Katedrála svatého Víta, Václava a Vojtěcha

Dass die Burg nicht nur ein Zentrum weltlicher, sondern auch kirchlicher Macht war, demonstrieren die 96 m hoch in den Himmel ragenden Doppeltürme des St.-Veits-Doms. Doch seit der Enteignung durch die Kommunisten gehört der gotische Sakralbau nicht mehr der katholischen Kirche. Daran änderte auch ein jahrelanger Rechtsstreit nach der Wende nichts. Immerhin einigten sich Staat und Kirche 2010 darauf, dass sie gemeinsam Verantwortung für das "nationale Symbol" tragen wollten. Tatsächlich sieht das wohl atheistischste Volk Europas in dem Gotteshaus ein Nationalheiligtum. Schließlich liegt hier der große böhmische König Karl IV. begraben und auch seine bedeutendsten Nachfolger. Die Baugeschichte des Doms begann schon 1344, wurde aber erst 1929 abgeschlossen. Der erste von Karl IV. ernannte Baumeister war der Franzose Matthias von Arras. Nach dessen Tod wurde 1352 Peter Parler, der damals 23-jährige Architekt aus Schwäbisch Gmünd, mit der Fortsetzung der Arbeit beauftragt. Dieser gestaltete in den folgenden 46 Jahren das südliche Querschiff und den Chor. Nach Parlers Tod (1399) verschleppten die Hussitenkriege die Bauarbeiten, und erst 1892 wurden die beiden 82 m hohen Westtürme beendet. Der knapp 100 m hohe Hauptturm wurde gotisch begonnen, im Renaissancestil weitergebaut und barock beendet. Die stilwidrige Kupferspitze sollte vorläufig sein, doch das Provisorium hält bis heute. Im Dom sah Parlers Plan kein Buntglasfenster vor, doch passt die mächtige Rosette ("Die Erschaffung der Welt") mit einer Fläche von 100 m2 kongenial zu seiner Arbeit. František Kysela setzte sie 1921 aus mindestens 27.000 Gläsern zusammen. Bemerkenswert ist auch das Fenster "Kyrill und Method" in der dritten Kapelle - die Auftragsarbeit einer Bank wurde vom Jugendstilkünstler Alfons Mucha angefertigt. Ein besonders wertvoller Schatz lagert über der St. Wenzelskapelle gleich neben dem Südportal: die Krönungsinsignien. Nur ganz selten (zuletzt 2013) werden sie ausgestellt. Sieben Schlösser, deren Schlüssel u.a. der Staatspräsident, der Prager Erzbischof und der Oberbürgermeister hüten, sichern die Kronkammer.
Lage
Altstadt
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