Gamlebyen

Wie zu einem italienischen Küstenstädtchen schlängelt sich die Straße am Hang hinauf nach Gamlebyen, der "alten Stadt" und Oslos historischem Stadtkern. Bis zu fünfstöckige Stadthöfe prägen auch dieses Viertel, aber es gibt reichlich Platz und viel historische Bebauung. Junge Leute wohnen gern hier, viele Einwanderer haben sich in Gamlebyen niedergelassen. Türkische Imbisse und traditionsreiche Restaurants servieren ihre Gerichte Wand an Wand, ein schöner Ausdruck für das Nebeneinander der verschiedenen Kulturen in diesem Stadtviertel. Vom Jahr 1000 bis zum großen Brand 1624 war Gamlebyen das eigentliche Oslo. Es lag zwischen der Bucht von Bjørvika und Grønland und streckte sich noch ein Stückchen den Hügel von Ekeberg hinauf. Obwohl dieses mittelalterliche Oslo nur 600 m lang war und gerade mal ca. 3000 Einwohner zählte, war es ein bedeutendes Machtzentrum. Hier wurde gehandelt, hier hatten König und Bischof mit sechs Kirchen und drei Klöstern ihren Sitz. Die Überreste jenes geistigen und weltlichen Machtzentrums sind bis heute zu sehen. Beim heutigen Bischofssitz kann man im Minneparken die Ruinen der Hallvardskathedrale, des Olavsklosters und der Kreuzkirche besichtigen. Die Kathedrale wurde um 1100 im romanischen Stil gebaut und war nach dem Nidarosdom in Trondheim Norwegens größte Kirche. Der Bischofssitz entstand auf den Ruinen des Olavsklosters. Ein kleiner Spaziergang Richtung Fjord führt zum Middelalderparken, eingeklemmt zwischen Bahnlinie und Autobahn, dem einstigen Machtzentrum des Adels. Hier sieht man die Ruine der Mariakirche, Kirche und Grabstätte der mittelalterlichen Könige. Auch die Königsburg mit ihrer großen Festhalle lag hier am Fjord. Der kleine künstliche See Vannspeilet markiert, wo im Mittelalter das Fjordufer lag.

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