Bier

Kleine Brauereien aus der ganzen Welt machen den globalen Bierhändlern Konkurrenz. So wie die Tawandang MicrobreweryDempsey Road26, die in ihrer thailändisch-deutschen Bar Weizen, Lager und Dunkel anbieten. Ein paar Schritte weiter liegt Afrika: Das Red Dot BrewhouseDempsey Road25a hat seine Wurzeln auf dem schwarzen Kontinent und serviert unter anderem ein grünes Lager. Das Bier erhält seine Farbe durch Spirulinaalgen. Tschechisches Bier darf auch in Singapur nicht fehlen. Die Prague MicrobreweryTanjong Pagar Road165 versorgt die Stadt mit Pils, während das Paulaner BräuhausRaffles Boulevard9 heimwehkranke Bayern glücklich macht.

Bloss nicht

Rauschgift mitbringen

Denken Sie erst gar nicht daran: Auch auf geringe Mengen Rauschgift (z. B. Designerdrogen, Hasch, Kokain, Heroin) stehen in Singapur drakonische Strafen, die bis zum Tod am Galgen reichen – auch für Ausländer. Es reicht schon der Besitz aus.

Am Wochenende Ausflüge machen

Ab Samstagmittag zieht es Hunderttausende von Singapurern bis Sonntagabend an all die Ausflugsziele, die Sie auch besuchen wollen. Lässt es sich einrichten, widmen Sie sich diesen Attraktionen besser von Montag bis Freitag.

Nicht anfassen

Manche Frauen nehmen ausländische Männer aus, indem sie ihnen vorwerfen, sie unsittlich berührt zu haben. Es drohen Gerichtsverfahren und hohe Strafen. Dafür reicht schon eine Berührung in der U-Bahn oder Disko. Üben Sie Zurückhaltung.

Rauchen und Kaugummi kauen

Das Rauchen ist in klimatisierten Restaurants, öffentlichen Gebäuden und Fahrstühlen verboten – eine Geldbuße von 1000 S$ droht. Das berühmte Kaugummiverbot wurde nach zwölf Jahren gelockert: In Apotheken können Sie immerhin zwei Sorten Kaugummi „aus medizinischen Gründen“ kaufen – etwa als Nikotinersatz für diejenigen, die dem Rauchen abschwören. Auf die Straße spucken dürfen Sie es trotzdem nicht.

Opfer von Nepp und Schleppern werden

Hüten Sie sich vor „freundschaftlichen“ Angeboten, die auf den ersten Blick supergünstig erscheinen. Oft stellen Sie sich als Nepp heraus. Das kann Schneider betreffen oder die kostenlose Stadtführung durch einen „Englischstudenten“.

Dasselbe gilt auch fur die Geschäfte der touts, der Schlepper, die Sie auf der Straße ansprechen: „Copy watch? T-Shirts? Girls?“ Am Flughafen bekommen Sie den kostenlosen Official Guide Singapore. Darin finden Sie eine Liste jener Geschäfte, die mit dem sogenannten Singapore Gold Circle für ihre Zuverlässigkeit und Qualitat ausgezeichnet wurden.

Sonne und Hitze unterschätzen

Singapur liegt am Äquator. Die Sonne sticht. Und zwar auch dann, wenn der Himmel bedeckt ist. Die ausgesprochen hohe Luftfeuchtigkeit darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie sehr Sie schwitzen werden. Trinken Sie sehr viel – 3 l Wasser werden empfohlen – und sehr oft. Benutzen Sie nur Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Sie können sie in Singapur in jeder Drogerie kaufen – und das im Allgemeinen billiger als in Deutschland.

