©

Oman

Check-in

Nein, dieser Text beginnt nicht mit der schönen Landschaft oder anderen Vorzügen Omans. Es hätte seine Berechtigung, trotzdem beginnt es mit der 25-jährigen, Kopftuch tragenden Reem und folgendem Dialog: „Wenn Du mal einen Reisebus brauchst, ruf mich an“, sagt sie. Und auf die Frage „Was für einen Bus hat dein Vater denn?“ antwortet sie stolz: „Wieso mein Vater? Ich habe einen 45-Sitzer-Reisebus gekauft und vermiete ihn!“ Damit willkommen in Oman, einem arabisch-islamischen Land, das auf den ersten Blick gängige Klischees erfüllt und in dem vieles doch so anders ist. Denn das Sultanat ist seinen eigenen Weg gegangen, schon immer. 

Doch zunächst einmal zum besagten ersten Blick. Der fällt aus dem Flugzeug, und weil viele Flieger aus Europa nachts im Sultanat ankommen, sieht man kurz vor der Landung erst mal – nichts. Oder, besser gesagt: bodenlose, allertiefste Schwärze. Bis plötzlich orange leuchtende Streifen das schwarze Loch dort unten durchziehen. Es sind die nächtens hell erleuchteten Autobahnen und Straßen, die von der Hauptstadt heraus in die Wüste führen, deutlich sind die Lampen selbst aus der Höhe zu erkennen. Die Streifen nehmen zu, immer mehr und immer verzweigter, dann taucht Muscats Lichtermeer auf, das sich im Meer spiegelt und die umgebenden Berghänge hinaufsteigt wie leuchtende Brandung. Später dann, im Taxi auf dem Weg ins Hotel, entlang der sauberen breiten Straßen mit ihren bunt beblumten Seitenstreifen, die so gar nicht dem althergebrachten Bild vom trockenen „Wüstenstaat“ entsprechen, großes Staunen: „War das nicht eben ... ein Kamel? Direkt am Straßenrand?“ Willkommen in Oman! Der Taxifahrer grinst ... 

Am nächsten Morgen dann aber doch: Hallo Wüste! Vor dem Hotelfenster liegt das Meer, liegen Palmen, Minarette, weiße Würfelhäuser. Und die kahlsten aller Berge, die in jeder Schattierung von Braun und ohne jedes Grün die Hauptstadt vom endlosen Sandmeer mit dem bezeichnenden Namen „Leeres Viertel“ abgrenzen. Zeit für den zweiten Blick: auf den Sonderweg, den Oman im Vergleich zu seinen arabischen Nachbarn eingeschlagen hat. Erstes (sichtbares) Zeichen ist die Kleidung der Männer. Sie tragen zwar auch das bekannte knöchellange Gewand (dishdasha), aber eben nicht nur in Weiß, wie gewohnt, sondern in fast allen Farben des Regenbogens. Das Bunte setzt sich bei den fein gewebten Kopftüchern (massaar) fort, die mit eleganten Stickereien verziert sind. Doch mag die Kleidung auch traditionell sein – das Leben ist modern geworden, das unterscheidet Oman keineswegs von den nahen Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Lehmhäuser und Kamele sind lange schon durch klimatisierte Residenzen und Geländewagen ersetzt worden, nicht nur in der Hauptstadt. 

