Yùfó Chán Sì

Sehr alt ist es nicht, Shanghais meistbesuchtes Buddhaheiligtum, aber gut erhalten, voll religiösen Lebens und reich ausgestattet mit Bildwerken. Zwei davon - die schönsten - gaben ihm den Namen und stehen gleichzeitig am Anfang seiner Gründungsgeschichte: Ein chinesischer Mönch brachte die Jadebuddhas um 1880 aus Birma (dem heutigen Myanmar) mit, dazu Geldmittel, die Auslandschinesen für den Bau eines Tempels gespendet hatten. Jener erste Tempel verfiel bald, der heutige entstand an neuer Stelle in den Jahren 1918-28. Gegenüber einer prächtigen Geistermauer steht die Eingangshalle direkt an der Straße. In der Kulturrevolution über die Türflügel geklebte Mao-Bildnisse verhinderten damals die Zerstörung des Tempels: Die Rotgardisten hätten Mao beim Eindringen zerreißen müssen. In der Mitte der Halle (nur von hinten zu betreten) sitzt der lachende Dickbauchbuddha, an den Seiten drohen die furchterregenden Himmelskönige allem Bösen und mahnen Läuterung an. Will man lebendige Religiosität erleben, dann kommt man am Vollmond- oder am Neumondtag: der 1. und der 15. des Mondmonats sind traditionelle Daten für religiöse Feiern und Opfer an die Götter, die Buddhas und Bodhisattvas.

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