Stichworte

Abkürzungen

Mit der MRT vom HDB in die Stadt, statt auf dem verstopften PIE im Stau zu stehen und dann noch am ERP bezahlen zu müssen? Wer jetzt nur noch Bahnhof versteht, braucht einen Schnellkurs im Singapore-Speak, der vor Abkürzungen nur so wimmelt. Sie lassen sich im Alltag schnell lernen, doch kommen immer neue hinzu. Zur Auflösung: MRT ist der Mass Rapid Transit, die U- und Schnellbahn. HDB steht für Housing Development Board, das staatliche Wohnungen verkauft. Es steht aber auch als Synonym für die Hochhaustürme in den Satellitenstädten. PIE ist der Pan Island Expressway, eine der Singapurer Autobahnen. Und ERP bezeichnet das Electronic Road Pricing – ein Mautsystem, bei der die Gebühr für Straßen, aber auch viele Parkhäuser automatisch von einer Chipkarte im Auto abgelesen wird. Die Brücken, etwa über der Orchard Road, an der die Lesegeräte befestigt sind, sind nicht zu übersehen.

Essen

Ohne Essen geht nichts, und in Singapur gilt das noch viel mehr als sonst wo auf der Welt. Allein die Menge der Möglichkeiten auswärts zu essen und die Vielfalt der Küchen in der Millionenstadt sind schier unüberschaubar. Von den hawkern, den Garküchen, auf den überall in der Stadt und meist in den Dachgeschossen oder Kellern der Einkaufspaläste angesiedelten Essmärkten bis zu den Fünf-Sterne-Köchen im Kasino-Komplex Marina Bay Sands bleibt hier kein Teller leer. Und die Qualität? Professor Tommy Koh, der frühere Botschafter Singapurs, dem die Entwicklung seiner Stadt zur Lebensaufgabe geworden ist, nimmt den Mund voll: „Ich würde behaupten, dass unser Char Kway Teow (Nudeltopf mit Reisnudeln, mit Wachs eingeriebenen, glänzenden Würstchen und Fischpaste) und unsere Laksa (Nudelsuppe) besser als jedes Nudelgericht der Welt sind. Ich kenne keinen westlichen Salat, der es mit unserem chinesischen Rojak (malaysischer Frucht- und Gemüsesalat) aufnehmen könnte. Und ich denke, dass unsere Roti Prata (indische Pfannkuchen), mit Chicken Curry gegessen, wenn sie heiß und luftig sind, jede Pizza schlagen, die ich jemals gegessen habe.“ Er könnte recht haben.

Fengshui

Aufs richtige Fengshui kommt es auch in Singapur an. Fengshui (übersetzt „Wind und Wasser“) ist die chinesische Kunst der Geomantik, des Erkennens von guten und schlechten Einflüssen, die von der Umgebung eines Hauses ausgehen und sich auf Gesundheit und Geschäftserfolg auswirken. Harmonie heißt das Zauberwort, und so werden die Ausrichtung eines Gebäudes, die Lage der Fenster und Türen genau festgelegt. Dreieinhalb Stunden (Preis etwa 35 S$ für Erwachsene) dauern die Fengshui-Spaziergänge, die mehrere Agenturen anbieten. Informationen erhalten Sie beim Singapore Tourism Board.

Fünf Cs

Bei allem Stolz auf das Erreichte schaut Staatsgründer Lee Kuan Yew manchmal erschrocken auf sein Volk: Stets hat er die Singapurer angetrieben, Geld zu verdienen und Geschäfte zu machen – mithin Singapur zu dem zu machen, was es heute ist. Die Kehrseite des Erfolgs: Zwischenmenschliche Beziehungen gehen verloren, wenn nur das Bankkonto und der berufliche Erfolg zählen. Dafür stehen die fünf Cs, die jeder in Singapur anstrebt: Career (Karriere), Creditcard (Kreditkarte), Condo (Abkürzung von Condominium, das bezeichnet eine noble Wohnanlage mit Schwimmbad), Club (mehrere Tausend Dollar teure Mitgliedschaft, je exklusiver, desto besser) und Car (Auto, ist wegen der hohen Einfuhrzölle etwa dreimal so teuer wie in Deutschland).

