Schweinfurt Sehenswürdigkeiten

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Der nüchtern-moderne Quader des Museums Georg Schäfer hat die größte Sammlung von Gemälden Carl Spitzwegs (1808–1885).

Sehenswürdigkeiten

Stadt der Widersprüche

Die Stadt ohne die ganz großen historischen Sehenswürdigkeiten überrascht mit Kontrasten und sehr gegensätzlichen Quartieren, sowie landschaftlich reizvollen Ecken.

Verwunschener Aussichtsturm

Es gibt leider keinen öffentlich zugänglichen Aussichtsturm für einen Überblick über die Stadt. Einen beschränkten Überblick bekommt man lediglich an einem verwunschenen Ort: Ein kleiner Aussichtsturm liegt oberhalb der Weinberge hinter dem Schloss Peterstirn, an der östlichen Stadtausfahrt der alten Landstraße B 26 Richtung Haßfurt/Bamberg, oberhalb vom Main. Die steile Zufahrt an diesen über 1200 Jahre alten Ort Schweinfurter Urgeschichte (siehe Stadtteile auf historischen Gebiet) ist nur über das Höllental (vorher links von der B 26 abbiegen) erreichbar.

Man sieht die südliche Stadt mit den beiden Hafenkranen und bei guter Sicht den gesamten Steigerwaldkamm mit allen drei fränkischen Regierungsbezirken. Rechts hinter dem Schwanberg kann man dann den 48 Kilometer entfernte Kapellberg oberhalb des mittelfränkischen Weinortes Bullenheim sehen. Ein Parkplatz befindet sich nur 500 Meter weiter hinten, wo auch der 2 Kilometer lange Höhenwanderweg zu Dorf und Schloss Mainberg beginnt.

Altstadt

Der westliche Teil des von Wallanlagen weitgehend umgebenen mittelalterlichen Stadtgebietes ist heute ein durchwachsener Citybereich, während der östliche Teil um den Marktplatz noch Altstadtcharakter besitzt.

Missverstandene Keßlergasse

In der engen Keßlergasse, eine der ältesten deutschen Fußgängerzonen, die vom Markt nach Westen führt, ist vom guten Fachgeschäft bis zum Ramschkaufhaus alles vertreten. Diese Gasse mit ihrem Basarcharakter, die leider durch die Schließung der Markthalle einen Verlust erlitt, wollte der örtliche Einzelhandelsverband mit einem Glasdach zur „Shopping Mall“ umgestalten, was glücklicherweise unterblieb und in der Stadtgalerie einen Kilometer weiter westlich glaubwürdiger umgesetzt wurde. Ab etwa 2016 ist im Westteil der Gasse eine Großbaustelle mit dem ersten Abschnitt des Karree Krönlein, das hier vieles verändern wird.

Im Süden der Altstadt liegen die drei Mainquartiere Zürch, Südliche Altstadt und Fischerrain (siehe Stadtteile).

Zürch

Das kleine, niedliche Quartier liegt in der Südostecke der Altstadt auf einer hochwassersicheren Anhöhe im rechten Winkel zwischen Maintal und Mariental. In der Ecke lag von 1310 bis 1427 eine Reichsburg der Henneberger. Im Quartier gab es eine kleine Brauerei, das Wallbräu. Die über 300 Jahre alte Zürcher Kirchweih ist die älteste Kirchweih Unterfrankens. Sie findet in den geschmückten Gassen statt und hat traditionelle, authentische Atmosphäre. Wahrzeichen des Viertels sind die St.-Salvator-Kirche (siehe Kirchen) und der Ebracher Hof, mit kleinem Hotel und Restaurant, einen Steinwurf vom Museum Georg Schäfer entfernt (siehe Museen). Das ehemalige Burgenviertel ohne großartige Bauten, mit seinen engen Gassen, Häuschen und kleinen historischen Akzenten wird von den Schweinfurtern geliebt.

