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Potsdam - Potsdams Umgebung

Check-in

Nein! Vergiss es. Auch wenn du meinst, vom Berlin-Urlaub nur einen Tag für Potsdam abzwacken zu können, das wird der Stadt nicht gerecht, die schon Friedrich der Große dem Nachbarn Berlin an der Spree vorzog. Ein Wochenende darf es mindestens sein. Es lohnt sich, versprochen.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Das größte Bauwerk (1763-69) des 18. Jhs. im Park von Sanssouci besitzt mehr als zweihundert Räume. 428 Götter und Halbgötter, an denen zwölf Bildhauer und mehrere Dutzend Steinmetze sechs Jahre…
Potsdams Hauptanziehungspunkt vereint Natur, Schlösser und kleinere Bauten zu einem einzigartigen Kunstwerk. In der von Lenné gestalteten, 2,9 km2 großen Parkanlage ist der 2,5 km lange Hauptweg,…
Ein holländisches Idyll mitten in Potsdam, salopp auch "Klein-Amsterdam" genannt. 1734 wurde das Architektur-Ensemble für holländische Kolonisten begonnen, 1742 war es fertig. Insgesamt entstanden…
Der Filmpark - entstanden auf dem Gelände der einst größten Filmstadt Europas, die sich heute Medienstadt Babelsberg nennt - bietet Ihnen viel: Autocrashs, aufsteigende Rauch- und Nebelschwaden,…
Das vielseitige Programm bietet Livemusik und multikulturelle Events. Die Musikpalette reicht von Rock/ Pop über Ethno und Jazz bis Klassik. Auch Veranstaltungen zu Film, Literatur, bildender Kunst…
Im futuristisch anmutenden Neuen Theater am Tiefen See werden klassische und zeitgenössische Stücke gespielt. Weitere Spielstätten: Im wunderschön-barocken und original restaurierten…
Die Spezialität des Cafés sind köstliche Käsetorten, die du nicht nur hier genießt, sondern auch mit nach Hause nehmen kannst. Bis zu 30 verschiedene Sorten werden vom hauseigenen Konditor…
1747 weihte Friedrich II. das eingeschossige, lang gestreckte Schloss mit einem Bankett ein. Das weltberühmte Bauwerk ist reich mit Möbeln, Gemälden, Plastiken und Porzellan aus dem 18. Jh.…
Am 10. April 1826 unterzeichnete Friedrich Wilhelm III. eine "Allerhöchste Cabinets-Ordre", für zwölf russische Sänger eine Kolonie zu errichten. Fast auf den Tag genau ein Jahr später zogen die…
Zehntausende strömen bis spät in die Nacht in die z.T. farbig angestrahlten Schlösser und in die Parkanlagen, in denen Musik, Theater, Akrobatik, Lesungen und kulinarische Genüsse geboten werden.…
SAP-Gründer Hasso Plattner ist nicht nur Software-Milliardär, sondern auch Kunstsammler. Was der Wahl-Potsdamer in den vergangenen Jahrzehnten zusammentrug, stellt er seit 2017 im mit seinem Geld…

Reisezeit

Januar
sehr gut
2°C
Februar
sehr gut
4°C
März
sehr gut
8°C
April
sehr gut
13°C
Mai
sehr gut
19°C
Juni
sehr gut
22°C
Juli
sehr gut
23°C
August
sehr gut
22°C
September
sehr gut
19°C
Oktober
sehr gut
13°C
November
sehr gut
6°C
Dezember
sehr gut
3°C

Die beste Reisezeit für Potsdam - Potsdams Umgebung sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 13° Celsius erreicht. Die sonnigsten Monate sind Mai, Juni und Juli mit durchschnittlich 8 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 2° Celsius bei 10 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 13° Celsius und die Nachttemperatur bei 4° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 9 Tagen. Die regenreichsten Monate sind Januar und Juli.