Garden City

Einer reicht nicht: Zwar besitzt der Stadtstaat längst einen Botanischen Garten, der Weltruhm genießt und gerade erst erweitert wurde. Nun aber kommt noch ein zweiter Garten hinzu, gebaut auf Land, das Singapur dem Meer abgerungen hat. Und weil die Regierung des Finanzzentrums am Äquator erstens reich und zweitens schlau ist, lässt sie sich den neuen Garten rund eine Milliarde Singapur Dollar kosten. Gemeinsam mit dem Ausbau des alten Botanischen Gartens hat der Kleinstaat damit in nur wenigen Jahren trotz der Wirtschaftskrise gut 1,5 Mrd. Singapur Dollar in Grünanlagen investiert. Tropenhäuser braucht es hier nicht: Mit deutscher Hilfe wurden für die Gardens by the Bay Gewächshäuser entwickelt, in denen bei niedrigeren Temperaturen Pflanzen aus dem Norden wachsen. Die Tropeninsel will sich von einer „Gartenstadt“ zu einer „Stadt im Garten“ entwickeln. Im letzen Vierteljahrhundert wuchs der Anteil der Grünflächen von etwa einem Drittel auf nun die Hälfte der Stadtfläche. 101 ha misst Gardens by the Bay, die halbe Größe Monacos.

Die gute Luft ist nicht unbedingt das Hauptmotiv für die massive Begrünung Singapurs: Man rechnet hier gern. So wird auch der Wert von Grünanlagen und Wasser berechnet. Und dabei kommt heraus, dass die Immobilienpreise rund um die Grünflächen deutlich steigen. Dies ist das beste Argument, die Gartenstadt weiter zuwachsen zu lassen. Inzwischen ist Singapur ohne Zweifel die grünste Stadt Asiens, wohl auch eine der grünsten der Welt. Wenn Sie aus einem der Hochhäuser auf die Stadt blicken, sehen sie die Straßen als grüne Achsen. Die Stadt bepflanzt Hochhäuser vertikal und nutzt Dutzende Reservate und Parks auch als Wassersammelstellen. Das macht Singapur sympathisch. Es ist aber auch ein Faktor, der die Stadt lebenswert und damit attraktiv für wohlhabende Neubürger macht. Wer einmal in seinem Leben in Manila oder Mumbai war, weiß Singapurs grüne Seiten zu schätzen. Ende 2011 lag die Zahl der „grünen Gebäude“ im Stadtstaat, ausgewiesen durch die Baubehörde, bei 470.

Dagegen aber steht ein unheimlicher Verbrauch an Energie, um die Häuser auf oft nur 19 Grad herunterzukühlen. Gerade die Masse älterer Privathäuser und Wohntürme verfügt über Fenster, die kaum schließen und dünne Wände. Über sie gehen unendliche Mengen an Kühle verloren, und Singapurs Energierechnung steigt.

Kampagnen

Ohne staatliche Kampagnen geht nichts. Legendär sind die Sauberkeitsaktionen aus den 1970er-Jahren, als neben jeder öffentlichen Toilette jemand positioniert war, der die Benutzer fragte, ob er die Spülung betätigt habe. Derzeit ermuntert die Regierung ihr Volk, unternehmerisch zu handeln. Nach bald 50 Jahren, in denen der Staat alles regelte, sind Eigeninitiative und Kreativität gefragt.

Kunst

Zum neuen Singapur gehört auch die Kunst. Die Biennale ist inzwischen zu einer festen Größe geworden. An ihr nehmen auch zahlreiche ausländische Künstler teil, die den oft entlegenen Orten der Stadt mit ihren Skulpturen und Installationen neues Leben einhauchen. 2011 lud der Stadtstaat zur dritten Biennale. Zum zweiten Mal öffnete im Januar 2012 die Art Stage ihre Tore: Ein Ableger der berühmten Art Basel zeigt sie über drei Tage alles, was Asien an Kunst zu bieten hat. Um den Sektor weiter anzuheizen und der Stadt somit ein noch interessanteres Image zu verleihen, weist Singapur seit Ende 2012 ein eigenes Galerienviertel aus. 20 meist asiatische Kunsthändler ziehen in die alten Kolonialgebäude der früheren britischen Kaserne Gillman Barracks, hinzu kommen Ateliers, ein Forschungszentrum, Cafés, und Veranstaltungsräume. Die alteingesessenen Künstler Singapurs allerdings kritisieren, diese Art der Ansiedlung von Kunst sei künstlich. Interessant für die Besucher der Stadt ist sie gleichwohl.