Trotzdem müssen – und dürfen – Sie natürlich nicht alle Traumbilder des Orients über Bord werfen. In vielen Dörfern und Städten auf dem Land werden wuselnde Wochenmärkte wie seit Jahrhunderten abgehalten, werden Kamele, Ziegen und Rinder versteigert, und jeden Freitag trifft man sich zum Mittagsgebet in der Moschee. Oft finden sich neben neuen Ortsteilen noch die alten, verlassenen Viertel mit den erhabenen Lehmbauten samt verwitterten Holztüren und geschnitzten Fensterrahmen. Traumbilder wie aus – pardon, aber manchmal passen die Klischees eben einfach perfekt! – „Tausendundeiner Nacht“ erleben Sie auch in der spektakulären Natur des Landes, deren Lockruf Sie sich nicht entziehen können. Mindestens eins der grünen Täler (wadis) des Hajargebirges mit ihren kühlen Schatten unter eng stehenden Felswänden und dem Plätschern von Bewässerungskanälen sollten Sie hinaufgewandert sein. Ebenso wie in die raue, karge Gipfelwelt des Hajar, jener Bergkette, die Omans Nordostküste auf ganzer Länge begleitet (und die Sie auch mit einem Geländewagen erkunden können). In Musandam hoch oben im Nordosten taucht das Gebirge dann direkt ins Meer und bildet traumschöne Fjorde. Verpassen Sie bloß nicht, was die omanische Exklave berühmt gemacht hat: eine Fjordfahrt mit jenen hölzernen Schiffen (Dhaus), mit denen die Omanis ab dem 8. Jh. den Indischen Ozean beherrschten und erfolgreich Handel mit Indien, China und Afrika trieben. Im Südwesten, nahe der Grenze zu Jemen, zeigt Oman wieder ein anderes Gesicht: ein karibisches, mit vielen neuen und gerade entstehenden Hotelresorts an herrlichen Sandstränden. Wenn das Öl nicht mehr sprudelt, sollen die Touristen kommen – und das tun sie schon jetzt, sogar wenn es regnet: Wenn der Südwestmonsun von Ende Juni bis Anfang September an den Berghängen Salalahs seine feuchte Fracht ablädt und das sandgelbe Land grün anmalt, tanzen wüstenmüde Araber aus den Nachbarstaaten im Regen. 

Doch zurück zu Omans Sonderweg, der sich auch in der Religion ausdrückt. Ihre weltoffene Lebenseinstellung machte die omanischen Händler schon früher  höchst erfolgreich. Die Wurzeln dieser Haltung reichen in die Anfänge des Islam im 7. Jh. zurück, als sich in Oman nicht Sunniten und Schiiten durchsetzten, sondern die Anhänger Abdullah ibn Ibads: Der Ibadismus ist geprägt von Zurückhaltung, Toleranz und Gewaltlosigkeit gegenüber Andersdenkenden, und er ist Staatsreligion in Oman. Für Sie als Gast bedeutet es ein ahlan wa sahlan, ein „Herzlich willkommen“! Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, Sitten und Gebräuche zu respektieren. 

Den ob des Begriffs „Gewaltlosigkeit“ schmunzelnden Zynikern sei hier gleich der Wind aus den Segeln genommen: Auch die Omanis haben sich mit schöner Regelmäßigkeit den Schädel eingeschlagen im Kampf gegen äußere Feinde, in Stammeskonflikten und nicht selten innerhalb der eigenen Familie. Doch das ist Geschichte und heute strahlen sie eine ruhige Freundlichkeit aus. Hitzige Auseinandersetzungen wie im Jemen, wo auch schon mal die Dolchklinge in der Sonne blitzt, werden Sie in Oman nicht erleben. Natürlich wird in den Souks lauthals gefeilscht und Beduinenfrauen können bei Preisverhandlungen eine erstaunliche Beharrlichkeit an den Tag legen. Aber von Aggression keine Spur, probieren Sie es ruhig mal selbst. Und noch etwas gehört zum guten omanischen Ton: ein sauberes Äußeres. Lachen Sie nicht – in Muscat können stark verschmutzte Fahrzeuge mit einem Bußgeld belegt werden. Die Omanis waren übrigens so nett, ihre schönsten Festungen innerhalb eines knappen Jahrhunderts zu errichten, da müssen Sie nicht so viel Geschichte büffeln. Die ist ohnehin übersichtlich, im Vergleich zu anderen Ländern wie Ägypten oder Syrien. Es gab die Jolanda-Könige, dann ein portugiesisches Gastspiel von 150 Jahren und einen 26-jährigen Bürgerkrieg im 18. Jh., später eine Zeit, in der Sansibar, dessen Gewürznelken enorme Gewinne abwarfen, ein paar Jahre Regierungssitz war – und das Jahr 1970, in dem Sultan Qaboos sein Amt antrat und Jahrzehnte entwicklungstechnischen Stillstands beendete. Die omanische Renaissance, sie war der behutsame und umsichtige Aufbruch in die Moderne. 

