Zhujiajiao

Zhujiajiao am Ufer des Dianshan-Sees ist das einzige der vielen Wasserdörfer im Umland, das noch zu Shanghai gehört. Die Renovierungswelle ist natürlich auch hierhin geschwappt, allerdings erst in diesem Jh. In Zhujiajiao wurde behutsam saniert und nicht so viel zerstört wie andernorts. So bietet diese kleine Wasserstadt immer noch genug, um in den Gassen entlang der vielen kleinen Kanäle das alte, pittoreske China suchen zu gehen. Die Geschichte der Siedlung begann vor etwa 1700 Jahren. Noch heute säumen zweistöckige Häuser mit geschwungenem Dach aus der Ming- und Qing-Zeit (1368-1911) die Kanäle, die von 20 alten Brücken überspannt werden. Besonders lohnt sich ein Blick von der steinernen Fangsheng-Brücke (Brücke zur Freilassung). Langsam gleiten die rostigen Lastkähne dahin. Alte Frauen bieten kleine, lebende Fische zum Kauf an: Zugreifen und den Fisch zurück ins Wasser werfen, ist ein alter buddhistischer Brauch und bringt Glück. Die Brücke, benannt nach dieser Tradition, wird von fünf steinernen Bögen getragen. Mit 72 m Länge und 7,40 m Höhe ist sie die größte und schönste dieser Art im Jangtse-Delta. Auch wenn die "Gondolieri" hier nicht singen - romantisch ist eine Fahrt mit dem hölzernen Kahn durch die Kanäle dennoch. Die Wasserstadt ist touristisch voll erschlossen. Das Eintrittsgeld, zu entrichten am Stadttor am Parkplatz, berechtigt zum Besuch der Sehenswürdigkeiten, die in einem Plan eingezeichnet sind. Dazu zählen der Kezhi-Garten und der mit seinen blutrünstigen Gemälden ebenfalls eindrucksvolle Stadtgotttempel. Es gibt auch eine Ausstellung jahrtausende alter Keramik- und Jadefunde im Delta: Hier staunt man über die Kunstfertigkeit und das ästhetische Gespür im alten China. Eine weitere Ausstellung erzählt vom Reisanbau und der Weiterverarbeitung des wichtigsten Grundnahrungsmittels.

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