Landschaftliche Highlights Porto Santo

Porto Santo

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Adresse
Porto Santo, Portugal
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Nach: Porto Santo, Porto Santo

Informationen zu Porto Santo
Dourada, die Vergoldete, nennen die Einheimischen ihre Insel Porto Santo. Fast 9 km heller, feiner Sand an der Südküste stehen für diesen Namen - und die karamellfarbene Erde, die sich nur im Frühjahr mit einem grünen Hauch überzieht. Sonst dominiert auf Madeiras trockener kleiner Schwester - die sich rühmen kann, als erstes Eiland des Archipels entdeckt worden zu sein - felsige Nacktheit. Nur wenige Tausend Bäume klammern sich mit ihren Wurzeln an die Handvoll Kegelberge - erste Resultate eines bereits kurz nach der Revolution 1974 gestarteten Aufforstungsprogramms, das nun mit einer eigenen Baumschule und sachgerechter Pflanzung (per Hand!) an die Anforderungen angepasst wurde. Es ist heute unvorstellbar, dass sich auf dem rund 11 km langen und 6 km breiten Eiland einst Drachenbaumwälder dehnten und später Kornfelder wogten. Bereits wenige Jahre, nachdem ein Sturm die portugiesischen Ritter João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira an die Küste des zuvor unbekannten Porto Santo verschlagen hatte, diente das Inselchen Entdeckungsfahrern als Proviantstation für weite Reisen. Christoph Kolumbus war einer der ersten von ihnen, er landete schon 1478, allerdings noch als Zuckerhändler, auf Madeira. Wenig später, so die Legende, heiratete er Felipa Moniz, die Tochter von Bartolomeu Perestrelo, der damals erster Legatskapitän (eine Art Gouverneur) Porto Santos war. Im 16. Jh. schließlich entdeckten spanische und italienische Kaufleute, welchen Reichtum ihnen die Drachenbaumwälder Porto Santos zu bescheren vermochten: Das Harz des palmenartigen Liliengewächses war damals in Europa begehrt als Farbsubstanz für Stoffe und Lacke. Kräftig ließen die Händler daraufhin die Stämme ausbluten. Derartiger Raubbau, aber auch Brandrodung und Überweidung zerstörten im Lauf der Zeit die Inselvegetation. Der fruchtbare Boden trocknete aus, Regen und Wind spülten die Ackerkrume in den Atlantik. Der Bau des Nato-Flughafens verschlang weiteres Anbauland. Nun liegen die noch bis ins 20. Jh. mit Obst und Gemüse bebauten Terrassenfelder weitgehend brach, die Dörfer sind verfallen. Fast alle der rund 5500 Inselbewohner leben inzwischen an der Südküste. Der Tourismus ist zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins avanciert. Allerdings kommen hauptsächlich Festlandportugiesen und Madeirer. In der Hochsaison zwischen Juli und September explodieren die Preise. Ein Hotelzimmer kostet dann leicht doppelt so viel wie im April oder Oktober. Dafür gibt es aber auch jede Menge Action - vom Beachvolleyballturnier bis zu Music-and-Dance-Events. Außerhalb der portugiesischen Urlaubsmonate hingegen liegt die Insel, auf der fast das ganze Jahr über ein moderates Klima herrscht und herrliche Gesteinsformationen zu bewundern sind, wie in einem Dornröschenschlaf. Mithilfe des weitläufigen 18-Loch-Golfplatzes, der nach Norden hin um weitere neun Löcher erweitert wurde, und durch die bessere Vermarktung des Thalasso-Angebots sowie des als heilkräftig (u.a. bei Rheuma) geltenden Sandes wollen die Fremdenverkehrsstrategen dies jedoch ändern.

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