Dafür zollt die Bevölkerung dem Sultan höchsten Respekt, denn sie bekam Schulen, Straßen, Krankenhäuser. Und junge Mädchen wie Reem bekamen – vielleicht der einschneidendste Sonderweg – die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren, ohne die traditionellen Werte über Bord werfen zu müssen. Jetzt also vermietet sie ihren eigenen Bus und kaum etwas unterscheidet sie von Frauen aus westlichen Kulturen, von denen man das Tragen eines Kopftuchs nur beim Besuch einer Moschee erwartet. Ansonsten können sie sich problemlos allein im Land bewegen wie jeder männliche Tourist. Wie überhaupt das Reisen sehr unkompliziert ist. Die Hotels sind famos, die Verkehrsschilder zweisprachig, die Straßen exzellent – da müssen Sie eigentlich nur aufpassen, sich keinen Sonnenbrand zu holen. Und das geht schnell, bei 300 Sonnentagen im Jahr! 

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Mitte der 1970er-Jahre musste mangels Aufträgen in ganz Arabien von Kuwait bis Abu Dhabi eine Bootswerft nach der anderen schließen. Nicht so in Sur, wo der Staat die drei Werften – die sich ein…
Die klassische Tagestour führt in den Khor Shimm, und wenn das Wetter mitspielt, wird es ein erlebnisreicher Tag voller Delphinbeobachtungen, Besuch der Telegrafeninsel, Baden und Schnorcheln. Das…
Zwischen der Altstadt von Muscat undMutrah verläuft über eine kleine Anhöhedie erste befestigte, 1929 eröffneteStraße Omans – bis 1970 auch die einzige.Sie folgt jenen alten Eselspfaden,über…
Diese liebliche Bergoase gehört zu den eindrucksvollsten Orten des Landes. Unzählige kleine Terrassenfelder stapeln sich zwischen steilen Felswänden und dem immer noch lebenswichtigen Bewä…
Detaillierte Informationen über den historischen Alltag vermittelt das lebendige Museum Bait al-Safah in einem mehrstöckigen Lehmgebäude inmitten verlassener Häuser: Einheimische Frauen backen…
Der ehemalige Lehmboden wurde gefliest,die löchrigen Palmwedel wurdendurch eine schöne Decke ersetzt und kleine Krämerläden, in denen man einzelne Zigaretten kaufen konnte, gibt es auch immer…
Keine Wohnfestung Omans weist eine ähnlich vielfältige Innendekoration auf wie Jabrin. Bilarub bin Sultan al-Ya’aruba ließ die Anlage ab 1670 errichten und legte großen Wert auf eine farbenfrohe…
An den Ufern der Bucht Khor Ruri liegt auf einem Hügel, die antike Hafenstadt Sumhuram. Ihre Handelsverbindungen reichten ab dem 3.Jh.v.Chr. über Nordoman nicht nur bis in die Golfregion, sondern…
Sie ist längst nicht so groß wie ihr Pendant in Muscat, in dem 20 000 Gläubige Platz finden – hier sind es gerade mal 3200 Menschen. Ihr Interieur wirkt dafür nicht so überladen, sondern…
Ein lieblicher Garten schmückt den Innenhof dieser Festung, und das prächtige Eingangstor gehört zu den größten und schönsten des Landes. Darin eingeschnitzt ist u. a. der Name des Erbauers…

MARCO POLO Reiseführer

MARCO POLO Reiseführer Oman
MARCO POLO Reiseführer Oman
12,99 €

Praktische Hinweise

Anreise

Direktflüge mit Oman Air (www. omanair.com) kosten je nach Saison zwischen 650 und 900 Euro, dauern ca. 6,5 Stunden und gehen fast täglich ab München, Frankfurt oder Zürich nach Muscat. Direktverbindungen nach Salalah gab es bei Redaktionsschluss nur per Charterflug, Lufthansa fliegt Muscat derzeit nicht direkt an. Weitere Fluggesellschaften (mit günstigeren Umsteigeverbindungen) sind Emirates (www. emirates.com) via Dubai, Etihad Airways (www.etihad.com) via Abu Dhabi und Qatar Airways (www.qatarairways.com) via Doha; alle drei Fluggesellschaften fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen und auch ab Wien und Zürich. Swiss (www. swiss.com) startet ab Zürich ebenso wie Turkish Airlines (www.turkishairlines.com), hier gehen die Flüge via Istanbul.