Mall-Mania

Ihre Einkaufszentren, Shoppingmalls genannt, lieben die Singapurer. Weil der Inselstaat so gut wie kein Hinterland hat, sind die Freizeitmöglichkeiten begrenzt. Zwar gibt es Sportarenen, Naturparks und unzählige Angebote, die Freizeit sinnvoll zu verbringen – doch alle Appelle sind vergebens: Die meisten Singapurer zieht es in ihrer freien Zeit in die Einkaufszentren. Die sind täglich geöffnet, meist von 10–22 Uhr. Am Wochenende kann es eine Qual sein, sich auf der Orchard Road zu bewegen. Während der Woche sieht man Schulkinder, die auf den Fluren oder noch lieber in Fastfood-Restaurants ihre Hausaufgaben machen – weil es so schön kühl ist und nicht alle HDB-Wohnungen mit einer Klimaanlage ausgerüstet sind.

Opposition

Sie wird lauter und selbstbewusster. Bei der letzten Wahl zum Parlament in Singapur schnitt die Opposition viel besser ab, als sich das die alteingesessene Regierungspartei erhofft hatte. Sogar der weltweit anerkannte Außenminister verlor seinen Sitz und musste sein Amt aufgeben. Seitdem hat die Regierung die Hebel umgelegt und versucht sich daran, den Stadtstaat weiter zu öffnen. Er soll transparenter werden, menschlicher, nicht nur für die Reichen da sein. So erklärt sich, dass plötzlich die Chefin der U-Bahn-Linien ihren Hut nehmen musste, weil die Züge ein paar Mal nicht fuhren – früher hätte man so etwas ausgesessen, nun herrscht Angst, dass das Volk zürnt. Und so begründet sich auch, warum der Ministerpräsident, mit früher 3,07 Mio. Singapur Dollar Jahresgehalt der höchstbezahlte der Welt, nun nur noch 2,2 Mio. bekommt – damit allerdings immer noch der am besten bezahlte Regierungschef bleibt.

Reichtum

Singapurs Bevölkerung von rund 5 Mio. Menschen zählte Ende 2011 rund 183 000 Millionäre, gerechnet in amerikanischen Dollar. Innerhalb von nur fünf Jahren soll ihre Zahl auf mehr als 400 000 steigen, schätzt die Bank Credit Suisse. Reich sind viele vor allem geworden, weil die Immobilienpreise über Jahrzehnte ständig gestiegen sind. Kein Wunder, dass sich heute besonders nachts Ferraris und Lamborghinis der Kinder der Reichen röhrend Straßenrennen liefern. Doch nicht jeder wurde reich: Das durchschnittliche Monatseinkommen der oberen zehn Prozent der Bevölkerung stieg zwischen 2000 und 2010 um satte 58 Prozent, das Durchschnittswachstum aller lag immer noch bei 48 Prozent, getrieben von den Gutverdienern. Das Einkommen des untersten Zehntels der Menschen hingegen stagnierte fast bei einem Plus von zehn Prozent in der Dekade.

Shophouses

In Little India, in Chinatown, an der Arab Street und am Boat Quay sind sie noch zu finden – die traditionellen Shophouses. Kurz bevor die letzten Häuser der frühen Einwanderer dem Erdboden gleichgemacht wurden, besann sich die Regierung. Heute beherbergen die meisten Shophouses kleinere Geschäfte oder Kneipen. Doch es gibt noch Familien, die so leben, wie es einst üblich war: Das untere Geschoss wird als Lager- oder Verkaufsraum, das obere als Wohnraum genutzt.

