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Altstadt, Neustadt: die schönsten Stadtteile in Prag

Stadtteile Prag: Prag Zentrum – die Altstadt

Die Prager Altstadt ist Anlaufstelle Nummer Eins für alle Besucher. Dort beginnt das eigentliche historische Prag und seine Geschichte. Herz der Altstadt ist der Altstädter Ring, einer der schönsten Plätze Europas. Der sogenannte Stadtteil Prag 1 gehört allerdings kaum noch den Pragern, sondern mittlerweile fast ausschließlich den zahlreichen Touristen. Sie flanieren vom Unterende des Wenzelsplatzes, wo die Altstadt beginnt, zum Altstädter Ring und weiter zur Karlsbrücke.

Mindestens die Astronomische Uhr des Altstädter Rathauses und die Figuren auf der Karlsbrücke müssen auf jedes Foto, dazu eine Menge Selfies vor den imposanten Bauwerken an jeder Ecke. Cafés und Boutiquen wechseln sich ab mit zahlreichen Straßenständen und Souvenirläden. Lebende Statuen, Jongleure, Straßenmaler und Musiker säumen die Straßenränder. Neben den üblichen Souvenirs bilden die zahlreichen Kristallglasboutiquen und Marionettenläden eine lokale Besonderheit.

Natürlich haben sich auch allerlei internationale Restaurants, Fastfood- und Klamottenketten angesiedelt. Wer sich auf die Architektur konzentriert, ist hellauf begeistert: Kaum eines der Häuser ist nicht historisch. Fast zu jeder Tages- und Nachtzeit geht es quirlig und belebt zu in der Prager Altstadt.

Die Prager Rathausuhr wird voraussichtlich bis Sommer 2018 saniert und ist momentan nicht zu sehen. Der komplizierte Mechanismus des Figurenspiels der Astronomischen Uhr wird in seinen Ursprungszustand zurückversetzt: statt elektrischem Antrieb übernehmen wieder Seilzüge und Gewichte die Mechanik.

Must-Sees im Prager Zentrum: Sehenswürdigkeiten

  • Altstädter Ring
  • Prager Rathaus
  • Altstädter Brückenturm
  • Haus zur Schwarzen Madonna
  • Grand Café Orient
  • Pulvertor
  • Beer Museum Prague
  • Sex Machines Museum
  • Karlsbrückenmuseum
  • Smetana Museum
  • Bethlehemskapelle

Rundgang durch Prag Zentrum

Dieser Spaziergang ist ungefähr 3 Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden. Es lohnt jedoch, sich mehr Zeit zu nehmen, um die eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten der Altstadt und auch die Stimmung zu genießen.

Startpunkt: Unteres Ende des Wenzelsplatz, Fußgängerzone Na příkopě

Die Straße Na Můstku führt auf den Gallenmarkt auf der Havelská, wo allerlei Souvenirs und Ramsch verkauft werden. Nordöstlich überragt die Sankt-Gallus-Kirche den Markt. Wer hungrig rechts abbiegt, landet bei der Česká Kuchyně Havelská Koruna in der Havelská 23. Das einfache Selbstbedienungslokal hat während der sozialistischen Ära vermutlich nicht anders ausgesehen. Es ist wohl das günstigste und authentischste Lokal weit und breit in der Altstadt, man darf allerdings nicht wählerisch sein. Im engen Gässchen Melantrichova liegt zwischen zahlreichen Souvenirgeschäften das Sex Machines Museum. Die Gasse mündet direkt auf den Altstädter Ring. Vis-à-vis sieht man bereits die Menschentraube vor der Rathausuhr stehen. Achtung: Die Uhr ist im Moment demontiert und wird voraussichtlich erst ab Mitte 2018 wieder in Betrieb genommen.

Das Altstädter Rathaus ist das imposanteste Gebäude am Altstädter Ring. Den Platz dominiert das Denkmal für den Reformator Jan Hus. Sehenswert sind das Haus zur Steinernen Glocke und die Teynkirche mit ihren imposanten Türmen. Von der Staroměstské náměstí zweigt die kleine Gasse Tynská ab. Dort steht das Haus zum Goldenen Ring, das eine Galerie moderner tschechischer Kunst beherbergt. Rechts davon führt ein Durchgang in den Teynhof, der von prachtvollen Bauten umgeben ist. Verlässt man ihn über das Osttor, gelangt man zur Sankt-Jakobs-Kirche. Skurril im Inneren: ein mumifizierter Arm hängt angekettet von der Kirchenwand.