Auskunft

Im Land selbst gibt es keine Informationsstellen. Aber Sie können durchaus bei einer Polizeistation nach dem Weg fragen oder sich nach Sehenswürdigkeiten erkundigen – die Beamten sind gern behilflich. Das omanische Tourismusministerium hat eine Vertretung in Deutschland:

Sultanate of Oman

Ministry of Tourism | c|o Interface International GmbH | Karl-Marx-Allee 91 A | 10243 Berlin | Tel. 030 42 08 80 12 | www. omantourism.de

Auto

Autofahren ist in Oman kein Problem. Es wird rechts gefahren, die Straßen sind in gutem Zustand, die Benzinversorgung ist dank des dichten Tankstellennetzes auch in abgelegeneren Regionen gesichert und die Ausschilderung in Englisch. Das Mindestalter für Fahrer ist 18, bei Geländewagen 25 Jahre, ein internationaler Führerschein ist nicht nötig. Es gibt Radarkontrollen, die Strafen sind empfindlich und Alkohol am Steuer bedeutet Gefängnis! In den Kreisverkehren hat Vorfahrt, wer im Kreisverkehr ist, und bei Regen sollten Sie langsamer fahren, weil es rutschig werden kann.

Baden

Oman hat tolle Badestrände und auch in einigen wadis bieten sich herrliche Schwimmgelegenheiten. Duschen, Restaurants und Liegen gibt es allerdings nur an Hotelstränden, die man gegen Gebühr auch als Nichtgast nutzen kann. In Salalah sind die Strände am schönsten, achten Sie aber auf die Strömung!

Banken, Geld & Preise

Bargeld wechseln Sie am besten in einer der offiziellen Wechselstuben, die es in jeder größeren Stadt gibt. Am unkompliziertesten ist es, Bares mit der Kreditkarte oder der EC-Karte (mit Maestro- oder Cirrus- Zeichen, kein V-Pay!) an den Geldautomaten z. B. von NBO (National Bank of Oman) oder Bank Muscat zu ziehen. Sie können auch fast überall problemlos mit der Kreditkarte bezahlen. Abhebungen mit der EC-Karte sind meist teurer als mit der Kreditkarte! Die Währung des Oman ist der Rial (RO), der unterteilt ist in baiza (bz), allerdings nicht in hundert, sondern in tausend, d. h. 1 RO = 1000 baiza (bz). Das kann zu Verwirrung führen: So kostet eine Packung Weihrauch 1,000 RO – das sind aber nicht 1000, sondern es ist nur ein Rial! Oman ist kein billiges Reiseland, das merken Sie an den Hotelpreisen und -restaurants. Sehr viel günstiger essen Sie in den kleinen Lokalen in den Dörfern oder entlang der Überlandstraßen.

Camping

Offizielle Campingplätze gibt es keine, dafür dürfen Sie sich hinstellen, wo Sie möchten. Aber nicht in wadis – falls es regnet, besteht Lebensgefahr! In den großen Supermarktketten gibt es Campingausrüstungen zu kaufen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Hillat al-Jazeera, Way 4911 | Ruwi | Muscat | Tel. 24 83 50 00 | www.maskat.diplo.de

Österreichische Botschaft

Vertretung in Saudi-Arabien: Diplomatic Quarter Riyadh | Tel. +966 1 14 80 12 17 | www.aussenministerium.at/riyadh

Schweizer Botschaft

Villa 1366, Way 3017 | Shatti al-Qurum | Muscat | Tel. 24 60 32 67 | www.eda.admin.ch/muscat

Einreise & Weiterreise

Das Visum bekommen Deutsche, Schweizer und Österreicher bei der Einreise. Wichtig: Der Reisepass muss mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein. Die Visa kosten 5 RO (10 Tage) oder 20 RO (30 Tage). Eine Beantragung im Heimatland ist aufwendig und teurer. PKW-Reisende nach Musandam oder in die Emirate bekommen Visa an den Grenzen. Dubai und Oman erkennen ihre Visa gegenseitig an, wer also nach einem Zwischenstopp in Dubai nach Oman weiterfliegt oder -fährt, braucht kein neues.

