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Münchner Oktoberfest & Frühlingsfest

Wiesn: Konsumrekorde & bayerische Gemütlichkeit

Weil das Fest zu Ehren der Hochzeit des späteren König Ludwig I. mit Prinzessin Therese so schön war, wurde im Jahr drauf einfach wieder gefeiert. Und wieder und wieder. Entstanden ist der Name "Oktoberfest", da es ursprünglich im Oktober stattgefunden hatte, mittlerweile ist die "Wiesn" aufgrund des besseren Wetters im September nach vorne verlegt – nur das dritte und somit letzte Wochenende liegt im Oktober.

Es geht los: "O’zapft is"!

Eine uralte Tradition verlangt am ersten Tag den sogenannten Einzug der Wirte. Mit üppig verzierten Pferdegespannen ziehen die Brauereien durch die Innenstadt bis zu den jeweiligen Festzelten. Um 12 Uhr sticht der Oberbürgermeister im Bierzelt "Schottenhamel" mit dem Spruch "O’zapft is" an und die 16-tätige, ziemlich teure Sause kann beginnen. Die insgesamt vierzehn Bierzelte machen nicht nur die Auswahl schwer, sondern bieten Platz für tausende von Menschen, die aus der ganzen Welt zusammenkommen, um mit Münchner Bier anzustoßen, bayerisches Essen zu genießen und zur Musik der Blaskapellen zu tanzen. Wer den Ausnahmezustand innerhalb der Zelte verstehen will, muss ihn erleben – anders lässt sich die einzigartige Atmosphäre nicht beschreiben.

Dirndl & Lederhose: Tracht tragen geht immer

Früher eher verpönt, ist heutzutage die Tracht ein nicht wegzudenkender Teil des Oktoberfests. Nicht nur die Münchner selbst besitzen oftmals mehrere Ausführungen – bei den Frauen ist es meist das Dirndl-Set aus Kleid, Bluse und Schürze, bei den Männern die Lederhose mit Hemd und Haferlschuhe – auch Touristen werfen sich mittlerweile gerne in die Tracht. Ein hochwertiges Set kannst du in München beispielsweise bei "Angermaier" kaufen. Wer nicht so viel Geld ausgeben mag, kann hingegen in den Secondhandläden der Stadt wahre Schätze entdecken.

Öffnungszeiten und Reservierungen: Der ganz normale Wahnsinn

Am Eröffnungstag beginnt das Oktoberfest offiziell um 12 Uhr mit dem Anstich des Bürgermeisters, doch ab 9 Uhr morgens werden bereits nicht-alkoholische Getränke ausgeschenkt, um die Wartezeit zu verkürzen.

Von da an beginnt der Getränkeausschank wochentags um 10 Uhr, am Wochenende bereits um 9 Uhr und der letzte Ausschank findet um 22:30 Uhr an allen Tagen statt. Wer ein bisschen länger feiern will, sollte danach zu "Käfers Weinschenke" oder ins Weinzelt von "Kufflers" gehen, die beide bis 1 Uhr geöffnet haben. Dort ist allerdings eher die Schickeria nebst einiger Promis zu finden. Generell gilt: Je früher auf der Theresienwiese, desto besser, denn die Zelte schließen aufgrund von Überfüllung während der Woche oftmals am späten Nachmittag und am Wochenende manchmal bereits am Vormittag.

Gut zu wissen: Wer keinen Sitzplatz hat, bekommt in der Regel kein Bier. Also am besten frühzeitig Plätze reservieren oder bereits am Vormittag oder frühen Nachmittag ins Zelt gehen – und sitzen bleiben. Denn für den Fall, dass im Laufe des Tages das Zelt geschlossen wird, und man es verlässt, gibt es keine Chance, wieder reinzukommen.