Weiter geht’s durch die Jakubská zur Rybná und noch einmal ums Eck gelangt man zum Platz der Republik. Dort steht das beeindruckende Gemeindehaus Obecní dům im Art-nuveau-Stil. Daneben befindet sich das Pulvertor, das einstige Stadttor Prags. Durchs Tor gelangt man in eine der ältesten Gassen der Stadt, die Zeltnergasse. Sie führt zurück zum Altstädter Ring. Auf dem Weg dahin schlägt das Herz von Architekturfans höher: Das Haus zur Schwarzen Madonna ist nicht etwa eine Kirche, sondern eines der bedeutendsten Gebäude des Prager Kubismus. Im ersten Stock lädt das traditionsreiche Grand Café Orient zum Verweilen ein. Am Ende des anschließenden Obstmarktes gelangt man zur Rückseite des Ständetheaters. Daneben befindet sich das geschichtsträchtige Karolinum.

Geht man weiter durch die kleinen Gässchen, vorbei an Souvenirlädchen, gelangt man zur Dominikanerkirche St. Ägidius. Daneben liegt in der Husova das Beer Museum Prague. Es lohnt sich, einen Zwischenstopp einzulegen und den Durst zu löschen. Große Mengen gibt’s freilich nicht bei der Degustation. Gleich nebenan steht die Bethlehemskapelle, in der schon Reformator Jan Hus predigte. Geht man weiter Richtung Moldau, gelangt man zum Divadlo na zábradlí, dem Theater, in dem Vaclav Havel als Dramaturg wirkte. Aufgepasst: an der Dachrinne hängt, leicht zu übersehen, die Skulptur „Embryo“ des Künstlers David Černy. Unweit des Theaters, ebenfalls am Moldauufer, liegt das Smetana Museum. Von dort aus sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Karlsbrückenmuseum. Auf der Karlsbrücke mit ihren 30 Brückenfiguren und der fantastischen Aussicht auf die Prager Burg endet der Rundgang.

Stadtteile Prag: Prag 2 – Die Neustadt

Die Neustadt Prags, Nové Město, schließt sich unmittelbar an die Altstadt an. Sie bildet das Handel- und Geschäftszentrum Prags mit großen Boulevards, imposanten Opernhäusern und namhaften Theatern. Diverse Einkaufszentren liegen entlang der Flaniermeile durch die Neustadt, auch Casinos, Livemusikclubs, Kinos und Hotels befinden sich in der Neustadt. Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Durch deren große Fenster man kann wunderbar die Prager und die Touristen beobachten.

Es lohnt sich, mit einem Rundumblick durch die Straßen zu gehen, an vielen Ecken ist Kunst versteckt, manchmal auch hoch oben in der Luft. Der Mix der unterschiedlichen Architekturstile, auch aus der Zeit der kommunistischen Ära, ist hochinteressant. Das Viertel lädt zum Schlendern, Ausgehen und Shoppen ein, nicht zuletzt auch mit einigen kleinen Boutiquen tschechischer Designer. Museumsfans kommen in der Prager Neustadt ebenfalls nicht zu kurz.

Must-Sees in Prag 2, der Prager Neustadt: Sehenswürdigkeiten

  • Wenzelsplatz
  • Nationalmuseum
  • Alfons Mucha Museum
  • Museum of Communism
  • Lucernapassage
  • Karlsplatz
  • Neustädter Rathaus
  • Nationaltheater
  • Schützeninsel
  • Dvořák-Museum
  • Staatsoper
  • Jerusalem Synagoge
  • Café Slavia
  • Tanzendes Haus
  • Ständetheater

Rundgang durch Prag 2 – die Prager Neustadt

Dieser Rundgang ist ungefähr 4 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Wer es nicht eilig hat, nimmt sich ruhig etwas mehr Zeit, um die eindrucksvollen Gebäude der Prager Neustadt auch von Innen zu betrachten, Cafés und Restaurants auszuprobieren und die Stimmung zu genießen.

Startpunkt: Oberes Ende des Wenzelsplatzes

Am oberen Ende des Wenzelsplatzes thront der Heilige Wenzel auf seinem Pferd und überschaut die Szenerie. Hinter ihm steht der prunkvolle Neo-Renaissancebau des Nationalmuseums. Läuft man in Blickrichtung Wenzels den Platz hinab, gelangt man zum Gedenkstein an Jan Palach und Jan Zajík. Die Studenten wählten aus Protest gegen die einmarschierenden Sowjettruppen während des Prager Frühlings 1969 den Freitod. Typisch für den Wenzelsplatz sind großzügige Jugendstilpassagen, die verschiedene Straßenzüge miteinander verbinden. Die schönste ist die Lucerna-Passage auf der linken Seite. In ihr befindet sich neben dem ältesten Jugendstilkino Prags eine berühmte Skulptur David Černys: die Parodie des Heiligen Wenzel auf einem falsch herum von der Glaskuppel hängenden Pferd.

Blogger-Tipp von:
Ines Wagner
Das Nationalmuseum wird schon seit längerem umgebaut, die Dauer ist ungewiss. Die Prager witzeln selbst über ihre „Dauerbaustelle“.

Imposant ist auch die Fassade des Hotel Evropa. Im eleganten Hotel Palace ein paar Schritte weiter logierte die halbe Welt – von Alain Delon bis George Bush. Kurz danach geht es rechts in die Jindřišská zum Alfons-Mucha-Museum. Bei der Sankt-Heinrich-Kirche geht es nach links weiter zum „Slawenhaus“ und dem Broadway Theater, danach biegt man in die belebte Einkaufsmeile Na příkopě. Nach einigen Metern erreicht man das Museum of Communism im Palais Savarin, das aufschlussreich über die Zeit der sowjetischen Vorherrschaft berichtet.

Geht man geradeaus weiter, kommt man am unteren Ende des Wenzelsplatz vorbei. Geradeaus geht’s weiter bis zur Metro Station Národní třída. Dort linkerhand, etwas versteckt hinter einer Passage, steht David Černys Skulptur „Kafka“. Folgt man der Národní třída weiter, lässt man sich in der Václav-Špála-Galerie von junger, zeitgenössischer tschechischer Kunst überraschen. Zur Kaffeepause lockt das Café Louvre, versteckt im Obergeschoß der Národní třída Nummer 20, mit seinen Stuckdecken und einem sensationellen Mousse au Chocolat. Weiter geht’s vorbei an der barocken Sankt-Ursula-Kirche zur Neuen Bühne, Nová céna. Der typisch sozialistische Klotz wird oft verspottet, bildet aber mit dem danebenliegenden Nationaltheater einen spannungsreichen Kontrast.

Damit geht’s auch schon am Ufer der Moldau weiter, nicht ohne zuvor im berühmten Café Slavia einen Absinth zu trinken, oder zumindest das Bild „Der Absinthtrinker“ von Viktor Olivas anzusehen. Weiter entlang der Donau liegt rechterhand die Slaweninsel, beliebtes Ausflugsziel im Sommer. Lässt man die Insel hinter sich, sieht man schon von Weitem das Tanzende Haus des Architekten Frank O. Gehry. Von Innen kann man es nicht besichtigen, außer man besucht die Glass Bar im siebten Stock. Vom Tanzenden Haus aus biegt man wieder stadteinwärts in Richtung Karlsplatz und Neustädter Rathaus. Hier endet der Stadtspaziergang. Wem inzwischen der Magen in den Knien hängt, aber die Lust auf „schon wieder Gulasch und Knödel“ vergangen ist, findet unweit des Karlsplatzes ein kleines vegetarisches Restaurant: „Estrella“ in der Opatoviká 17 verwöhnt mit ausgezeichneter Fusion-Küche.

Stadtteile Prag: Josefov

Das einstige jüdische Viertel ist heute der teuerste Bezirk der Stadt. Nachdem die alten jüdischen Häuser Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der miserablen baulichen und hygienischen Bedingungen abgerissen wurden, bauten die Prager herrliche Jugendstilvillen. Nur ein paar alte Synagogen, der Alte Jüdische Friedhof und vereinzelte Gebäude erinnern an die jüdische Vergangenheit. Im Sozialismus heruntergewirtschaftet, entwickelte sich der Stadtteil nach der Wende zum Luxusviertel. Heute befinden sich die Edelboutiquen internationaler Modelabels in den prachtvollen Jugendstilhäusern. Angesagte Restaurants, stylische Cafés und zeitgenössische Kunstgalerien prägen das Bild des Viertels. Auch die teuerste und vornehmste Straße Prags befindet sich in Josefov. Sie heißt – nicht weiter verwunderlich – Pařížska, Pariser Straße. Das Viertel lädt durchaus zum Flanieren, Schaufensterbummeln und Shoppen ein. Die meisten Touristen kommen jedoch, um die Synagogen und den Alten Jüdischen Friedhof zu besuchen.

Must-Sees in Prag-Josefov: Sehenswürdigkeiten

  • Spanische Synagoge
  • Jüdisches Museum Prag
  • Altneusynagoge
  • Maiselsynagoge
  • Sankt-Agnes-Kloster
  • Rudolfinum
  • Pinkassynagoge
  • Alter Jüdischer Friedhof
  • Klausensynagoge

Rundgang durch Prag-Josefov

Dieser Spaziergang ist 2 km lang und dauert etwa anderthalb Stunden. Wer sich für die jüdische Geschichte interessiert und die Synagogen und den Alten Jüdischen Friedhof besichtigen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen möchte, plant etwas mehr Zeit ein.

Startpunkt: Altstädter Ring

Man folgt der Prachtstraße Pařížska, der Pariser Straße, die vom Altstädter Ring abgeht. Entlang edler Juweliere, nobler Flagshipstores namhafter Haute Couture Labels und schicker Cafés geht es in Richtung Moldau. Nach rechts zweigt die Široká ab und führt zur Spanischen Synagoge. Am Abend werden hier oft Konzerte aufgeführt. Neben der Synagoge steht eine surrealistische kopflose Skulptur – das erste Kafka-Denkmal Prags. Geradeaus weiter geht’s durch die kleine Gasse Anežká zum Sankt-Agnes-Kloster. Von dort aus sind es nur ein paar Meter zur Kirche Sankt Simon und Juda, in der bereits Mozart auf der Orgel spielte. Durch die Dušní und die Bílkova gelangt man zur Altneusynagoge. Zuvor sollte man der kleinen Gedenktafel an der Bílková 10 Beachtung schenken: Franz Kafka wohnte hier. An der Ecke neben der Altneusynagoge steht das alte jüdische Rathaus. Besonders ist die Rathausuhr mit hebräischen Ziffern: Sie läuft rückwärts.

Nicht weit vom jüdischen Rathaus entfernt steht die Maiselsynagoge. Im Café Franze Kafký erinnern Zitate an den Wänden an den Schriftsteller, mehr allerdings auch nicht. Am Ende der Maiselova gelangt man auf den Kafka-Platz. An das einstige Geburtshaus mit der Hausnummer drei erinnert eine Büste. Wendet man sich die Kaprova hinab in Richtung Moldauufer, gelangt man zum kleinsten Museum Prags, das an den avantgardistischen Jazzer Jaroslav Ježek erinnert.

Weiter Richtung Ufer erreicht man bald den Platz, der nach Jan Palach benannt ist, dem Märtyrer des Prager Frühlings 1969. Am Moldauufer linkerhand prangt prächtig das im Neorenaissance-Stil erbaute Rudolfinum. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Prager Kunstgewerbemuseum. An dessen Rückseite liegt die Pinkassynagoge und der Alte Jüdische Friedhof. Der Eingang ist auf der Široká, zumeist muss man etwas Wartezeit und Geduld mitbringen.

Blogger-Tipp von:
Ines Wagner
Wem die Wartezeit vorm Alten Jüdischen Friedhof zu lang und das Gedränge zu unangenehm ist, besucht den Neuen Jüdischen Friedhof. Zwischen über und über mit Efeu überwucherte Gräber und Baumalleen spaziert es sich herrlich. Franz Kafka liegt dort auch begraben.

Verlässt man den Friedhof am Ausgang, erreicht man die Klausensynagoge, an deren Seite der ehemalige Zeremoniensaal anschließt. Hier endet der Spaziergang. Man kann wahlweise quer durch Josefov zurück zum Altstädter Ring laufen oder man schlägt die Richtung zur Donau ein und spaziert entlang des Ufers in Richtung Karlsbrücke weiter.

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