Fotografieren

Respekt und Höflichkeit gebieten auch in Oman, fremde Menschen nicht ungefragt abzulichten – hier besonders die Frauen. Im Botschaftsviertel von Muscat ist Fotografieren verboten, Angehörige von Polizei oder Militär mögen Kameras ebenfalls nicht.

Frauen allein unterwegs

Frauen können unbedenklich alleine durch das Sultanat reisen.

Gesundheit

Impfvorschriften gibt es bei der Einreise aus Europa keine, Malariaprophylaxe ist ebenfalls nicht nötig. Die medizinische Versorgung in Oman ist sehr gut, die Krankenhäuser und Kliniken sind sauber und sehr günstig. Die Apotheken führen alle gängigen Medikamente. Spezielle Medizin für sich persönlich sollten Sie jedoch mitbringen. Hygiene ist in Oman kein Problem, selbst das Leitungswasser ist trinkbar. Sie können Trinkwasser aber auch überall kaufen. In den kleinen Restaurants am Straßenrand können Sie bedenkenlos essen, selbst Speisen wie etwa Salat, die in anderen Ländern heikel sind, sind in Oman ungefährlich.

Internetzugang & WLAN

Alle großen Hotels bieten WLAN (in Oman: WiFi). Die Verbindungen in Internetcafés sind oft langsam. Günstig und schneller ins Netz kommt man per Handy mit Prepaid-Karten der Anbieter Omantel (www.omantel.om) und Ooredoo (www.ooredoo.om). Beide haben Verkaufsstände an den Flughäfen.

Kleidung

Empfehlenswert ist leichte, lockere Baumwollkleidung, welche die Oberarme bedeckt und mindestens bis zu den Knien reicht, auch bei Männern. Gegen die Sonne sollten Sie eine Kopfbedeckung dabeihaben. Frauen benötigen für den Besuch der Moscheen in Muscat und Salalah ein Kopftuch. Bei der Abgabe von moderner Funktionswanderkleidung in omanischen Wäschereien sollte man vorsichtig sein: Dort wird alles gebügelt und das vertragen die Funktionsstoffe nicht!

Klima & Reisezeit

Das Klima in Oman ist im Wesentlichen zweigeteilt. In den heißen Sommermonaten von April/Mai bis September steigt das Thermometer auf Temperaturen von bis zu 50° C. Im Landesinneren ist es dann sehr trocken, an der Küste kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit erschwerend hinzu. In den Wintermonaten bewegen sich die Tagestemperaturen bei angenehmen 25–30° C und die Luftfeuchte fällt kaum ins Gewicht. In der Stadt Salalah liegen die Temperaturen ganzjährig um die durchschnittlich 30° C, denn von Mai/Juni bis in den September hinein sorgt der Monsun für Abkühlung, allerdings bei nahezu 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die beste Reisezeit ist in den Monaten von Oktober bis März.

Kriminalität

Oman ist ein sehr sicheres Reiseland und es gibt vergleichsweise wenig Kriminalität. Trotzdem sollte man auch hier die üblichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, also keine Wertgegenstände offen im Mietwagen liegenlassen und sie im Hotel entweder im Zimmersafe deponieren oder an der Rezeption abgeben. Nach Einbruch der Nacht kann man sich bedenkenlos auf den Straßen bewegen.

Medien

Ausländische Magazine und Zeitungen sind teuer in Oman und nur in wenigen internationalen Hotels zu bekommen. Gute englischsprachige Zeitungen sind Oman Observer oder Times of Oman.