Gemütlich und historisch: Die Oide Wiesn

Die Oide Wiesn ("Alte Wiesn") ist ein historischer und sehr beliebter Teil des Oktoberfests. Hier geht es traditioneller, aber auch ruhiger und gemütlicher zu – perfekt für alle, denen das riesige Gelände zu voll ist. Hier gibt es historische Buden und Fahrgeschäfte zu bestaunen, zwei Festzelte, in denen getanzt wird und eine ganz besondere, nostalgische Atmosphäre. Der Eintritt kostet drei Euro, drinnen warten dann günstige Fahrgeschäfte auf dich. Unbedingt vorbeischauen!

Hinkommen: Was sich am besten eignet

Die Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt sich, denn Parkplätze rund um das Festgelände sind rar, außerdem ist die Stadt sowieso restlos überfüllt.

Sowohl die U-Bahn-Linien U4 und U5 steuern die Theresienwiese an, da der Eingang jedoch sehr voll ist, empfiehlt es sich, bereits an der Haltestelle Schwanthalerhöhe auszusteigen. Eine weitere Möglichkeit ist, mit der S-Bahn zur Hackerbrücke zu fahren und sich den vielen anderen Besuchern bei einem 10-minütigen Spaziergang zur Theresienwiese anzuschließen.

Etwas angenehmer ist die andere Seite des Geländes, auf Höhe der Bavaria. Einfach mit der U3 oder U6 zur Haltestelle Goetheplatz fahren und der Beschilderung folgen. Der Eintritt zum Festgelände ist an allen Eingängen kostenlos.

Mit U-Bahn, S-Bahn und Co. in München unterwegs

Wissenswertes und Kurioses: Die Wiesn im Schnelldurchlauf

Rund um das größte Volksfest der Welt gibt es vieles zu wissen. Außerdem haben sich über die Jahre so einige Kuriositäten angesammelt.

  • Die Wiesn ist ein richtig teurer Spaß, ein gut gefülltes Portemonnaie solltest du also dabeihaben. Der Preis einer Maß Bier liegt 2017 zwischen 10,60 Euro und 10,95 Euro.
  • Die "Ausnüchterungswiese", auch "Kotzwiese" genannt, ist eine Grünfläche hinter dem Hofbräuzelt, wo diejenigen liegen, die zu betrunken sind, um den Weg nach Hause zu finden. Solange man nicht selbst dort liegt, sollte man den Ort vermeiden.
  • Meiden solltest du auch, zumindest ist das ein augenzwinkernder Ratschlag seitens der Münchner, das "Italiener-Wochenende", welches das mittlere Wochenende ist. Denn die italienischen Nachbarn kommen zahlreich und sind laut der Bayern lange nicht so trinkfest, wie man es auf dem Oktoberfest sein sollte.
  • Einen fantastischen Ausblick über das Gelände hast du vom Riesenrad aus, inklusive Blick auf die Alpen bei einem klaren Tag.
  • Ein guter Treffpunkt zum Durchschnaufen oder sich zu treffen, ist die Bavaria.
  • Bei den Schaustellern sind wahre Urgrößen vertreten, zum Beispiel der Floh-Circus, mit echten, dressierten Flöhen, den es seit 1948 auf dem Oktoberfest gibt. Auch bekannt ist das Teufelsrad, auf dessen Drehscheibe es darum geht, wer sich am längsten darauf halten kann sowie Schichtl’s Zaubertheater mit kultigen Vorführungen.

Festival statt Wies'n: Das Tollwood

Frühlingsfest: Die kleine Schwester der Wiesn

Weltbekannt ist die Wiesn im Herbst, doch wer die lange Wartezeit bis zum September verkürzen möchte, kann beim Frühlingsfest vorbeischauen, das jedes Jahr im April und Mai stattfindet – mit zwei Festzelten und rund 100 Schaustellern hat es nämlich ebenfalls einiges zu bieten. Auch hier läutet der Umzug der Brauereiwagen den Beginn ein, dann folgt der Anstich der Bierfässer und los geht’s zu einer gut zweiwöchigen Party, bei der jedoch München lange nicht so Kopf steht wie zu Oktoberfestzeiten.

Am Eröffnungstag geht es um 16 Uhr los, von da an dann jeweils um 11 Uhr, Ausschankende ist gegen 22:30 Uhr. Das Betreten des Festgeländes ist kostenlos.

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