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Oxford

Check-in

Zauber-haftes Oxford – Stadt der Geheimnisse: ein Portal zur magischen Welt von Harry Potter mit angeketteten Büchern, holzgetäfelten Essenssälen und Wendeltreppen zu windumtobten Turmzimmerchen. Studenten in flatternden Talaren kurven auf dem Fahrrad durch holperige Gassen, ein dick gemauertes College kuschelt sich ans nächste, groteske Wasserspeier auf den gotisch gezackten Türmen überblicken die mittelalterliche Altstadt von hoch oben: Dieses Postkartenimage ist auf der ganzen Welt bekannt. Romantisches Oxford: „sweet city with her dreaming spires“, frei nach Poet Matthew Arnold. Wenn Sie sich jetzt aber ein verschlafenes Nest vorstellen, haben Sie sich gewaltig geirrt. Oxford ist steinalt und postmodern, ehrwürdig und albern, vornehm und prollig, wunderschön und hässlich und alles zwischendrin. Die Türme träumen vielleicht, aber sonst pennt hier keiner! Was in Oxford abgeht, damals wie heute, geht auf keine Kuhhaut.

Apropos Kuhhaut: Ox-Ford ist das englische Ochsen-Furt, eine flache Stelle, wo die Kühe die Themse überqueren konnten. Schon mal was von der heiligen Frideswide gehört, Prinzessin, Nonne und Schutzpatronin von Oxford? Im frühen Mittelalter baggerte ein gewisser Algar die schöne Unnahbare ohne Pause an, bis Gott schließlich die Nase voll hatte und den lästigen Algar mit Blindheit strafte. Leider hatte Gott aber Frideswide nicht vorher gefragt, sondern einfach so mit dem Blindmachen losgelegt – diesen Akt fand die Angelsächsin nun aber wieder zu viel des Guten. Also tat sie, was jeder in dieser Situation machen würde: Sie ließ eine heilige Quelle entspringen, durch deren Zaubertrank Algar wieder sehen konnte. Dann gründete sie noch schnell ein Kloster, und der Rest … ist Geschichte!

Um Oxford zu verstehen, muss man sich über das komplizierte Verhältnis von Stadt und Uni im Klaren sein. Stadt (town) und Uni (gown, bezeichnet den akademischen Talar) liegen praktisch seit der Stunde null im Dauerzwist – oft ging es hier um Leben und Tod. 1209 flohen verängstigte gownies nach Krach mit townies gen Nordost und gründeten dort eine brandneue Uni. Der Name des unbekannten kleinen Kaffs, wo sie sich niederließen? Cambridge! Am St Scholastica’s Day 1355 wurde es in Oxford noch mal besonders schlimm: Eine Schlägerei in der Swyndlestock Tavern am Carfax uferte in eine Gewaltorgie aus – 63 Studenten wurden dabei von den Städtern umgebracht; noch fast 500 Jahre später musste jeder Stadtbewohner dafür als Kollektivstrafe jedes Jahr 63 Pennys an die Universität bezahlen. Der König schlug sich auf die Seite der Uni: gown hatte nun fast vollständige Macht über town und das Sagen auch in städtischen Angelegenheiten wie beispielsweise das Festlegen von Preisen und Gewichten oder die Straßenreinigung. Bis heute ist das Verhältnis zwischen den Parteien angespannt.

Oxford ist die älteste Uni im englischsprachigen Raum. Ihre Gründung ist einem Streit zwischen Frankreich und England zu verdanken: Um König Henry II zu ärgern, schmiss die Pariser Uni 1167 alle Engländer raus. Diese zogen wieder ab in ihr Heimatland und ließen sich in Oxford nieder. Hier gab es auch praktischerweise schon ein paar religiöse Institutionen, und so entstanden langsam daraus die ersten Colleges – die oft biblischen College-Namen und die auf Mönchskutten basierenden akademischen Talare zeugen heute noch davon. Religion war in Oxford oft lebenswichtig: In der Reformation verbrannte man je nach Weltanschauung nicht nur Bücher, sondern auch Menschen – schaurig. Berühmteste Brandopfer sind die Bischöfe Cranmer, Latymer und Ridley. Ein Kreuz aus Pflastersteinen mitten in der Broad Street erinnert an die Stelle, wo die drei protestantischen „Ketzer-Kollegen“ unter der katholischen Königin „Bloody Mary“ 1555/56 ihr grausiges Ende auf dem Scheiterhaufen fanden.