Singlish

Praktisch alle Singapurer sprechen zwei, viele oft drei oder vier Sprachen. Denn in der Schule ist die Verkehrssprache Englisch Pflicht, hinzu kommt die Sprache der Eltern – Mandarin, Tamil oder Malay. Ein richtiger Singapurer aber spricht vor allem Singlish: Ein Dialekt, der das Englische mit meist chinesischen Wortfetzen mischt. Berühmt ist die angehängte Silbe lah, etwa in okay-lah? Wichtig ist kiasu. Das Wort aus dem Hokkien-Chinesisch bezeichnet die „Angst vor dem Verlieren“ – eine Eigenschaft, die sich die Singapurer selbst zuschreiben. Das führt einerseits etwa zum Drängeln beim Ausverkauf, andererseits aber nimmt es ihnen den Mut, Neues zu wagen. Also drängt das offizielle Singapur darauf, dass die Singapurer ihr kiasu ablegen.

Zocken

Nicht nur Chinesen lieben das Glücksspiel, aber sie lieben es ganz besonders. Singapur, wo das Glücksspiel gegen Geld immer verboten war, hat die Kehrtwende vollzogen. Gleich zwei neue Kasinos gibt es hier: das Marina Bay Sands von einem Konzern aus Las Vegas gebaut und das Kasino in der Resort World Sentosa, von einem malaysischen Unternehmen errichtet. Für Ausländer ist der Eintritt frei. Singapurer müssen 100 Singapur Dollar zahlen, und sollen so von der Spielsucht abgehalten werden. Gespielt wird trotzdem: Der Spielumsatz der beiden Kasinokomplexe, etwas verschämt als „Integrated Resorts“ tituliert, werde von 4,4 Mrd. Umsatz 2010 auf 7,2 Mrd. Dollar 2015 zulegen, schätzt eine Unternehmensberatung. Gerade die alteingesessenen Singapurer aber mögen die Spielhölle ganz und gar nicht. Sie fürchten, damit kämen auch leichte Mädchen und schwere Jungs in die Stadt.

Die Liebe zum Spiel und die Suche nach Profit geht so weit, dass die Singapurer Straits Times darüber berichtete, wie Arbeitgeber ihre Angestellten, ausgestattet mit Tausenden von Dollar, während der Arbeit ins Kasino schicken, um dort Geld für sie zu gewinnen. Den Arbeitern gefällt's: Sie arbeiten in einem klimatisierten Gebäude statt in der Tropenhitze und zehn Prozent des Gewinns streichen sie ein. Bei größeren Verlusten aber haften sie mit ihrem Monatslohn.

Bücher & Filme

Der Löwe von Singapur

Der britische Ethnologe Nigel Barley veröffentlichte im Jahr 1996 sein Buch, das sich mit dem Leben des Singapur-Gründers Sir Stamford Raffles (1781–1826) beschäftigt. Leider ist das Buch derzeit vergriffen, im Internet werden jedoch gebrauchte Exemplare angeboten

Asien für Anfänger – Streifzüge durch Singapur

Eine schöne, gut lesbare Einführung in den Alltag Singapurs hat Edith Werner geschrieben

Singapore – A Biography

Wer sich für die Geschichte des Stadtstaats interessiert, findet in diesem Buch von Mark Ravinder Frost und Yu-Mei Balasingamchow ein wunderschönes Kaleidoskop

Almayers Wahn

Joseph Conrads Reisebeschreibung erzählt von einem Europäer im kolonialen Singapur

12 Storeys

Dieser preisgekrönte Film des Singapurers Eric Khoo Kim Hai beschreibt eindrücklich und mit satirischem Unterton das Leben in den staatlich geförderten Wohnanlagen der Durchschnitts-Singapurer (1997). Auch Khoos Film „Be with me“ war 2005 beim Filmfestival in Cannes dabei

I not stupid

ist im Stadtstaat Legende und geflügeltes Wort. Der kritische Filmemacher Jack Neo Chee Keong hat darin die Singapurer Gesellschaft unter die Lupe genommen (2002)

Fakten

Einwohner
5.076.700
Fläche
693 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Republik
Hauptstadt
Singapur
Ortszeit
15:45 Uhr
Zeitverschiebung
6 h (zu MESZ)
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