Haus der Kunst

Ein Vorläufer des neoklassizistischen Kunsttempels stand bereits um 1854 am Königsplatz. 35 Jahre später zerstörte ein Brand den riesigen Glaspalast, wo 1858 die "erste deutsche allgemeine und historische Kunstausstellung" stattfand. Ein Neubau war schnell beschlossen, dieser zog sich aber hin. 1933 verlegte dann Hitler kurzerhand den Standort des Gebäudes an den südlichen Rand des Englischen Gartens, wo das "Haus der Deutschen Kunst" 1937 eröffnet wurde. Während des Naziregimes waren hier ausschließlich Kunstwerke der Blut-und-Boden-Ideologie ausgestellt. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs änderte sich dies schlagartig, und ab 1949 gaben ehemals verfolgte Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Pablo Picasso den Ton an. Einen Teil des Hauses nutzten die Amerikaner zudem als Offiziersclub. Etliche Ausstellungen und Jahrzehnte später gelang mit der Verpflichtung des Belgiers Chris Dercon als Direktor (2003-2010) der große Wurf. Er sorgte nicht nur für den kritisierten Rückbau der Mittelhalle in den Zustand von 1937, sondern brachte auch Künstler wie Ai Weiwei nach München. Dercon ist es zudem zu verdanken, dass durch den gelungenen Mix aus Architektur, Design, Mode, Fotografie und Film das Haus weltweit wieder an Bedeutung gewann. Sein Nachfolger, der Nigerianer Okwui Enwezor, schärft erfolgreich weiter den Blick auf die zeitgenössische Kunst.
Gastronomie
Cafe
Lage
Altstadt

Anreise