Auch heute noch dominiert die Universität die Stadt. Es gibt sie praktisch nur als Konzept und nicht als Gebäude: Oxford University besteht aus 38 über die Stadt verteilten Colleges. Jedes College hat seine eigene Identität samt skurrilen Sitten und Gebräuchen. Die Uni Oxford ist eine staatliche Hochschule: Wie an allen anderen Universitäten in England auch, kostet es für UK- und EU-Bürger £9250 pro Jahr, hier ein Bachelor-Studium zu machen, für Studenten aus Übersee wesentlich mehr. Bewerber gibt es viele, denn egal welche Rangliste man konsultiert, Oxford tummelt sich stets ganz oben. Wer keine Top-Noten vorweisen kann, hat keine Chance, angenommen zu werden. Und hat man sich einen Studienplatz erkämpft, geht’s weiter hart zur Sache: Die Leistungsansprüche sind hoch. Über die Hälfte der britischen Premierminister sind Ex-Oxonians, inklusive Theresa May, David Cameron, Tony Blair und Margaret Thatcher.

Neben der weltbekannten Eliteuni gibt es aber noch eine zweite Hochschule in der Stadt: Oxford Brookes University mit vier separaten Campussen. Mit seinen vielen Studenten ist Oxford (158 000 Ew.) eine junge, dynamische und facettenreiche Stadt. Insgesamt sind über 40 000 Studenten hier – in den Semesterferien von Juli bis September weniger Studis, dafür aber Tausende jugendliche Sprachschüler, die hier ihr Englisch verbessern wollen. Studenten wohnen oft im College oder in Studentenwohnheimen, ältere Semester aber auch über die Stadt verteilt in WGs. Bei Studenten besonders beliebt: das Trendviertel Jericho und die dynamisch-alternative Cowley Road.

Hauptarbeitgeber in Oxford sind das NHS (National Health Service, das staatliche Gesundheitssystem), die Bildungseinrichtungen, Forschung und Technologie, das Verlagswesen und natürlich: der Tourismus! Pro Jahr machen sich rund sieben Millionen Besucher auf den Weg in die Universitätsstadt, um die traditionsreichen Colleges zu besichtigen und die einzigartige Atmosphäre zu erleben. Die wohlhabenden Colleges beeindrucken mit mittelalterlicher Pracht, und auch im UK selbst wird Oxford gern als posh, vornehm, angesehen. Die Stadt hat aber auch mit Herausforderungen zu kämpfen: Die Schulleistungen liegen unter dem englischen Durchschnitt, bestimmte Stadtteile im Süden und Osten gehören zu den sozial schwächsten in ganz England, eins von vier Kindern wächst in Armut auf, und ein Fünftel der Erwachsenen hat keine oder niedrige Qualifikationen. Soziale Brennpunkte existieren neben altüberlieferten Privilegien der reichen Elite. Tendenziell wohnen Wohlhabendere eher im Norden, so in Jericho und Summertown, Ärmere im Süden und Osten, z. B. in Cowley. Dauer- Gesprächsthema sind die extrem hohen Wohnkosten: Oxford ist überflutungsgefährdet, der Stadtkern denkmalgeschützt, die Stadt von einem Grüngürtel umgeben – es gibt wenig Platz für neuen Wohnraum und der existierende ist der teuerste in ganz Großbritannien.

Auch der Brexit beschäftigt die Menschen vor Ort. Die Oxforder wollten ihn nicht – im Referendum 2016 stimmten sie mit deutlicher Mehrheit dafür, in der EU zu bleiben. Brexit means Brexit, verkündet Premierministerin Theresa May immer wieder, aber niemand wird schlau daraus, was genau das bedeuten soll. Besonders in der akademischen Welt sieht man die Post-Brexit-Situation mit Bedenken: Was wird aus EU-weiten Forschungsprojekten und europäischen Austauschprogrammen, wie geht’s weiter für die vielen EU-Bürger, die hier leben und arbeiten? Doch die Scheidung läuft ...

Den wahren Geist Oxfords erleben Sie erst, wenn Sie grundverschiedene Orte auf sich wirken lassen. In der Stadtmitte drängen sich mittelalterliche Colleges mit ihren Kapellen und gezackten Türmchen um die historische High Street. Den Kern der kleinen, historischen Altstadt können Sie bequem zu Fuß erkunden – besonders stimmungsvoll ist ein Spaziergang in der Dämmerung, wenn die Retro-Straßenlaternen ihr schummriges Licht auf die dicken alten Gemäuer werfen und sich die gotischen Verzierungen bizarr gegen den intensiv gefärbten Himmel abzeichnen. Oxford inspirierte mit seinen Türmen und seiner mittelalterlichen Atmosphäre Dichter von damals und heute und ist beliebte Filmlocation – nicht nur für die Harry-Potter-Filme. Betreten Sie im Herzen der Altstadt den Radcliffe Square mit dem ikonenhaften Rundbau der Radcliffe Camera und Blick über die jahrhundertealten Unigebäude – und Ihnen stockt der Atem. Im Norden finden Sie den Hipsterstadtteil Jericho mit seinen Artisan-Foodie-Läden und der mit Lämpchen geschmückten Ausgehstraße Little Clarendon Street, im Osten lockt die bunt-dynamische Cowley Road mit authentischer Multikultiatmosphäre, trendigen Bars und Restaurants und cooler Streetart. Die romantischen Parks und Wiesen ringsherum und die Wasserwege mit den vorbeigleitenden Stocherkähnen ergänzen das Bild Oxfords als malerisches Städtchen in typisch englischem Setting.

Trotzdem – verträumt war gestern: Nicht nur die wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und Technologiezentren sind ultramodern ausgerüstet und gehören zu den besten der Welt, auch Sehenswürdigkeiten, Kulturinstitutionen und der Dienstleistungssektor sind auf topaktuellem Stand und auch häufig auf Social Media aktiv. Auch die Bauten werden aufgehübscht. Den Anfang machte das Schlossviertel, wo man sich um eine zeitgemäße, nachhaltige und attraktive Restaurierung bemüht, das Bahnhofsviertel soll folgen. Die Colleges bekommen postmoderne An- und Umbauten, die futuristische Blavatnik School of Government und die neue Westgate Mall zeigen, dass Alt und Neu eine kreative Kombi sein können.

Und wenn Sie genug haben von ehrwürdiger Historie und vom Stadtrundgang? Dann erden Sie sich mit einem Real Ale im urigen Pub oder einem sommerlichen Pimm’s im Stocherkahn, rocken auf Festivals ab, tanzen unterm Regenbogen auf dem Cowley Road Carnival. Oxford bringt’s einfach – erleben Sie selbst, wie diese kleine große Stadt es schafft, aus all den Strömungen ein einzigartiges, unvergessliches Ganzes zu zaubern. See you later – bis bald!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Das Kunst- und Archäologiemuseum geht auf eine Kuriositätensammlung im Hinterzimmer einer Londoner Kneipe aus dem frühen 17. Jh. zurück. Seit 1845 im eigens dafür gebauten pompös-…
Wer ist denn da über den Museumsrasen gelatscht? Es war der prähistorische Megalosaurus, dessen Fußstapfen aus einem Steinbruch in der Nähe von Oxford stammen und neugierig auf einen Besuch im…
Die überdachte Seufzerbrücke heißt offiziell (aber viel langweiliger) Hertford Bridge und verbindet zwei Teile von ...?! Richtig, Hertford College! 1282 als Hart Hall gegründet, musste das College…
Rundes Gebäude auf eckigem Platz? Why not! Die kreisförmige Bibliothek entstand 1749 und ist heute das berühmteste Gebäude von Oxford. VIP-Arzt John Radcliffe hinterließ der Uni nicht nur seine…
Oxford, City of the dreaming spires – klar, dass es hier viele tolle Aussichtspunkte gibt. Der gotische Turm von St Mary’s aus dem 13. Jh. ist aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu toppen!…
Das größte, reichste, imposanteste, und berühmteste Oxforder College, Spitzname: The House. Hier tragen die Porter Melonenhüte und die Uhren gehen nach: Jeden Abend um fünf nach neun schlägt die…
Wie wär’s mit einem Bambi-Burger? Keine Sorge, normalerweise steht der hier nicht wirklich auf der Speisekarte. Rehe gibt’s hier aber – im 17. Jh. tatsächlich als Nahrungsmittel angeschafft,…
Absolutes Shopping-Highlight mit außergewöhnlichen Angeboten. Heute finden Sie hier alles von halben Wildschweinen und seltenen Käsespezialitäten über abgefahrene Klamotten bis hin zu…
Unikat: Über die winzig-verwinkelte St Helen’s Passage an der Seufzerbrücke erreichen Sie Oxfords bekanntestes Geheimnis, The Turf. Krummer und schiefer Pub mit mittelalterlichen Ursprüngen,…

MARCO POLO Reiseführer

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12,99 €

Praktische Hinweise

Anreise

Auf dem Oxford Airport landen nur Pilotenschüler und Multimillionäre. Alle Normalsterblichen reisen über Heathrow, Gatwick, Stansted oder Luton an. Die Flughäfen werden von Bussen bedient: Ab Heathrow und Gatwick fährt der Airline Coach: von Heathrow alle 30 Min., Fahrtzeit 1,5 Std.; von Gatwick: stdl., Fahrtzeit 2,5 Std. (www.airline.oxfordbus.co.uk). National-Express-Busse verkehren zwischen Oxford und Stansted wie auch zwischen Oxford und Luton (www.natio nalexpress.com).

Vom Kontinent aus mit dem Eurostar nach London (www.eurostar.com; www.bahn.de), dann weiter von Paddington (alle halbe Stunde, 1 Std. Fahrt). Züge nach Oxford Parkway im Norden fahren von Marylebone via Bicester Village.

Von Dover (mind. 3 Std. entfernt) fahren Sie die M20 Richtung London, dann die M25 im Uhrzeigersinn bis zur Autobahn M40. Oxford liegt ca. 13 km westlich der M40 (von Süden kommend: Abfahrt 8).

Die Oxford Tube (www.oxfordtube. com) ist ein Reisebus, der Sie alle 15 Min. für £15 von London nach Oxford befördert (ca. 1,5 Std.) – mit WLAN und USB-Anschlüssen. Ähnliches Angebot von der X90 der Oxford Bus Company (x90.oxfordbus.co.uk).

Auskunft

Oxford Visitor Information Centre

Infos zu Führungen, Unterkunft, Ausflügen. Im Laden hinten links finden Sie kostenfreie Broschüren. WLAN! Sept.–Juni Mo–Sa 9.30–17, So 10–16 Uhr, Juli/Aug. Mo–Sa 9–17.30, So 9.30–16 Uhr | 15–16 Broad Street | Tel. 01865 68 64 30 | www. experienceoxfordshire.org

Auto

In Großbritannien fährt man auf der linken Seite. Im Kreisverkehr (roundabout) gilt rechts vor links. In Oxford hat man mit dem Auto dieses eine Problem: wo parken? Beste Option: einen Park-and-ride-Parkplatz anfahren. Die gibt’s rund um Oxford herum (alle 24/7 geöffnet): Pear Tree, Oxford Parkway (Norden); Redbridge (Süden); Thornhill (Osten); Seacourt (Westen). Bezahlung am Münzautomaten (£2 pro Tag) oder per Kreditkarte (online/Telefon £2.20). Der Bus in die Stadt ist damit noch nicht bezahlt – hier gibt es mehrere Ticketoptionen, ein Hin- und Rückfahrtticket (return ticket) kostet in der Hauptzeit £2.80. Wer am Redbridge-Parkplatz parkt und eine „Hop-on-hop-off“-Bustour mitmachen will, steigt am besten gleich in den grünen Doppeldecker für die Meadows & Bridges-Tour ein (s. Rundfahrten). Wenn Hotels eine Parkmöglichkeit bieten, ist das etwas Besonderes und steht meist auf der Website. Trotzdem genau erkundigen – oft muss man den Parkplatz dazubuchen.

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland (German Embassy)

23 Belgrave Square | London | www. london.diplo.de | Tel. 020 78 24 13 00

Botschaft der Republik Österreich (Austrian Embassy)

18 Belgrave Mews West | London | www. bmeia.gv.at/london | Tel. 020 73 44 32 50

Schweizer Botschaft (Swiss Embassy) 

16–18 Montagu Place | London | www.eda. admin.ch/london | Tel. 020 76 16 60 00

Einreise

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reicht ein Personalausweis. Wer mit dem Auto kommt, benötigt neben Führerschein und KFZ-Schein auch die grüne Versicherungskarte.

Fahrrad

Verleih, Zubehör, Reparatur, Routenvorschläge, geführte Touren und Fahrradferien – der beliebte Fahrradladen Bainton Bikes in Jericho regelt das! Mo– Fr 8.45–17.30, Sa 9–17, So 10–16 Uhr | Fahrradverleih £10/Tag, £18/3 Tage | Walton Street Cycles, 78 Walton Street | Tel. 01865 31 16 10 | www.baintonbikes.com Baintons Räder bekommt man auch per Smartphone über die Donkey App (www.donkey.bike): online registrieren, mit Kreditkarte bezahlen, Rad mit Code aus einer der docking stations auslösen (£8.40/6 Std., £12/24 Std.). Oxonbikes sind eine Flotte über die Stadt verteilter Tret- und Elektroräder. An 16 unbemannten Stationen kann man sie ausleihen und abstellen. Kostenlos online registrieren (mit Kreditkarte). £1/Std., E-Bikes £2/Std. | Tel. 01865 23 80 13 | www.oxonbikes.co.uk

Fundbüro

Wenn Sie etwas im Bus liegengelassen haben: Tel. 01865 78 54 00.

Gesundheit

Im Notfall rufen Sie über 999 einen Krankenwagen (ambulance). Über den staatlichen National Health Service (NHS) können Sie in Arztpraxen (surgeries) und Krankenhäusern behandelt werden. Die EHIC-Karte (European Health Insurance Card) wird zur Zeit des Redaktionsschlusses noch akzeptiert. Infonummer im Krankheitsfall (nicht im Notfall, außer wenn Zähne betroffen sind): 111. Notfallaufnahme: Accident & Emergency (A&E) | John Radcliffe Hospital | Headley Way | Headington | Tel. 0300 304 77 77 | www.ouh.nhs.uk/ hospitals/jr Die Apotheke Midnight Pharmacy (150 Oxford Road | Tel. 01865 77 01 21) hat Mi– Sa bis 24, So bis 21 Uhr geöffnet.

Internetzugang & WLAN

WLAN-(WiFi-)Zugang bekommen Sie in den meisten Hotels, Cafés, Restaurants etc. kostenfrei. Meist steht das Passwort irgendwo gut sichtbar angeschrieben, ansonsten fragen Sie: What’s the WiFi code, please? Wenn Sie Mitglied des Eduroam-Networks sind, haben Sie Glück: Weil so viele Uni-Institutionen über die Stadt verteilt sind, loggt Ihr Gerät Sie oft automatisch und kostenfrei ein.

Masse & Gewichte

1 inch (in) = 2,54 cm
1 foot (ft) = 30,48 cm
1 pint (pt) = 0,57 l
1 yard (yd) = 0,91 m
1 mile (m) = 1,61 km
Die Konfektionsgrößen 36, 38, 40, 42, 44 entsprechen vor Ort 10, 12, 14, 16, 18

Notruf

Zentraler Notruf 999. Man muss zuerst seinen Namen nennen und wird gefragt: Which service do you require? Krankenwagen heißt ambulance, Feuerwehr fire service, Polizei police.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Oxford Bus Company fährt auf Cityrouten, bedient die Park-and-ride- Parkplätze, London und die Flughäfen Heathrow und Gatwick. Travel Shops: | 89 Gloucester Green (Mo–Fr 7–19, Sa 8–18, So 8–16 Uhr); | 44–45 High Street (Mo– Fr 8–16, Sa 8–16) | Tel. 01865 78 54 00 | www.oxfordbus.co.uk. App, Fahrplan und Karten gibt’s online. Wenn Sie länger bleiben, lohnt sich vielleicht eine wiederaufladbare Key Smartcard (www.ox fordkey.co.uk/smart-card). Ein Smartzone Day Pass (£4.20) ist auch für Busse von Stagecoach (www.stagecoachbus.com) und Thames Travel (www.thames-travel. co.uk) in der City gültig. Wann kommt der Bus? Echtzeit-Infos zum öffentlichen Nahverkehr: www.oxontime.com Megabus (www.uk.megabus.com) und National Express (www.nationalexpress. com) bringen Sie in andere Städte.

Post

Postkarten und Briefe innerhalb Europas verschicken: £1.05. Briefmarken kriegen Sie beim Postkartenkauf in Andenkenläden. Kleine Postämter (post offices) sind in anderen Läden versteckt. Hauptpostamt | 102–104 St Aldates | Mo, Mi–Sa 9–17.30, Di 9.30–17 Uhr

Preise & Währung

Im Vergleich mit Kontinentaleuropa ist das Shoppen und Ausgehen im UK teuer. Viele Museen sind kostenfrei, aber wenn Eintritt verlangt wird, ist dieser oft happig. Besonders auf Genussmitteln und Benzin liegt ein hoher Steuersatz. Die Währung ist das Pfund Sterling (£), die Stückelung sind 100 Pence (p, nur „pii“ genannt). Bei ausländischer Bankkarte sind Gebühren beim Barabheben am Automaten fällig (cash point). Gängige Kreditkarten sind vor allem Visa und Mastercard.

Stadtführungen & Rundfahrten

Stadtführungen gibt es viele – „Official Walking Tours“ können Sie über das Visitor Centre buchen, viele andere Anbieter in der Broad Street sprechen Sie an und möchten Ihnen „die beste Oxford-Tour“ verkaufen. Hierbei können Sie Glück oder Pech haben. Orientieren Sie sich an der Persönlichkeit: Ist Ihr potenzieller Stadtführer freundlich? Witzig? Hat er oder sie abgefahrene Anekdoten auf Lager? Darauf können Sie vielleicht keine historisch fundierte Doktorarbeit aufbauen, aber Ihre Unterhaltung beim Stadtrundgang ist garantiert. Ein schaurig-schönes Erlebnis ist Bill Spectres Ghost Trail: Bill führt Sie mit viel gruseliger Dramatik durch die umspuktesten Ecken Oxfords (Fr/Sa 18.30 vom Schloss, 18.50 Uhr von 15/16 Broad Street startend | £9 | Tel. 0794 104 18 11 | www.ghosttrail.org). Der oben offene Doppeldeckerbus fährt auf zwei Routen (rot: City & University, grün: Meadows & Bridges) alle Sehenswürdigkeiten ab (April–Okt. 9.30–17 Uhr alle 10–15 Min., im Winter weniger oft | Tagesticket (gilt für beide Linien) £15, Kombiticket mit anderen Attraktionen möglich; Tickets im Bus, auch z. B. in Hotels oder im Visitor Centre | Audiokommentar in 11 Sprachen und Kommentar für Kinder (nur auf Englisch) | www.city sightseeingoxford.com). Mit dem Ticket können Sie zu- und aussteigen, sooft Sie möchten. Eine Bötchenfahrt gehört auf jeden Fall zur Oxford-Experience! Immer ab Folly Bridge. Salter’s Steamers schippert in 40 Min. zu Iffley Lock und zurück (April– Okt. | £8), hat aber auch Jazz-Cruises mit Captain’s Barbecue im Programm (£48 | Tel. 01865 24 34 21 | www.salters steamers.co.uk). Oxford River Cruises bieten verschiedene schöne Ausflüge an, z. B. die Pimm’s Cruise (April–Okt. | 1 Std. p. P. £29) oder die Mad Hatters Tea Party (2 Std. | £39 p. P. ) mit Sandwiches, und … Tee! (beide Touren ab 8 Personen, andere Touren ab 1 Person | Tel. 084 52 26 93 96 | www.oxfordrivercruises.com). Bei der Official Oxford Cycling Tour (£21 | 2–3 Std. Dauer) radeln Sie in gemütlichem Tempo alle Topsehenswürdigkeiten ab. Unterhaltsamer, informativer Kommentar, bequeme Räder. Buchen Sie übers Visitor Centre oder bei Bainton Bikes.

Strom

Netzspannung: 240 Volt/50 Hz. Steckdosen haben drei Löcher, die dazu passenden Stecker: three-pins. Adapter nötig. Vergessen Sie beim Handyaufladen nicht, die Steckdose anzuknipsen: Sie hat einen Schalter.

Taxi

Die typischen schwarzen Taxis (hackney cabs) finden Sie nicht nur in London, sondern auch in Oxford. Wenn das Licht auf dem Dach gelb leuchtet, dürfen Sie sich wie im Film mit erhobenem Arm auf die Straße stürzen und: „Taxi!“ rufen – diese Aktion nennt sich hailing a cab. Taxistände finden Sie am Bahnhof, Gloucester Green, St Giles und am Carfax. In ein Black Cab passen fünf bis sechs Fahrgäste, mit Koffern weniger. Die Stadtregierung legt die Preise fest (short.travel/oxf29). Derzeitiger Festpreis fürs Sichübergeben im Auto: £30. Vorbestellte Taxis (normale Autos) sind etwas billiger (nicht nur beim Reinigenlassen, sondern auch allgemein), z. B. ABC Radio Taxis (Tel. 01865 24 24 24 | www.abc radiotaxis.co.uk) oder Oxford Cars (Tel. 01865 40 60 70 | www.oxfordcars.co.uk). Mike John und Mark Hatters Firma Go Green Taxis (Tel. 01865 92 22 22 | www.gogreentaxisltd.co.uk) ist ein umweltfreundliches Unternehmen. Die Taxiapps finden Sie auf den Webseiten.

Telefon & Handy

Telefonzellen nehmen Kreditkarten und Münzen. Vorwahl für Großbritannien 0044, bei Anrufen aus dem Ausland die 0 der Ortsvorwahl (01865 für Oxford) oder die erste Null bei Handynummern weglassen. Vorwahl für Deutschland 0049, Österrreich 0043, Schweiz 0041. Operator: innerhalb UK 100, international 155. SIM-Karten, Prepaid-Karten und Voucher fürs Handy, das in Großbritannien mobile oder meist nur phone genannt wird, kriegen Sie in phone shops (z.B. Carphone Warehouse, Vodafone, O2, Three, T-Mobile), aber auch in Supermärkten und Kiosken (corner shops).

Trinkgeld

Immer genau auf die Rechnung schauen: Trinkgeld (service charge/tip) wird manchmal einfach dazugeschrieben, manchmal nicht. Manchmal steht auch auf der Karte: service not included. Im Pub bestellt man an der Theke und gibt nie Trinkgeld. Wenn man am Tisch sitzt, kann man nach dem Bezahlen auch ein Häufchen Kleingeld auf dem Tisch liegen lassen. Üblich sind 10–15 Prozent.

Zeit

Greenwich Mean Time (GMT) ist ganzjährig eine Stunde hinter der MEZ zurück.

Zoll

EU-Bürger können (so die Regelungen zur Zeit des Redaktionsschlusses) Waren zum persönlichen Gebrauch zollfrei ein- und ausführen (z. B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen), Schweizer Bürger weniger. Info: www.gov.uk/browse/abroad/ travel-abroad

Events, Feste & mehr

Veranstaltungen

Januar-April

Ende Jan. M@sh Marathon: brandneue, experimentelle Musik von innovativen Komponisten, z. B. „Duett für Cello und Abfalleimer“. Ein Erlebnis! Ca. £5 | Jacqueline du Pré Building, St Hilda’s College | www.ox.ac.uk/event/msh-marathon-0

Mitte Feb. Turl Arts: Workshops, Performances und Kunst der Profs und Studis des Turl-Street-College-Trios ( Jesus, Lincoln & Exeter). www.turlarts.org

Anfang März Torpids: College-Ruderregatta von Donnington Bridge bis Folly Bridge

Ende März/Anfang April Oxford Literary Festival: Bücherwurm-Bonanza der Spitzenklasse. Top-Autoren, Creative-Writing- Workshops, Aktionen für Kinder und Erwachsene. www.oxfordliteraryfestival.org

Um die Osterzeit: Oxford and Cambridge Boat Race auf der Themse in London, zwischen Putney und Mortlake. Kultiger Ruderwettbewerb zwischen den Uniteams der beiden Erzrivalen seit 1829. www. theboatraces.org

Mitte April Oxford City Bumps Races: Dieselbe Ruderstrecke wie bei den Torpids und Summer Eights, aber im Vierer statt im Achter. short.travel/oxf25

Mai-Juni 

1. Mai May Day: frühmorgendliches Singen vom Magdalen College Tower

Mai Oxford Artweek: Woche der offenen Tür bei Künstlern in Oxford und Umgebung. www.artweeks.org

Ende Mai Summer Eights: College-Ruderregatta von Folly Bridge bis Iffley Lock

Ende Mai/Anfang Juni Oxford Pride Parade: Das LGBTQ-Festival kulminiert in einem farbenfrohen Umzug durch die Innenstadt. www.oxford-pride.org.uk

Ende Juni Encaenia: offizielle, lateinische Zeremonie zur Verleihung der Ehrendoktorwürde im Sheldonian Theatre. Oxford pur: die feierliche Prozession mit akademischen Roben und Doktorhüten

Anfang Juni Pooh Sticks Championships: Frei nach Winnie the Pooh lässt man über einer Brücke ein Stöckchen ins Wasser plumpsen – wessen Stock zuerst auf der anderen Seite rauskommt, hat gewonnen. Langel Common, Witney | www.poohsticks. com

Juli–September

Anfang Juli Alice’s Day: meist kostenfreie Aktionen und Spaßevents rund um Alice im Wunderland. short.travel/oxf26

Anfang Juli Cowley Road Carnival: Oxford’s big day out! Lustiges Straßenfest mit Umzug, Musik, Tanz, Buden und Kostümen. www.cowleyroadcarnival.co.uk

Ende Juli Truck Festival: Wo trifft man auf solche Musiker wie die Libertines, Idris Elba und das Oxford Symphony Orchestra? Beim Kult-Musikevent in Hill Farm. www. truckfestival.com

Ende Juli/Anfang Aug. Folly Fest: Live- Musikfestival. Gratis! www.follyfest.co.uk

Mitte August Oxford City Royal Regatta: volksfestartige Ruderregatta mit der Zielgeraden in Longbridges. short.travel/ oxf27

1. Mo/Di nach erstem So im Sept. St Giles Fair: traditionsreiche Straßenkirmes

Anfang Sept. Oxford Open Doors: freier Eintritt in viele besondere Gebäude. short. travel/oxf28

Oktober–Dezember

Ende Okt. Oxford Beer & Cider Festival: sinnenfrohes Festival um Real Ale und Cider. Hauszeitschrift mit dem besten Namen: The Oxford Drinker. www.oxford. camra.org.uk

Ende Nov. Oxford Festival of Lights: Lichterfest mit Kunst- und Kulturevents

Dez. Christmas Market: Weihnachtsmarkt

Feiertage

1. Jan.

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mo im Mai

Bank Holiday

letzter Mo im Mai

Bank Holiday

letzter Mo im Aug.

Bank Holiday

25./26. Dez.

Weihnachten

Bloß nicht

Abends zu lange in den University Parks bleiben

30 Minuten bevor’s dunkel wird, werden die Schotten dichtgemacht – wer’s verpasst, hat Pech gehabt und wird eingeschlossen. Studieren Sie also vorher die fast täglich wechselnden Öffnungszeiten – an jedem Eingang angeschlagen sowie online abrufbar. Wenn’s doch mal passiert, keine Bange, dafür gibt’s ein Notruftelefon: Sie dürfen dann kleinlaut um Befreiung bitten. Falls es während der Schließzeiten in den Parks übrigens doch nicht ganz so einsam ist, wie Sie vielleicht jetzt annehmen: getting locked in ist ein bekannter Studentenstunt.

Das C-Wort benutzen

Darauf ist man in Oxford schlecht zu sprechen – am besten erwähnen Sie Cambridge gar nicht. Huch! Sorry! Bei letzterem Ort ist’s so ähnlich wie bei Harry-Potter-Bösewicht Voldemort – niemals den Namen nennen (Doppel- Huch!). Erlaubt ist höchstenfalls die Kombination „Oxbridge“ – beide Eliteunis zusammengewürfelt. Falls es sich also gar nicht vermeiden lässt, sagen Sie immer nur: the other place – alle wissen, was damit gemeint ist.

Das Fernglas vergessen

Selbst falls Sie Adleraugen haben sollten – für die gargoyles und Grotesken ganz oben an den Kirchen und Colleges ist ein Feldstecher wirklich nützlich. Auf Detailfotos sehen die bizarren Figuren nämlich oft viel größer aus, als sie in Wirklichkeit sind. Wäre doch schade, wenn Sie beim besten steinernen Nasenbohrer nicht auch das kleinste Detail messerscharf erkennen könnten!

Die Vögel füttern

Kreisende Geier über Oxford? Nein – Rotmilane. Im Sommer gehören die laut pfeifenden red kites mit ihrer Flügelspannweite von fast zwei Metern zum Stadtbild über den träumenden Türmen. In den 90er-Jahren in der Hügellandschaft Chilterns ausgesetzt, haben sich die großen Raubvögel auf ca. 3000 Paare vermehrt – zu viele, meinen manche, besonders über der Stadt. Deshalb gilt: Füttern verboten!

Im Restaurant eigenständig Platz nehmen

Im Pub und im Café dürfen Sie das, im Restaurant nicht. Oft befindet sich schon ein hilfreiches Schild am Eingang: Please wait here to be seated. Wenn nicht, kommt meistens schon die Bedienung angeschossen und führt Sie zu einem freien Tisch.

„please“ weglassen

Ohne dieses Anhängsel wirken Bestellungen, Bitten oder Wünsche auf Briten äußerst unhöflich. Where’s the castle, please?

Vordrängeln

Auch wenn Sie es noch so eilig haben sollten: „queue-jumping“ ist eine Todsünde!

Special Bücher & Filme

Lesehunger & Augenfutter

The Bone Season – die Träumerin

Erstes Buch (2013) der Fantasyserie der Oxforder Studentin Samantha Shannon (www.samantha-shannon.blogspot.co. uk). Eine Karte und andere Hinweise machen sonnenklar: Die fiktive Strafkolonie Sheol I ist ein dünn verkleidetes Oxford. Die Seherin Paige wird wegen ihrer übersinnlichen Kräfte hierhin verbannt – es folgt eine verbotene Lovestory mit ihrem „Hüter“ Arcturus. Blutfürstin Nashira schöpft Verdacht … Bald auch als Film

Alice im Wunderland

Unbedingt lesen! DAS Kultbuch (1865) schlechthin. Lewis Carroll verewigte viele Oxforder Kuriositäten in seinem berühmtesten Werk. Surreal, genial, oft imitiert: Nichts ist so gut wie das Original

Morse/Lewis/Endeavour

Tatort Oxford: gefühlt ewig laufende Kultkrimiserie (seit 1987) nach den Romanen von Colin Dexter. In den 90ern machte Inspektor Morse Oxford (un)sicher, sein Sidekick Lewis bekam eigene neun Staffeln. Endeavour lässt den jungen Morse im Oxford der 60er-Jahre auferstehen. Für Oxford-Fans ein Must-watch

The Riot Club

Filmversion (2014) des Theaterstücks „Posh“ von Laura Wade. Satire auf den berühmt-berüchtigten Bullingdon-Club von privilegierten, arroganten Oxford toffs (Mitglieder der Oberschicht). Eine wilde Party schlägt über die Stränge – mit viel Gewalt. Verhaftet werden die Schuldigen zwar – aber werden sie auch zur Rechenschaft gezogen?

2-7 °C
2 h/Tag

Fakten

Einwohner 152.000
Fläche 45 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 15:52 Uhr
Zeitverschiebung -1 h (zu MEZ)

Anreise

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