Zürch und Zürich

Der Name soll den selben Ursprung wie der der Schweizer Stadt Zürich haben, die früher ebenfalls Zürch hieß und kommt als Ortsbezeichnung sonst nirgends mehr vor. Er leitet sich in beiden Fällen vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort für Kuhfladen ab. Vielleicht handelt es sich hier wie dort um hochwassersichere Viehweiden, die sich auch für erste Besiedlungen gut eigneten. Da auch die Ursprünge der Stadt Zürich an einem Hügel lagen, dem heutigen Lindenhof. Jedoch tauchte kürzlich eine neuere, plausiblere Deutung auf und leitet den Namen von Burgbezirk ab, da selbst noch nach Schleifung der Burg das kleine Quartier einen Sonderstatus als Sonderrechtszone besaß.

Kirchen
  • St.-Johannis-Kirche. Martin-Luther-Platz, evangelische Hauptkirche. Das älteste erhaltene Gebäude der Stadt, mit romanischen Bauteilen in einer Seitenkapelle. Erste schriftliche Erwähnung im Jahr 1237. Besonders sehenswert der Taufstein von 1367 mit seiner originalen Malerei, die barocke vergoldete Kanzel von 1694 und das Brauttor in Richtung Marktplatz. Der Innenraum ist eine Schatzkammer mit Natursteinwandplatten alter Grabmäler und Bildern. Mit Ausnahme eines modernen Altarbildes ist es eine der selteneren westdeutschen Stadtkirchen ohne Stilbrüche durch neumodische Zugaben.
  • St.-Salvator-Kirche, Frauengasse 1. Frauengasse 1, evangelisch. 1717-1719 im schlichten Barock an Stelle älterer Kirchen erbaut. Direkt an der Stadtmauer gelegen, auf den Fundamenten einer ehemaligen Burgkapelle. Kirche für das älteste Stadtquartier Zürch.
  • Heilig-Geist-Kirche. Anton-Niedermeier-Platz 1, katholische Hauptkirche. 1892-1902 im neuromanischen Stil errichtet, als Nachbildung des Doms von Speyer, jedoch nur mit einem Turm.
  • St.-Kilkians-Kirche, Sankt-Kilian-Straße 2. Friedrich-Ebert-Straße 24, katholisch. Ein Kunstwerk der Moderne aus den 1950er Jahren von Georg Meistermann, das er auf den Umfassungsmauern einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche aus den 1920er Jahren, mit einstmals neubarockem Zwiebelturm, errichtete. Mit einem 250 qm großen Farbglasfenster, das seinerzeit als größtes Kirchenfenster Deutschlands galt und die Ausgießung des Heiligen Geistes zeigt.
  • Auferstehungskirche, Brombergstraße 73. Stadtteil Bergl, Brombergstraße 73, evangelisch (nicht zugänglich außerhalb von Gottesdiensten und Veranstaltungen). Vom Sohn des norwegischen Zeichners Olaf Gulbransson, dem Architekten Olaf Andreas Gulbransson, von 1958/59; unter Denkmalschutz seit 2004. Der wohl größte und in jedem Fall eigenwilligste Kirchenneubau (Ensemble mit Pfarrhaus und Kindergarten) des Architekten, der kurze Zeit später, 1961, bei einem Autounfall mit erst 45 Jahren ums Leben kam. Der Campanile wurde 1962 postum fertiggestellt. Die Kirche war Jahrzehnte kaum im Bewusstsein der Stadt und wurde auf vielen Sehenswürdigkeitslisten gar nicht erwähnt. Dass änderte sich erst nach der Beseitigung von Bauschäden und der Aufnahme in die Denkmalliste.
Bauwerke
  • Schloss Peterstirn. Das Schloss ist außerhalb von Weinfesten und Weinproben nicht zugänglich und in Privatbesitz des Weingutes Dahms. An diesem früheren Burgberg begann die Stadtgeschichte (Anfahrt siehe Stadt der Widersprüche, Verwunschener Aussichsturm). Ein Schloss, das ein Schweinfurter Industrieller in der romantischen Epoche des 19. Jahrhunderts an den Weinbergen am Ostrand der Stadt errichten ließ. Ein sehr geschichtsträchtiger Ort (siehe Kleine Stadtgeschichte) an einem verwunschenen Ende der Stadt. Nichts für den oberflächlichen Konsumtouristen, sondern nur für Leute mit etwas Phantasie. Früher stand hier eine Burg aus dem 10. Jahrhundert der einstmals mächtigen Markgrafen von Schweinfurt, die große Teile Süddeutschlands beherrschten; die erste Schweinfurter Burg, vor der späteren Reichsburg, die im zwei Kilometer weiter westlich gelegenen Altstadtquartier Zürch lag. Um 1000 zog in die Burg auf der Peterstirn ein Nonnenkloster und im 12. Jahrhundert ein Mönchskloster ein.