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Entdecke Potsdam

Eine aufgeräumte Stadt

Andere Städte sind betongrau. Potsdam, Brandenburgs Hauptstadt, hingegen ist grasgrün und wasserblau. Dieses Erscheinungsbild ist eine Folge der Eiszeiten, die ihre Gletscher über die Landschaft schoben und dabei ein Seenreich hinterließen. So wirkt Potsdam eher wie ein Naherholungsgebiet und weniger wie eine Landeshauptstadt. Den Eindruck verstärkt die ungemeine Aufgeräumtheit der Stadt – die Rasenkanten scheinen mit der Nagelschere geschnitten zu sein, Graffiti sucht man vergebens. Seit dem Fall der Mauer ist sehr viel öffentliches und privates Geld in Sanierung und Wiederaufbau geflossen. Was bis heute nach verfallener Ruine aussieht, heißt Ruinenberg und wurde auf Wunsch eines Hohenzollern so aufgestellt, um antikes Flair in die Stadt zu holen.

Lange Kerls aus Afrika 

Das preußische Königshaus der Hohenzollern hat Potsdam überhaupt erst zur Stadt gemacht. Erwähnt wurde die Siedlung an einem Havelübergang zwar schon 993. Richtig rund ging es aber erst Mitte des 17. Jhs., als die Wahl des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm für eine Residenz neben Berlin auf Potsdam fiel. Sein Enkel Friedrich Wilhelm I. setzte noch einen drauf und ließ Potsdam zur Garnisonstadt ausbauen. Der Mann trug den Beinamen Soldatenkönig zu Recht. Besondere Freude hatte er an seiner Leibgarde, den Langen Kerls. Mindestens 1,90 Meter mussten die Soldaten messen – gar nicht einfach zu finden zu der Zeit. Sogar aus Afrika wurden Männer angeworben oder verschleppt. Kein Wunder, dass damals die Stadtmauer entstand, von der heute mit dem Brandenburger, dem Nauener und dem Jägertor noch drei Stadttore erhalten sind. Anders als üblich diente sie weniger der Abwehr von Feinden als vielmehr der Abschreckung zwangsrekrutierter Truppen vorm Desertieren.

Der große Friedrich 

Eine Generation später prägte Friedrich der Große die Stadt. Er liebte Musik und seine Hunde und sprach angeblich besser Französisch als Deutsch, gerne auch mit dem Philosophen Voltaire. Doch seinen Beinamen verdiente sich Fritz, indem er Preußen durch Kriege einige neue Gebiete verschaffte. Zu Hause in Potsdam wurde der Aufstieg seines Landes sowie sein Kulturinteresse mit großartigen Neubauten gefeiert. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete ihm am Gipfel künstlich angelegter Weinbergterrassen das hübsche Rokokoschlösschen Sanssouci, was „ohne Sorge“ bedeutet. Die Skizzen dafür lieferte der künstlerisch ambitionierte Herrscher selbst.

Nationale Vielfalt

Für seine Nachkommen setzte Friedrich mit dieser Anpassung der Stadt an den persönlichen Geschmack den Trend. In den folgenden Jahrhunderten ließen Preußens Könige Potsdam immer wieder dem neuesten Architekturschrei gemäß ergänzen und umbauen. Barock? Neuer Markt! Klassizismus? Marmorpalais! Englischer Landhausstil? Schloss Cecilienhof! Einflüsse aus aller Herren Länder wurden dabei ebenso gerne genommen wie deren Bewohner. Der Alte Fritz meinte es ernst, als er davon sprach, dass in seinem Land jeder nach seiner Fasson selig werden solle. Protestantische Hugenotten belebten das vom Dreißigjährigen Krieg ausgeblutete Land und brachten französische Begriffe wie Kinkerlitzchen (von „quincailleries“: wertlose Kleinigkeiten) mit. Holländer bekamen ihr eigenes Viertel und legten den sumpfigen Untergrund trocken. Kulturell vielfältig geht es immer noch zu. Aktuell leben Menschen aus fast 150 Nationen in der Stadt. Infolge dieser Offenheit hat Potsdam alles zu bieten, was in den vergangenen Jahrhunderten in Europa architektonisch und kulturell jemals in war. Zumindest, wenn es aus der Zeit vor 1945 stammt.

Ist das Königsarchitektur oder kann das weg?

