Wàitan

"Bund", der angloindische Ausdruck für ein befestigtes Flussufer ist zum Synonym für die imposanteste Uferpromenade im Fernen Osten geworden. Hier trifft die glorreiche Vergangenheit auf eine verheißungsvolle Zukunft, und die ragt am anderen Ufer auf, in Pudong. Dort steht wie ein marsianisches Raumschiff der Fernsehturm, strahlt das neue Finanz- und Wirtschaftszentrum mit einer modernen Skyline über dem breiten Strom, dem Huangpu. Diesseits des Flusses zeugen die steinernen Relikte aus der kolonialen Vergangenheit von Macht und Reichtum der Banken und großen Handelshäuser, die hier einst residierten. Von den Kommunisten mit Vernachlässigung gestraft, gehören die Monumente aus Granit heute wieder zu den teuersten Immobilien der Stadt. Ihre Schaufenster preisen märchenhaften Wohlstand. Vornehme Restaurants und mondäne Bars, edle Geschäfte und feine Galerien befriedigen den Bedarf der Reichen. Die Uferpromenade wurde 1992 zum Schutz vor Hochwasser höher gelegt. Dabei wurden die schönen Bäume gefällt. Zur Expo wurde der Huangpu-Park vergrößert, indem man den Verkehr auf der Zhongshan Dong Yilu nun durch einen Tunnel schickt. Das tut der beliebten Flaniermeile gut, die von der grandiosen Kulisse profitiert und von den vielen Menschen lebt, die sich dort treffen. Das sind morgens die Pensionäre, die in der Bewegung Ruhe und Kraft suchen, tagsüber die kamerabewehrten Touristen auf Stadtsafari und abends modisch gekleidete Shanghaier, die stolz und gelassen auf die staunenden Besucher vom Land herabblicken.

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