Mietwagen

Alle großen internationalen Mietwagenfirmen sind in Oman vertreten, dazu eine Reihe nationaler Firmen, die Fahrzeugflotten sind modern. Ein Mietwagen (PKW) kostet zwischen 30 und 60 Euro pro Tag, ein Geländewagen ca. 120 Euro – trotz des höheren Preises ist ein 4x4 empfehlenswert. Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen und schon im Heimatland einen Wagen zu buchen. Wer mit einem Leihwagen von Oman aus in die Emirate fahren möchte, muss unbedingt einen zusätzlichen Versicherungsschutz abschließen. Einige Autovermieter gestatten allerdings derzeit keine Fahrten ins Ausland mit ihren Fahrzeugen.

Notruf

Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen: Tel. 99 99

Öffentliche Verkehrsmittel

Das gängigste Verkehrsmittel in den Städten sind Taxen, für Überlandreisen z. B. nach Salalah, Nizwa oder Dubai (VAE) bieten sich die Busse der staatlichen Gesellschaft Mwasalat (www.mwasalat.om) an.

Öffnungszeiten

Die in diesem Reiseführer genannten Zeiten können sich – auch spontan – ändern. Die meisten Lokale und Restaurants haben keine fest geregelten Öffnungszeiten. Wo dies verlässlich doch der Fall ist, haben wir sie angegeben. Die Lokale öffnen meist bereits gegen 10 Uhr vormittags und sind mit einer ca. 30-minütigen Unterbrechung zur mittäglichen Gebetszeit bis ca. 22 Uhr geöffnet. Freitags sind die meisten Restaurants von 12 bis 12.45 wegen des Gebets geschlossen. Die normalen Öffnungszeiten der Geschäfte und Wechselstuben sind Samstag bis Donnerstag 8 bis 13 und 16 bis 20 Uhr. Banken haben – wie Behörden – Sonntag bis Donnerstag von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Festungen und Museen folgen individuellen Öffnungszeiten, in der Regel entsprechen diese in etwa den normalen Geschäftszeiten. Am Freitag und Samstag ist Wochenende: Freitag findet das wichtige Mittagsgebet statt, dann ist alles von ca. 11.30 bis 13 Uhr geschlossen. Am Vormittag und späten Nachmittag haben Souks, Supermärkte und Geschäfte wieder normal geöffnet.

Post

Eine Postkarte kostet ca. 400 bz inkl. Porto, die Post (Briefkästen mit Schlitz für „national“ und „international“) braucht eine Woche nach Europa.

Taxi

Taxen sind weiß mit orangefarbenen Kotflügeln und mit einem Schild auf dem Dach. Taxameter haben noch nicht alle, deshalb müssen Sie vor der Fahrt den Preis aushandeln. Einen Fixpreis haben Taxen am Flughafen: 10 RO nach Mutrah.

Telefon & Handy

Die Landesvorwahl von Oman ist +968, dann folgt die achtstellige Rufnummer mit integrierter Städtevorwahl. Das Telefonnetz ist ausgezeichnet. Überall finden sich Kartentelefonzellen, Karten gibt es in allen kleinen Läden und Restaurants. Für Vieltelefonierer lohnt sich der Kauf einer Prepaidkarte für das eigene Mobiltelefon von Omantel (www.omantel.om) und Ooredoo (www.ooredoo.om) für etwa 5 RO mit 3 RO Gesprächsguthaben. Vorwahl Deutschland: 0049; Österreich: 0043; Schweiz: 0041; danach die Ortsvorwahl ohne Null und die Rufnummer.

Toiletten

Die arabische Toilette besteht nur aus einer Bodenplatte aus Keramik oder Metall mit einem Loch in der Mitte und Spülung. An den Tankstellen sind die WCs in der Regel sauber. In Hotels gibt’s Sitztoiletten.

Trinkgeld

Trinkgeld ist in kleineren Restaurants oder bei Taxifahrern generell nicht üblich, in den Hotels mit ihren Restaurants dagegen schon. Üblich sind etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrags, Kofferträger bekommen pro Gepäckstück 200–400 bz.