  • Stadtmauer. Sie ist mit drei Türmen an den östlichen Wallanlagen am Unteren- und Oberen Wall noch erhalten. An der Stelle des rechten Bildes, im Winkel zwischen Marien- und Maintal war die frühere Stadtmauer zugleich Umfassungsmauer der Reichsburg der Henneberger, was man sich heute noch leicht vorstellen kann. Außerdem ist die Stadtmauer unter anderen an den westlichen Wallanlagen an Stadttheater und Kunsthalle erhalten.
  • Sehenswert in den sanierten Altstadtquartieren sind auch die Neubauten, wo mit viel Augenmaß und Einfühlungsvermögen die Baulücken weder in aufdringlicher Moderne noch im pseudohistorischen Stil geschlossen wurden, wie oft anderswo: siehe Panoramafoto Mobilität.
  • Stadteingang Maxbrücke
  • Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt kürte 2008 die neue Stadtbücherei, in die ein Teil des historischen Ebracher Hofs integriert wurde, zu den „24 besten Bauwerken Deutschlands“. Am Ende der Maxbrücke bilden drei markante Gebäude ein Entree in die Altstadt. Es ist ein harmonisches, preisgekröntes Ensemble, das Geschichte und Moderne vereint. Links das Museum Georg Schäfer (siehe Museen). In der Mitte das neue Hauptzollamt und rechts der umgebaute Ebracher Hof, beides vom Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez. Statt eines Erweiterungsbaus neben dem historischen Hof setzten die Architekten ein unterirdisches Basisgeschoss unter eine Piazza, die von einem 33 Meter langer Glasriegel flankiert wird, der sogenannten Laterne. Sie bringt Licht ins Untergeschoss der Bücherei und markiert die ehemalige Stadtmauer, deren Lauf sie folgt.
  • Altes Rathaus. Markt 1. Das Rathaus gilt als ein Meisterwerk profaner deutscher Bauten der Frührenaissance und besticht durch seine Proportionen. Es wurde 1569-1572 von dem Hallenser Baumeister Nikolaus Hofmann im Übergangsstil von der Spätgotik zur Frührenaissance errichtet. Am Erkerturm sind Wappen Kaiser Maximilians II. und der sieben Kurfürsten. In den Gewölben des Erdgeschosses befindet sich die frühere Markthalle, in der heute Wechselausstellungen stattfinden und die Touristinformation. Im linken Erkerturm ist die alte Stadtapotheke. Sehenswert ist auch die Rathausdiele, die nur bei Konzerten und Veranstaltungen zugänglich ist. Das Rathaus blieb im Zweiten Weltkrieg unversehrt, bis ein Großbrand, der vermutlich durch Schweißarbeiten ausgelöst wurde, das Rathaus am Abend des 20. April 1959 beinahe vernichtet hätte. Der Dachstuhl stand in vollen Flammen und die östliche Giebelwand bog sich nach innen und drohte in das Rathaus zu stürzen. Jedoch bekamen die Feuerwehren den Brand unter Kontrolle und letztlich blieb es nur bei einem Dachstuhlbrand.
  • Rückert-Geburtshaus (Markt). Der im 19. Jahrhundert populärste deutsche Dichter, der heute in Vergessenheit geriet, wurde 1788 hier geboren.
  • Ebracher Hof, Rittergasse 2. Ein Hof des Zisterzienserklosters Ebrach im Steigerwald, den es im Jahre 1431 erwarb. Im Markgräfler-Krieg brannte er aus und wurde 1573-1578 wieder aufgebaut. 2004-2007 Umbau zur Stadtbücherei von den Architekten Bruno-Fioretti-Marquez. Hier, wie auch andernorts in der Stadt, mit dem gelungenen Zusammenspiel von historischen Gebäuden und moderner Architektur, was in vielen anderen Städten nicht immer gelang.
  • Schrotturm, Petersgasse 3. Er ist das Wahrzeichen des Quartiers Südliche Altstadt, dem mittleren der drei Mainquartiere, zwischen dem mainaufwärts gelegenen Zürch und dem Fischerrain; erbaut 1611 als Treppenturm eines Renaissance-Hauses (im Bild hinten rechts), in dessen Kellergewölben Kleinkunst beheimatet ist. Der Turm wurde im 19. Jahrhundert zur Herstellung von Schrotkugeln um vier Geschosse erhöht, mit einer schönen Aussicht, ist aber leider nicht öffentlich zugänglich.
  • In der Weststadt blieben einige große Gründerzeithäuser im Zweiten Weltkrieg unversehrt, zum Beispiel eine Häuserzeile in der Friedenstraße zwischen Schrammstraße und Luitpoldstraße.
Denkmäler
  • Rückert-Denkmal