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs legten Bombergeschwader der britischen Royal Air Force große Teile des Zentrums in Schutt und Asche. Bis heute werden bei Bauarbeiten immer wieder Blindgänger von diesem Großangriff ausgegraben. Auch wenn bis 1989 große bauliche Lücken blieben – ihren Beitrag zum Stadtbild hat die DDR durchaus geleistet. Seit dem Mauerfall werden diese Zeugnisse jedoch nach und nach zugunsten des Wiederaufbaus historischer Gebäude aus königlichen Zeiten beseitigt. Diesen Blick zurück nach vorne finden nicht alle Potsdamer dufte. Schließlich gehören der Sozialismus und die Zeit als Verwaltungssitz des Bezirks Potsdam auch zur Geschichte der Stadt. Warum sollte man diese Spuren tilgen? Doch mit Fernsehmoderator Günther Jauch und Software-Milliardär Hasso Plattner hat sich der Neu-Potsdamer Geldadel öffentlichkeitswirksam auch mit eigenem Geld zum Team „historischer Rekonstruktivismus“ geschlagen. Das wird nun durchgezogen. Die Unesco hat 1990 schließlich nicht das 1974 am Alten Markt von Margot Honecker eröffnete und 2017 wieder abgerissene Institut für Lehrerbildung (in späteren Jahren als Fachhochschule genutzt) zum Weltkulturerbe ernannt, sondern die Schlösser und Parks diverser Generationen von Hohenzollern. Wer Lust hat, die sonst so preußisch- kontrollierten Potsdamer einmal emotional zu erleben, spreche sie auf diese Grundsatzfrage an. Doch die neuere Geschichte ist nicht wegzureden und wird erhalten. Im Schloss Cecilienhof kann man sich den Originaltisch ansehen, an dem nach Ende des Zweiten Weltkriegs Josef Stalin, Winston Churchill und Harry S. Truman über die Zukunft Deutschlands entschieden. Das Militärstädtchen Nr. 7, das sich der sowjetische Geheimdienst für seine Arbeit abriegelte, ist zum begehbaren Museum geworden. Und ein Hauch Kalter Krieg weht noch beim Überqueren der Glienicker Brücke, an der West und Ost ihre Agenten austauschten.

Seit 1911 laufen hier die Bilder von der Rolle

Auch Regisseur Steven Spielberg war schon in Potsdam. Er ließ seinen Hauptdarsteller Tom Hanks bei den Dreharbeiten zum Hollywood-Thriller „Bridge of Spies“ 2014 am Originalschauplatz herumturnen. Manche mag so ein Staraufgebot beeindrucken. Potsdamer sind an Filmbetrieb jedoch gewöhnt, und zwar seit 1911. Damals ließ Filmpionier Guido Seeber den Spaten für das erste Studio in den Brandenburger Sandboden stechen. Die erste Klappe fiel im Jahr darauf für den Stummfilm „Totentanz“ mit Asta Nielsen, die bald auf der ganzen Welt bekannt war. Von Marlene Dietrich bis Brad Pitt haben seitdem gefühlt alle in den Hallen von Babelsberg sowie im historischen Stadtbild gedreht. Was an Kulissen und Requisiten später nicht mehr gebraucht wurde, lässt sich im Filmmuseum sowie im Filmpark Babelsberg besichtigen. Dieser führt Besucher auch durch die Berliner Straße. Die Außenkulisse ist vielfach verwendbar und hat schon New York und Warschau gemimt. Dauerhaft gedreht wird hier die RTL-Soap „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Wer die Schauspieler einmal persönlich kennenlernen möchte, hat dazu Gelegenheit. Autogrammstunden werden regelmäßig organisiert. Manchmal ist es im Alltag anstrengend, wenn schon wieder eine Hauptstraße in der Stadt wegen eines Drehs gesperrt ist. Doch die Potsdamer beschweren sich nicht, und das hat nicht nur mit dem heimlichen Stolz auf das deutsche Hollywood zu tun. Die Film- und Fernsehindustrie ist für die Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zur Medienstadt Babelsberg gehören neben den Filmstudios das Sendezentrum des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), das Deutsche Filmorchester Babelsberg, das Deutsche Rundfunkmuseum, das Deutsche Rundfunkarchiv sowie mehr als 120 kleinere Unternehmen.

Wissens- und Kulturstandort Potsdam 

Dass der Industrie der Nachwuchs nicht ausgeht, dafür sorgt die älteste Medienhochschule Deutschlands, 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet, heute als Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf bekannt. Hier lernten Andreas Dresen und Bjarne Mädel ihr Handwerk. In Kombination mit vier weiteren Hochschulen und mehr als 40 Forschungseinrichtungen macht sie Potsdam zudem zu einem wichtigen Wissenschaftsstandort. Über 10 000 Wissenschaftler und mehr als 25 000 Studierende konzentrieren sich hier. Letztere wohnen zwar gerne in Berlin und pendeln, die selbst ernannte Studentenstadt sieht darüber aber wohlwollend hinweg. Präsent, und zwar weltweit, sind hingegen die Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, die genau wissen wollen, wie das mit dem Klimawandel läuft. Für ihren Standort, bislang Typ „gemäßigtes Klima der mittleren Breiten“, prophezeien sie höhere Temperaturen und weniger Regen. Schlechte Nachrichten für die Rasen- und Rabatten- Beauftragten von Sanssouci. Wandel an sich kann auch eine gute Sache sein – Kulturwandel bringt Innovatives hervor. Das Areal um die Schiffbauergasse zeigt, dass gelebte Kultur auch Jahrhunderte nach Friedrich II. noch großgeschrieben wird in Potsdam. Wo im frühen 19. Jh. mit viel Dreck und Staub verbunden Dampfschiffe gebaut und bis 1990 Gas für die Stadt produziert wurde, hat sich heute Kultur aller Art etabliert. Im Waschhaus gibt es Partys, Comedy und Konzerte, im T-Werk wird getanzt und Theater gespielt, und auch die Potsdamer Institution Hans-Otto-Theater hat ihre Hauptspielstätte im Kunstund Kulturquartier. Man muss also nicht das große Berlin sein, um alles zu haben, was man zum Wohlfühlen braucht.

Gut zu wissen

Anreise

Über den Berliner Ring (A10) ist Potsdam sehr gut ans Autobahnnetz angebunden. Allerdings gehört dessen südlicher Bereich zu den am stärksten befahrenen Abschnitten. Zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal läuft daher seit mehreren Jahren der Ausbau auf acht Fahrstreifen. Es kommt dort immer wieder zu Staus.

Per Bahn nach Potsdam zu kommen, ist entspannt. Am Potsdamer Hauptbahnhof halten vorwiegend S- und Regionalbahnen. Letztere bringen dich in 25 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof in die Stadt. Die S7 benötigt für die gleiche Strecke 35 Minuten, hält dafür aber auch an den Potsdamer S-Bahnstationen Griebnitzsee und Babelsberg.

Auch die Anreise mit dem Flieger läuft über Berlin. Vom Flughafen Schönefeld fährt jede Stunde die Regionalbahn RB22 durch, die eine knappe Stunde bis zum Potsdamer Hauptbahnhof benötigt. Etwas länger dauert die Fahrt mit der S-Bahn. Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) wird ebenfalls über diese Strecke mit Regional- und S-Bahn an Potsdam angebunden. Vom Flughafen Tegel brauchst du mit der Kombination aus Bus X9 bis Zoologischer Garten und von dort mit der Regionalbahn oder S7 weiter etwa eine Stunde bis Potsdam.

Der Trend zur Busfahrt ist auch an Potsdam nicht vorbeigegangen. Direkte Verbindungen gibt es aus allen größeren deutschen Städten. Der Busbahnhof liegt zentral am südlichen Ausgang vom Hauptbahnhof.

Auskunft & Tickets

Antworten auf alle Fragen sowie alle aktuellen Veranstaltungen kennt Potsdam Marketing (Hotline Mi–Fr 9–19, Sa/So 9–15 Uhr | Tel. 0331 27 55 88 99 | potsdamtourismus.de). Vor Ort ansprechbar sind die Mitarbeiterinnern in zwei Filialen im Hauptbahnhof (Mo–Sa 9.30–18.30, So 9.30–15 Uhr, neben Gleis 6) und am Alten Markt (Humboldtstraße 1–2 | Mo–Sa 9.30–18.30, So 9.30– 15 Uhr). Dort bekommst du auch Tickets für Konzert- und Theaterbesuche.

Eintrittspreise der Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg beruhen auf freiwilliger Basis von 2 Euro (z. B. Neuer Garten, Park Babelsberg, Schlossgarten Charlottenburg). Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg betreibt zudem zwei Besucherzentren: Besucherzentrum am Neuen Palais sowie das Besucherzentrum an der Historischen Mühle.

Fahrrad

In Potsdam ist vieles nur eine kleine Radtour entfernt, und die Stadt investiert seit Jahren kontinuierlich in Radwege. Über das Zentrum verteilt findest du die Mieträder der Firma Nextbike | 1 Euro/30 Min., max. 9 Euro/ Tag | nextbike.de), die auch in Berlin sowie in über 50 anderen deutschen Städten vertreten ist. Die Anmeldung (auch über die App) lohnt sich also. Das Rad schaltest du ebenfalls über das Smartphone frei oder eine Hotline (Tel. 030 69205046).

Alternativ kannst du dir ein Rad bei Pedales (April–Okt. Mo–Fr 7–19, Sa/So 9.30–19, Nov.–März Mo–Fr 8–19, Sa 9.30–19 Uhr | Tel. 0331 88 71 99 17 | potsdam-per-pedales.de) am Hauptbahnhof mieten. Ein Tag kostet 12, eine Woche 65 Euro. Tretfaule ordern ein E-Bike, Paare Tandems und Familien Kinderanhänger. Solche Sonderwünsche solltest du vorher telefonisch anmelden. Eine zweite Leihstation ist am Bahnhof Griebnitzsee Pedales (April–Okt. Mo–Fr 9–18.30, Sa/So 9–19, Nov.–März Mo–Fr 9–18, Sa 10–14 Uhr) .

Fundbüro

Abgelenkt von royaler Pracht auf der Schlossparkbank die Tasche liegen gelassen? Keine Panik, ehrliche Finder tragen sie ins städtische Fundbüro im Stadthaus (Friedrich-Ebert-Str. 79–81 | Mo 10–18, Di–Do 8–18, Fr 8–14 Uhr Tel. 0331 2 89 15 87 | fundbuero@rathaus.potsdam.de). Falls Schlüssel und Kamera in Bus und Bahn geblieben sind, hilft das ViP-Fundbüro (Fritz-Zubeil-Str. 96 | Mo–Do 9.30–16, Fr bis 15 Uhr | Tel. 0331 6 61 45 55 | info@vip-potsdam.de). Nach drei Tagen übergibt es die Findlinge allerdings den Kollegen von der Stadt.

Internet/WLAN

Verdammt! Die Handyfotos aus Sanssouci sind toll geworden, doch für das Hochladen bei Instagram reicht das Datenvolumen nicht. Für solche Situationen hat das Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie Verständnis und daher im ganzen Bundesland kostenlose WLAN-Hotspots installiert. Knapp 30 davon finden sich an öffentlichen Orten in Potsdam wie dem Naturkundemuseum, dem Hans-Otto-Theater oder der Gedenkstätte Lindenstraße. Eine Karte mit allen Adressen steht auf der Website der Zeitung Märkische Allgemeine (maz-online.de).

Weitere Hotspots, dank derer man 30 Min./Tag frei surfen kann, hat der Mobilfunkanbieter Vodafone an verschiedenen Ecken der Stadt aufgebaut (Karte unter publicwifi.de). Darüber hinaus bieten Hotels und viele Cafés in Potsdam ihren Gästen Zugang ins Netz an.

Notrufe

Polizei (Tel. 1 10)

Feuerwehr und Notarzt (Tel. 1 12)

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (11 61 17)

Telefonseelsorge (0800 1 11 01 11)

Jugendnotdienst (0331 29 18 89)

Tierklinik (0331 973034)

E-Tretroller

Wenn man vom Kopfsteinpflaster und manchem Minianstieg absieht, ist Potsdam dank überschaubarer Größe für Flaneure gemacht. Durch die Parkanlagen geht es ohnehin am besten per pedes. Auch sonst lohnt es sich, zu Fuß zu gehen, um entschleunigt die ganze Pracht der Stadt zu genießen. Doch wer sich einmal wieder wie ein Kind fühlen möchte, nimmt sich einen der Elektroroller, die im Zentrum einsatzbereit auf den Bürgersteigen stehen. Einfach per App registrieren, ausleihen und losrollern, z. B. bei Voi (1 Euro Startgebühr plus 15 Cent/Min. | voiscooters.com).

Öffnungszeiten

Einkaufen in Potsdam ist gemütlich, dazu passen auch die Öffnungszeiten Mo bis Fr 10 bis 18, Sa bis 16 Uhr. Manch kleiner Laden öffnet auch erst eine Stunde später, schließt früher wieder und gönnt sich dazwischen eine Mittagspause. Am Sonntag ist überall geschlossen, auch in der Einkaufspassage des Hauptbahnhofs. Im Winter machen auch manche Schlösser Pause.

Radfahrverbot

Obacht ist beim Radeln durch die schönen Schlossparks angesagt. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nimmt es mit dem Schutz des Unesco-Weltkulturerbes nämlich genau. Sowohl das Fahren als auch das Schieben, kurz: die Existenz von Rädern ist nur auf explizit ausgewiesenen Radstrecken erlaubt.

Stadtführungen

Der Klassiker heißt „Potsdam zum Kennenlernen“ und startet jeden Tag (im Winter nur am Wochenende) um 11 Uhr an der Touristeninfo am Alten Markt. Für 9 Euro erhält man in zwei Stunden einen Überblick (Tickets und weitere Infos unter potsdamtourismus.de). Mehr zu sehen dank Fahrrad gibt es samstags um 10.30 Uhr mit der Tour „Potsdam Royal“ von den Potsdamer Radexperten von Pedales (25 Euro/4 Std. | Treffpunkt Pedales Hauptbahnhof | potsdam-per-pedales.de). Nach Vorbestellung radeln sie mit dir auch zu den Villen der Filmstar in Babelsberg oder rund um den Wannsee.

Falls dir das Rad als Fortbewegungsmittel zu langweilig sein sollte: rauf auf den Segway! Mit dem Anbieter Seg2Go (ab 69 Euro/2,5 Std. | seg2go.de) cruist du entweder durch die Innenstadt oder durch Babelsberg und um den Wannsee.

Warum sich nicht mal durch Potsdam futtern? Die Touren von Eat the world (ab 33 Euro | Tickets unbedingt früh genug online buchen | eat-the-world.com) kombinieren Wissenswertes über das Holländische Viertel oder die Altstadt mit Einkehrschwenks bei örtlichen Gastronomen, um ungarische Paprikawurst und russischen Kaffee zu probieren. Die sowjetische Geschichte der Stadt hat Berlins Taiga (ab 10 Euro | Termine und Tickets online | berlinstaiga.de) im Fokus. Regelmäßig geht es durch das einst abgeriegelte Militärstädtchen Nr. 7 oder auf Suche nach Ostspuren durch den Park Babelsberg.

Wem das alles zu aufwendig ist, kann in bewährter Weise Potsdam per Busrundfahrt erkunden. Durch die Stadt in 15 Stops nach dem Hop-on-Hopoff- Prinzip gondelt die City Tour (17 Euro | potsdam-city-tour.de). Günstiger wird es, wenn man die oben schon angepriesenen touristischen Linien der städtischen Verkehrsbetriebe nutzt.

Taxi

Manchmal muss es doch der Tür-zu- Tür-Service per Taxi sein. Die rund um die Uhr besetzte Zentrale ist unter Tel. 0331 29 29 29 erreichbar. Der Grundpreis liegt bei 3,80 Euro, zu dem tagsüber 2,10 (ab 4 km 1,70), nachts 2,50 (bzw. 1,90) Euro dazu kommen.

Bus und Bahn

Die Busse und Straßenbahnen des Verkehrsbetriebs in Potsdam (fesch abgekürzt: ViP) kutschieren dich verlässlich bis an die entlegensten Orte der Stadt. Dreh- und Angelpunkte im Netz sind die Stationen Hauptbahnhof und Lange Brücke. Von dort starten etwa die extra als touristische Linien deklarierte Sanssoucilinie (Busse X15 oder 695) über das Schloss Charlottenhof bis Schloss Sanssouci oder die Cecilienhof-Linie (Bus 603) über die historische Innenstadt, die Russische Kolonie Alexandrowka und das Marmorpalais bis zum Schloss Cecilienhof. Eine Übersicht sowie alle weiteren Infos finden sich unter: vip-potsdam.de Das ViP-Einsatzgebiet ist in drei Tarifzonen eingeteilt. Falls du nicht nach Brandenburg oder Berlin möchtest, reichen die Zonen A und B. Das Einzelticket dafür kostet 2,10, eine Tageskarte 4,20 Euro. Mit Letzterer kannst du bis früh um 3 unterwegs sein und drei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren mitnehmen. Wer jünger ist, fährt sowieso kostenlos. Sparfüchse, die im Rudel reisen, nehmen die Kleingruppen- Tageskarte für bis zu fünf Personen für 10,20 Euro.

Nachtbusse

Zwischen ein Uhr nachts und fünf in der Früh übernehmen die Buslinien N14, N15, N16 und N17 den Transport in Potsdam. Vom Zentrum aus schwärmen sie stündlich in alle Himmelsrichtungen aus. Damit du wirklich sicher nach Hause kommst, gibt es den Service, zwischen den offiziellen Haltestellen auszusteigen, wenn es der Verkehr erlaubt. Dem Fahrer kurz Bescheid zu geben reicht.

Auto

Es gibt Bequemeres, als Potsdam mit dem Auto zu erkunden. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, muss sich zumindest in der Innenstadt darauf einstellen, fürs Parken zu bezahlen. In Tiefgaragen, Parkhäusern und in den Straßen des zur Parkzone erklärten Zentrums kostet das Abstellen Geld (je nach Lage 0,50 Euro für 15 bis 30 Min.). Eine Übersicht bietet mobil-potsdam.de.

Boot

Potsdam hat so viel Wasser – das schreit nach Fortbewegung per Boot. Das Potsdamer Wassertaxi (potsdamer-wassertaxi.de). fährt von April bis Oktober nach einem festen Fahrplan mit 13 Haltepunkten vom Park Glienicke über Sacrow, Park Babelsberg, Hauptbahnhof bis zum Strandbad Templin und zurück. Die Fahrscheine gibt es an Bord ab 7 Euro. Wenn du dir den Ausflugsdampfer sparen möchtest, schipperst du mit dem Tagesticket für 19 Euro kreuz und quer, so viel du magst.

Wer selbst treten, rudern oder paddeln vorankommen möchte: Die entsprechenden Gefährte kannst du auf der Freundschaftsinsel bei der Bootsvermietung Moisl leihen.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Karfreitag; Ostersonntag und -montag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt; Pfingstsonntag und -montag

3. Oktober

Tag der Deutschen Einheit

31. Oktober

Reformationstag – im benachbarten Berlin kein Feiertag

25./26. Dezember

Weihnachtsfeiertage

Veranstaltungen

Januar

Unterwegs im Licht (potsdam.de/unterwegs-im-licht): Kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen der Stadt knipsen im dunklen Januar für einen Tag Lichtinstallationen an. Dazu gibt‘s Führungen und Veranstaltungen.

Made in Potsdam (made-in-potsdam.com): Lokale Künstler machen Tanz und Musik, zeigen Kunst und lesen vor.

März/April

Tulpenfest im Holländischen Viertel (hollaendisches-viertel.com): Blumen, Bands und Poffertjes, ein Frühlingswochenende lang

Filmfestival Sehsüchte (sehsuechte.de): Über einhundert internationale Kurz- und Langfilme werden beim größten Studierenden-Filmfestival Europas auf dem Uni- und Studiogelände in Babelsberg gezeigt.

Mai

Potsdamer Tanztage (potsdamertanztage.de): Die Tanzwelt trifft sich für zwölf Tage in Potsdam.

Baumblütenfest in Werder (baumbluetenfest.com): Eine Woche, wenn die Obstbäume blühen. Blütenball, Kremserfahrt und Weinverkostung locken Hunderttausende Besucher in die Kleinstadt im Westen Potsdams.

lit:potsdam (litpotsdam.de): Literaturfestival, das Zugang zu privaten Villen und Gärten verschafft. Besonders ausgefeiltes Kinder- und Jugendprogramm.

Juni

Unesco-Welterbetag (welterbedeutschland.de): Wenn am 1. Juniwochenende deutschlandweit Weltkulturerbestätten feiern, ist das größte Ensemble des Landes mit dabei.

Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci (musikfestspiele-potsdam.de): Etwa 80 zumeist klassische Konzerte vor historischer Kulisse folgen einem Motto.

Juli

Königliches Weinfest (koeniglicherweinberg.de): Winzer-Schaulaufen samt Verkostungsmöglichkeit am königlichen Weinberg

Schirrhofnächte (t-werk.de): Open- Air-Theaterspektakel auf dem Schirrhof an der Schiffbauergasse

August

Potsdamer Schlössernacht (potsdamer-schloessernacht.de): Musiker, Literaten und Künstler aller Art geben an mittlerweile zwei Sommerabenden alles in den speziell beleuchteten Schlössern sowie im Park von Sanssouci.

September

Potsdamer Dreiklang (potsdamerdreiklang.de): Potsdamer Jazztage, Kunstgenuss-Tour und der Tag des offenen Denkmals lassen Potsdam an einem Wochenende klingen.

Oktober/November

Unidram Internationales Theaterfestival (unidram.de): Kulturgeister aus ganz Europa zelebrieren neun Tage Tanz, Theater und Musik auf dem Areal an der Schiffbauergasse.

Dezember

Weihnachtsmärkte: Der Klassiker residiert an der Brandenburger Straße. Zur Potsdamer Vielfalt gehören der Adventsgarten in der Russischen Kolonie Alexandrowka, der Böhmische Weihnachtsmarkt auf dem Weberplatz in Babelsberg (jeweils 1. und 2. Adventswochenende), das Sinterklaas- Fest im Holländischen Viertel (2. Adventswochenende) und der Polnische Sternenmarkt am Neuen Markt (1. Adventswochenende).

Bloss nicht!

"Garnisonskirche" sagen

Beim Sprechen rutscht das „s“ oft dazwischen. Ist aber falsch; Garnisonkirche heißt das Ding. Friedrich Wilhelm I. ließ den Bau ab 1730 schließlich für seine Garnison errichten, und die braucht kein Genitiv-s.

Filigranes Schuhwerk tragen

So viele Schlösser! Das verlangt nach modischem Schick. Doch wer auf hohen Hacken oder in Lackschuhen loszieht, wird angesichts von Anhöhen und Kopfsteinpflaster nur mit Blasen belohnt.

Auf Prominentenjagd gehen

Schon Friedrich II. wollte, dass in Potsdam jeder nach seiner Fasson selig werden dürfe. Dieses Anrecht auf Ruhe gilt auch für prominente Anwohner und Stars, die für einen Filmdreh in der Stadt sind. Mit der Handykamera auf Paparazzo zu machen ist uncool. Wer freundlich fragt, bekommt sicher ein Autogramm.

Royalen Rasen betreten

Potsdams Grünflächen sind Weltkulturerbe und verlangen Respekt. Daher gilt in den Parks von Sanssouci, Babelsberg und dem Neuen Garten: auf keinen Fall die Wege verlassen! Ans Grillen oder an Drohnenflüge ist gar nicht zu denken.

Prüde sein

Nackte im Neuen Garten? Freikörperkultur war in der DDR Tradition und will gepflegt werden. Daher duldet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten diesen Kult an der Badestelle am Heiligen See. Bekleidete sind auch willkommen!

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Dunkle Havel/ Kalte Havel/ Tiefe Havel/ Stille Havel

Ob toter Frachtschiffkapitän oder Mord in der Potsdamer Innenstadt – Hauptkommissar Toni Sanftleben findet die Täter. Von Tim Piepers Regionalkrimis erschienen bislang vier Bände (2015, 2016, 2018, 2019).

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Was Theodor Fontane über Potsdam, Brandenburger Land und Havel zu berichten wusste, in fünf Bänden (1862– 1889).

Filme

Metropolis

So stellte man sich 1927 die Zukunft vor. Die Große Halle, für den Filmklassiker von Fritz Lang erbaut, ist heute noch in Babelsberg in Betrieb.

Bridge of spies - der Unterhändler

Ein Kunstmaler aus Brooklyn, der für den sowjetischen Geheimdienst spioniert, fliegt auf und wird Teil eines Agentenaustauschs an der Potsdamer Brücke der Spione: Für den Dreh von Steven Spielbergs Spionagethriller wurde die Glienicker Brücke eine Woche gesperrt. (2015)

-2-3 °C
1 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 03:40 Uhr

Anreise

5h 1min
4h 38min
1h 42min
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