Zeit

MEZ plus 3 Stunden, während der Sommerzeit in Europa plus 2 Stunden.

Zoll

Verboten ist die Einfuhr frischer Lebensmittel und von pornografischem Material – Achtung bei relativ freizügigen Titelbildern deutscher Magazine! 2 l Spirituosen pro Familie (!) sind frei. Nicht ausgeführt werden dürfen archäologische Fundstücke, Korallen und Fossilien (Infos: oman. visahq.com/customs). In die EU eingeführt werden dürfen: 1 l Spirituosen über 22 Prozent, 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, 50 g Parfum und Waren im Gesamtwert von 430 Euro (www.zoll.de). Schweiz: 5 l Spirituosen bis 18, 1 l Spirituosen über 18 Prozent, Waren für 300 Franken und 250 Zigaretten (www.ezv.admin.ch).

Events, Feste & mehr

Religiöse Feiertage

Ramadan 

An religiösen Feiertagen wird kein Alkohol ausgeschenkt und während des Fastenmonats sind auch Lokale tagsüber geschlossen. In den Hotels haben meist ein oder zwei Restaurants geöffnet, oder Sie bekommen Zimmerservice. 2018: 16. Mai bis 14. Juni, 2019: 6. Mai bis 5. Juni

Eid al-Fitr

wird am Ende des Fastenmonats für drei bis vier Tage gefeiert. Beginn 2018: 15. Juni, 2019: 6. Juni

Maulid al-Nabi

Geburtstag des Propheten Mohammed. 2018: 20. Nov., 2019: 10. Nov. 

Lailat al-Miraj

wird anlässlich der Himmelfahrt (miraj) des Propheten gefeiert. Per Leiter oder – je nach Lesart – auf dem Wunderpferd Buraq gelangte der Prophet in den Himmel und durfte einen Blick auf Paradies und Hölle werfen. In dieser Nacht werden Gebete besonders erhört. 2018: 13. April, 2019: 2. April

Eid al-Adha

das Opferfest am Ende des Pilgermonats. Einmal im Leben soll jeder Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, nach Mekka reisen und wird danach respektvoll mit hajji bzw. hajjia angesprochen. 2018: 22. Aug., 2019: 12. Aug.

Ras al-Sana

das islamische Neujahrsfest. 2018: 11. Sept., 2019: 31. Aug.

Feste & Veranstaltungen

Januar /Februar

Muscat Festival: ein vierwöchiges Volksfest mit der Darbietung von Tänzen und Gesängen aus dem gesamten Oman. www.muscat-festival.com

Februar

Tour of Oman: Das sechstägige Radrennen à la Tour der France findet rund um Muscat statt. www.tourofoman.com.

Jul i/August

Khareef Festival: Volksfest in Salalah mit kulturellen Veran

Feiertage

Es gibt nur einen staatlichen Feiertag: Der Geburtstag von Sultan Qaboos am 18. November ist zugleich Nationalfeiertag, obwohl die Staatsgründung eigentlich am 23. Juli 1970 war – aber feiern Sie mal bei 45° C im Schatten! Die Feierlichkeiten und arbeitsfreien Tage für die Bevölkerung sind allerdings erst gegen Ende November. Überall im Land finden in diesem Monat spontane Solidaritätskundgebungen mit Fähnchen, Ansteckern, Girlanden und Plakaten mit dem Konterfei des Sultans statt.

Bloß nicht

Gefängnisaufenthalt riskieren

Natürlich gibt es Reisende, die sich auch in Oman freizügig und offenherzig kleiden und mit der Einstellung „Die kriegen mein Geld, deshalb darf ich mich benehmen, wie ich will“ durchs Land reisen. Beispiele dafür gibt es genug – und die Omanis werden niemanden daran hindern, denn dafür sind die Menschen hier viel zu höflich. Schließlich sollen sich die Touristen doch auf ihrer Reise wohlfühlen! So manche Tür bleibt einem dann allerdings verschlossen, und das respektlose Verhalten wird sehr wohl registriert. Denn man sollte auch berücksichtigen, dass man als Repräsentant der westlichen Zivilisation durchaus Verantwortung trägt. Offen stehen übrigens andere Türen, sollte man nackt baden gehen: Sie bestehen aus Gittern und schließen sich denn auch für eine Weile hinter allen FKK-Fans. Und über die Verpflegung im omanischen Knast hört man nichts Gutes!