Marktplatz, zu Füßen des auf einem Stuhl sitzenden Dichters und Orientalisten allegorische Figuren zweier seiner Hauptwerke: Die Geharnischte Sonette, die er 1813 unter dem Pseudonym Freimund Raimar gegen Napoleon I. schrieb und die Weisheit des Brahmanen. Rückert wurde bahnbrechender Übersetzer arabischer, persischer, hebräischer, indischer und chinesischer Dichtung.

  • Ludwigsbrunnen

Im Schweinfurter Mainbogen (schwer zugänglich), nur sinnvoll als Abstecher der Höhenwanderung von Schweinfurt nach Mainberg (siehe Sehenswürdigkeiten, Einleitung, Verwunschener Aussichtsturm). 200 m nach dem Parkplatz führt ein steiler Pfad hinunter zum Main, zur alten Landstraße B 26 nach Haßfurt. In Erinnerung an den bayerischen König Ludwig I., der die Pflasterung dieser Straße veranlasste, nachdem er mit seiner Pferdekutsche im Morast steckengeblieben war. Keine Parkmöglichkeit, Stadtbushaltestelle Ludwigsbrunnen der Linie 71 oder 72.

  • Denkmal am Willy-Sachs-Stadion

Am heutigen Anderl-Kupfer-Platz, dem Kassenvorplatz des Willy-Sachs-Stadions, wurde zu Ehren des Stadionstifters Willy Sachs ein Denkmal errichtet. Das Stadion wurde einen Monat vor den Olympischen Spielen 1936 in Berlin eröffnet. Der Name des Stadions und die Schweinfurter Ehrenbürgerschaft von Willy Sachs wurden wiederholt kritisiert, Grund ist seine politische Einstellung während der Zeit des Dritten Reiches.

  • Walzenwehr-Denkmal

Eine Kettenaufzugsvorrichtung des ersten Walzenwehres der Welt (MAN 1903), das an der Maxbrücke den Wasserstand des Hauptarmes des Mains bis 1963 regulierte, wurde 1965 als technisches Denkmal an der Gutermann-Promenade aufgestellt. Der Prototyp von 1902 zwischen der Maininsel-Bleichrasen und der Böckleinsinsel ist heute noch als Stauwehr in Betrieb.

  • Peking-Wheel-Nabe

Nachdem FAG (Schaeffler) die Lager für das Millenium-Wheel, das sogenannte London Eye baute, wurden sie nun beauftragt, die beiden Wälzlager zu je 11 Tonnen Gewicht für das größte, 208 m hohe Riesenrad der Welt, das Peking Wheel zu entwickeln und zu bauen. Eine Größe, die bisherige Dimensionen sprengte. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 2006, der geplante Fertigstellungstermin 2008 wurde nicht eingehalten und 2010 wurden die Arbeiten eingestellt, da die zuständige Baufirma Insolvenz anmeldete. Daraufhin wurden die Lager als Industriedenkmal am Stadttheater aufgestellt.

Museen
  • Museum Georg Schäfer, Brückenstraße 20, Parkhaus im Untergeschoß des Museums. Tel.: +49 (0)9721 51920. Geöffnet: Di.-So. 10:00-17:00, Do. 10:00-21:00, Mo. an gesetzlichen Feiertagen. Preis: Erwachsene: 7 €.

Lange Baugeschichte mit Mies van der Rohe

Erich Schelling schuf im Auftrag des Industriellen Dr. Georg Schäfer 1959 einen ersten Entwurf zur Unterbringung der damals bereits großen Sammlung Georg Schäfer. Als Standort war eine Schanze an den Wallanlagen vorgesehen, wo dann nach den Plänen Schellings 1961-1966 das Stadttheater errichtet wurde. Mies van der Rohe machte 1960 einen Entwurf für einen anderen Standort in den Wallanlagen, im Fichtelsgarten. Dieser wiederum nicht verwirklichte Entwurf war zusammen mit einem vorhergehenden Entwurf von Mies Prototyp für die 1965-1968 errichtete Neue Nationalgalerie Westberlin. Auch von Branca (Neue Pinakothek in München) machte einen Entwurf. Bis schließlich Alt-Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser zwei Nöte zur Tugend machte, den Schandfleck einer Tiefgaragen-Bauruine beseitigte, auf den der Museumsbau aufgesetzt wurde. Er kostete der Stadt nichts, sondern wurde aus Privatisierungserlösen des Freistaates Bayern finanziert und im Jahr 2000 eröffnet.

Ein außergewöhnlicher Museumsbau des Berliner Architekten Volker Staab, der im Jahr 2000 eröffnet wurde. Die Architektur drängt sich nicht auf, hat weder die Arroganz des heutigen Zeitgeistes, noch will sie mit der Umgebung wetteifern, sondern holt diese durch zwei Loggien und raffinierte Durchblicke ins Museum hinein. Zeitlos moderne Architektur, die man sich nicht schnell satt sieht und typisch für das neue Schweinfurt ist.

Weltgrößte Sammlung Carl Spitzwegs

Das Museum beheimatet die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums des 19. Jahrhunderts und die weltgrößte Sammlung Carl Spitzwegs, mit 160 Gemälden und 110 Zeichnungen. Von ihm sind alle bekannten Werke, mit Ausnahme des Armen Poeten im Museum vertreten. Von Adolph Menzel besitzt die Sammlung über 100 Gemälde, Gouachen und Zeichnungen. Darüber hinaus sind zahlreiche Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Georg Ferdinand Waldmüller, Wilhelm Leibl, Max Slevogt und anderen zu sehen.

Geschäftstüchtiger Spitzweg

Der Bücherwurm (um 1850) verkaufte sich gut und so malte ihn Spitzweg 1851 ein zweites Mal. Allerdings mit kleinen, erkennbaren Unterschieden, damit das neue Werk nicht für eine Kopie gehalten wurde. Dieses Exemplar hängt heute in der Central Library of Milwaukee. 1854 malte er noch ein drittes Exemplar, das sich vermutlich in einer privaten Sammlung befindet.

  • Museum/Bibliothek Otto Schäfer, Judithstraße 16. Tel.: +49 (0)9721 387097-0, Fax: +49 (0)9721 387097-99, E-Mail: info@museumottoschaefer.de.
  • Kunsthalle Schweinfurt, Rüfferstraße 4. Tel.: +49 (0)9721-51 479, Fax: +49 (0)9721-51 320, E-Mail: info@kunsthalle-schweinfurt.de. Geöffnet: Di-So 10:00-17:00 Uhr, Do 10:00-21:00 Uhr, Mo und an gesetzlichen Feiertagen. Preis: 3,50 € (4,50 € bei kostenintensiven Sonderausstellungen), ermäßigt: 2,50 €, Familien: 6 €, Kinder bis zum 16. Lebensjahr frei.

Bei der Kunsthalle machte Gudrun Grieser, wie beim Museum Georg Schäfer, ebenfalls zwei Nöte zur Tugend. Das Ernst-Sachs-Bad war ein großes Hallenbad von Roderich Fick (1931-1933) aus der Stilepoche des Übergangs vom Historismus zur Moderne. Es hätte umfassend saniert werden müssen, mit allen Risiken. So wurde auf dem Areal des bestehenden städtischen Freibades ein Freizeitbad errichtet und das Sachsbad danach zur Kunsthalle umgebaut, die 2009 eröffnet wurde und das Spektrum des Museums Georg Schäfer ergänzt. Auf 2.000 Quadratmetern wird die Dauerausstellung „Diskurse – Deutsche Kunst nach 1945“ gezeigt, die Dauerleihgaben der Sammlung Joseph Hierling mit Werken des expressiven Realismus zur Kunst zwischen den beiden Weltkriegen sowie die Aktivitäten des MuseumsService MuSe und des Kunstvereins Schweinfurt e.V. vereint.

Um die Jahreswende 2013/2014 wurde die Sammlung Gunter Sachs gezeigt, mit Pop Art aus den 1950er und 1960er Jahren, mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und anderen. Diese Ausstellung, zu der 65.000 Besucher kamen, war nur noch in München im kleineren Umfang zu sehen.

  • Museum Altes Gymnasium (Sammlung zur Stadtgeschichte), Martin-Luther-Platz 12. Renaissance-Gebäude von 1582 und ehemalige Lateinschule; (siehe Bauwerke). Geöffnet: Di–Fr 14:00–17:00 Uhr, Sa+So 10:00–13:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr.
  • Museum Gunnar-Wester-Haus, Martin-Luther-Platz 5. Tel.: +49 (0)9721-51 479. Geöffnet: Di-Fr 14-17 Uhr, Sa+So 10-13 Uhr und 14-17 Uhr.
  • Naturkundliches Museum, Brückenstraße 39. Tel.: +49 (0)9721 - 51 479, E-Mail: museen-galerien@schweinfurt.de. Geöffnet: Di-Fr 14-17 Uhr, Sa+So 10-13 Uhr und 14-17 Uhr. Preis: Erwachsene 1,50 €, ermäßigt 1 €, Familien 3 €. Kinder bis zum 16. Lebensjahr frei.
  • Künstlerhof Oberndorf, Hauptstraße 13, 97424 Oberndorf. Tel.: +49 (0)9721-51 479, E-Mail: museen-galerien@schweinfurt.de. Geöffnet: Besichtigung nach telefonischer Voranmeldung.
Straßen und Plätze

Schweinfurt ist die Stadt der (Markt-)Plätze. In der historischen Stadt gab es insgesamt fünf Marktplätze für unterschiedliche Branchen.

Marktplatz

Offizieller Name Markt. Er besitzt außer dem Rathaus, dem Rückert-Haus und einem spätgotischen Haus, in dem sich eine McDonald's-Filiale (noch) befindet, keine besonderen historischen Bauten. Er besticht aber durch seine Proportionen, mit dem in Szene gesetzten Rathaus und dem Rückert-Denkmal. Eine besondere Atmosphäre besitzt der Wochenmarkt (siehe Lokale Spezialitäten).

Martin-Luther-Platz

Das geistliche Zentrum der Stadt, mit der evangelischen Hauptkirche St. Johannes und dem Dekanat. Der einzige noch weitgehend historische Platz der Stadt ist ein Ort der Ruhe.

Platz an der Kunsthalle

Mit dem Arkadenbau von Roderich Fick (1931-1933)

Jägersbrunnen

Mit einem künstlichen Bach (Bild siehe Schwerpunkt Mode) und einer 54 m2 großen LED-Werbewand am Iduna-Hochhaus. Hier zweigt die unscheinbare Hadergasse ab, nach der eine Schweinfurter Originalfigur benannt wurde und sich die älteste Musikkneipe der Stadt Sheppards befindet; die Kriegsschäden sind immer noch nicht ganz beseitigt und die Stadtmauer ist gleichzeitig Gefängnismauer der Villa Rosa.

Schillerplatz

Ein in strenger Geometrie eines Dreiecks angelegter Platz, mit Springbrunnen und dem neobarocken Justizgebäude. Der Name erinnert an das Stadttheater, das sich ursprünglich hier befand. Ins Pflaster eingelassene Metallbänder mit Aussprüchen von Friedrich Schiller.

Mainpromenaden

Gutermann-Promenade

Westlich der Maxbrücke. Die Promenade mit Grünanlage ist ein Abschnitt des Maintalradweges und verläuft zwischen den Bahngleisen entlang der Altstadt und dem Main. Mit Anlegestellen für Sportboote und dem Main-Café (siehe Cafes und Kneipen). Hier ist auch die Anlegestelle für Personenschiffe; ausführlichere Infos hierzu siehe im Artikel Main, im Abschnitt „Schifffahrt“.

Mainpromenade Mainkai-Zollhof

Östlich der Maxbrücke. Die neue Promenade ist ebenfalls ein Abschnitt des Maintalradwegs. Hier befindet sich das alte Hauptzollamt (Bayerischer Klassizismus), sowie Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe und das Jugendgästehaus der Stadt Schweinfurt (siehe Unterkunft). Auf einer alten Mainbastion ist eine Gastion, ein Glaskubus mit Cafe und Freisitzen in Planung; derzeit ist dort der Stadtstrand (siehe Nachtleben).

Parks

Wallanlagen

Durch Mainpromenaden und Wallanlagen ist die Altstadt ringsum mit Wegen und Grünanlagen umgeben, mit zwei größeren Unterbrechungen beim Kaufhof im Südwesten und dem Celtis-Gymnasium im Nordwesten. Die Wallanlagen bestehen aus mehreren, z. T. isoliert liegenden Parks:

  • Süden: Alter Friedhof
  • Westen: Chateaudun Park zwischen Stadtmauer und Stadttheater, mit Rasenflächen zum Ruhen;
  • Norden: Fichtelsgarten mit Schuttberg und großem Baumbestand;
  • Nordosten: Motherwellpark zwischen Stadtmauer mit einem Turm und Marienbach, mit Teich und Kinderspielplatz;
  • Südosten: Am Unteren Wall, neuere Grünanlage an Stadtmauer und Stadttürmen; in einem Turm ist die Weinstube s'Türmle (siehe Mittel - in der Altstadt); Skate-Anlage unter einer Brücke unweit des Mains, hier ist ein Durchgang zur Mainpromenade, mit dem Maintalradweg.

Stadtpark Wehranlagen

Der über zwei Kilometer lange Stadtpark, am Anfang mit Kinderspielplatz, zieht sich vom Südufer des Mains gegenüber der Altstadt aus der Stadt heraus, vorbei an Wasserspielen, großen Biergarten und Bootshäfen des Ruderclubs und Schwimmclubs, bis in den Schweinfurter Mainbogen, mit seinen Weinbergen und Schloss Peterstirn. Schließlich endet er in einem schmalen Wanderweg entlang des Mains, mit Blick auf das mächtige Schloss Mainberg auf der gegenüberliegenden Mainseite mit seinen Weinbergen. Der Wanderweg endet schließlich an der Schonunger Bucht, einer Mainbucht mit Badestrand, die auch mit dem Auto erreichbar ist.

Wildpark an den Eichen
  • Wildpark Tier- und Freizeitpark im Stadtwald, im Norden der Stadt; ideales Ausflugsziel für Familien mit Kinder; ganzjährig geöffnet, Eintritt frei; ausreichend kostenlose Parkmöglichkeiten; Stadtbushaltestelle. Viele naturbelassene Tiergehege. Ausgangspunkt mehrerer Wanderwege bis in den Landkreis Bad Kissingen, durch das zum Teil unbesiedelte Schweinfurter Oberland (Brönnhof).
  • 500 Tiere: Huf-, Damwild und Vogelarten aus Europa und anderen Erdteilen
  • Streichelzoo
  • Teich
  • Waldschenke Mo.-Fr. ab 13:30, Sa., So. und Feiertage ab 12:00; November-März nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet
  • Themen-, Abenteuer- und Kinderspielplätze für alle Altersgruppen
  • Wasserspielplatz
  • Liege- und Picknickwiese
  • Kneippbecken
  • Minigolfanlage
  • Tischtennis

Gleich neben dem Wildpark liegt das Freizeitbad Silvana (siehe Freizeitbad).

Weinberge

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Schweinfurt eine bedeutende fränkische Weinbau- und Weinhandelsstadt, mit 320 Hektar Anbaufläche. Viele Bereiche der Stadt befinden sich auf ehemaligen Weinbergen. Auch Goethe schätzte den Schweinfurter Wein, wie aus sieben Goethebriefen hervorgeht und ließ sich von ihm unvorstellbar große Mengen liefern, allein im Jahre 1821 700 Liter. Am Ostrand der Stadt, am Schloss Peterstirn (siehe Bauwerke) sind noch kleinere historische Weinberge erhalten, mit Natursteinmauern und Gerätehäuschen, die nicht, wie anderswo bei der Flurbereinigung der 1970er Jahre von Bulldozern platt gemacht wurden. Hier finden zwei Weinfeste statt, die zu den schönsten in Franken gehören (siehe Regelmäßige Veranstaltungen).