Auf die Natur pfeifen

Oman ist ein wildes Land voller Extreme, die Sie auf keinen Fall unterschätzen dürfen. Wasser spielt dabei eine wichtige Rolle: Regenfluten rauschen bisweilen durch die wadis und reißen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist – also meiden Sie die Täler, wenn’s regnet. Außerdem sollten Sie auf keinen Fall die Hitze unterschätzen und immer genügend Trinkwasser bei Ihren Ausflügen dabeihaben.

Einen über den Durst trinken

Omanis sind auch nur Menschen und trinken mal einen zu viel, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie kennen den Cousin des Bruders vom Freund des Nachbarn, der bei der Polizei arbeitet. Sie nicht! In der Öffentlichkeit lallend aufzufallen, ist daher eine ganz schlechte Idee. Denn es droht Gefängnis – das auch blüht, wenn Sie sich nach Alkoholgenuss ans Steuer setzen. Und die Verpflegung im omanischen Knast ... naja, Sie können sich’s denken!

Meckern ...

... wenn der Polizist oder der Soldat Ihnen die Kamera weggenommen hat, weil Sie unbedacht auf den Auslöser gedrückt haben. Alle Einrichtungen des Militärs und der Polizei, deren Angehörige und Botschaften dürfen nicht fotografiert werden. Auch Frauen in Oman mögen es überhaupt nicht, ungefragt abgelichtet zu werden.

Allein in die Wüste fahren

Tun Sie den Soldaten der omanischen Armee einen Gefallen: Fahren Sie nicht allein und ohne Guide in abgelegene Regionen oder gar in die Wüste. Denn die armen Kerle müssen Sie suchen, wenn Sie nicht mehr auftauchen, und da haben die nicht wirklich Lust drauf.

Special Bücher & Filme

A day above Oman

Gelungener Bildband von John Nowell über die Naturschönheiten Omans (1992) 

Auf den Spuren Sindbads von Arabien nach China

Spannender Bericht des irischen Abenteurers Timothy Severin über die Seereise mit einer Dhau (1988)

Die Brunnen der Wüste

Der englische Forscher Wilfred Thesiger berichtet von seinen Durchquerungen des „Leeren Viertels“ zwischen 1945 und 1950 (1991)

Leben im Sultanspalast

Salme, Prinzessin aus der Al-Bu-Said-Familie, heiratet 1866 einen Deutschen und schreibt unter dem christlichen Namen Emily Ruete über das Leben in Oman (2007)

Emirate und Oman

Schöner Bildband mit anschaulichen Texten von Walter M. Weiss und Kurt-M. Westermann (1996)

Personal Shopper

Der Spielfilm mit Kristen Stewart entstand 2015 an Drehorten in Muscat, Nizwa und in der historischen Festung Bahla

Schönheit des Herzens

Die omanische Dichterin Lubna Abdullah Al Balushi hat sich in die deutsche Sprache verliebt. Die Texte in ihrem Gedichtband (2012) verbinden Orient und Okzident

Suche nach Sindbad

Helen Kaisers Buch von 1979 beschreibt sehr lebendig und mit interessanten Details Omans Aufbruch in die Moderne

21-29 °C
10 h/Tag
27 °C

Fakten

Einwohner 4.829.480
Fläche 309.500 km²
Sprache Arabisch
Währung Omanischer Rial
Strom 240 V, 50 Hz
Regierungssystem absolute Monarchie
Hauptstadt Maskat
Ortszeit 00:57 Uhr
Zeitverschiebung 3 h (zu MEZ)

Anreise

Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

MARCO POLO Produkte

MARCO POLO Reiseführer Oman
MARCO POLO Reiseführer Oman
12,99 €

Beliebte Regionen in Oman

Sortierung: